|
Der Einsatz von Stuck, einem Gemisch aus Gips, Kalk, Sand und Wasser, ist frühzeitig in den verschiedenen Hochkulturen nachzuweisen. Schon die Ägypter beherrschten den Umgang mit Gipsmörtel perfekt. Von der Antike bis in die heutige Zeit erfreuen sich Stuckaturen verschiedenster Art höchster Beliebtheit. Der Artikel versucht die Anwendung von Stuck = Gipsmörtel an Khmer-Tempeln zu beschreiben und mittels Fotos anschaulich zu machen, wobei hier nur Khmer-Tempel, die sich auf dem Gebiet des heutigen Kambodscha befinden, ins Blickfeld gerückt werden. Die Fassaden der Khmer-Tempeln lassen sich leicht unterscheiden. Die Kategorien sind den jeweilig eingesetzten Materialien geschuldet. Wurden Tempel aus Sandstein gebaut, konnten die Dekorationen der Außen- und Innenwände in Sandstein ausgeführt, also direkt als Relief aufgebracht werden, folglich erübrigte sich der Einsatz von Stuck. Tempel aus Laterit-Gestein wurden ebenfalls nicht verputzt. Nur aus Ziegeln errichtete Tempel wurden, sofern sie dekoriert werden sollten, mit Stuck versehen. Wird Gipsmörtel an Fassaden verwendet, ist dieser Putz den Witterungseinflüssen ausgesetzt, der Verfall (sprich: der Verlust!) ist programmiert. Durch Licht und Luftfeuchtigkeit verlieren sich die Farben, falls die stuckierten Flächen bemalt waren. Der Stuck wird rissig und brüchig. Die Reliefs und Bildwerke zerbröseln, zusätzlich leidet die Verbindung von Stuck und Ziegelsteinen, die Haftung lässt nach, in Folge lösen sich Segmente oder ganze Flächen der Stuckornamentik von der Mauerfläche. Die Gründung der Stadt Isanapura (heute Sambor Prei Kuk) wird in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datiert. Die Tempel von Sambor Prei Kuk gelten als die ältesten Khmer-Tempel. Mit einer Ausnahme wurden in Sambor Prei Kuk nur Ziegel-Tempel errichtet. Touristen werden in Sambor Prei Kuk auf die "Fliegenden Paläste" aufmerksam gemacht, eine Besonderheit der Fassadendekoration, die in dieser perfekten Ausprägung und künstlerischen Hochwertigkeit nur hier zu bewundern ist. Nicht umsonst sprechen Wissenschaftler vom Sambor Prei Kuk Stil, was nicht nur die skulpturalen Kunstwerke meint, sondern auch die Architektur der Tempelbauten und deren Fassaden bezeichnet. Vermutet wird, dass alle Tempel in Sambor Prei Kuk verputzt waren, eine Behauptung, die sich leider nur noch an Hand weniger fragmentarischer Stuckaturen belegen lässt. Bild 1 zeigt die Gesamtansicht des Daem Chan Tempel, Bild 2 zeigt ein Ziegelrelief mit Stuckfragmenten, Bild 3 zeigt eine komplette Ziegelfassade mit Scheintür und "Fliegenden Palästen". In Ko Ker, der ehemaligen Königsstadt Lingapura (erste Hälfte 10. Jahrhundert), kamen für die Tempel vorwiegend Sandstein und Laterit zum Einsatz. Nur wenige Ziegelbauten sind in Ko Ker aufzufinden. Im Ausmaß besticht der Prasat Thom, ein Komplex aus mehreren auf einer Achse ausgerichteten Tempeln. Von den Palästen im Osten bis hin zur Pyramide im Westen wurde vorrangig Sandstein verarbeitet. Im Zentrum der Anlage sind neben einem ausgewachsenen Ziegelbau, dem Prasat Krahom (Bild 4), auch mehrere kleinere Tempelbauten aus Ziegeln (Bild 5 & 6) errichtet worden. Diese an sich unscheinbaren Schreine waren komplett stuckbesetzt, was sich vom Prasat Krahom nicht mit Sicherheit behaupten lässt. Die Detailaufnahme einer Scheintür (Bild 6) beweist die ehemals vorhandene Stuckatur und belegt den verzweifelten Versuch dieses Stuck-Fragment vor dem Absturz zu bewahren. Der linke Pfeiler (Pilaster) neben der Scheintür weist im oberen Bereich noch geringe Stuckreste auf (Bild 5). Wie die Stuckatur des Lintels (Türsturz, Bereich zwischen den Kapitellen über der Scheintür im Bild 5) ausgesehen haben könnte, lässt sich nur erahnen. Die Ziegelreliefstruktur liefert eine vage Vorstellung zur imaginären Wiederherstellung des Lintels. Am Prasat Krahom (Bild 4) wurden die Lintel, Laibungen und Säulen aus Sandstein gefertigt. Etliche Tempel in Ziegelbauweise haben sich im touristisch erschlossenen Angkor-Gebiet erhalten. Entlang des großen und des kleinen Rundkurses stehen Ziegelbauten, an denen Stuckaturen nachzuweisen sind. Wie an verschiedener Stelle zu lesen ist, sollten Angkor-Besucher ihren Exkurs im Roluos-Gebiet starten. Folgen wir also der berechtigten Empfehlung und betrachten einen der ältesten Roluos-Tempel, den im Jahr 879 geweihten Prasat Preah Ko. Die sechs Türme des Preah Ko stehen auf einer gemeinsamen Plattform. An diesen Türmen beweist sich Vielfalt und Kunstfertigkeit im Umgang mit Stuck. Zwar hat sich an keinem der Türme die Stuckatur vollständig erhalten, doch sind partiell wunderbare Stuckfragmente zu bewundern. Die Summe aller Stuckfragmente des Preah Ko Tempels ergibt ein Gesamtbild, welches Rückschlüsse auf die Fassaden zulässt, die in der hier vorhandenen Komplexität an keinem anderen Angkor-Tempel nachweisbar sind. Aufmerksame Betrachter kommen nicht umhin, den Baumeistern des Prasat Preah Ko eine zuvor nie geahnte Virtuosität im Umgang mit den Materialien zu bescheinigen. Der kombinierte Einsatz von Sandstein, Stuck und Ziegeln verleiht den Fassaden einen ästhetischen Gesamteindruck, der beim Bau früherer Tempel vielleicht angestrebt, aber niemals erreicht wurde. Das Foto 7 zeigt die Ostseite eines Prasat. Aus Sandstein gefertigt wurden die Türlaibung, die Türsäulen, der Lintel und die Götter-Bildwerke neben der Tür. Mit Stuck bedeckt waren die verbliebenen Mauerflächen. Von den ornamentalen Mustern (Foto 8 & 9), deren Vorbilder für die arabesken Formgestaltungen in der Natur zu suchen sind, haben sich außer dem hier vorgeführten Beispiel weitere schöne Partien am Prasat Preah Ko erhalten. Die Bilder 10 – 13 sagen mehr über die großartige Dekorationskunst der Stuckateure aus, als es jegliche Beschreibung der stuckierten Wandflächen vermag. Betrachter sollten sich auf die verschiedenen Kala-Darstellungen im oberen Bereich der Bildfelder und auf das stuckierte Kapitell (Bild 11) konzentrieren. Die aus kleinen gestauchten Säulen und rautenförmigen Blüten zusammengesetzten Zierkanten unterhalb der Gesimse (jeweils oben im Bild 12, 13, 14) müssen als Anleihe aus Sambor Prei Kuk eingestuft werden. Waagerechte Zierbänder dieser Art sind in Sambor Prei Kuk noch als Ziegelrelief ohne Stuck nachweisbar. Hier hat sich offenbar ein tradiertes Muster überliefert. Im Bild 15 ist eine Zierband-Variation zu sehen. Die Reihung der gestauchten Säulen, lediglich aufeinander gestellte Basen und Kapitelle, werden von glatten senkrechten schmalen Trennpfählen unterbrochen. Die Rautenblüten erscheinen als weiteres Band unter dem Säulenband. Die auffällig schönen Bänder in den oberen Bereichen der Prasat finden sich teilweise auch weit unten, gleich über dem Sockelbereich, auch das ist eine Übernahme aus Sambor Prei Kuk. Eine weitere Besonderheit muss am Prasat Preah Ko hervorgehoben werden: bei allen anderen dem Autor bekannten Tempelbauten sind die Lintel entweder aus Sandstein oder aus Ziegeln mit Stuckverkleidung gefertigt. Tatsächlich finden sich am Prasat Preah Ko an manchen der Türme beide Lintel-Typen. Ein Ziegel-Stuck-Lintel wird im Bild 16 gezeigt. Der doppelte Blendbogen (Bild 17) muss als Vorwegnahme der typischen Angkor-Tympana bewertet werden. Leider haben sich die Bildwerke der Blendbögen nur mangelhaft oder nicht erhalten. Die Betrachter müssen sich auf Ahnungen beschränken und ihre Fantasie spielen lassen. Sechs mal drei Scheintüren sind am Prasat Preah Ko zu begutachten. Nicht alle Scheintüren sind gemauert und stuckiert. Die Sandstein-Scheintüren befinden sich teilweise in Bestzustand. Die Muster der Stuck-Scheintüren sind wunderschön gestaltet. Keine der Stuckflächen der Scheintüren (Bild 18, 19 & 20) hat sich vollständig erhalten, dennoch sind die filigranen Strukturen zu erkennen. Mit Bild 21 soll der Komplex Preah Ko Tempel als abgeschlossen gelten. In diesem Bild vereinen sich alle Merkmale, die den Preah Ko Stil auszeichnen. Der linke Bildteil zeigt Ziegel-Stuck-Verarbeitung, der rechte Bildteil zeigt Sandsteinbauteile. – Tempelliebhaber können viele Stunden am Prasat Preah Ko verbringen, ohne sich zu langweilen. Wer die vorhandenen Stuck-Fragmente imaginär wie ein Puzzle zusammensetzt, der gewinnt den Gesamteindruck eines stuckierten Prasat. Vergeblich werden Kunstliebhaber den Lolei Tempel (geweiht 893) nach Stuckaturen absuchen, sie haben sich, falls je vorhanden, verloren. Zu sehen sind nur Ziegelstrukturen und Sandsteinbauteile. Die Begutachtung des Prasat Lolei ist ohnehin seit mehreren Jahren erschwert. Baugerüste umschließen den Tempel und verhindern die Gesamtansicht. Zwar wurden ebenerdig um den pyramidalen Sockel des Prasat Bakong (geweiht 881), dem dritten der großen Roluos-Tempel, im inneren Tempelbereich einige Ziegel-Prasat errichtet, doch sind an diesen Ziegelbauten kaum Spuren von Stuckaturen zu entdecken. Lediglich am südlichen Ziegel-Prasat im westlichen Bereich sind noch geringe Stuckreste und Devata-Reliefs vorhanden. Auch an den etwa zwanzig kleinen Ziegel-Schreinen außerhalb des Wassergrabens sind keine Stuckaturen mehr nachzuweisen. Der jetzt vorhandene Bauzustand schließt keineswegs ehemals vorhandene Stuckaturen aus. Einzig am sehr selten besuchten südlichsten Tempel der Roluos-Gruppe, dem Prasat Trapeang Phong haben sich wesentliche Stuck-Fragmente und Devata (Göttinnen)-Reliefs erhalten. An den fünf auf der oberen Plattform in Quincunx-Stellung angeordneten Ziegel-Prasat des Östlichen Mebon Tempels (geweiht 953) sind fast keine Stuckaturen erhalten geblieben. Auffälliger aber sind hunderte Löcher in den Ziegeln. Zu vermuten ist, dass in diesen Löchern hölzerne Stäbe steckten, die einen festeren Verband mit den Stuckschichten gewährleisten sollten. Das war ein technologisches Experiment, welches auf Langlebigkeit der Stuckornamente zielte. Die Bilder 22 & 23 belegen das dichte Raster der Haltelöcher. Der Stuck wurde also nicht nur mit den Ziegeln verklebt, sondern zusätzlich an den Pflöcken aufgehängt. Deutlich sind die stuckfreien flachen Reliefs der Bildwerke zu erkennen. Ebenfalls in Quincunx-Stellung sind die Ziegel-Prasat des Pre Rup Tempel (geweiht 961) angeordnet. Die fünf Ziegel-Türme des Pre Rup Tempels sind in der Bauweise den fünf Türmen des Östlichen Mebon Tempels vergleichbar, allerdings wurden die Stuckelemente ohne Holzpflöcke angebracht, im Mauerwerk sind keine Löcher zu sehen. In den Mauernischen (Blenden/Blendnischen) stehen die typischen Wächterfiguren und Devatas. Einige fast geschlossene Stuckpassagen haben sich erhalten. Pre Rup und Ost Mebon liegen sowohl in der zeitlichen Einordnung als auch lokal nah beieinander und doch scheinen verschiedene Bauleute am Werk gewesen zu sein. Waren die Pflock-Löcher am Ost Mebon nur ein Versuch, der alsbald verworfen wurde? Der Prasat Baksei Chamkrong (geweiht 947) wird leider völlig zu Unrecht zugunsten des Süd-Tores der Stadt Angkor Thom buchstäblich links liegen gelassen. Der Ziegelprasat auf der sehr gedrungenen dreistufigen steilen Laterit-Pyramide ist nicht nur betreffs des hier behandelten Themas sehenswert. Lintel und Scheintüren sind gut erhalten und rund herum sind die Ziegel-Reliefs neben der Tür und den Scheintüren kenntlich, jedoch ohne Pflock-Löcher, wie sie am Östlichen Mebon Tempel zu sehen sind. Die obere Plattform ist sehr eng. Fotografen können nicht genügend Abstand zum Motiv gewinnen, deshalb sind hier nur Wiedergaben in Schrägperspektiven möglich. Wird der Prasat Kravan (geweiht 921) besprochen, werden die Reliefs in zwei der fünf Ziegel-Prasat gerühmt. Tatsächlich gibt es in keinem anderen Angkor-Tempel schönere in Ziegel-Relief-Technik gearbeitete Götterbilder zu bewundern. Die Faszination dieser Reliefs lenkt den Blick von den hervorragenden Dvarapala-Reliefs am Mittel-Prasat ab, die in den Morgenstunden im besten Licht stehen. Die überlebensgroßen Dvarapala-Reliefs sind äußerst fein gearbeitet, so dass es schwerfällt, sich eine Bedeckung mit Stuck vorzustellen. Wissenschaftler vertreten betreffs der Götterbilder in den Prasat unterschiedliche Meinungen. Zur Diskussion stehen Ziegelreliefs ohne Farbe und ohne Stuck bzw. bemalte Reliefs, also Farben auf Ziegel bzw. auf Stuck. Ähnlich unklar dürfte der Sachverhalt an der Ost-Fassade des Mittel-Prasat liegen. Waren die Dvarapalas stuckbedeckt und/oder bemalt? Wie auch immer, die äußeren und inneren Reliefs befinden sich in sehr gutem Zustand, was auch auf die gesamte Tempelanlage zutrifft. Deutsche Archäologen könnten gewiss detaillierte Auskünfte zu den hier aufgeworfenen Sachfragen geben, weil der Tempel von deutschen Fachleuten restauriert wurde – aber welcher Tourist nimmt Verbindung zu Mitarbeitern des German Apsara Conservation Project der TH Köln auf? Hauptakzente der Forschungsarbeiten des G.A.C.P. liegen auf den vom 6. – 10. Jahrhundert entstandenen Kalkstuckverzierungen an Khmer-Tempeln. Mühselig wäre eine Auflistung aller Ziegel-Tempel im Angkor-Gebiet, noch umfangreicher wäre eine Liste der Ziegel-Tempel, die sich auf dem Gebiet des heutigen Kambodscha befinden und auf Grund von Vermutungen eventuell mit Stuckornamentik versehen waren. Weitab von den gängigen Rundkursen im Angkor-Gebiet liegt der Prasat Trapeang Roun, ein wirklich sehenswerter, aber völlig unbekannter Tempel, der mit herrlichen Ziegel-Stuck-Reliefs aufwarten kann. Weil der Tempel in diesem Blog im Artikel TRAPEANG ROUN TEMPEL schon beschrieben wurde, sollen hier ein Foto und der Hinweis auf den vorhandenen Artikel genügen. Selten besichtigt – obwohl lohnenswert und leicht erreichbar, der Tempel liegt an der NR 6 – wird der im 8. Jahrhundert erbaute Phum Prasat. Betreffs der dekorativen Stuckelemente kann die Verwandtschaft zum Prasat Trapeang Roun kaum bestritten werden, das aber sind Ähnlichkeiten, die nicht zwangsläufig gültige Rückschlüsse auf die Bauzeit des Prasat Trapeang Roun zulassen. Hiermit wären alle bekannten und weniger bekannten Khmer-Tempel, die deutlich sichtbare Stuckaturen aufweisen, kurz beschrieben und mit Bildbeispielen vorgestellt. Zweifellos ließen sich weitere Khmer-Tempel mit fragmentarischen Stuckaturen finden, die in diesem Artikel erwähnt werden könnten, ob aber durch zusätzliche Informationen und Bilder maßgebliche Erkenntnisse gewonnen würden, sei dahingestellt.
Leser, die im Blog Günter Schönlein unterwegs sind, können problemlos die von Herrn Ando Sundermann verfassten ausführlichen Beschreibungen zu fast allen im Artikel erwähnten Tempeln unter den jeweiligen Tempelnamen aufrufen → www.angkor-temples-in-cambodia.com/directory.html Die Jahreszahlen der Tempeleinweihungen wurden dem Buch ANCIENT ANGKOR von Michael Freeman & Claude Jaques entnommen. Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments
Zu Beginn gleich die Einschränkung: nur wenige Bildbeispiele sind vorhanden, um das abseitige Thema zu illustrieren. Den Suchbegriff Stelenhaus wandelt Google zu Stelzenhaus, auch das Suchwort Stelengehäuse bringt keine auswertbaren Ergebnisse. Stelenhäuser werden in der Angkor-Literatur selten erwähnt. Im Pre Rup Tempel befindet sich auf der mittleren Ebene im Nord-Ost Bereich ein sehr gut erhaltenes Stelenhaus (Bild 1 – 4). Marilia Albanese erklärt das kleine Gebäude zum Kiosk, der vielleicht eine Stele enthielt, vorsichtig äußert sie diese Ansicht nur als Vermutung. Auf einem Laterit-Fundament stehen vier Eckpfeiler, diese tragen das Dach. Jeweils drei Bauteile bilden eine Eckwand, offen bleiben an vier Fassaden die Zugänge, die vom Boden bis zum Dach reichen (Bild 2). Das völlig schmucklose Haus besticht durch gediegene Bauweise. Verzierende Elemente sind nur das unterbrochene Sockelgesims und das schlichte Dachgesims. In der Dachform meint Marilia Albanese einen Priesterhut, der in einer Lotosknospe endet, zu erkennen (Bild 2 & 3). Priesterhut hin und Lotosknospe her, zu sehen ist ein sehr massiver, haltbarer Dachaufbau, der in dieser Form auch für einen Turm des Prasat Tor in Angkor angewendet wurde. Der Priesterhut ist keineswegs irgendeine Sonderbauform, sondern ein probates Baukonzept. Die Innenansicht (Bild 4) und die Außenansicht vom Dach (Bild 3) belegen die solide Materialverarbeitung. In größeren Maßstab und mit Sandstein wurde der gleiche bewährte Dachaufbau (Typ: Priesterhut) am Preah Khan Tempel (Angkor) realisiert (Bild 5). Die Besonderheit im offenen sehr luftigen Stelenhaus ist ein im Boden versenktes Sandsteinbecken mit Abfluss (Bild 6). Welchen Zwecken das Becken diente und was auch immer sich in diesem Becken befand, kann wohl niemand mehr mit Bestimmtheit sagen, doch der Vermutung kambodschanischer Forscher, die Marilia Albanese auf S. 110 zitiert, möchte der Autor nicht folgen: dass angeblich im Tempelbereich die Knochen verbrannter Leichen gewaschen worden sein könnten, klingt schon ziemlich absurd, eher wahrscheinlich ist noch die Annahme (des Autors), dass das Stelenhaus eine Votivstele beherbergte, die verehrt, gepflegt und mit rituellen Essenzen übergossen wurde. Vorstellbar wäre eine Votivstele, die einem Gott gewidmet, und für jedermann zugänglich war, denn die inneren Sakralbereiche der Prasat durften vermutlich nur die Priester und der König betreten. Das Geringste was in dem Becken (Bild 6) gestanden haben könnte, wäre noch ein Shiva-Lingam. PS: Hat schon jemand jemals an rituelle Reinigungen gedacht? Auch dazu eignen sich solche Becken. Um das strittige Thema abzuschließen, sei auf eine wunderbare dem Gott Vishnu geweihte Votivstele aus dem viel kleineren und abgelegenen Ko Po Tempel verwiesen, die im National Museum Siem Reap präsentiert wird (Inventar-Nr.6906 N79, im Katalog S.72/73). Ein derartiger, in der Fläche rechteckiger monolithischer hoher Stein würde in einem solchen Becken seinen sicheren Halt finden. Das nächste Stelenhaus (Bild 7 & 8) wird in keinem Reiseführer erwähnt und ist auf keiner Karte vermerkt, auch Google kennt das kleine Laterit-Bauwerk nicht. Es ist im Grunde nicht schwer zu finden, doch keiner kennt den kleinen Bau. Direkt am Nordufer des Sra Srang führt eine Straße entlang, kurz hinter der Nord-Ost-Ecke des Beckens überquert die Straße einen kleinen Fluss, unmittelbar vor der Brücke zweigt links ein schmaler Sandweg ab, der sich in nordwestlicher Richtung hinzieht. Nach kaum zweihundert Metern liegen Bauernhäuser links am Weg. Inmitten von Höfen und Gärten verbirgt sich der quadratische namenlose, stark eingewachsene Laterit-Bau, welcher nur aus geraden, rechtwinkligen, schmucklosen Bauelementen gefügt wurde. Die Baustruktur entspricht einem Stelenhaus, diese Meinung resultiert aus den bescheidenen Kenntnissen des Autors. Die Stadt Angkor Thom wird von einer Mauer umschlossen. Fünf Tore ermöglichen den Zutritt in die Stadt. Die Mauer ist als Wehranlage konzipiert. An den jeweiligen Eckpunkten der Mauer befinden sich annähernd baugleiche Kapellen, die Prasat Chrung. Zu unterscheiden sind also der Prasat Chrung Südost, Südwest, Nordwest und Nordost. Am Prasat Chrung Nordost steht direkt neben der Kapelle ein prachtvolles Stelenhaus (Bild 9 & 10). Weshalb ausgerechnet an der Nordwestecke der Maueranlage dieses schöne Stelenhaus gebaut wurde, kann nicht erklärt werden. Unbestritten aber ist dieses Stelenhaus ein Kleinod aus Sandstein und ist in dieser prunkvollen Ausstattung nirgendwo nochmals im Angkor-Gebiet nachzuweisen. Wir blicken auf ein Unikat und erkennen die grundsätzlichen baustilistischen Merkmale, die Stelenhäuser auszeichnen. Der Vergleich mit dem Stelenhaus vom Pre Rup Tempel (Bild 11) bietet sich an. Vom unterschiedlichen Material und der wuchtigeren, gedrungeneren Bauweise abgesehen, haben die Bauten doch einige Gemeinsamkeiten. Die Bauzeiten liegen weit auseinander. Der Pre Rup Tempel wurde 961 geweiht. Die Stadt Angkor Thom wurde Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts auf Geheiß des Königs Jayavarman VII. erbaut. Gut zweihundert Jahre Zeitabstand sind zwischen der Errichtung der Stelenhäuser von Pre Rup und Angkor Thom zu veranschlagen. Binnen zweihundert Jahren änderten sich die Menschen, die Baustile und die Glaubensorientierungen. Die Mauer kann noch heute begangen werden und sicher patroullierten zu Glanzzeiten der Stadt Angkor Thom die Wachen auf der Mauer. Die Distanz beläuft sich auf 12km, (eine schöne Rundwanderung übrigens). Jeweils nach 3km erreichten die Wachleute einen Prasat Chrung. Begann ihre Runde am Nordost-Prasat Chrung und verlief im Uhrzeigersinn oder auch andersherum erreichten sie nach 12km wieder die Nordost-Kapelle und konnten im oder vor dem Stelenhaus ihr Dankgebet zum Dienstende verrichten. Verständlicherweise kann in dem Stelenhaus nur eine buddhistische Gottheit verehrt worden sein. Es lebte in Kambodscha wohl kein leidenschaftlicherer Buddhist als der König Jayavarman VII. Müssten die Stelenhäuser (Bild 10 und Bild 11) nach westlichen Kunstkriterien beurteilt und beschrieben werden, könnte die Einschätzung in folgender Zusammenfassung kulminieren: Romanische Strenge begegnet barocken Überschwang. – In Wahrheit stehen sich (nur in der Bilderreihe) Pre Rup Stil und Bayon Stil ungleich gegenüber, beide Stilrichtungen sind als eigenständige Strömungen des Angkor-Stiles definert. Keinerlei stilistische Gemeinsamkeiten sind an den Stelenhäusern zu erkennen, nur architektonische Elemente sind als vergleichbare Übernahmen zu registrieren. Im Jahr 2013 standen drei offenbar hochverehrte Steinfragmente noch neben der Straße in einem niedrigen, sehr wackeligen Blechverschlag. Wer das nordwestlich vom Prasat Tor neu erbaute Geisterhaus (Bild 12) gefunden hat, steht nur wenige Schritte neben dem Stelenhaus, ohne es zu sehen (Bild 13). Geisterhaus und Stelenhaus bedingen einander. Der Platz selbst muss ein tradierter heiliger Ort sein. Zu Kleinaltären erhobene anbetungswürdige Aufstellungen von Steinfragmenten alter Tempel an bestimmten Plätzen bezeichnen üblicherweise besondere Bäume, Becken und Ruinen, Örtlichkeiten also, die nicht vergessen werden sollen. Ando Sundermann erwähnt in seinem Artikel zum Prasat Tor einen Schrein "Nearby is Neak Ta shrine, also called Ta Tor, and the canopy of a stele." und meint das vorgestellte Geisterhaus und das Stelenhaus. Das Geisterhaus (aus Wellblech und Holz = Neak Ta Schrein: Ta Tor) steht an der von West nach Ost führenden Straße, deren Verlauf dem ursprünglichen Nordufer des inzwischen ausgetrockneten Östlichen Baray entspricht. Ehe von dieser Straße südlich der Weg zum Prasat Tor (bei Google: To) abzweigt, führt vorher ebenfalls in südlicher Richtung ein Weg in ein kleines Dorf, rechts am Weg, keine 30m vom Geisterhaus entfernt, versteckt sich im dichten Gestrüpp das Stelenhaus (Bild 13). Die Google Street View-Aufnahmen aus dem Jahr 2013 zeigen mehr vom Stelenhaus, als die Fotos des Autors aus dem Jahr 2019 (Bild 14 & 15). Tatsächlich haben sich nur Reste vom Fundament und aufrecht stehende Bauteile aus Laterit erhalten, diese Teile bilden ein Tor und entsprechen einer Fassade vom einstmaligen Stelenhaus (canopy = Überdachung). Alles ist ähnlich schmucklos, wie die rudimentären Überreste vom Sra Srang-Stelenhaus (Bild 7 & 8). Schleier der Ominösität umwehen beide Stelenhäuser. Weder die Fachleute noch der Autor vermögen sich zum Thema Stelenhäuser in bemerkenswerten Einzelheiten oder neuartigen Erkenntnissen auszubreiten.
Aufmerksame Reisende werden in Kambodscha weitere Stelenhäuser entdecken oder vielleicht von Anwohnern zu unbekannten Stelenhäusern geführt. Der Artikel versucht, auf ein wenig bearbeitetes Thema hinzuweisen und das Interesse für diese speziellen Sakralbauten zu wecken. Verwendete Informationsquellen: MASTERPIECES IN ANGKOR NATIONAL MUSEUM GUIDE BOOK Museums-Ausgabe 2011 ISBN: 978-616-90798-0-4 (Seiten 72/73) MARILIA ALBANESE – DIE SCHÄTZE VON ANGKOR National Geographic Hamburg 2006 ISBN: 978-937606-77-7 ANDO SUNDERMANN: Artikel zum Prasat Tor aufzurufen auf dieser Webseite unter der Rubrik Angkor Tempel Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones Teil III der Ausführungen zur HOLZARCHITEKTUR IN MYANMAR stellt drei Klöster in Mandalay vor. In manchen Reisehandbüchern werden das Shwe Inn Bin Kloster und das Atumashi Kloster erwähnt und in keinem Reiseführer bleibt das Shwenandaw Kloster unerwähnt. Das Shwe Inn Bin Kloster von 1895 nimmt sich im Vergleich zum 1782 erbauten Schwenandaw Kloster eher bescheiden aus, ohne armselig zu wirken. Zitat WIKIPEDIA: "Das Kloster wurde 1895 von chinesischen Kaufleuten gestiftet. Es steht auf einem imposanten Säulenwald aus Teakholz-Stämmen und ist, wie das Shwenandaw-Kloster, mit Schnitzereien aus Teakholz verziert. Die Haupthalle besitzt ein dreistufiges Pagodendach, der anschließende Pavillon ist mit einer fünfstufigen Pagode samt Hti gekrönt." (Zitat Ende, abgerufen am 25.12.2019) Die Bilder 1 - 6 bestätigen die WIKIPEDIA-Angaben. Das Shwenandaw Kloster hat eine im Sinne des Wortes bewegte Geschichte. Gebaut (wahrscheinlich eingeweiht) wurde das Shwenandaw Kloster im Jahr 1782 in Amarapura, früher eine separate kleine Stadt, die heute schon fast als Vorort von Mandalay zählt. Im Jahr 1857 wurde das Kloster abgebaut und auf Wunsch des Königs Mindon in das Palastgelände von Mandalay versetzt. Nur 23 Jahre später, also 1880, wurde auf Befehl des Königs Thibaw das Shwenandaw Kloster erneut umgesetzt, diesmal in die Nähe des Atumashi Klosters in Mandalay. Durch diese vorläufig letzte Ortsveränderung blieb das Shwenandaw Kloster erhalten, während alle Palastgebäude im Jahr 1945 von einer verheerenden Feuersbrunst vernichtet wurden. Die heutigen Palastanlagen in Mandalay sind Rekonstruktionen. Amarapura war seinerzeit nicht irgendeine eine Stadt, sondern mehrfach Sitz der Könige, ehe endgültig Mandalay zur Königsstadt auserkoren wurde. Blieben auch von den Palastgebäuden in Amarapura nur zeitgenössische Zeichnungen erhalten, geben diese doch beredte Auskunft über angewandte Holzarchitektur im damaligen Burma. Der Palast von Amarapura (Bild 7) wird in Pracht und Ausstattung seinem Anspruch, ein königlicher Palast zu sein, über alle Maßen gerecht. Die vorherrschende Symmetrie beeindruckt und war sicher beispielgebend für zukünftige Bauwerke. Die Größe des Palastes und nicht zuletzt die Höhe der Palastvorhalle müssen wahrhaft königlich genannt werden. Alle Dach- und Turmaufbauten scheinen als Maßvorgaben für alle Holzklöster, die fortan gebaut würden, gedacht gewesen zu sein. Die Ähnlichkeit der Grundkonstruktion kann an allen noch existierenden Holzklöstern nachgewiesen werden. Der sehr schlanke Turmaufbau hat sich als Baumuster bis in die neuere Zeit überliefert. In Bagan, Ortsteil Nyaung U, sind solche Türme=Pagodendächer noch im 20. Jh. gebaut worden (siehe Bild 1, 2, 7-9 im Artikel: HOLZARCHITEKTUR IN MYANMAR I). Das 1877 fertiggestellte Atumashi Kloster in Mandalay ist ein Steinbau (Bild 8) und hat scheinbar mit Holzarchitektur nichts zu tun. Im Jahr 1890 war dieses Kloster abgebrannt. Wilhelm Klein spricht im APA GUIDE zu BIRMA (Ausgabe 1996) noch von Ruinen und Planungen zum Wiederaufbau des Klosters, der offenbar irgendwann in den letzten 25 Jahren geschehen ist. Der unglaublich große Saal (die Versammlungshalle) im Innern (Bild 10) wird von 246 mächtigen Holzpfeilern gestützt und getragen, es muss also von einer in Stein gefassten genialen Holzkonstruktion gesprochen werden. Die Baupläne für die Audienz-Halle des Königspalastes von Amarapura (Bild 9) müssen den Baumeistern des Atumashi Klosters (Bild 10) vorgelegen haben. Zur bewegten Baugeschichte des Shwenandaw Klosters wurden schon im Kontext zur Königsstadt Amarapura kurze Fakten mitgeteilt (siehe weiter oben). Eine weitere Ortsveränderung würde das Kloster schwerlich vertragen, es muss jetzt und für alle Zukunft an seinem Platz verbleiben. Das wertvollste Holzkloster in Mandalay muss unbedingt vor unbefugtem Zugriff gesichert werden. Hohe Stahlzäune mit gefährlichen Spitzen umgeben das Gelände, solche massiven Absperrungen werden sonst nur als Sicherungsmaßnahmen für gefährdete Botschaftsgebäude oder Gefängnisse verwendet. Zusätzlich wurden auf den äußeren Klostermauern Stacheldrahtringe befestigt (Bild 12). Trotz all der notwendigen unansehnlichen Schutzvorkehrungen hinterlässt das Shwenandaw Kloster insgesamt einen überwältigenden Eindruck (Bild 13). Egal worauf sich die Betrachter einlassen, die Blicke sind gefesselt. Die Fülle der Details ist unglaublich. Es ist kaum zu fassen, dass dieses Bauwerk den mehrfachen Ortswechsel fast unbeschadet überstanden hat. Zitat WIKIPEDIA: Über steinerne Treppen betritt man die umlaufende Veranda des Klosters, das auf 150 riesigen Teakholz-Stämmen ruht. In der Tempelhalle steht zwischen den vergoldeten Säulen eine Nachbildung des Königsthrons. Die Außenflächen sind fast überall mit holzgeschnitzten Blüten, Nat-Gestalten und Jatakas bedeckt. (Zitat Ende, abgerufen am 25.12.2019) Dem WIKIPEDIA-Zitat können grundsätzlich nur Bestätigungen und nähere Erläuterungen hinzugefügt werden. Im Unterschied zu allen bisher vorgestellten Klöstern sind alle Holzwände, Decken, Stützen, Träger und Pfeiler ganzflächig bearbeitet, d. h. außen und innen sind hochwertige Schnitzarbeiten zu bewundern. Allein die umlaufende geschlossene Balustrade (Bild 14 & 15) zeigt fortlaufende, sich wiederholende Bildmotive in drei übereinander liegenden Registern. Schon diese geschnitzten Flächen verdienen höchste Bewunderung. Teakholz muss gegen Witterungseinwirkungen äußerst beständig sein, denn diese Außenflächen sind mittlerweile schon mehr als zwei Jahrhunderte der Sonne und dem Regen ausgesetzt und haben trotz der wechselhaften Einflüsse fast nichts von ihrem Detailreichtum und ihrer Wirkung eingebüßt. Handwerklich muss in diesen Balustraden mehr als nur meisterhafte Arbeit gesehen werden, wir blicken auf große Kunst, was selbstverständlich auf alle weiteren Details im Kloster zutrifft. Sämtliche Dachverzierungen, Giebel und Tympana sind in Mandalay (wahrscheinlich in Myanmar?) ohne Vergleich (Bild 16, 17 & 18). Die Vielfalt der geschnitzten Götter, Halbgötter und sonstiger mythischer Wesen kann nicht beschrieben werden, weil sie sich dem Laien weder im Detail noch in der Gesamtheit erschließen. Hier kann nur empfohlen werden, möglichst lange mit den Augen und allen Sinnen auf den Dachlandschaften zu verweilen, um vielleicht einen geringen Schein göttlicher Harmonie einzufangen. In den vergoldeten Innenräumen verschlägt es Besuchern meist die Sprache. Außer den breiten, derben Dielenbrettern sind alle hölzernen Bauteile vergoldet. Vom Boden bis zur Decke schimmert es golden. Scheint die Sonne herein, ist die Blendung perfekt. Der Thronsaal hat in Mandalay nicht seinesgleichen. Ein Novum sind die integrierten gläsernen Säulen in der Zaunabtrennung zum Thronbereich (Bild 19, 20 & 21). Auf dem Thron sitzt kein König mehr, ein Buddha wird angebetet. Jede der Säulen im Thronsaal wurde in Augenhöhe mit einer Zier-Banderole bzw. Manschette (Bild 23) geschmückt. Im Sichtbereich haben sich die Vergoldungen durch törichtes Anfassen teilweise verloren. Die Decken und Säulenverstrebungen (Bild 22) glänzen golden, lediglich Staub und Spinnweben trüben ein wenig den Goldlack. In keinem Kloster darf auf die Glocke verzichtet werden. Mannshohe Glockenträger schultern ein Rundholz, woran die Glocke hängt (Bild 24). Reich verzierte Goldwände fordern intensives Betrachten heraus. In rechteckigen Kassettenfeldern findet sich jeweils ein in Andacht (im Gebet) versunkenes Wesen dargestellt. Bezeichnenderweise sind es meist geflügelte Wesen, die sich auf den Wandflächen die Ehre geben. Europäer erkennen darin zwangsläufig eine Engelsversammlung. Was auch immer die Schnitzer beabsichtigten oder die Auftraggeber sehen wollten, sei dahingestellt. Im Thronsaal scheint der Himmel auf Erden dargestellt zu sein: die Verkörperung ewiger Vollkommenheit geschnitzt in Holz. Die Bilder 28 & 29 geben nochmals Beispiele perfekter Materialbeherrschung und die unermessliche Vielfalt der Motive wieder. Zwei Pfauen friedlich vereint (Bild 28) und Kala/Kirtimukkha (Bild 29) sind nur zwei der bis in die Neuzeit immer wieder aufgenommenen Motivthemen.
Das Shwenandaw Kloster ist das älteste der noch erhaltenen Holzklöster und ist gleichzeitig das schönste Beispiel für Holzarchitektur in Burma. Der frühe Entwurf (1782 Amarapura) eines Holzklosters muss allen zukünftigen Baumeistern als Musterbeispiel göttlicher Verehrung gegolten haben, so und schöner hatten fortan Holzklöster auszuschauen. Sämtliche Nachfolgebauten näherten sich dem Original, doch blieben es bestenfalls ansehnliche Adaptionen, denn Genialität ist nicht zu übertreffen, weil sie sich durch Einmaligkeit auszeichnet. Fotos: Günter Schönlein, außer Bild 7 und Bild 8 (gemeinfreie Fotos aus dem Internet) Bild 28 & 29: Vanessa Jones Zu Bild 7: View of the Imperial Court at Amarapura (Ummarapoora), and the Ceremony of Intriduction. Drawn by Singey Bey, engraved by T. Medland. – An account of an embassy to the kongdon of Ava, sent by the Governor-General of India, in the year 1795, Plate 414. Author Michael Symes Zu Bild 8: Watercolour with pen and ink of an interior view of the audience chamber in the Palace at Amarapura looking towards the throne from 'A Series of Views in Burmah taken during Major Phayre’s Mission to the Court of Ava in 1855' by Colesworthy Grant. Text: Günter Schönlein, ausgenommen die markierten WIKIPEDIA-Zitate: https://de.wikipedia.org/wiki/Shwe-Inn-Bin-Kloster https://de.wikipedia.org/wiki/Shwenandaw-Kloster Korrektur: Vanessa Jones Nachdem sich Teil I der Exkursion auf Holzklöster in Bagan beschränkte, weitet sich der Radius der Betrachtung aus. Ein sehenswertes Holzkloster steht in Sale (auch Saley). Die kleine Stadt Sale liegt etwa 60km südlich von Bagan. Nur wenige Schritte neben der Hauptstraße, die am Irrawaddy endet, befindet sich das Yokesone Kloster. Schon allein wegen der Yokesone Monastery lohnt sich die Fahrt nach Sale. Wer in Sale mehr als nur diese Klosteranlage sehen möchte, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Es haben sich ein reichliches Dutzend Tempel aus der Bagan-Ära erhalten und die neueren Klöster in Sale sind auch nicht völlig unansehnlich. Enthusiastische Tempelliebhaber könnten abends beim Dinner euphorisch verkünden, sie seien heute in Klein Bagan unterwegs gewesen. Sale hat es bislang noch nicht verstanden, sich gebührend zu vermarkten. Es wird Gründe für diese Zurückhaltung geben, doch gibt es keinen einzigen Grund, die Yokesone Monastery nicht zu besichtigen. Die gepflegten Anlagen im Umfeld verwundern zunächst, aber strikt eingehaltene Öffnungszeiten und Hinweisschilder verdeutlichen, dass Besucher des Yokesone Klosters (Bild 1) ein Museum betreten. Im Jahr 1996 wurde das Kloster (Kyaung) in ein Museum umgebaut. Der Museumsbereich beschränkt sich ausschließlich auf das Holzkloster (Bild 1). Im hinteren Bereich der Klosteranlage haben sich weitere ältere Bauten erhalten und dort leben auch Mönche, noch existiert aktives Klosterleben. Die riesigen Steintreppen fesseln den Blick und lassen den Holzbau fast niedrig erscheinen (Bild 1). Die schematische Zeichnung auf hölzernem Panel (Bild 2) zeigt die tatsächlichen Ausmaße der Anlage. Gut zu erkennen ist der durchgängige Säulenbau. Das Kloster steht sozusagen auf Stelzen: Schutzmaßnahmen gegen Wasser und wilde Tiere (etwa Schlangen). Sehr übersichtlich und klar gegliedert sind die einzelnen Bereiche und Aufbauten des Klosters. Langgestreckte Rechtecke schienen das verbindliche Muster für die Grundrisse solcher Holzklöster zu sein; und vorgeschrieben war wohl auch, dass sich die Ein- und Ausgänge im mittleren Bereich zu befinden haben. Die Draufsicht würde beweisen, dass die Ausgänge auf der Südseite des Klosters axial den Eingängen zugeordnet sind. Die einzig gültige Prämisse lautet: rechtwinklige Symmetrie: also Übersichtlichkeit, keine verwirrenden Gänge, keine versteckten Winkel. Die geradlinige kurze Durchquerung des Klosters war in beiden Richtungen gewährleistet. Diesbezüglich und betreffs weiterer Ähnlichkeiten bietet sich der Vergleich mit dem Nat Taung Kyaung in Bagan an (Bilder 16 – 32 im Artikel HOLZARCHITEKTUR IN MYANMAR I). Der umlaufende Zaun wurde (wie auch am Nat Taung Kyaung in Bagan) an den äußeren, kürzesten Pfeilern befestigt. Alle anderen, inneren Tragpfeiler sind länger und dienen als Lastaufnahme für sämtliche Aufbauten. Über verbindende Elemente, Stützträger und Verschränkungen soll hier nicht referiert werden, das sind Details, auf die ein Schreiner schauen würde. Dieser Artikel liefert vorrangig mehr oder weniger Außenansichten. Die Aktenlage zum Yokesone Kloster ist aufgedeckt, hier gibt es keine Zweifel. Das Kloster wurde im Jahr 1882 erbaut, zu dieser Zeit regierte König Thibaw, der letzte König der Konbaung-Dynastie. Derlei Zahlenangaben erinnern meist an das Jahr der Einweihung der Tempel oder Klöster, denn manche Klosterbauten in Burma können unmöglich in einem Jahr hochgezogen worden sein. Ein Stupa ist recht schnell gemauert und verputzt, doch eine Klosteranlage erfordert mehr Aufwand. Besucher sollten niemals vergessen, alle Bauten wurden mühevoll per Handarbeit und ohne technische Hilfsmittel erstellt. Wie bereits erwähnt, wurde das Yokesone Kloster im Jahr 1996 zum Museum umgestaltet. Gelobt werden die prächtigen Schnitzarbeiten, die vorwiegend im Außenbereich an der Nordseite zu sehen sind. Das dunkle Holz macht sie kenntlich. Die erklärende Beschilderung einzelner Figuren und Figurengruppen wird in zwei Sprachen (birmanisch und englisch) gegeben und zielt auf ein interessiertes, doch schon aufgeklärtes Publikum. Dargestellt in teilweise fast naiven Szenerien sind Jataka-Episoden, also Geschichten aus Buddhas vielen, vielen Vorleben. Einige Schnitzarbeiten erscheinen ziemlich aufgefrischt – wenn sie denn nicht wirklich neueren Ursprung sind? Der Unterschied zu dem alten Schnitzwerk kann schon farblich wahrgenommen werden und die stilistischen Unterschiede fallen selbst dem Laien auf. Wichtig und sehenswert sind die wenigen wirklich alten Sammlungsstücke im Kloster. Die Qualität der handwerklichen Ausführung unterscheidet die neueren (Bild 5-7) von den älteren Schnitzarbeiten (Bild 9-10). Erläuterungen zu einzelnen Jataka-Szenen finden sich selten, sind insofern sehr willkommen, auffällig, dass hier (wie auch im Nataun Kyaung Bagan) wieder Kinnara und Kinnari zu sehen sind. Deutlich sind innerhalb der Dachlandschaft die apotropäischen Spitzen zu erkennen, die ebenfalls schon am Nataun Kyaung in Bagan zu sehen waren und deren Zweck im Artikel HOLZARCHITEKTUR IN MYANMAR I erklärt wurde. Der Favorit unter den Statuen ist zweifellos der bekrönte stehende Buddha aus dem 13. Jahrhundert, der unbedingt und zweifelsfrei der Bagan-Epoche zuzurechnen ist (Bild 11 & 12). Durchaus ansehnlich, doch schon eher kunstgewerblichen, als religiösen Aspekten verpflichtet, ist die Buddha-Statue (Bild 13) aus dem 19. Jahrhundert. Außer einigen wirklich hervorragenden Buddha-Statuen werden auch Möbel (Schränke und Truhen) und ein Thron gezeigt. Schön sind auch einige Deckenpanelen (Bild 14 & 15) anzuschauen. Hier wurde nicht nur üppig geschnitzt, sondern auch mit differierenden Holzfarben Wirkung erzielt. Die Farbabstufungen schaffen eine wohltuend freundliche Atmosphäre in den relativ hohen Räumen. Die quadratischen Kassettenfelder fassen jeweils ein blütenähnliches Ornament ein, ohne direkt auf eine Lotosblume anzuspielen. Insgesamt wird mehr Wert auf den Eindruck als auf den Ausdruck gelegt. Die runden Stützpfeiler zeigen ganz oben zwei Perlenringe, die wie zarte Kapitelle wirken. Schenkt man der Beschriftung Glauben, stammt die fragmentarische hölzerne Einfassung für einen Thron (Bild 14), aus dem 13. Jahrhundert, also aus der Spätzeit der Bagan-Epoche. Das ist eine Rarität, die es nicht oft zu sehen gibt. Was hier in Holz geschnitzt wurde, entspricht den Stuckaturen vieler Tempel in Bagan. Die Muster der Zierelemente sind identisch. Makara, Löwe und Kinnara-Buddha sind in Holz gestaltet, wie sie an den Tympana einiger Bagan-Tempel zu finden sind. Bildbeispiele werden in den Artikeln STUCKATUREN IN BAGAN TEIL 4 und TEIL 5 gezeigt. Selten schön gearbeitet, jedoch gewiss eher der Volkskunst zugehörig, sind die liebevoll und mit viel Fantasie ausgeführten Steinkappen auf den Pfeilern, welche dem Schutz des Holzes dienen. Diese Kappen sollen das Regenwasser ableiten (Bild 14 – 16). Besonders reizvoll nehmen sich die Blicke hinter die Kulissen aus. Ein Rundgang im bewohnten Teil des Klosters bietet Ansichten vom Alltagsleben der Mönche. Zu begutachten sind ein altes Klostergebäude und die Wohnungen der Mönche. Was einerseits sehr schlicht und fast schmucklos erscheint, ruft andererseits Staunen hervor. Überdimensionierte Stufenaufgänge vor glatten Bretterwänden muten seltsam an. Erst die Vorderseite des alten Klosters gibt die ehemalige Pracht zur Ansicht. Jeder aufmerksame Laie gerät unwillkürlich ins Zweifeln. Steht er hier wirklich vor Nebengebäuden des Yokesone Klosters oder vor einem zweiten, vielleicht dem ursprünglichen, dem alten, nämlich älteren Kloster? Vorstellbar wäre folgender Verlauf: nachdem 1996 das Kloster entweiht und zum Museum umfunktioniert wurde, musste den Mönchen ein "Ersatzkloster" zugewiesen bzw. eingerichtet werden. Der Erhaltungszustand einer solchen Interimslösung müsste dann aber neuer aussehen als das Kloster-Museum. In Wirklichkeit vermitteln die Gebäude hinter dem Museum den Eindruck, als seien sie die älteren. Vergleicht man die Steintreppen und die Holzarbeiten kann im Mindesten angenommen werden, dass hier zwei Klöster in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet worden sind, denn derart viele alte Versatzstücke, die eine komplette Dekoration und Ausstattung eines weiteren Klosters ermöglichten, können beim Museumsumbau nicht übrig geblieben sein. Weshalb sollten Wohngebäude mit den gleichen prächtigen Treppenaufgängen und herrlich geschnitzten Türen versehen worden sein, die üblicherweise nur in die Klöster führten? Fragen über Fragen. Welche der Vermutungen der Wahrheit am nächsten kommen, sei dahingestellt, die versteckten Ansichten außerhalb des Museums hinterlassen jedenfalls bleibende völlig andere Eindrücke, die sich mit den im Museum aufgenommenen Impressionen alternierend vereinen. In der Buchausgabe BIRMA MYANMAR verliert Wilhelm Klein auf Seite 262 nur einen Satz zur Stadt Sale: » Flussabwärts erkennt man in Sale eine von Japanern erbaute Düngemittelfabrik. « - Etwas mehr als nur eine Industrieanlage hat Sale dann doch zu bieten. Ehe die Japaner kamen, standen in Sale längst schon Tempel und Klöster. Weshalb Kreuzfahrtschiffe hier keinen Stopp zur Besichtigung des Yokesone Klosters einlegen bleibt rätselhaft.
Benutze Literatur: BIRMA MYANMAR von Wilhelm Klein. Apa Guides, Ausgabe 1996 Informationen aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Yokesone_Monastery,_Salay Buch-Tipp: Sylvia Fraser-Lu: Splendour In Wood: The Buddhist Monasteries of Burma 344 Seiten, New York, Weatherhill 2001 Fotos: Günter Schönlein & Vanessa Jones Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones Wer über Myanmar schreibt, gerät unweigerlich in Konflikte. Beschränken sich die Berichte auf das aktuelle Zeitgeschehen, ist immer von Myanmar zu sprechen. Werden die Tempel von Bagan (Pagan) besprochen, muss der jetzige Landesname Myanmar nicht unbedingt erwähnt werden, weil von den Bauwerken der alten Königsstadt Arrimaddana (Arrimaddanapura) die Rede ist. Sollen in jüngerer Zeit errichtete Klosteranlagen beschrieben werden, wechseln je nach Objekt und zeitlicher Zuordnung die Adjektive zwischen burmesisch, birmanisch und myanmarisch, wobei myanmarisch das ungebräuchlichste der Adjektive, jedoch politisch derzeit das korrekteste der Adjektive ist. Wenn in der Artikelfolge, die sich mit Holzarchitektur in Myanmar befassen wird, die Adjektive burmesisch bzw. birmanisch auftauchen, so sei den Lesern ausdrücklich versichert, dass der Autor sich stets bewusst ist, dass er Klöster und Tempel beschreibt, die auf dem Staatsgebiet des heutigen Myanmar zu finden sind, jedoch zu Zeiten der englischen Besetzung gebaut wurden, als die Gebiete des heutigen Myanmar noch unter Burma/Birma auf Landkarten eingezeichnet wurden. Nebenbei sei erwähnt, dass in englischsprachigen Ländern der Gebrauch des veralteten Ländernamens noch immer im Schwange ist, was schlussendlich der Nichtanerkennung der jeweils amtierenden Militärdiktatur geschuldet ist. Neben ungezählten Tempeln (Pagoden) und Stupas in Myanmar bewundern Besucher immer wieder staunend die aus Holz errichteten Klöster der neueren Zeit. Während der Bagan-Periode (11. – 13. Jh.) und vorher wurden Sakralbauwerke durchgängig aus Ziegelsteinen errichtet. Mauern, Tempel und Stupas aufzubauen und diese reich mit Stuck zu verzieren, was die Bauten zum Kunstwerk erhob, muss als nicht zu verachtende Höchstleistung aller beteiligten Gewerke betrachtet werden. Der kunstgeschichtliche Wert dieser eigenständigen Entwicklung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Im Gegensatz zum Großreich Indien oder dem Khmer-Imperium war das Kerngebiet von Bagan nur ein relativ kleiner Staat, desto bemerkenswerter ist der kulturelle Aufschwung, welcher sich in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum vollzog. Touristen, die in Bagan unterwegs sind, besichtigen vorwiegend Ziegelbauten. Nur wer zielgerichtet Sakralbauten der jüngeren Zeit aufsucht, wird in Bagan Klöster in völlig anderer Bauart entdecken. Wer in Nyaung U die touristisch belebten Straßenzüge hinter sich lässt und in die Wohnregionen der Myanmari vordringt, der stößt auf schlichte Bauernhäuser mit kleinen Gärten und auf bescheidene Klosteranlagen. In Nyaung U, dem nördlichsten Ortsteil von Bagan, sind etliche Klöster aus dem 19. und 20. Jahrhundert noch in aktiver Benutzung. Oft stehen alte Klostergebäude neben neuen Gebäuden, die erst in den letzten 50 Jahren gebaut wurden. Nicht immer kann der Außenstehende entscheiden, welche Gebäude noch in Gebrauch sind und welche dem Verfall preisgegeben wurden. Ganz Bagan wird vermutlich unter Denkmalschutz gestellt sein, wer sollte den Abriss historischer Klostergebäude genehmigen? Im Regelfall werden in der Nähe eines oder mehrerer Stupas ein Tempel, eine Versammlungshalle und die Wohngebäude der Mönche gebaut. Die Stupas werden erneuert, manche sogar vergoldet (Bild 1), die Pagoden hingegen hinterlassen auf den ersten Blick einen traurig-trostlosen Eindruck, der sich auch nach längerer Begutachtung kaum aufhellt (Bild 2). Erst im späten 18. und im 19. Jahrhundert kam der Baustoff Holz verstärkt zum Einsatz, durchaus in Kombination mit Stein. Zuvor, wie schon erwähnt, galt der Ziegelstein als einzig favorisiertes Baumaterial. Die Bilder 1 bis 4 zeigen den wechselweisen Einsatz bzw. die parallele Verwendung von Stein und Holz an Klosteranlagen in Nyaung U. In jüngster Zeit wurden Holzdächer durch Blechdächer ersetzt, das mag praktisch und kostengünstiger sein, doch den ästhetischen Grundprinzipien einer in sich geschlossenen HOLZ-Architektur widersprechen solche Maßnahmen. Während die kleine Pagoda (Bild 2) auf einem Steingebäude ruht, also nur für den mehrstufigen Dachaufbau Holz verwendet wurde, ruht die Pagoda (Bild 3 & 4) auf hölzernen Pfählen. Die Pagode (Bild 5) vereinigt alle bisher beschriebenen Merkmale: auf dem rechteckigen Unterbau aus Stein (Erdgeschoss) lagert das hölzerne Obergeschoss, darauf wiederum wurde der mehrgeschossige Pagodenturm aufgesetzt. An der Ostseite der Pagode hat sich der vergoldete Ziergiebel aus Holz relativ gut erhalten (Bild 6). Für den Aufbau der Dächer und Türme bedarf es lediglich guter Handwerker, doch dieser Giebel belegt in bescheidenem Maß die Kunstfertigkeit im Umgang mit Holz. Ein Bautischler muss nicht zwangsläufig das Schnitzen und Formsägen beherrschen. Hierzu bedarf es Kunsthandwerker mit besonderen Begabungen. Wie weit die Kunstfertigkeit im Umgang mit Holz getrieben werden kann, wird an anderen Beispielen in diesem Artikel aufgezeigt werden. Die Zusammenstellung (Bild 7, 8 & 9) zeigt die individuellen Unterschiede im Turmaufbau. Der Turm selbst entspricht den Merkmalen einer Pagode. Ein oder zwei Vordächer, die den Himmelsrichtungen zugeordnet sind, geben den Rahmen für die Turmdächer. Gewöhnlich liegen sieben Dach-Geschosse übereinander. Das obere Dach trägt die schlanke Spitze mit dem Schirm. Der Schirm (im Sanskrit chattra genannt) gilt den Buddhisten als eines der glückverheißenden Symbole. Das äußere Erscheinungsbild einer Pagode unterliegt allenfalls religiösen Konnotationen. Jedem der Bauelemente wird eine spirituelle Bedeutung zugemessen, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Geschoss-Pagode (Bild 10) oder um eine Stupa-Pagode (Bild 11) handelt. Begehbar sind beide, betreten werden hier wie dort Tempelräume, währenddessen ein Stupa nicht zu begehen ist, sondern umrundet wird. An vielen Tempeln=Pagoden in Bagan lassen sich hölzerne Eingänge, Vorbauten und Überdachungen und komplette hölzerne Tempelbauten nachweisen. Leicht sind im Umfeld berühmter Pagoden hölzerne Bauten, die im Laufe der Jahrhunderte hinzu gebaut wurden, nachzuweisen. Ein klassisches Beispiel ist die Shwezigon Pagoda in Nyaung U, korrekterweise müsste vom Shwezigon Stupa gesprochen werden. Hier und wohl generell in Myanmar bezeichnet der Begriff Pagoda eine gesamte, in sich geschlossene Klosteranlage. Den Shwezigon Stupa umgibt eine Mauer. Innerhalb dieser Mauer finden sich etliche prachtvolle Pagoden aus Holz, die den hohen Stellenwert dieses Wallfahrtsortes kennzeichnen. Die großen Pagoden, die auf den Hauptkoordinaten um den Stupa herum erbaut wurden, erfüllen die Funktion eines Tazaung. Ein Tazaung ist im weitesten Sinn ein Glockenhaus mit angeschlossenem Tempel. Mit Glockenschlag künden die Gläubigen ihr Kommen oder bestätigen durch Glockenschläge eine vollbrachte gute Tat: etwa mehrere Umrundungen der Stupa, ein Gebet oder eine Opfergabe. Die Glocken hängen tief, erreichbar für jeden und werden mit einem stumpfen Rundholz angeschlagen. Bild 3 zeigt ein solches Glockenhaus. Das (oder der?) Tazaung wurde nahe dem Stupa und neben dem Tempel errichtet (Bild 4). Die Unterschiede betreffs Ausstattung der Tazaung sind eminent, die Vergleiche der Bilder 3 und 13 geben beredt Auskunft. Im nördlichen Bereich von Old Bagan liegt in Ufernähe das Nat Taung Kyaung Kloster: ein prächtiges Beispiel für sakrale Holzarchitektur. Die über dem Boden lagernde untere Ebene ruht auf mächtigen runden Holzpfeilern. Steinerne Treppenaufgänge führen hinauf zum Tempel und enden an einer hölzern überdachten Torpagode. Der Wechsel von Stein zu Holz markiert symbolisch den Übergang vom weltlichen in den religiösen Bereich. Schon beim Betreten des Tempels besticht die hochwertige Schnitzkunst. Die Einfassungen der Schwenktüren sind mit fantasievollem Blumendekor geschmückt. Auf den Rahmen der Türflügel wird ein Kinnari-Paar präsentiert. Links steht Kinnari, die weibliche Version des mythischen himmlischen Mensch-Vogel-Wesens (Bild 17) und rechts ist Kinnara, die männliche Version zu sehen (Bild 18). Auf einen Blick fällt die faszinierende Gleichheit beider Wesen auf. Trotz verschiedener Gewandung gehören sie zusammen, sie sind ein unzertrennliches Paar. Man ist geneigt, das Paar als Spiegelung anzusehen, so perfekt gleich stehen sich die Vogelwesen gegenüber. Wie die beiden Türflügel bedingen Kinnara und Kinnari einander: paarweise Vollkommenheit schon im Eingangsbereich, die sich klosterweit sowohl im religiösen Kontext als auch in der kunsthandwerklichen Umsetzung fortsetzt. Herausragend sind die Gesichtszüge, die Gewänder und Faltenwürfe, das Federkleid und die Krallen gearbeitet. Auf Ästen, die hinter den Schwanzfedern der Mensch-Vogel-Wesen hervorstehen, sitzen kleine Vögel. Obwohl die Bildwerke relativ flach geschnitzt sind, erscheinen die Figuren voluminös. Mit absoluter Sicherheit stammen die Schwenktüren aus einer Werkstatt und sind von einem Schnitzer gefertigt worden, der nicht nur sein Handwerk verstand, sondern auch seine außergewöhnlichen Imaginationen wundervoll verewigte. Bei geöffneten Türen weisen die erhobenen Arme der Kinnara/Kinnari ins Kloster. Kann ein Empfang freundlicher sein? Jeder ist willkommen. Die Tür ist die Verheißung auf eine andere Welt. Die Kinnara und Kinnari werden den niederen Gottheiten zugeordnet. Sie leben – vertrauen wir den altindischen Mythen – im Himaphan Wald am Fuße des heiligen Berges Meru. Es muss daran erinnert werden, dass Stupas und Tempelbauten im architektonischen Aufbau und im Erscheinungsbild meist auf den heiligen Berg Meru verweisen. Diese Sphären zu erreichen ist Ziel aller religiösen Bestrebungen. Der Zugang an der Nordseite des Klosters scheint nicht mehr benutzt zu werden. An der südlichen Tor-Pagode (Bild 16) gelangen die Besucher hinein und heraus. Das Nord-Tor ist weniger opulent gestaltet, ist nicht überdacht, lediglich auf vier dünnen Pfeilern ruht ein schmuckes Querjoch. Die Schwenktüren sind völlig anders gestaltet, ihre Form ist mehr hoch als breit, auch die Motive unterscheiden sich von den Türen des Süd-Zugangs (Bild 20). Mit den runden Teakholzpfeilern hat es seine spezifische Bewandtnis. Sie sind das Gerüst des Bauwerks und tragen alle Aufbauten. Die äußeren Pfeiler überragen die untere Ebene. Sie tragen den Umlauf. Alle innen liegenden Pfeiler sind länger, sie tragen die Aufbauten, die Vorhalle und den Tempel. Die längsten Pfeiler ragen bis in den Turm hinein. Der Freiraum unter dem Kloster sorgt für ständige Belüftung. Feuchtigkeit wird durch den Luftzug verdrängt. Generell gilt: ein Holzkloster hält und steht, solange seine Pfeiler stabil und tragfähig sind. Vermieden werden muss das Eindringen von Regenwasser. Die freiliegenden Außenpfeiler sind deshalb mit Steinkappen abgedeckt (Bild 16, 19, 20, 24 & 25). Die innen liegenden Pfeiler sind vom Dach (von den Dächern) geschützt. Welche natürlichen Lasuren oder Lacke als Holzschutzmittel Verwendung finden, kann hier nicht mitgeteilt werden. (Ein Beispiel aus dem westlichen Kulturkreis: in Norwegen wurde früher das Holz mit Ochsenblut behandelt, dieser Anstrich sorgte für längere Haltbarkeit des Holzes und die typische dunkelrotbraune Färbung der Fassaden an den Bauernhäusern.) Gefährdet sind die filigranen Dachkonstruktionen und die hoch aufragenden Pagoden-Türme. Sturmböen und Blitzeinschläge können sich in der Dachlandschaft verfangen. Viele Holzklöster sind abgebrannt, weil keine geeigneten Löschmittel zur Hand waren bzw. keine Feuerwehren anrückten. Trockenes Holz brennt lichterloh, wer wüsste das nicht. Unbedingt beschrieben werden müssen die feingliederigen Schnitzarbeiten an den Dachbereichen. Viele Vögel und auch wieder Kinnara und Kinnari besiedeln die herrlichen Dachverzierungen. Der Laie kann hier nur mutmaßen, weshalb die gefiederte Vielfalt hier zahlreich seinen Auftritt feiert. Sollten etwa die Abhänge des Berges Meru (Himaphan Wald) in Szene gesetzt sein? Ranken und Astwerk deuten auf einen Wald. Vögel und Kinnara/Kinnari machen den Wald glaubhaft. Leicht zu erklären sind die extrem überlängten, stilisierten vogelähnlichen Statuen. Spitzen ragen aus ihren Köpfen gen Himmel. Diese nicht zu definierenden Figuren befinden sich an markanten Stellen, sie beschließen die Giebel und stehen auf den Dachecken (Bild 26 – 30). Auf die apotropäische Wirkung solcher Figuren wird vertraut. Böse Geister und Dämonen sollen abgeschreckt werden. Es gilt, den Tempel vor negativen Einflüssen zu bewahren. Die Bauzeit des Klosters war schwer zu ermitteln, wer sollte verbindliche Auskünfte liefern . . . die Mönche, falls das Kloster dauerbesetzt ist, hielten sich vornehm zurück, blieben im Sinne des Wortes unsichtbar. Die wenigen Autoren, denen das Kloster bekannt ist, verlassen sich nur auf Schätzungen oder stützen sich auf Angaben anderer. Das Kloster wäre mindestens 200 Jahre alt, heißt es in den meisten Erwähnungen. Wie auch immer, dieses architektonische Kleinod muss bewahrt werden. Nicht zu allen Zeiten wussten die Mönche den kulturhistorischen Wert ihres Klosters zu schätzen. Einerseits werden etliche Bruchstücke und Fragmente der ursprünglichen Schnitzereien aufbewahrt (Bild 21, 23 & 31) und andererseits wurden grobe Nägel in die wertvollen Schnitzwerke (Bild 32) geschlagen. Die frühesten noch erhaltenen Schnitzarbeiten werden in den Innenräumen des Klosters gezeigt (Bild 31). Einige wertvolle Stücke hängen an den Teakholz-Pfeilern, andere sind im Kloster aufgestellt. Würden die vorhandenen Fragmente sortiert und wissenschaftlich analysiert, ergäben sich exakte Altersbestimmungen für die verwendeten Hölzer und somit auch Rückschlüsse auf die Bauzeit des Klosters, zusätzlich könnten Wissenschaftler die Ikonographie der geschnitzten Bildwerke deuten und mit anderen Bildwerken dieser Zeit vergleichen. Beispielsweise könnten die sich begegnenden Pfauen (Bild 32) als Referenz an das Königshaus bewertet werden. Der Bildhauer wollte die Pfauen bestimmt als Paar verstanden wissen. Der rechte Pfau erscheint wenig kleiner und gibt eine etwas unterwürfig geduckte Pose. Für jeden der Pfauen stand der gleiche Platz zur Verfügung, jeweils die Hälfte der symmetrischen Fläche. Mit nur kleinen Ungenauigkeiten gelang es dem Holzschneider die Dominanz des linken Pfau zu betonen. Die von der Spitze der Bildfläche fallende (gedachte) Symmetrieachse trennt nicht das Pfauenpaar, sondern läuft am Schnabel des linken Pfau vorbei und schneidet dessen linken Flügel. Alle Körperteile des rechten Vogels sind unwesentlich kleiner geschnitten, jedoch nur so wenig kleiner, dass die beabsichtigte symmetrische Wirkung erzielt wird. Das Vogelpaar symbolisiert auch Fortpflanzung, Vermehrung, also immerwährendes sich fortsetzendes Leben . . . hoch lebe das Königshaus . . . ein stolzer grüner Pfau mit aufgestellten Schwanzfedern (Rad) auf weißen Grund flatterte im Wind, so schaute die Königsflagge der Kon-baung-Dynastie aus. Diese privaten assoziativen Abschweifungen haben nichts mit Architektur zu tun, sie könnten aber den Blick auf Details und deren Bewertung schärfen. Das Sehen will gelernt sein. Die Menschen früherer Jahrhunderte mussten ihre Informationen Bildern entnehmen oder glauben, was die Obrigkeit verkündete. Lesen konnten nur wenige. Schriften lagerten in den Klöstern. Einen ergänzenden Textbeitrag und beste Fotos zum Nat Taung Kyaung finden sich auf der Webseite: https://www.orientalarchitecture.com/sid/526/myanmar/bagan/nat-taung-kyaung-monastery In den Jahrhunderten vor der Kon-baung-Periode (1752 – 1885) wurden Buddha-Statuen aus Ziegelsteinen gemauert, verputzt und bemalt, ein erprobtes Verfahren, das während der Bagan-Ära Hochkonjunktur erfuhr, verständlich also, dass zu dieser Zeit Götterstatuen nur vereinzelt aus Holz (oder Bronze) gefertigt wurden. Auf Grund der bedingten Haltbarkeit haben nur wenige Statuen aus Holz die Jahre überdauert. Die Schnitzer=Holzbildhauer haben die kunstvolle Holzbearbeitung bis heute nicht verlernt. Wie überall wurden die handwerklichen Fertigkeiten von Generation zu Generation, von Meister zu Meister übertragen. Einige Werkstätten in Bagan sind frei zugänglich und präsentieren ihre Erzeugnisse auf der Straße (Bild 33 & 34). Nicht zu übersehen ist die fragwürdig-auffällige Rekonstruktion des Königspalastes in Bagan: ein Prestigeprojekt und Fantasieprodukt in Holz, welches sogar gegen Entgelt besichtigt werden darf. Die Relevanz solcher Wiederaufbauten wird durch zweifelhafte Vermarktungsstrategien in Frage gestellt. Der moderne Aussichtsturm im östlichen Bereich von Bagan muss als ähnlich obskures Bauwerk eingestuft werden. Kunst kommt von Können und Architektur ist Kunst. Als ergänzende Lektüre zum Thema kann nur ein Buch empfohlen werden, sachkundiger hat wohl bislang kein Autor über Holz-Klöster in Burma referiert:
SYLVIA FRASER-LU SPLENDOUR IN WOOD The Buddhist Monasteries of Burma 344 Seiten New York, WEATHERHILL First Edition 2001 ISBN 0-8348-0493-X Fotos: Günter Schönlein Fotos: Vanessa Jones (11, 24, 33) Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones |
Autor Günter Schönlein
Auf meinen bisher acht Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen. sortiert nach Themen:
Kategorien
All
Der Blog enthält sowohl Erlebnis-Reiseberichte als auch reine Orts- und Tempel-Beschreibungen, siehe Kategorien "Persönliches" und "Sachliches" in der Liste von Tags oben, sowie eingestreute Beiträge zu anderen Reiseländern und Themen.
Die Fotos in den Blog-Artikeln werden durch Anklicken vergrößert. sortiert nach Erscheinungsdatum:
ARTIKEL
Prasat Leak Neang Leak Neang bei Pre Rup Tempel bei Beng Mealea Prasat Banteay Ampil Prasat Chaw Srei Vibol Rong Damrei und Phnea Kol Tempelmauern in Kambodscha Namenlose Tempel Angkor Thoms Trapeang Roun Tempel Stupas in Kambodscha Spean Thma Prasat Sanlong Prasat To Stupas in Süd-Indien Inmitten von Göttern 1 Inmitten von Göttern 2 Inmitten von Göttern 3 Inmitten von Göttern 4 Inmitten von Göttern 5 Inmitten von Göttern 6 Inmitten von Göttern 7 Inmitten von Göttern 8 Inmitten von Göttern 9 Inmitten von Göttern 10 Inmitten von Göttern 11 Inmitten von Göttern 12 Jainismus Jali Gesinnungswandel zweier Könige Lintel - Spezial Prasat Kravan Unbekannte Tempel in Siem Reap Unbekannte Tempel in Roluos Tempel im Umfeld des Bakong Prasat Trapeang Kaek Daun Troung Tempel Gargoyle (Wasserspeier) Prasat Preah Pithu Wasserbecken in Angkor Thom Preah Khan Brücken der Khmer Prasat Ta Muon Dharmasala - Vahnigriha Angkor Wat - Spezial Prasat Ta Prohm Banteay Kdei Tempel Spurensuche in Angkor Thom Wat Chedei bei Siem Reap Klöster in Siem Reap Geisterhäuser Museen in Siem Reap Museen in Kambodscha Banteay Kbal Chen Tempel Prasat Chanseyma Tomnob Anlong Kravil Tempel Banteay Samre Banteay Toap Tempel Kasen Tempel Banteay Chhmar Satellitentempel Löwen in Kambodscha Löwen in Indien Löwen in Myanmar Löwen in Indonesien Löwen in Sri Lanka Khmer-Bronzen in Mandalay Seima-Steine Stufen Akroterion Empfehlenswerte Bücher Trav Tempel Phnom Kampot Tempel Reangsai & Chamreang Tempel Wat Banteay Srei Tempel Prasat Totung Thngai Rundweg um den Phnom Bakheng Berg-Tempel Rund um den West Baray Pram Tempel & Char Leu Tempel Scheintüren Scheinfenster Stupas in Myanmar Stuckaturen in Bagan 1 Stuckaturen in Bagan 2 Stuckaturen in Bagan 3 Stuckaturen in Bagan 4 Stuckaturen in Bagan 5 Holzarchitektur in Myanmar 1 Holzarchitektur in Myanmar 2 Holzarchitektur in Myanmar 3 Tempel in Sale (Saley) Thiri Muni Pagoda in Sale Fenster in Bagan Fenstersäulen in Angkor Wanddekorationen Stelenhäuser in Angkor Prasat Kok Pongro Prasat Ta Keo Fundstücke in Angkor Thom Beatocello Artikel Nr. 100 Kala resp. Kirtimukha Buddha-Statuen in Angkor Thom Prasat Suor Prat & Khleangs Elefantenterrasse Spezial Tier-Reliefs am Baphuon Tempel Tier-Reliefs am Bayon Tempel Khmer zur See Bauabläufe Vidyadharis Apsara: Tänzerin oder Göttin Apsara Spezial Dvarapala Teil I Dvarapala Teil II Dvarapala Teil III Purnagatha Teil I Purnagatha Teil II Purnagatha Teil III Hamsa Vishnu in Angkor Sapta Matrika Trimurti in Angkor Wassertiere in Angkor Elefanten in Kambodscha Prasat Kouk Nokor Prasat Banteay Prei Nokor Prasat Banteay Khchorng Prasat Chrung Stuckaturen an Khmer-Tempeln Roluos Spezial Türsäulen 1 Türsäulen 2 Basen Kapitelle Boundary Bibliotheken Bayon Bibliotheken Bayon Spezial Unterwegs im Abseits 1 Unterwegs im Abseits 2 Unterwegs im Abseits 3 Unterwegs im Abseits 4 Unterwegs im Abseits 5 Leben am Fluss Reamker-Epos Tuol Sleng und Wat Thmei War Memorial Siem Reap Jean Commaille Saptarishi - die Sieben Weisen Hiranyakashipu und Narasimha Krishna Govardhana Balaha und Uchchaihshravas Sri Lanka Reise 2019 Teil 1 Sri Lanka Reise 2019 Teil 2 Sri Lanka Reise 2019 Teil 3 Sri Lanka Reise 2019 Teil 4 Sri Lanka Reise 2019 Teil 5 Sri Lanka Reise 2019 Teil 6 Sri Lanka Reise 2019 Teil 7 Mihintale Sri Pada - Buddhapada Ungewöhnliche Reliefs Seltene Götter-Reliefss Sugriva und Valin Prasat Kansaeng TK 2 bei Beng Mealea Prasat Chrei Prasat Kong Phluk Toab Chey Thom / Toan Chey Tauch Ta En Tempel Pram Tempel (Trapeang Chhun) Prasat Kuk Troap Pram Tempel Koh Ker Sambor Prei Kuk (Teil 1) Sambor Prei Kuk (Teil 2) Fliegende Paläste Kbal Spean Bauernhäuser Preah Phnom Tempel Kat Kdei Tempel und mehr Baset Tempel Prasat Cheang Thom Prasat Rorng Ramong Götterstatuen im Angkor Wat Spuren der Intoleranz Unbekannte Tempel in Siem Reap 2 Yoni & Lingam Banteay Srei (Tempel ohne Namen) Kok Singh Tempel Prasat Ta Tnur Ergänzung: Baset Tempel Prasat Prei Prasat Bay Kaek Tempel Prasat Kongbong Alter Weg nach Roluos Neuentdeckungen in Roluos 1 Neuentdeckungen in Roluos 2 Neuentdeckungen in Roluos 3 Neuentdeckungen in Roluos 4 Neuentdeckungen in Roluos 5 Bilderbogen 2 als 200ster Artikel Phnom Chisor Trotz Corona in Kambodscha 1 Trotz Corona in Kambodscha 2 Trotz Corona in Kambodscha 3 Trotz Corona in Kambodscha 4 Bayon Tempel Spezial 1 Bayon Tempel Spezial 2 Prasat Top West Spezial Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 1 Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 2 Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 3 Hayagriva Indrajit Krishna & Kaliya Vishnu allgegenwartig Die verlorene Sammlung (The Lost Collection) Srah Srang Yeay Pow Tempel Ta Prohm (Tonle Bati) Tempel Prasat Neang Khmau Phnom Bayang Tempel Phnom Bayang Nebentempel Prei Tempel Spezial Banteay Prei Spezial Krol Ko Spezial Prasat Tonle Snguot Phnom Da Angkor Borei Museum Prei Khmeng Stil Kala Preah Norodom Sihanouk Museum Krol Romeas & Kral Romeas Preah Khan versus Banteay Kdei Frömmigkeit versus Glaube Khmer Halsschmuck Spean Toap & Prasat Prohm Kal Dachlandschaften in Angkor Eindrücke vom Tag Bilderbögen Zentral-Vietnam Da Nang Marmorberge Da Nang Da Nang Halbinsel Son Tra Da Nang Museum Cham Sculpture Cham-Skulpturen: Vishnu & Shiva Cham Tempel in Vietnam Thap Phu Dien Thap Bang An Thap Khuong My Thap Chien Dan Thap Chien Dan - Museum Thap Dong Duong My Son (Teil 1) My Son (Teil 2) My Son (Teil 3) My Son (Teil 4) My Son (Teil 5) Cham Phong Lee Makaras der Cham Kala in Vietnam Hue - Verbotene Stadt Incense Burner Sepulkralkultur in Vietnam I Sepulkralkultur in Vietnam II Sepulkralkultur in Vietnam III Sepulkralkultur in Vietnam IV Hoi An Cao Dai Tempel in Hoi An Glocken in Vietnam Museum of Da Nang Skulpturen in Da Nang Musik und Tanz der Cham Henri Parmentier West Mebon Tempel 2022 Mebon Tempel Banteay Chhmar Phnom Sampov Garuda gegen Naga Naga-Chakra Mucalinda versus Naga Provincial Museum Battambang Tempel in der Region Damdek Preah Khan Spezial Teil 1 Preah Khan Spezial Teil 2 Preah Khan Spezial Teil 3 Preah Khan Spezial Teil 4 Preah Khan Spezial Teil 5 Preah Khan Spezial Teil 6 Kna Phtoul Tempel Phnom Komnop Pagoda Neak Buos Tempel Prasat Kuk Bros & Prasat Kuk Srei Phnom Chhngork Cave Tempel Preah Theat Kvav Region Beng Mealea Wat Kok Chan & 2 Tempel Wat Kesararam Siem Reap Siem Reap Generäle Royal Garden Siem Reap Theam’s Gallery Siem Reap Wandbilder im Wat Bo Siem Reap Bilderbogen Indien 2024 Kanheri Caves Karla Caves Mahakali Caves Mandapeshwar Caves Elephanta Caves Teil 1 Elephanta Caves Teil 2 Ajanta Caves Teil 1 Ajanta Caves Teil 2 Ajanta Caves Teil 3 Bedse Caves Bhaja Caves Yogeshwari Caves Pandava Caves - Teil 1 Pandava Caves - Teil 2 Khandoba Tempel Aurangabad Aurangabad Caves Daulatabad Fort Khuldabad Bhuikot Fort Solapur Bijapur (Teil 1) Bijapur (Teil 2) Tempel in Gadag Lakshmirasimha Tempel Jagaval Dodda Basappa & Someshwara Itagi Mahadeva Tempelkomplex Musafirkhana und Honda Kallesvara Tempel Bagali Archaeological Art Gallery Bagali Mondusale Tempel Somanathapura Panchalingeshwara Tempel Jain-Tempel in Halebidu Hoysalesvara Tempel in Halebidu 1 Hoysalesvara Tempel Halebidu 2 Bhimesvara Tempel in Nilagunda Harihareshvara Tempel Harihar Anantashayana Tempel Hospet Hampi (Teil 1) Hampi (Teil 2) Hampi (Teil 3) Hampi (Teil 4) Hampi (Teil 5) Hampi (Teil 6) Hampi (Teil7) Mysore Palace Die Museen in Hampi Government Museum Chennai Hindu-Tempel in Chennai Mamallapuram Teil 1 Mamallapuram Teil 2 Mamallapuram Teil 3 Mamallapuram Teil 4 Stufenbrunnen in Rajasthan Kenotaphe in Rajasthan Tempel in Osian - Teil 1 Tempel in Osian - Teil 2 Tempel in Osian - Teil 3 Trommelmaschinen Jaisalmer Rundreise Rajasthan - Teil 1 Rundreise Rajasthan - Teil 2 Rundreise Rajasthan - Teil 3 Rundreise Rajasthan - Teil 4 Rundreise Rajasthan - Teil 5 Rundreise Rajasthan - Teil 6 Rundreise Rajasthan - Teil 7 Rundreise Rajasthan - Teil 8 Rundreise Rajasthan - Teil 9 Rundreise Rajasthan - Teil 10 Rundreise Rajasthan - Teil 11 Rundreise Rajasthan - Teil 12 Sas Bahu Tempel Jain-Tempel in Ranakpur Ambika Mata Tempel in Jagat Torana Keshava Tempel in Somanathapura Purnagatha in Indien Prambanan Tempel in Indonesien Museum Candi Prambanan Candi Mendut Candi Pawon Candi Sewu Reliefs am Borobudur - Teil 1 Reliefs am Borobudur - Teil 2 Reliefs am Borobudur - Teil 3 Reliefs am Borobudur - Teil 4 Candi Banduyinan weitere Artikel werden folgen ... alle Artikel alphabetisch sortiert:
Archive
January 2026
|
RSS Feed