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Wer Angkor verstehen will, sollte zuerst nach Roluos gehen, schrieb sinngemäß Johann Reinhart Zieger in einem seiner Angkor-Führer. Dieser Empfehlung ist unumwunden zuzustimmen. Die drei großen Tempel der Stadt Hariharalaya (heute Roluos) zählen nicht ohne Grund zu den Attraktionen organisierter Angkor-Touren und Touristen, wie beispielsweise der Autor, die öfters nach Siem Reap kommen oder länger dort weilen, sind geneigt mehrmals die Tempel von Roluos aufzusuchen. Intensivierte Besichtigungsrundgänge fördern unweigerlich Neuentdeckungen ans Licht, das gilt sowohl für die bekannten Großtempel als auch für die zahlreichen entlegenen Tempel in Roluos. Der Lolei-Tempel, obwohl seit etlichen Jahren in restauro, wird trotzdem von Touristen aufgesucht, was wohl daran liegen mag, dass der Lolei-Tempel vollkommen zu Recht in jedem Angkor-Reiseführer empfohlen wird. Türstürze in Angkor sind fürwahr keine Seltenheit, ihre Zahl ist Legion und auch die Motive kehren häufig in Variationen wieder. Über zerbrochene Türstürze lassen Angkor-Besucher, deren Zeit begrenzt ist, bestenfalls flüchtige Blicke schweifen, falls solche Relikte überhaupt registriert und nicht unbeachtet als wertlos verworfen werden, aber gerade in Roluos kann der aufmerksame Betrachter einzigartige Motivkreationen entdecken. Garuda als Zentralgestalt und in zweifacher Nebenerscheinung als Bezwinger von sechs Nagas, dieses Motiv ist nicht nur selten, es ist einzigartig und nur in Lolei zu bewundern. Der leider zerbrochene Türsturz ist wahrhaftig ein Unikat, das erkennt, wer das Relief länger begutachtet (Bild 2). Der unermüdliche Kämpfer Garuda dient Vishnu als Reittier, ist aber auf dieser Darstellung auch in eigener Mission unterwegs. Garuda als mächtige Erscheinung in der Reliefmitte hält in jeder Hand eine Schlange fest, die sich zu seinen (nicht sichtbaren) Füßen aufbäumen. In den Armbeugen klammert Garuda jeweils eine dreiköpfige Schlange (Naga-Raja), die er sich dank seiner verdreifachten Nebenerscheinung selbst zureicht (Bild 2 & 2.2). Schauen wir Garuda an, sind vom Schnabel abgesehen, der auch als Nase durchgehen könnte, seine Gesichtszüge gleichfalls vermenschlicht, was ebenfalls auf die Hände mit fünf Fingern zutrifft. Sehen wir auf Khmer-Reliefs Schlangen, gleich in welcher Form sie auftreten, sind immer die Nagas gemeint. Auf diesem Lintel ist der dreiköpfige, bekrönte Naga-Raja anthropomorph dargestellt, am linken Reliefrand gut zu erkennen. Eine Schlange mit menschenähnlichen Köpfen zu erfinden, dieses Wesen sich auf einen Sockel, der von einem Yaksha gestützt wird, aufbäumen zu lassen, auf eine solch geniale Erfindung kam nicht gleich jeder Bildhauer: der Naga-König auf einem Sockel-Thron, welcher sich dem Betrachter direkt zuwendet (Bild 2.1). Wunderbar harmonisch verlaufen die Schlangenleiber in pflanzliche Ornamentik, die sich vor, um und hinter Garuda ausbreitet. Folgt das Auge den Windungen der Nagas und den integrierten floralen Elementen (Glockenblumen und Blattwerk), gerät Vishnu fast ins Hintertreffen. Die teilweise Zerstörung des Lintel mindert kaum die Freude an diesem außergewöhnlichen Kunstwerk (Bild 2). Kala wird stets als hässliches Wesen dargestellt, sein Anblick soll erschrecken. Bleckende Zähne symbolisieren seine unbändige Gefräßigkeit. Kala, der Herr über die Zeit, resp. über Leben und Tod darf nicht mit versöhnlichen, gar mit freundlichen Antlitz in Erscheinung treten. Ungeachtet vom Erhaltungszustand fällt das Kala-Naga-Motiv auf einem Lolei-Türsturz als völlig ungewöhnlich aus den gewohnten Darstellungsschemen heraus (Bild 3). Das unglaublich eckig geschnittene Maul mit heraushängender Zunge symbolisiert die pure Gier. Kalas Zunge schmeckt schon die Beute, so drastisch erscheint Kala auf keinem Relief in Roluos. Spätere Bildhauer-Generationen vermochten die höllischen, schon fast an Bosch oder Brueghel erinnernde Gesichtszüge Kalas nicht zu steigern. Der Bildhauer schuf einen Ausnahme-Kala, der in Angkor seinesgleichen sucht. Blicken wir zurück, blicken wir nochmals auf den Garuda-Lintel (Bild 2). Wer hat vom wem gelernt? Garuda von Kala oder Kala von Garuda? Beide Wesen bemächtigen sich in ähnlicher Manier der Naga, sowohl Garuda als auch Kala klammern mit den Händen Nagas und klemmen Nagas in den Armbeugen fest, auch die Schlangen, die Arme, die Hände, die Finger gleichen sich. Stammen beide Türstürze vom selben Bildhauer? Der ebenfalls nur fragmentarisch erhaltene Kala-Kopf (Bild 4) von einem ganz besonderen Lintel, der noch ausführlich vorgestellt wird, entspricht dem tradierten Kala-Bildmuster. Bei der Auswertung der Bilder 5 & 6 gerät der Betrachter unweigerlich ins Zweifeln. Sind auf diesen Reliefs Kala oder Garuda die Bezwinger der Nagas? Beide Wesen sind auf die Schlangen fokussiert, das kann nicht bestritten werden. Auf Grund der Glupschaugen wäre für Kala zu plädieren, das Schnabelmaul spräche für Garuda. Welches Verwirrspiel hat der Bildhauer beabsichtigt? Was vor rund tausend Jahren vielleicht noch klar und eindeutig gewesen, verursacht heute Kopfzerbrechen. Der in der Höhe übergroße Türsturz (Bild 7) besticht mit schier unglaublicher figuraler Überfülle. Dieser Lintel fordert zwangsläufig die Betrachtung in Teilansichten. Wo beginnen? Nichts auf diesem Relief scheint nebensächlich zu sein. Der erste schweifende Blick registriert das fehlende Gottesbild. Zu sehen ist ein Elefant, obwohl nicht eindeutig Airavata erkennbar ist, denn der trug drei Köpfe, muss dennoch Indra die entfernte Gottheit gewesen sein. Welcher Gott außer Indra sollte noch einen Elefanten reiten? Kala ist auf diesem Relief nicht anwesend, aber zu beiden Seiten Airavatas, der übrigens anatomisch einem natürlichen Elefanten wunderbar nachgebildet ist, stehen in Schlangen verbissene Löwen. Sie ersetzen Kala, d. h. sie übernehmen Kalas Aufgaben, fressen die Nagas, doch hier trügt der Schein. Nicht an Schlangen, sondern an Makaras laben sich die Löwen. Erst die Makaras fressen die Schlangen. Der vermutete Kreislauf kann aber auch gegenläufig gedeutet werden: Löwen speien Makaras aus, diese wiederum Nagas. Die mythologische Symbolik des Sterbens und Werdens lässt sich nur bedingt entschlüsseln. Die Gesamtheit des Bildes vermittelt mehr Leben als Sterben. Frohgemut, wenn nicht gar übermütig bewegen sich Götter, Halbgötter oder ähnlich verwandte himmlische Wesen auf den Leibern der Makaras und Nagas. Auch über den dreiköpfigen Nagas treten himmlische Gestalten in Erscheinung, überhaupt scheinen, vom Elefant und den beiden Sockel-Yakshas abgesehen, alle Lebewesen auf diesem Relief ihrer Art gemäß und gleichsam anthropomorph aufzutreten. Nicht zu verachten sind die liebevoll ausgeführten Blüten und das üppige Blattwerk. Traurig muss der Zustand vom oberen Zierband genannt werden. Hier haben sich gewissenlose Kunstdiebe oder Souvenirjäger rücksichtslos bedient. Aus drei Gründen lohnt sich die Begutachtung vom arg geschundenen Türsturz (Bild 8). Erstens ist dieser Lintel ein Paradebeispiel für die anfällige Verletzlichkeit von Sandstein, zweitens hat sich das obere Zierband (Bild 8.1) wunderbarerweise recht gut erhalten und drittens ist auf den darunter liegenden Relieffragmenten ein nur hier vorhandenes Detail (Bild 8.2 & 8.3) nachzuweisen. Geologen und Chemiker könnten zuverlässig Auskunft geben, weshalb bestimmte Steinsorten gegenüber den Wetterläufen anfälliger sind und andere Steine den natürlichen Unbilden fast schadlos widerstehen. Die irreparablen Schäden lassen sich lokal nicht ausschließlich nur auf die sogenannten Wetterseiten beschränken, dieser Begründung folgend, müssten drei Fassaden eines Prasat im besseren Zustand als die der Wetterseite zugewandten Fassade zu sehen sein. Sicher wird auch die jeweilige Materialbeschaffenheit den unterschiedlichen Zustand der Steine verursachen. Sieht man von der hässlichen Stahlklammer ab, kann im Fall vom Türsturz (Bild 8), mutwillige Zerstörung fast ausgeschlossen werden. Nässe, Wind und Luftverschmutzung haben den Lintel weitestgehend geglättet. Der Türsturz muss im unversehrten Zustand einer der schönsten im Lolei Tempel gewesen sein, allein das aufwendig gestaltete Zierband über dem verlorenen Lintel-Motiv spricht Bände (Bild 8.1). Außer Blattwerk ist auf dem Relief nur noch eine Figur zu sehen: ziemlich unauffällig, weil klein und von Blattranken umgeben versteckt sich ein Löwe mit Garuda-Kopf bzw. Garuda mit Löwenkörper. Gleich ob Löwe oder Garuda, ein solch undefinierbares Mischwesen (Bild 8.3.) fand sich bislang nur im Lolei Tempel. Natürlich lässt sich Garuda immer im Zusammenhang mit Vishnu bringen und Vishnu selbst erschien auch als Mann-Löwe, doch von einer Misch-Inkarnation (Garuda-Löwe) schien nur ein Bildhauer gewusst zu haben. Frühzeitig wurden im Lolei Tempel Fragmente von Türstürzen gesichert und dem Publikum in Sichthöhe präsentiert, auffällig ist die Wertschätzung von Zierbändern von Türstürzen. Die fein geschnittenen oberen Randleisten an Türstürzen überzeugen mit ihren filigranen Reliefs. Das Zusammenspiel von Lintel-und Randleisten-Motiv machen Reiz und Wirkung der jeweiligen Kombination aus. Die Vielfalt der Motive solcher Zierbänder ruft Staunen hervor. Es kann sich hierbei um geometrisch konstruierte, sich wiederholende Musterstrukturen handeln, die in variierten Formen zur Anwendung kamen, aber auch florale Muster gegliedert mit Architekturelementen umgeben Figuren. Bewegten sich die Bildhauer im erlaubten bzw. passenden religiösen Kontext der Lintel-Motive, entstand eine abwechslungsreiche, ansehnliche Ornamentik. Die Bilder 9 – 12 geben eine Vorstellung der angewandten Motive auf den Zierbändern. Bild 9: Im Mittelteil und unter jeder zweiten Lünette ist Kala in der tradierten geläufigen Darstellung zu sehen. Maßgeblich auf dem herrlich gearbeiteten Relief ist die gleichberechtige Anwesenheit Kalas im Verband mit den Gottheiten. Bild 10: Das figurenreiche filigran geschnittene Fragment zeigt betende Männer, sitzend unter Gloriolen und dazwischen auf Säulen tanzende Gottheiten im Wechsel. Bestimmte Gottheiten lassen sich nicht konkretisieren. Bild 11: Der zerbrochene Fries zeigt in Wiederholungen betende Männer in gleicher Sitzhaltung. Bild 12: Das vierte der vorgestellten Zierbänder zeigt ein geometrisch konstruiertes Muster, welches mitunter auch für Gesimse an Außenwänden Verwendung fand. Extrem gestauchte Baluster schaffen sechseckige Freiflächen, welche mit tiefer liegenden Blumenquadraten ausgefüllt sind. Ohne die Ziegelreliefs bewundert zu haben, wäre eine Visite in Lolei unvollkommen. Die sehr fragilen Reliefs sind meist nur noch in den oberen Bereichen der Fassaden schwach zu erkennen, doch einige Passagen vermitteln beeindruckende Impressionen vormaliger Pracht. Die ohnehin rötlich getönten Außenwände der Ziegeltürme werden vom Morgensonnenschein in strahlendes Leuchten versetzt. Den schönsten Eindruck hinterlässt die Südost-Fassade vom nördlichen Prasat der vorderen Turmreihe (Bild 13). Über dem sehr hohen Türsturz ist ein ausladendes Tympanum angeordnet, welches von Pilaster zu Pilaster reicht. Über dem Tympanum befinden sich Scheinfenster zwischen Pilastern und außen Nischen mit hufeisenförmigen Fenstern, Kudus genannt (Bild 13.1). Zwischen den Lintel und das Tympanum schiebt sich ein trennendes bzw. verbindendes Zierband. Yakshas stützen Sockel, auf denen sich Nagas präsentieren, der dreiköpfige Naga (Bild 13.1 links) ist recht gut zu erkennen. Der geschwungene Schlangenleib gibt ansatzweise eine Ahnung von der Größe der Bogenform vom Tympanum, es ragte bis zum mittleren Scheinfenster hinauf. Der Sockel-Naga ist eine Wiederholung bzw. Wiederaufnahme, dieses Motiv ist schon an den Türstürzen (Bild 2 & 7) zu sehen. Eine waagerechte leicht vorstehende Ziegelschicht bildet die Trennlinie zwischen Zierband und Tympanum, es ist gleichzeitig das Fundament für den Gottespalast, dessen Aufbau verloren ist. Zu sehen sind aber drei weitere Yakshas, die den Palast tragen (Zierband Mitte). Darüber im Tempelraum sitzt mit erhobenen Armen ein Gott oder eine Göttin. In Bogennischen stehen weitere Götter. Nur noch konturenlose Ziegelsteine kennzeichnen den oberen Tympanumbereich. Die Detailaufnahme 13.2 veranschaulicht den virtuosen Einsatz von Ziegelsteinen. Doppelpilaster (Doppelkapitelle) rahmen das versenkte Scheinfenster. Zwischen dem Fensterpilaster und dem Eckpfeiler ragt ein Naga-Akroter auf (links vom Fenster). Gut erkennbar sind die Konturen von einem gedrungenen Tympanum über dem Scheinfenster. Durch detaillierte Studien der Mauervorsprünge und Konturierungen der Gesimse in Verbindung mit den Zierelementen erschließt sich die überwältigende ästhetische Gesamtwirkung der Ziegelprasat (Bild 1). Nicht nur gelernte Maurer werden die kunstreiche Verwendung von Ziegeln anerkennen. Handwerker, Kunstliebhaber und Wissenschaftler werden bestätigen, dass mit den Bauten in Lolei ein/der Höhepunkt der Khmer-Ziegelarchitektur erreicht und nie wieder übertroffen wurde. Der wenigstens zur Hälfte zerstörte Türsturz (Bild 13.3) bietet trotz Verlust großer Reliefpartien sehenswerte Details, die auf Grund ihrer Einmaligkeit beschrieben werden müssen. Zunächts fällt die räumliche Tiefe des Reliefs auf. Kalas Kopf (Bild 13.4) und die seitlichen von Yakshas gestützen Sockel (Bild 13.5) ragen erstaunlich plastisch hervor. Von Kalas Antlitz sind nur noch Augen, Nase und Oberkiefer mit Zähnen sichtbar. Kalas Zunge ist vorstellbar, erkennbar sind nur noch Teile der geschwungenen Umrandung. Die Zunge ist von einer Gottheit oder von einem Rishi (Seher) besetzt, die topfartige Kopfbedeckung spricht für Vishnu oder einen Anhänger Vishnus. Schön geformte herabhängende Lotosblüten flankieren Kalas Zunge resp. das Gottesbild (Bild 13.4). Die Lotosbordüre im vertrauten Design (vergleiche Bild 12) bildet den unteren Rand vom Türsturz, der endet jeweils an den Sockeln, auf denen sich überlicherweise die Nagas aufbäumen. Hier ist allerdings keine mehrköpfige Schlange zu sehen, sondern ein höchst seltsamer Reiter: ein Mensch mit Elefantenkopf reitet auf seinem Rüssel, der in einen pferdeähnlichen Körper übergeht (Bild 13.5).Natürlich muss an den Elefantengott gedacht werden, doch in dieser Gestalt tritt Ganesha selten auf. Diese ungewöhnliche Erscheinung Ganeshas kann in variierten Versionen tatsächlich bis dato nur noch auf Türstürzen vom East Mebon Tempel und vom Prasat Baksei Chamkrong nachgewiesen werden (siehe Bildanhang am Ende des Artikels). Links über Ganesha von Blattwerk getarnt versteckt sich Garuda (Bild 13.5 oben). Diese Platzierung Garudas und ebenso seine Nähe zu Ganesha sind ungewöhnlich für das ansonsten dominante Reittier Vishnus. Vielleicht hätte sich eine Erklärung aus dem Gesamtzusammenhang ergeben, aber die verlorenen Reliefteile verhindern eine mögliche Deutung. Ein letzter Blick auf den Sockelträger (Bewacher) zeigt einen durchaus sportlichen Yaksha, Hose und Kopfschmuck entsprechen der aktuellen Khmer-Mode (Bild 13.5 unten). Für die Fassaden selbst, wie auch die Prasat insgesamt wurde höchster Aufwand betrieben, der Schönheit und Eleganz mit Zweckgebundenheit vereint. Die Bilder 13.6 bis 13.9 geben Aufschluss über aufwändige Dekorationen der Scheintüren und Säulen. Egal ob man die flachen Reliefs an den Scheintüren oder den vielfältigen, abwechslungsreichen Schmuck an den Säulen betrachtet, der Blick bleibt am Detail haften. Säulen sind tragende Bauelemente, doch die Verzierung muss als Kunst fernab aller Steinmetzroutine eingeschätzt werden. Noch die unterste Stufe von einem Aufgang zu einer Scheintür wurde durch besondere Formgebung hervorgehoben. Ohne wenigstens zwei der herrlichen Sandsteinreliefs in Gesamt- und Detailansichten vorgestellt zu haben, wäre dieser Lolei-Artikel unvollkommen. Diese nicht ganz lebensgroßen Reliefs werden häufig allzu leichtfertig als Dvarapalas deklariert, was wohl auf ihre Platzierung neben den Türen und Scheintüren zurückzuführen ist. In Wahrheit blickt das Publikum auf Göttinnen und Götter. Der Gott ist leichter zu identifizieren als die Göttin: die furchteinflößenden Eckzähne machen den grimmigen Gott als Shiva kenntlich, hier in seiner Manifestation als Bhairava. In Nachbarschaft von Shiva kann nur Parvati ihren Auftritt haben, lassen wir also die Göttin leichterdings Parvati sein. Beide passen zueinander. Sie blicken nicht auf die Menschen herab, sie schauen in sich. Bei aller Abklärung der Gesichter sind ihre würdevollen Züge von Göttlichkeit geprägt, die wie von selbst Anbetung hervorruft. Die Faszination dieser Gottesbilder ist schlichtweg vollkommen, dabei ist nicht zu vergessen, dass die Prototypen solcher Sandstein-Götterreliefs wenige Jahre zuvor am Preah Ko Tempel kreiert wurden. Hinweis zum Bildanhang Die sehr speziellen Ganesha-Darstellungen vom Lolei Tempel (881 in Auftrag gegeben) Prasat Baksei Chamkrong (947 fertiggestellt) East Mebon Tempel (952 geweiht) erfreuten sich im Zeitraum von rund 70 Jahren offenbar großer Beliebtheit. Fotos: Günter Schönlein, Bild 1 & 2: Vanessa Jones
Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones
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Autor Günter Schönlein
Auf meinen bisher acht Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen. sortiert nach Themen:
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