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Günter Schönlein
Blog

SRI LANKA – Oktober 2019  Teil 4

7/31/2021

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11.10.2019
Neunuhrdreißig parkte Nuwan den Wagen vor dem Tempelgelände von Medirigiriya. Ohne Verzögerung begannen wir die Besichtigung der Tempelanlage. Wird von Medirigiriya gesprochen, ist meist von dem Vatadage die Rede. Völlig zu Recht, denn der Vatadage von Medirigiriya ist einer der schönsten Rundtempel in Sri Lanka, der außerdem den Vorzug genießt, wenige Besucher anzulocken. Ganze zwölf Zeilen in halber Seitenbreite werden im Reise Know How Handbuch der Tempelanlage von Medirigiriya zugestanden. Baedeker breitet sich betreffs der Watadage Medirigiriya immerhin auf zwei Seiten aus, (im Baedeker wird Watadage tatsächlich mit W geschrieben). Auf Sri Lanka haben sich zehn Vatadage erhalten. Berühmt für diese spezielle Bauart von Rundtempeln sind der Thuparama Vatadage von Anuradhapura, der Vatadage von Polonnaruwa, der Vatadage von Mihintale und eben der Vatadage von Medirigiriya. Ein Rundtempel macht noch längst kein Kloster, folglich stehen im Umfeld der gepriesenen Vatadage weitere Klostergebäude. Schnell erkannten wir, dass in Medirigiriya auf leicht welligen, aber harten felsigen Grund gebaut wurde. Die massive Felsbasis verlieh den Bauten Standfestigkeit.
Medirigiriya – Ansicht von Ost
Medirigiriya – Ansicht von Ost
Medirigiriya – Image House I
Medirigiriya – Image House I
Medirigiriya – Image House II
Medirigiriya – Image House II
Drei aufrecht stehende Buddha Statuen schmücken das Image House I. Kenner werden im Image House II, abgesehen von den beiden sitzenden Buddha-Figuren, ohne Umschweife einen liegenden Buddha erkennen. Wenig ist geblieben, lediglich die untersten Mauerschichten machen konturenhaft den Buddha kenntlich.

Anmerkung: Persönlich kann ich mit dem Begriff Image House wenig anfangen, obgleich er in Sri Lanka überall angewendet wird. Die wörtliche Übersetzung Bild/Bilder Haus behagt mir gleichfalls wenig. Ich bin geneigt, für Image House schlichtweg Tempel einzusetzen. Ein Haus, welches zur Ehre Buddhas erbaut wurde, diesen stehend, sitzend oder liegend zur Anbetung präsentiert, muss ich Tempel nennen. In einem Vatadage finden sich ebenfalls Buddhas zur Anbetung aufgestellt, nicht völlig ohne Grund wird von einem Rundtempel gesprochen.
Medirigiriya – Blick vom Stupa auf den Vatadage (Ansicht von Nord)
Medirigiriya – Blick vom Stupa auf den Vatadage (Ansicht von Nord)
Die Vielzahl der Tempelanlagen in Südostasien und auch in Sri Lanka wurden in östlicher Orientierung errichtet. Die Zugänge befinden sich im Regelfall ostseitig, anders hier, der Vatadage von Medirigiriya hat seinen Zugang auf der Nord-Seite.
Medirigiriya – Vatadage
Medirigiriya – Vatadage
Die Plattform vom Stupa wiederum wird exakt ostseitig betreten. Der gesamte Klosterkomplex findet sich nicht korrekt nach den Koordinaten ausgerichtet, eine leichte Drehung (geschätzt 10⁰) in Richtung Nord-Ost ist zu verzeichnen. Auf dieser leicht geneigten Nord-Süd-Achse stehen Stupa und Vatadage. Westlich dahinter liegen Image House I & II, Bodhigara und weitere Klostergebäude. Südwestlich ist ein Pond zu sehen und nördlich, etwas außerhalb kann das Ancient Hospital besichtigt werden. Nichts fehlt, was eine Klosteranlage auszeichnet. Abschließend eine Vermutung: blickt man via Google Street View mittels physischer Kartenwiedergabe auf den Klosterkomplex Medirigiriya, ist die Kreisform der gesamten Anlage nicht ausgeschlossen. Vom südlichen, über den westlichen bis hin zum nördlichen Bereich scheint sich eine kreisförmige Mauerlinie abzuzeichnen, deren Fortsetzung im östlichen Bereich, obwohl im Kartenbild nicht mehr sichtbar, anhand der Bewaldung vorstellbar ist. Die runde Ummauerung entspräche einer Harmonie, welche die Besonderheit der Gesamtanlage betonen würde. Die Draufsicht lässt auch den Schluss zu, dass der im 2. Jh. errichtete Klosterkomplex  ursprünglich östlich zu betreten war. Bereits zu Anuradhapura-Glanzzeiten war Medirigiriya ein Wallfahrtsort, so schien es wohl sinnreich, dass die Pilger zuerst auf den Vatadage und auf den Stupa stießen, ehe sie in den Image-Häusern ihre Gebete fortsetzten.
Medirigiriya – Stupa
Medirigiriya – Stupa
Abgeschiedenheit, Ruhe und bedeutende historische Bausubstanz zeichnen Medirigiriya aus. Hier verbrachten wir ungestört eine sehr intensive Stunde. Me-di-ri-gi-ri-ya – sechs Silben, die sich Kunstliebhaber einprägen sollten. Wissenschaftler werden die Bedeutung Medirigiriyas längst erkannt und ihre Erkenntnisse irgendwo aufgeschrieben haben.

Im Regen stapften wir sehr vorsichtig über nasses Gras, sandige Wegpassagen und Felsbrocken, um das einzig erhaltene Pulligoda Cave Fresco zu sehen.
Pulligoda – Weg und Höhle
Pulligoda – Weg und Höhle
Leider waren an der Höhle oder am Weg zur Höhle keine erklärenden Schilder aufgestellt, wie sonst an vielen historischen Plätzen, die in Sri Lanka archäologisch erfasst und erschlossen wurden. So kann der Laie nur vermuten, auf Malerei aus der frühen Kandy-Periode geblickt zu haben. Wie sich später herausstellte, irrte der Laie und auch die Fachwelt ist sich uneinig. Mehrere Meinungen widersprechen sich, keine kann völlig verworfen werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Bildwerk der Polonnaruwa-Periode zuzuordnen, also etwa im 12. Jahrhundert entstanden. Die von H. C. P. Bell im Jahr 1897 entdeckten Restbestände eines größeren Freskos sind ungefähr 4,5x2m groß. Fünf männliche Personen sitzen auf Lotoskissen zum Gebet.

Interessenten können sich in mehreren Internet-Artikeln weitere Auskünfte zu dem Fresko einholen:
http://exploresrilanka.lk/2015/11/mystery-of-the-pulligoda-painting-the-fresco-that-time-forgot/
https://www.lankapradeepa.com/2019/06/pulligoda-galge-paintings.html
https://www.archaeology.lk/tag/pulligoda/
Pulligoda Felsen-Fresko
Pulligoda Felsen-Fresko
Im Anschluss besichtigten wir den Namal Pokuna Klosterkomplex. Zwei junge Männer boten sich an, uns zu führen, einer mit fundierten archäologischen Kenntnissen. Nuwan nahm gern deren Hilfe an, uns schien, er sei noch nicht allzu oft in Namal Pokuna unterwegs gewesen. Uns war es recht. Wir versicherten den Männern, dass wir nicht alle 500 Höhlen sehen müssen, aber die wichtigsten Ruinen sollten sie uns unbesorgt zeigen. Wunschgemäß wurden wir zu den Klosterruinen geführt.
Namal Pokuna Klosterkomplex
Namal Pokuna Klosterkomplex
Auf einem quadratischen Areal nördlich eines Bergrückens sind die typischen Klostergebäude angeordnet und zu meiner großen Freude auch ein ansehnlicher Stupa.
Namal Pokuna Stupa
Namal Pokuna Stupa
Namal Pokuna Stupa
Namal Pokuna Stupa
12.10.2019
Die Polonnaruwa-Exkursion werden wir nicht vergessen. Ich habe in Polonnaruwa 440 Fotos geschossen. An keinem anderen Tag haben wir durchgängig länger auf unseren Füßen gestanden und stärker unter der Hitze gelitten. Es war ein harter Tag voller wunderbarer Eindrücke. Keine Minute möchte ich missen.

Nuwan meinte, das Museum müssten wir als erstes sehen. Er hatte Recht, leider durfte dort nicht fotografiert werden. In diesem Haus gab es außer Tickets auch den Gesamtüberblick auf das archäologische Areal von Polonnaruwa. Mehrfach mussten wir im Laufe des Tages Schranken und Tore passieren, jeweils die Eintrittskarten vorweisen und noch öfters die Schuhe ausziehen.

POLONNARUWA: Wo beginnen? Was erzählen? Was ausklammern? Einfach wäre, einen Bilderbogen vorzulegen, der außer Bildunterschriften keine weiteren Informationen liefern würde, doch damit wäre weder den Lesern noch mir gedient. Ich halte mich an die Chronologie. Die Fotoserie führt mich (respektive die Leser) nochmals Bild für Bild durch Polonnaruwa. Am Vorabend hatten wir steif und fest darauf bestanden, alles in Polonnaruwa sehen zu wollen, und wenn schon nicht alles, dann aber das meiste. Im Laufe des Tages dämmerte uns in gnadenloser Sonnenhelle die Kühnheit unserer Forderung auf. Klugerweise vertrauten und folgten wir Nuwans Empfehlungen. Er hatte für uns die passende Besichtigungsstrategie entwickelt.
Badanlagen des Königs Nissanka Malla
Badanlagen des Königs Nissanka Malla
Den einzigen Schatten, dessen wir uns an diesem Tage freuen durften, fanden wir am Morgen an den Badanlagen des Königs Nissanka Malla. Alle folgenden Sehenswürdigkeiten standen unter direkter Sonneneinstrahlung. Die meisten der Gebäude sind nummeriert. Auf manchen Informationstafeln finden sich Erklärungen bzw. in schematischen Zeichnungen die jeweiligen Nummern. Das nächste markante Gebäude, dem wir uns andächtig näherten, rangiert unter der Nr. 18 und wird als Mausoleum (White Edifice) gelistet.
Mausoleum (White Edifice) Nr. 18
Mausoleum (White Edifice) Nr. 18
Gleich neben dem Mausoleum befinden sich Palast und Ratskammer des Königs Nissanka Malla. Vom Palast ist wenig stehen geblieben, dafür beeindruckt die Council Chamber (Nr. 19) desto mehr. Hier kann auch der Löwe aller Löwen bewundert werden. Laut einer Inschrift trug dieser Löwe (1,8m hoch) den Thron des Königs.
Council Chamber (Nr. 19)
Council Chamber (Nr. 19)
Auf einem Landvorsprung befand sich das Sommerhaus (Vasantha Maligaya) des Königs, von einer Halbinsel zu reden käme einer maßlosen Übertreibung gleich. Außer unscheinbaren Ruinen gibt es nichts zu sehen, aber der schöne Blick auf den See und nördlich hinüber zum Sommerschloss lohnen die wenigen Schritte zum befestigten Ufer. Sommerhaus und Sommerschloss kann man getrost aus dem Besichtigungsprogramm streichen. – Nuwan hieß uns ins Auto steigen. Drei Kilometer südlich hielten wir am Potgul Vihara Klosterkomplex. Das Kloster liegt außerhalb der ehemaligen Stadtmauern. Zuerst stößt man auf eine überlebensgroße Statue, die 3,50m hohe Figur hält ein Manuskript in den Händen. Die häufigsten Lehrmeinungen behaupten hier hätte sich König Parakrama Bahu (12. Jh.) verewigen lassen. Wer auch immer uns anschaut, die Figur ist ein Unikat in Polonnaruwa. Nicht anders verhält es sich mit der Potgul Vihara. Ein Rundbau auf einem quadratischen Sockel dieser Größenordnung wurde in Polonnaruwa nicht noch einmal errichtet.
König Parakrama Bahu und Potgul Vihara Klosterkomplex
König Parakrama Bahu und Potgul Vihara Klosterkomplex
Mächtig gewaltig, sogar zweistöckig, sieben Geschosse sollen es einst gewesen sein, ragen die Ruinen des Palastkomplexes empor. Hier vergnügte sich der König mit seinen Konkubinen. Die Frauen lebten in den miteinander fortlaufend verbundenen Räumen im unteren Geschoss. Ohne den sachkundigen Ausführungen Nuwans hätte sich uns die komplizierte Architektur dieses königlichen Vergnügungspalastes nicht erschlossen.
Palastkomplex
Palastkomplex
Östlich, fast gegenüber, wir mussten nur wenige Schritte gehen, liegen Council Chamber of King Parakrama Bahu und das Bad Kumara Pokuna. Diese Gebäude tragen die Registriernummern 34 und 32. Die Logik der Zählung erschließt sich dem außenstehenden Erstbesucher nicht. Morgens hatten wir das Mausoleum Nr. 18 besichtigt, jetzt die Nr. 34 und 32. Wo verstecken sich die fehlenden Ruinen? Da wir jedoch noch genug zu tun hatten, unterdrückte ich alsbald den Verdacht, hier wirklich Wichtiges nicht gesehen oder übersehen zu haben.
Ratsherrenhalle, Council Chamber of King Parakrama Bahu
Ratsherrenhalle, Council Chamber of King Parakrama Bahu
Wer hochwertige Reliefkunst schätzt, der wird an der Ratsherrenhalle (Council Chamber) länger verweilen müssen. Rundum in drei Registern schmücken Tierfriese den Bau, der komplett aus Granit besteht. Hier wurde nicht in Serie gearbeitet. Die Vielfalt liegt im Detail. Das untere Reliefband wird von Elefanten beherrscht, das mittlere Register besiedeln Löwen und auf dem oberen Fries tummeln sich die Gana. Bei einem nächsten Besuch, falls der je stattfindet, würde ich hier die Morgenstunden von sieben bis neun Uhr verbringen. Um diese Zeit herrscht das ideale Licht für Detailaufnahmen der Reliefbilder, außerdem würden weniger Besucher die fotografischen Arbeiten behindern. Die kurzen Ausführungen können unmöglich auf alle Einzelheiten in Polonnaruwa verweisen. Reisehandbücher von über 400 Seiten widmen Polonnaruwa vielleicht zehn Seiten. Würde ich meiner grenzenlosen Begeisterung Raum geben, nähme allein die Beschreibung der Ratsherrenhallen zehn Seiten in Anspruch. Ohne einen umfänglichen Bildanhang käme eine solche Beschreibung nicht aus. So habe ich noch kein Wort über den Treppenaufgang verloren, der mit seinen elegant geschwungenen Stufenwangen, den Mondsteinen und den Löwen einer der schönsten Beispiele dieser Art in Polonnaruwa sein muss. Kaum zu beschreiben sind die jeweils alles umfassenden Mauern. Jeder Gebäudekomplex, egal ob weltlicher oder religiöser Provenienz, wurde von mindestens einer Mauer, viele noch von Gräben eingefasst. Sind auch viele der Mauern nur noch kniehoch erhalten, ergeben sich dennoch aufschlussreich Grundrisse, deren Ausmaße auf den ersten Blick nicht fassbar sind.
Tierfriese an der Ratsherrenhalle (Council Chamber)
Tierfriese an der Ratsherrenhalle (Council Chamber)
Tierfriese an der Ratsherrenhalle (Council Chamber)
Tierfriese an der Ratsherrenhalle (Council Chamber)
Über Mauern hinweg schritten wir zum Kumara Pokuna, einer Badanlage. König Parakrama Bahu "Der Große" hat während seiner Regierungszeit (1153-1186) dieses Bad bauen lassen. Neben dem formschönen Bassin wurde ein Pavillon errichtet, für dessen Unterbau die Ratsherrenhalle Pate stand. Die Ähnlichkeiten sind auffällig ohne zu verblüffen, wir bestaunten eben ein königliches Bad, welches vermutlich vom Baumeister der Ratsherrenhalle entworfen wurde und den ästhetischen Ansprüchen des Königs entsprach.
Kumara Pokuna
Kumara Pokuna
Den Shiva Devala Nr. 1 konnten wir leider nicht besichtigen. Der hinduistische Tempel wurde zu dem Zeitpunkt umfassend restauriert. Das nächste größere Objekt unserer Begierde ist unter dem Begriff QUADRANGLE (Viereck) bekannt. Auf diesem Areal sind vielleicht die historisch wertvollsten Gebäude der Stadt Polonnaruwa zu bestaunen. Tatsächlich muss zusammenfassend gesagt werden, dass jegliche Besichtigung, fällt sie auch noch so kurz aus, Staunen hervorruft. Berühmt sind Vatadage, Hatadage und Thuparama, doch wir vermochten an den weiteren Bauten nicht einfach nur vorbeigehen. Hier hieß es Augen auf und alle Sinne anspannen, bloß nichts übersehen und möglichst viele Eindrücke digital festschreiben. Auf einer erhöhten riesigen Ebene befinden sich insgesamt neun Bauwerke. Nach nur wenigen Schritten stehen die Besucher zwischen Vatadage (Nr. 40) und Hatadage (Nr. 39) und können sich entscheiden, welche der zwei Hauptattraktionen sie zuerst barfuß betreten. Unsere Wahl wurde vom Andrang der Touristen beeinflusst. Ehe wir uns der Vatadage widmeten, erkundeten wir die spezifischen Eigenheiten der Hatadage.  Den rechteckigen Tempel ließ Nissanka Malla für die Zahn-Reliquie errichten, diese musste gesichert untergebracht sein. Die Geschichte der Buddha-Zahn-Reliquie kann hier nicht erzählt werden. Sie wechselte oftmals den Besitzer, gleich oft wechselten die repräsentativen Schatzkammern. Der Zahn hat seine endgültige gesicherte Heimstatt im Zahn-Tempel zu Kandy gefunden und dort wird die Reliquie auch fortan verbleiben. Keinem wird es gelingen, den Zahn zu rauben.

Der Hatadage war ein Haus für Reliquien und Statuen. Der einst ummauerte Rechteckbau aus Granit wurde mit einem Vorbau versehen. Der vormals zweigeschossige Tempelbau kann nur noch erahnt werden. Zu ebener Erde, also im unteren Geschoss stehen drei Buddha-Statuen.
Quadrangle – Hatadage
Quadrangle – Hatadage
Quadrangle – Hatadage
Quadrangle – Hatadage
Wir brauchten unsere Schuhe nur auf der anderen Seite gleich gegenüber abstellen. Inzwischen hatten sich die wenigen Besucher aus der Vatadage verflüchtigt. Nun konnten wir den Rundtempel in Augenschein nehmen, uns auf Details konzentrieren und nach Herzenslust fotografieren.
Quadrangle – Vatadage
Quadrangle – Vatadage
Quadrangle – Vatadage
Der ursprüngliche Bau, also der Kernbestand der Vatadage, wird in die Vor-Polonnaruwa-Ära datiert. Alle Umbauten und Erweiterungen, vor allem die herrlichen, üppigen Verzierungen entstanden während der Blütezeit der Stadt Polonnaruwa. Den Hauptkoordinaten zugeordnet wird der Stupa von je einem Buddha flankiert. Die Wege innerhalb und außerhalb der Mauer nutzen die Gläubigen für ihr Umläufe und Gebete.

Generell kann der Vatadage auf vier Wegen umlaufen werden:
die äußere ebenerdige Umrundung
die Umrundung auf dem runden Sockel
die Umrundung zwischen Steinzaun und Ziegelmauer (vormals überdacht)
die innere Umrundung der Stupa mit Gebet an den Buddha-Altären
Quadrangle – Vatadage
Quadrangle – Vatadage
Die Säulen des Nissamka Lata Mandapa (Nr. 43) sind ungewöhnlich und absolut einmalig, wie dieser Bau überhaupt die Bezeichnung Unikat verdient. In der Biologie würde man von einer endemischen Art sprechen. Weder in Polonnaruwa noch irgendwo anders in Sri Lanka haben wir ähnliche oder gleiche Säulen gesehen.
Quadrangle – Nissamka Lata Mandapa (Nr. 43)
Quadrangle – Nissamka Lata Mandapa (Nr. 43)
Die Bauten des Quadrangle bieten vielfältigste Augenweiden. Der Vormittag war zu kurz für eine intensive Besichtigung. Uns ist wenigstens eine umfassende äußerliche Begutachtung aller Bauwerke des Quadrangle gelungen, was betreffs der Fülle sämtlicher Eindrücke im Quadrangle immerhin schon beachtlich ist. Keiner von uns hatte die Nerven sich mit dem "Steinernen Buch=Gal Pota" näher zu befassen. Der lt. Reise Know How 8 x 1,20 x 0,60m große Monolith wiegt 25 Tonnen. Die Bildfläche gibt eine Inschrift aus dem Jahr 1196 wieder. Mir fiel sofort die Seitenfläche des "Buches" ins Auge: das Querformat zeigt eine wunderbare Darstellung der Göttin Gajalakshmi. Ebenso ungewöhnlich wie das Gal Pota ist der Satmahal Prasada, ein siebenstöckiger Pyramidentempel.
Quadrangle – Gal Pota und Satmahal Prasada
Quadrangle – Gal Pota und Satmahal Prasada
Inzwischen war die Sonne schon fast im Zenit angelangt und brannte uns gnadenlos aufs Haupt. In allen buddhistischen Heiligtümern muss man nicht nur die Füße, sondern auch den Kopf entblößen. Für mich und meinen Kopf mit Kurzhaarfrisur bedeuten diese Vorschriften, die ich ohne Zaudern respektiere, echte Herausforderungen. Jeder Schatten ist willkommen. Wo aber findet sich um die Mittagszeit Schatten? Den Pabalu Vehara (Nr. 52), einen riesigen Stupa, konnten wir nur unter glühender Sonne umrunden.
Pabalu Vehara Nr. 52
Pabalu Vehara Nr. 52
Auch der Siva Devala No.2 (Nr. 54) glühte, was einen hinduistischen Tempeldiener, der tatsächlich das Outfit eines Sadhu pflegte, nicht hinderte, uns zu segnen. Für kurze Zeit liefen wir mit einer Tilaka auf der Stirn herum, deren rote Farbe sich alsbald im Schweißtuch verlor. – Uns war im Vorfeld nicht wirklich bewusst, dass sich in Polonnaruwa einige hinduistische Heiligtümer erhalten haben. So sind mit etwas Mühe allein fünf Siva Devale (Siva = Shiva) und ohne Mühe ein Vishnu Devale zu finden. Die kleinen hinduistischen Tempel nehmen zwischen den ungezählten buddhistischen Tempeln eine Sonderstellung ein. Der Bau der Siva Devale No. 2 wird in die Zeit der Chola-Regierung in Polonnaruwa datiert und erinnert in Stil und Aufbau an viele Tempel, die wir ein Jahr zuvor in Süd-Indien besichtigt hatten. Ich behaupte nicht, dass die unscheinbaren hinduistischen Heiligtümer innerhalb von Polonnaruwa unbedingt sehenswert und erwähnenswert sind, aber sie sind als Zeichen von Toleranz gegenüber der anderen/fremden Religion nicht zu unterschätzen. Hinduismus und Buddhismus auf engsten Raum haben sich nicht immer und überall friedlich gegenüber gestanden.
 Siva Devale No.2 (Nr. 54)
Siva Devale No.2 (Nr. 54)
Siva Devale
Siva Devale
Vishnu Devale
Vishnu Devale
Auch der Manik Vehara (Nr. 59), außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung nähe dem Nord-Tor gelegen, wird (lt. Baedeker) den hinduistischen Tempelanlagen zugeordnet. Die mächtige Plattform trägt einen typischen Stupa, der wie überall aus Ziegeln gemauert wurde. Wichtig und sehenswert ist der Löwenfries am Sockel, hierzu wurden Terrakotta-Platten verwendet. Jede dieser Löwen-Darstellungen verdiente ein Foto. Doch für Spezialstudien ist in diesem Bericht der Rahmen zu eng abgesteckt und vor Ort plagten uns Licht und Hitze. Zugegeben: erst am Abend erkannten wir auf den wenigen Fotos den kulturhistorischen Wert dieser Tempelanlage.
Manik Vehara (Nr. 59)
Manik Vehara (Nr. 59)
Der Rankot Vihara mit der Ruvanveli Dagoba ist eine der größten Stupas in Sri Lanka und der größte vollendete Stupa in Polonnaruwa. Das ungewöhnliche optische Erscheinungsbild wird von den  Ausmaßen geprägt. Höhe (55m) und Durchmesser (56m) sind fast identisch. Rund um die großen Stupas wurden immer und immer wieder Klosteranlagen errichtet, so nimmt es kaum Wunder, dass im gesamten historischen Stadtgebiet von Polonnaruwa Dutzende unbenannte Klöster zu entdecken sind, die heute meist unter einem zentralen Namen erfasst sind. Spannend wären spezielle Erkundungen, die sich den einzelnen Kloster-Komplexen in Polonnaruwa widmen würden. Auch ließen sich die Blicke auf die Krankenhäuser fokussieren. Beispielsweise hat sich nördlich der Rankot Vihara ein Ancient Bhikku Hospital erhalten.
Ruvanveli Dagoba und Ancient Bhikku Hospital
Ruvanveli Dagoba und Ancient Bhikku Hospital
Was eben in Bezug auf Klosteranlagen gesagt wurde, kann im Umfeld des Lankatilaka intensiv und in aller Fülle ausgiebig überprüft werden. Dicht gedrängt stehen die Gebäude beieinander. Schnell geht die Übersicht verloren. Was ist Alahana Pirivena (Nr. 73), was ist Badda Sima Prasadaya (Nr. 86), was ist Lankatilaka (Nr. 90), was ist Kiri Vehara (Nr. 91)? Wozu gehören die unzähligen Gebäude rundherum? Müdigkeit einerseits, Sonnenglut andererseits sorgten neben der Vielzahl der Eindrücke seit Beginn unserer Tagestour für vorerst unbedenkliche Trübungen der Wahrnehmung. Mediziner hätten wahrscheinlich erste Sonnenstichsymptome diagnostiziert. Aufgabe oder vorläufige Unterbrechung des Unternehmens kam nicht in Betracht. Eine Trink- und Schattenpause musste reichen.
Lankatilaka und Kiri Vehara
Lankatilaka und Kiri Vehara
Trotz aller missliebigen persönlichen Befindlichkeiten erkannten wir die Besonderheiten des großen Lankatilaka, ein Statuenhaus, wie in Polonnaruwa kein zweites zu entdecken ist. Wir näherten uns dem Bauwerk seitlich, betrachteten die Überreste prachtvollster Dekorationen, standen kurz darauf unvermittelt vor dem Eingang und fühlten uns plötzlich nach Mitteleuropa versetzt. Die erste Assoziation: vor den Ruinen einer gotische Kathedrale zu stehen und in einen Altarraum zu blicken. Der 13m hohe Buddha löschte sofort den flüchtigen Eindruck aus. Hier hätten wir länger verweilen sollen . . . aber wir konnten nicht einschätzen, wie viel Zeit wir noch für die restlichen Programmpunkte einplanen mussten.
Lankatilaka
Lankatilaka
Den makellos weißen Kiri Vihara registrierten wir fast beiläufig, weil auch hier die umliegenden Klostergebäude unsere Blicke ablenkten. Getrieben von der manischen Vorstellung bloß nichts zu übersehen, suchten wir unablässig, soweit die Augen reichten, einem flackernden Leuchtturmfeuer ähnlich, den Wald rundum nach möglichen Zielen ab, denen wir uns noch zuwenden müssten.
Kiri Vehera
Kiri Vehera
Gal Vihara, das nächste Ziel auf unserer Liste, soviel wussten wir, darf keinesfalls ausgelassen werden. Baedeker stempelt den Felsentempel zur bedeutendsten Sehenswürdigkeit in Polonnaruwa.
Gal Vihara
Gal Vihara
Aus dem relativ kleinen Felsrücken, geschätzt 50m lang, wurden vier Buddha-Statuen herausgearbeitet. Der liegende Buddha (im Bild rechts) misst allein schon 14m. Der stehende Buddha misst fast 7m (im Bild halbrechts). Der Buddha im Schrein (Bildmitte) ist mit 1,5m im Verhältnis zu den anderen Statuen klein. Der Buddha auf dem Thron (Bild links) ist mit 5m Höhe veranschlagt. Unabhängig von der Größe muss jede Figur als Meisterwerk betrachtet werden. Ich habe gefühlt sehr lange vor jedem Buddha gestanden und jede Statue verinnerlicht. Für die komplette Überdachung der Figurengruppe habe ich vollstes Verständnis, weshalb aber der mittlere Schrein vergittert und damit unzugänglich gemacht wurde, kann ich nicht erklären.
Gal Vihara
Gal Vihara
Klein, aber fein, Nelum Pokuna, das Lotosbecken, ein Badebecken, von dem es (lt. Baedeker) angeblich in der näheren Umgebung sieben gegeben haben soll. Erstaunlich, mit welcher Eleganz der harte Granit in Form gebracht und mit welcher mathematischer Genauigkeit die Rundungen zum Becken gefügt wurden, handwerklich eine Meisterleistung.
Nelum Pokuna
Nelum Pokuna
Ehe wir das Lotosbecken  Nelum Pokuna  besichtigten, erbaten wir noch einen kurzen Halt am unvollendeten Demala Maha Seya. Nach Fertigstellung hätte der gigantische Stupa alle Bauwerke in Polonnaruwa überragt. Der Demala Maha Seya wäre der größte Stupa der damaligen Welt gewesen. Die archäologischen Freilegungsarbeiten wurden erst 2017 begonnen und schleppen sich dahin. Eine Umrundung und eine Besteigung des bewachsenen Hügels sind möglich, aber beschwerlich. Nuwan riet ab, er hatte wohl unsere aktuelle physische Verfassung im Blick. Wir gaben klein bei.

Wegen Straßenbauarbeiten mussten wir vom Lotos Pond zum Thivanka Image House (dem Statuenhaus des Jetavane Klosters) 500m zu Fuß gehen, was uns in der Nachmittagssonne nicht ganz leicht fiel, schließlich, soviel war klar, der Rückweg würde um keinen Meter kürzer ausfallen. Das Thivanka Pilimage wurde komplett überdacht, was zu begrüßen ist, wenn man die schon stark in Mitleidenschaft gezogenen Stuckaturen näher betrachtet. An diesem Bauwerk gerieten wir erneut ins Staunen und verfielen ins Schwärmen. Löwen und Gana tummeln sich zu Hauf. Wer sie mag, die kleinen Gesellen, die dem Gott Ganesha dienstverpflichtet sind, kann sich insbesondere hier am individuellen Ausdruck und der komischen bis grotesken Mimik jeder einzelnen Figur erfreuen. Auch die Thivanka-Löwen scheinen einer besonderen, eigens für diesen Tempel gezüchteten Rasse anzugehören. – Leider durften wir im Innenraum nicht fotografieren. Um die fototechnische Wiedergabe schöner Fresken, die noch in Fragmenten vorhanden sind, hätte ich mich bemühen müssen.
Stuckaturen am Thivanka Statuenhaus
Stuckaturen am Thivanka Statuenhaus
Stuckaturen am Thivanka Statuenhaus
Stuckaturen am Thivanka Statuenhaus
Stuckaturen am Thivanka Statuenhaus
Thivanka Statuenhaus
Thivanka Statuenhaus
Das Thivanka Statuenhaus ist die nördlichste Sehenswürdigkeit in Polonnaruwa. Wir hatten unser Plansoll erfüllt. Nuwan musste sich heute mehrfach in Geduld üben, so auch hier. Meist ließ er, ehe wir kamen, schon den Wagen laufen, sorgte für Kühlung und Labung, was wir jederzeit dankten. Nuwan sicherte uns zu, jetzt hätten wir alles gesehen, das Ziel wäre erreicht. Jetzt könnten wir heimfahren. Unverzagt fragte ich, ob es auf dem Heimweg nicht doch noch etwas zu sehen gäbe? Er ahnte, worauf ich anspielte und hielt prompt an den Punkten, die mir noch vorschwebten.

Wir hatten das archäologische Gelände Polonnaruwa endgültig verlassen und doch wäre ich fast noch durch einen Stacheldrahtzaun gekrochen, um mich dem Siva Devale Nr. 5 zu nähern, den wir bei unserem Rundgang übersehen hatten bzw. von dessen Existenz wir nichts wussten, aber irgendwie fehlten mir die Kraft und der Ehrgeiz, die mich sonst zu allen möglichen Taten und Untaten anstacheln. Ich begnügte mich mit einer Ansicht aus großer Entfernung.
Siva Devala Nr. 5
Siva Devala Nr. 5
Es mag ja sein, dass kein Mensch, der einen langen anstrengenden Tag in Polonnaruwa unterwegs war, an der völlig unbekannten Naipena Viharaya seinen Fahrer stoppen lässt, aber mir war noch nach einem Schlusspunkt oder nach einen Ausrufezeichen zumute. »Genug ist nicht genug, genug kann nie genügen«
Naipena Viharaya
Naipena Viharaya
trilithisches Portal in Polonnaruwa
Das letzte Foto verdient den Titel SCHÖNE AUSSICHT. Gibt es für mich je die Aussicht nochmals in Polonnaruwa unterwegs zu sein . . . ?

Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
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SRI LANKA – Oktober 2019  Teil 3

7/24/2021

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09.10.2019
Drei Programmpunkte stehen heute auf dem Arbeitsplan. Es müsste ein recht entspannter Tag werden. Nuwan kennt die Zufahrtswege und wir kennen unsere Vorbereitungen. Im Grunde wissen wir, was uns erwartet, doch Theorie und Wirklichkeit klaffen, wie so oft, weit auseinander. Die Vorstellung einer 14m hohen Buddha Statue fällt nicht schwer. Beispielsweise könnte man sich einen 10m-Sprungturm aus dem Stadtbad zum Vergleich abrufen und nochmals die schwache Hälfte oben aufsetzen. Mehr als nur fasziniert standen wir fast atemlos still dem Aukana Buddha gegenüber. Sofort war klar, hier blicken wir auf etwas ganz Besonderes. Schaut man auf das Foto, scheint die Statue keine 14m hoch zu sein, sie wirkt entschieden kleiner. Es fehlen die Vergleichsgrößen. Kein Mensch, kein Auto, kein Haus sind im Bild zu sehen, der Betrachter vermisst die Relationen. Erst die Person im Vordergrund (Bild 3) gibt Auskunft über die wahren Größenverhältnisse. Aufmerksame Betrachter werden sich wundern, weshalb der Buddha im Schatten steht. Auch hier manipuliert der Bildausschnitt die Wirklichkeit. Felsen, Statue und Ummauerung sind großflächig hoch überdacht (Bild 2). Eine Maßnahme, die der Verwitterung entgegen wirken soll.
Aukana Buddha Statue
Aukana Buddha Statue
Aukana Buddha Statue
Aukana Buddha Statue
Die Reiseführer, welche wir mitführten, übertreffen sich in Widersprüchlichkeiten. Reise Know How gibt die Höhe der Statue mit etwa 12,50m an. Baedeker hat ca. 14m gemessen. Die Differenzen der Höhenangaben lassen sich leicht erklären. Das kürzere Maß meint wahrscheinlich nur die Statue von Kopf bis Fuß. Das längere Maß inkludiert den Sockel, also die später hinzugefügte Lotosblume, die der Statue untergeschoben wurde. Unsicher, aber übereinstimmend in der Vermutung sind sich beide Reiseführer betreffs der Entstehungszeit der Monumentalstatue. "Die Statue wurde wahrscheinlich auf Geheiß von König Dhatusena geschaffen", mutmaßt Baedeker. Reise Know How schließt sich Baedekers Meinung an: "Möglicherweise wurde sie im 5. Jh. unter König Dhatusena (reg. 459-479) errichtet, als er in der Nähe den Kalawewa-Wassertank anlegen ließ." Aber was bitteschön verbindet einen Wassertank mit einer Buddha-Statue? Die Regierungszeit des Königs Dhatusena wird von der zuverlässigen, im Regelfall vertrauenswürdigen Encyclopaedia Britannica bestätigt.

Wie schon erwähnt, einige Minuten blickten wir regungslos auf die Buddha-Statue. Staunen und Andacht erfüllten mich. Mehr als ein gehauchtes Wow kam mir nicht über die Lippen. Morgenstimmung. Sonne. Ruhe. Vor uns der Buddha. Hinter uns der Bodhi-Baum. Wir mittendrin. Wie oft im Leben erhält man solche Momente geschenkt?
Aukana Buddha
Während ich den Buddha ins Antlitz schaute, meine Blicke mehrfach auf und ab schweifen ließ, kamen unwillkürlich wehmütig-traurige Gedanken auf. Mein Gedächtnis rief Bilder der durch unverständlichen Fanatismus auf immer vernichteten Buddha-Statuen von Bamiyan auf. Behalte ich diese unwiederbringlichen Verluste im Auge, steigert sich die Wertschätzung eines Aukana-Buddha oder eines Sasseruwa-Buddha, dem wir alsbald (nur eine gute Stunde später) gegenüber stehen sollten. Ich kann es nicht unterlassen, ich muss nochmals Reise Know How zitieren. "Diese Statue, der Buddha von Sasseruwa, scheint wie eine etwas grob geratene, ansonsten ziemlich originalgetreue Kopie des Aukana-Buddha. Der Sasseruwa-Buddha ist allerdings minimal größer, in der Höhe um ganze 12,5cm." (Zitat Ende) Einerseits schätzt Reise Know How den Aukana-Buddha auf etwa 12,50m und andererseits wurde der Höhenunterschied zum Sasseruwa-Buddha mit exakt 125mm eruiert. Mehr als an den fragwürdigen Maßangaben stoße ich mich an der Beschreibung der Statue, die "jedoch nie ganz vollendet wurde", "grob geraten" und eine "ziemlich originalgetreue Kopie des Aukana-Buddha" sein soll. Keiner weiß wer den Sasseruwa-Buddha erschaffen hat, auch die Schaffenszeit ist nicht bekannt. Baedeker spricht von der Arbeit eines Schülers des Meisters, der den Aukana-Buddha schuf. Mit diesen Fakten im Hinterkopf musterte ich den Sasseruwa-Buddha, suchte vergeblich nach unvollendeten Details der Statue, fand Ähnlichkeiten nur in der Größe und im Gestus der Statuen und entschied, dass der Sasseruwa-Buddha alles andere als eine Schülerarbeit sei. Ich stand vor einem Meisterwerk, geschaffen von einem Bildhauer, der irgendwo und irgendwann Kunde von nordindischen Buddha-Statuen erhalten haben muss . . . Gandhara und Gupta lassen grüßen . . .
Sasseruwa Buddha Statue
Sasseruwa Buddha Statue
Aukana Buddha Statue & Sasseruwa Buddha Statue
Aukana Buddha Statue & Sasseruwa Buddha Statue
Aukana Buddha Statue & Sasseruwa Buddha Statue
Aukana Buddha Statue & Sasseruwa Buddha – Gewandstudien
Lassen wir sämtliche Vermutungen außer Acht. Stellen wir uns dem Faktum, auf zwei Meisterarbeiten zu blicken. Konzentrieren wir uns auf ausgewählte Details. Alle weiteren Ausführungen mögen gewagt sein, entsprechen jedoch persönlichen Anschauungen und den daraus resultierenden Erkenntnissen.
Die Gegenüberstellungen der Köpfe und Gesichtsausschnitte zeigen weder im Ausdruck noch in der Art der handwerklichen Ausführung Ähnlichkeiten, bestenfalls stilistische Verwandtschaft. Nichts ist annähernd gleich, weder die Haartracht, noch die Augen, die Nase, die  Mundpartie. Hier waren zwei Meister am Werk, die sich weder kannten, noch voneinander abgeschaut haben. Um es nicht zu verhehlen, die Flammenkrone des Aukana Buddha wurde nachträglich aufgesetzt, ist also eine Zutat aus späterer Zeit, deshalb wurde bei der Kopfstudie auf deren Wiedergabe verzichtet.

Noch prägnanter fällt der Vergleich der Roben aus. Der Meister von Aukana konzentrierte sich auf die hervorragende Wiedergabe eines makellosen Faltenwurfes, dem eine feierliche, fast theatralische  Steifigkeit nicht abgesprochen werden kann. Unter dem Gewand verbirgt sich ein menschlicher Körper, dessen Konturen wenig Profil zeigen. Anders der Meister von Sasseruwa, er zauberte ein hauchdünnes, wunderbar durchscheinendes, locker fallendes Gewand, welches die Körperform hervorhebt, ja geradezu betont. Abschließend muss noch mitgeteilt werden, dass beide Buddha Statuen nicht freistehend sind, sondern fest mit dem Fels verbunden sind. Die Frontansicht des Aukana Buddha könnte die Ahnung eines freistehenden Buddhas aufkommen lassen. Der in der Felsnische stehende Buddha von Sasseruwa, egal von welcher Seite er betrachtet wird, gibt stets die Verbindung zum Fels preis. Das Publikum mag selbst entscheiden, welchem Buddha sie den Vorzug geben. Ich fühle mich mehr dem Buddha von Sasseruwa verbunden.

Sehr zu empfehlen ist die Lektüre der Seite www.lanka-excursions-holidays.com hier werden in den jeweiligen Artikeln die Buddha Statuen einzeln als auch im Vergleich betrachtet.

Einmal am Ort besichtigten wir noch das Sasseruwa Kloster, welches unter dem Namen Rasvehera firmiert. Ins Auge fällt der steinern eingefasste Bodhi-Baum. Für die Einfassung (Bodhigara) wurden keine Ziegelsteine verwendet, sondern naturbelassene Feldsteine aufgeschichtet. Reste einer alles umfassenden Klostermauer mit Tor (Bildvordergrund), ebenfalls aus Natursteinen aufgeschichtet, haben sich nur noch partiell erhalten.
Rasvehera Monastery: Klostermauer und Bodhigara
Rasvehera Monastery: Klostermauer und Bodhigara
Nach nur wenigen Schritten erreicht der Pilger die im Kandy-Stil ausgemalten Höhlen. Ein dem Fels vorgestellter moderner Mandapa führt in die erste Höhle. Kala und Makaras bewachen den Eingang zur Höhle. Auch in den Höhlen kann der typische Makara-Bogen im Kandy-Stil näher begutachtet werden.
Rasvehera Monastery: Kala über Eingang & Makara-Bogen über Buddha Statue
Rasvehera Monastery: Kala über Eingang & Makara-Bogen über Buddha Statue
Rasvehera Monastery: Wandmalereien im Kandy Stil
Rasvehera Monastery: Wandmalereien im Kandy Stil
Rasvehera Monastery: König – Buddha – Königin, Wandmalereien im Kandy Stil
Rasvehera Monastery: König – Buddha – Königin, Wandmalereien im Kandy Stil
Nach mehreren Besichtigungen verschiedener Waldklöster wurde deutlich, dass sich viele Malereien sehr ähnlich sind, sich in bestimmten Details wiederholen, was auch auf die Statuen zutrifft. Wer aber wachen Auges unterwegs ist, wird die Qualitäten in der Ausführung und in den Farbnuancen erkennen und lernen, die Buddhas zu unterscheiden.  Diese Thematik ist anspruchsvoll und vielfältig und keineswegs auf einen Blick zu erfassen. Wer in Sri Lanka unterwegs ist, kann der Bilderwelt im  Kandy Stil nicht ausweichen. Die Höhlen von Sasseruwa bildeten das Kontrastprogramm zu den Buddha-Statuen von Aukana und Sasseruwa.

Ein völlig anders gestaltetes Waldkloster besichtigten wir am Nachmittag. Wer sich Ritigala anschaut, ist wirklich in der Wildnis, ist im Dschungel unterwegs. Nach nur wenigen Schritten fühlten wir uns wie in eine andere Welt versetzt. Selten fanden wir Landschaft und Bauwerke derart harmonisch verbunden. Gleich zu Anfang am tiefsten Punkt der Klosteranlage befindet sich der Banda Pokuna, ein großer vieleckiger Pond, der sich bis heute zu den Regenzeiten mit Wasser füllt. Es wird angenommen, dass Pilger, die nach Ritigala kamen, zunächst im Pond ein rituelles Bad nahmen.
Ritigala – Banda Pokuna
Ritigala – Banda Pokuna
Wir ließen uns Zeit und schritten gemächlich den mit Granitplatten ausgelegten, streng gegliederten Meditationspfad entlang, der sich am Ostabhang des Berges sanft emporwindet. Auf der sehr übersichtlichen Wegstrecke gibt es mehrere Rastpunkte (Gimanhala), die wohl als Ruheplatz für Gebet und Meditation gedacht waren. Der Weg schwingt sich in sehr eleganten Kurven weiter aufwärts, ehe die geometrisch exakt gebauten, jegliche Dekoration aussparenden Klostergebäude erreicht werden. Alle Kurven der Wege und geraden Linien der Bauten fügen sich zu einer einzigartigen Harmonie, die den Gegenpart zur Urwüchsigkeit der Natur bildet, wobei sich Natur und Steinbauten zu einer unbeschreiblichen Atmosphäre vereinen, der man gern die Adjektive mythisch oder gar himmlisch vorstellen möchte.
Ritigala – Meditationspfad (unterer Bereich) und Gimanhala
Ritigala – Meditationspfad (unterer Bereich) und Gimanhala
Ritigala – Klostergebäude
Ritigala – Klostergebäude
Konsequenter als hier in Ritigala haben sich wohl nirgends Sri Lankas Baumeister der Umsetzung eines klar gegliederten geometrischen Planes unterworfen. Alles trägt die Züge der Moderne, respektive des Minimalismus, ohne wirklich modern zu sein, so hätten Architekten unserer Zeit eine Klosteranlage konzipieren können.

Ritigala Archaeological Site & Strict Natural Reserve muss als außergewöhnlicher Ort in Sri Lanka betrachtet und kann nur wärmstens empfohlen werden.
Ritigala – Felsenlandschaft
Ritigala – Felsenlandschaft
10.10.2019
Wer Sigiriya nicht gesehen hat, war nur zum Badeurlaub auf Sri Lanka. Sigiriya ist Pflichtprogramm, so auch für uns. Noch ehe die Kasse öffnete, standen wir voller Tatendrang, ausgerüstet mit Kameras und genügend Wasser im Rucksack, vor der Einlassschranke zu SIGIRIYA (ich muss es in Großlettern schreiben). Wir hatten eine Strategie entworfen, die uns alle Möglichkeiten eröffnete, die wichtigsten Besichtigungspunkte relativ ungestört erobern zu können. Schnurstracks näherten wir uns geradlinig dem Felsen, bestiegen auf kürzestem Weg (es gibt nur einen) den Felsen, besichtigten oben die Festungsanlagen und im Anschluss die berühmten Fresken. Nach dem Abstieg hatten wir genügend Zeit zur Besichtigung der Anlagen zu Füßen des Felsens und für das Museum. Was sich in lapidaren Sätzen schnell liest, währte doch mehr als zwei Stunden und erforderte einiges an Opferbereitschaft. Mit Publikum war zu rechnen. Den Träumern und Langschläfern wollten wir voraus eilen. Was uns gelang.
Sigiriya: Briefmarke von 1938 und Ansicht vom 10.10.2019 um 6Uhr38
Sigiriya: Briefmarke von 1938 und Ansicht vom 10.10.2019 um 6Uhr38
Bis zum Löwen-Tor stiegen wir auf festen Steinstufen empor. Danach führen eng am steilen Fels entlang gesicherte Stahlstufen auf das Plateau. Schwindelfreiheit ist nicht unbedingt vonnöten, aber durchaus von Vorteil. Die Geländer sind zweiseitig fest. Allein unsere Tritte versetzten die Stahlkonstruktionen in geringe Schwingungen. Mit hunderten Touristen mochten wir nicht auf der Treppe im Stau stehen. Zu Stoßzeiten muss der Auf- oder Abstieg alles andere als vergnüglich sein.
Löwentor und Stahltreppen zum Plateau
Löwentor und Stahltreppen zum Plateau
Oben angelangt, wurden wir gewahr, dass jeder Quadratmeter der Felsenkappe bebaut wurde. Wo man hinblickt Festung, nichts als Festungsanlage. Es ist nicht zu ahnen, wie viele Gebäude auf dem Felsplateau Platz fanden. Gleichfalls fasziniert das beeindruckende 360⁰ Panorama: Berge ohne Ende.
Sigiriya – Festungsanlagen auf dem Felsplateau
Sigiriya – Festungsanlagen auf dem Felsplateau
Der Abstieg gestaltete sich unproblematisch, nur wenige Touristen stiegen uns entgegen. Um zu den berühmten Fresken vorzudringen, muss eine stählerne vergitterte Wendeltreppe erstiegen werden. Wir hatten Glück, nachdem sich zwei Männer nach nur kurzer Betrachtung unvermittelt abwandten, konnten wir uns den Wolkenmädchen nähern und die zweiundzwanzig vorwiegend barbusigen Frauen ungestört begutachten. Hier hieß es mit den Augen ablichten. Fotografieren und Filmen streng untersagt! Hohe Strafen drohen bei Missachtung der Verbote!!
 Wolkenmädchen im Museum Sigiriya
Wolkenmädchen im Museum Sigiriya
Viel wäre noch zu den königlichen Gartenanlagen, die unterhalb des Felsens angelegt sind, zu sagen. Viele Fotos könnten gezeigt werden. Vergeblich alle Mühen, die Festungsanlage Sigiriya erschließt sich nur im direkten Erlebnis.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Umgemünzt auf Sigirya müsste der Satz lauten: Wer Sigiriya sieht, muss auch Pidurangala besichtigen. Oder noch schärfer: Wer auf den Sigiriya-Felsen klettert, muss auch den Pidurangala-Felsen erklimmen. Der Pidurangala Rock war, als wir morgens auf dem Sigiriya Rock standen, nicht zu übersehen. Der monolithische Block lagert nur etwas mehr als einen Kilometer nördlich unmittelbar gegenüber. Beide Felsen sind in der ebenen Umgebung die einzigen markanten Erhebungen. Der Aufstieg auf den Pidurangala-Felsen erfordert Trittsicherheit und im oberen Bereich muss geklettert werden. Seil, Haken und Klettergurt sind nicht erforderlich. Ein Schild am Fuß des Berges verweist auf den PIDURANGALA ROYAL CAVE TEMPLE, der im 5. Jh. vor unserer Zeitrechnung von König Kashyapa erbaut wurde. Den Höhlentempel hatten wir schnell besichtigt. Der Aufstieg zum Felsplateau fiel anfangs leicht. Unterhalb des Gipfels stößt man auf Ruinen alter Klostergebäude und auf einen recht gut erhaltenen liegenden Buddha. Diese aus Ziegeln gemauerte, später verputzte Buddha-Statue ermöglicht im Jetzt-Zustand gesicherte Rückschlüsse auf die technische Umsetzung der Bauweise solcher Großplastiken.
 Ruinen der Pidurangala Monastery unterhalb des Gipfels
Ruinen der Pidurangala Monastery unterhalb des Gipfels
Pidurangala Monastery: Liegender Buddha
Pidurangala Monastery: Liegender Buddha
Pidurangala Monastery: Liegender Buddha (Detailaufnahmen)
Pidurangala Monastery: Liegender Buddha (Detailaufnahmen)
Ich versuchte mir den liegenden Buddha völlig vom Putz befreit vorzustellen. Die Vision einer nur aus Ziegeln modellierten Buddha Statue gefiel mir. Der warme Rotton der Ziegel würde mich mehr überzeugt haben, als die vormals bemalte, heute verblichene Putzschicht, die wir schon an einigen Buddha Statuen gesehen hatten. Viele in die Ziegeloberschicht eingebrachte Feinheiten (Gesichtsausdruck, Fingernägel, Fingerfalten) verschwanden unter der Putzschicht und mussten durch Farbaufdruck erneut hervorgebracht werden.
Pidurangala Rock (Vordergrund) und Sigiriya Rock (Bildmitte)
Pidurangala Rock (Vordergrund) und Sigiriya Rock (Bildmitte)
Pidurangala – Abstieg und Ganesha-Schrein
Pidurangala – Abstieg und Ganesha-Schrein
Man könnte mir betreffs Tempelanlagen Gier und mangelnde Genügsamkeit vorwerfen. Mit Vorwürfen dieser Art kann ich gut leben. Nuwan jedenfalls verstand mein Begehren und stoppte den Wagen bei den Klosterruinen am Fuße des Pidurangala-Felsens und beim West-Tor von Sigiriya, denn auch dort gab es noch einen Stupa zu besichtigen. Im Nachhinein hätte ich vergeblich nach Gründen suchen müssen, weshalb ich unverrichteter Dinge an diesen historischen Anlagen vorbei gefahren bin.
Stupa am Fuße des Pidurangala-Felsens
Stupa am Fuße des Pidurangala-Felsens
Pidurangala – Bodhikaraya und Image House
Pidurangala – Bodhikaraya und Image House
Pidurangala – nicht bezeichnetes Gebäude mit sehr hohen Säulen
Pidurangala – nicht bezeichnetes Gebäude mit sehr hohen Säulen
Pabbatharamaya Stupa am West-Tor von Sigiriya
Pabbatharamaya Stupa am West-Tor von Sigiriya
Nachdem ich alles gesehen hatte, war mir wohler zumute. Ich hatte meine Hausaufgaben erledigt. Doch noch längst war nicht aller Tage Abend. Im Anschluss fuhren wir nach Habarana. Dort wechselten wir das Fahrzeug. Ein alter klappriger Jeep mit einem etwas jüngeren Fahrer brachte uns in den Kaudulla National Park. Wir wollten Elefanten sehen. Und wir sahen Elefanten. Mehr als genug. Hunderte Elefanten liefen uns im Sinne des Wortes vor und manchmal fast in die Kamera.
Wildelefanten im Kaudulla Nationalpark
Wildelefanten im Kaudulla Nationalpark
Elefanten auf weiter Flur
Drohender und kurz darauf heftig einbrechender Starkregen beendete abrupt die Safari. Binnen neunzig Minuten hatten wir mehr Elefanten gesehen, als wir je erwartet hätten. Elefanten im Zoo sind die Lieblinge der Kinder und vieler Erwachsener. Diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können, war für uns ein außerordentliches Erlebnis. Im Kaudulla National Park waren wie erstmals nicht allein. Außer uns waren etwa einhundert mit Kameras bewaffnete Touristen auf Foto-Safari unterwegs. An den vorgeschriebenen Haltepunkten stauten sich die Jeeps. Die National Parks erzielen vermutlich höhere Einnahmen als das Hotelgewerbe. In vielen Hotels waren wir die einzigen Gäste. Oft wurde nur für uns gekocht. Auch heute sprachen wir der singhalesischen Küche ordentlich zu. Vegetarier und Elefanten kommen in Sri Lanka auf ihre Kosten. Satt werden die einen und die anderen.

Text und Fotos: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
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SRI LANKA – Oktober 2019  Teil 2

7/16/2021

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08.10.2019
Die kleine Stadt Mihintale, wenige Kilometer östlich von Anuradhapura gelegen, gilt als Wiege des Buddhismus auf Sri Lanka. Die Geschichte, welche Mihintale den Aufstieg zum Wallfahrtsort verdankt, liest sich gut und ist so einfach wie schlicht ergreifend glaubwürdig, dass sie hier unbedingt erzählt werden muss.

Zitat: "Es begann mit einer gänzlich unbuddhistischen Aktivität, der Jagd. König Devanampiya Tissa hatte sich ein Jahr nach seinem Machtantritt (ca. 249 v. Chr.) östlich der Hauptstadt auf die Hirschjagd begeben. Als er ein "Opfer" erspäht hatte, folgte er ihm auf einen Hügel. Dort angekommen, rief ihn plötzlich eine Stimme: "Komm hierhin, Tissa!" Es war Mahinda, ein Mönch und Sohn des indischen Königs Ashoka. Er war mit einigen anderen Mönchen nach Sri Lanka gekommen, um den Buddhismus zu verkünden, und hatte sich auf diesem Hügel nahe der Hauptstadt niedergelassen. Mahinda verwickelte Devanampiya Tissa in einen intensiven Dialog und erläuterte ihm die Prinzipien des Buddhismus auf eine solch brillante Weise, dass der König sich bald darauf zu dem Glauben bekehrte. Ihm folgten seine Frau und auch der Hofstaat, womit die Grundlage zur "Buddhisierung" des gesamten Reiches gegeben war. Zur Erinnerung an das denkwürdige Ereignis wurde der Hügel von nun an Mihintale genannt ("Plateau des Mahinda"). Zahlreiche Könige verewigten sich dort durch die Errichtung religiöser Bauten." (Zitat Ende, entnommen aus REISE KNOW HOW Sri Lanka)

So ergreifend wie die eben erzählte Geschichte gestaltete sich unser Tagesablauf in Mihintale spannend. Fünf Uhr früh war es noch stockmauerfinster, wie man in Niederbayern sagen würde. Genau in dieser Morgenstunde holte uns ein von Nuwan verpflichteter Tuk-Tuk-Fahrer ab, der fuhr uns, soweit die Straße hinauf führt, zu den alten Ruinen von Mihintale. Der Fahrer war nicht nur Nuwans Schwager, sondern gleichzeitig auch ein für die Region Mihintale akkreditierter Guide, unter dessen Führung gelangten wir auf vielen Natursteinstufen sicher zu einem Felsen, auf dessen kleiner Kuppe lediglich ein Stupa Platz hat. Etwas unterhalb saßen wir bequem auf einem Stein und blickten ins zunehmende Licht und nur wenig später in die von blutenden Wolkenvorhängen eingerahmte Sonne. Frühaufsteher werden belohnt, im Glücksfall mit einem wunderbaren Morgenrot und sich anschließenden grandiosen Sonnenaufgang über der Eth Vehara Dagoba. Noch ahnten wir nicht, wie viele Überraschungen der von Farbenpracht angekündigte Tag uns bieten würde. Wir saßen und blickten der Sonne dankbar ins Antlitz. Auch ohne Nationalhymne können Tage in Sri Lanka sehr feierlich beginnen. Wir hatten erlebt, worauf Verlass ist: eine der ewigen Wiederholungen in der Natur, die sich niemals gleichen, respektive die immerwährende Veränderungen, die Buddha als die Tatsache des ständigen Wandels definierte.
Morgenrot mit Blick auf die Maha Seya Dagoba Mihintale
Morgenrot mit Blick auf die Maha Seya Dagoba Mihintale
Sonnenaufgang (erlebt auf dem Fels-Plateau der Eth Vehara)
Sonnenaufgang (erlebt auf dem Fels-Plateau der Eth Vehara)
Nuwans Schwager, ein für diese Region spezialisierter Guide, den Nuwan vermutlich bewusst engagiert hatte, konnte keinen schöneren Platz für diese unwiederbringlichen Momente wählen. Beglückt widmeten wir uns nach Tagesanbruch den Sehenswürdigkeiten in Mihintale. Der kleine Stupa der Eth Pagoda war mein Ort, hier fühlte ich mich angekommen. Dieser Platz war mit Spiritualität aufgeladen, wie kaum ein anderer in Mihintale. Hier oben hätte ich länger bleiben können, auf diesem Felsen hätte ich die Lichtstunden eines Tages verbringen können, ohne mich zu langweilen. Während ich ein Mantra murmelnd mehrfach um den Stupa schritt, breitete sich ein unbeschreiblich schönes 360⁰ Panorama unter mir aus. Wolkenfetzen stiegen auf. Das Licht nahm zu und gab die Konturen der Landschaft preis. Solche erhebende, unvergessliche Momente gelten einem vom Buddhismus angehauchten Bergwanderer als außergewöhnliche Eindrücke. Vielleicht waren diese wenigen Minuten die intensivsten und gleichzeitig intimsten der Reise. Wie das JETZT zu erleben, zu genießen und zu schätzen ist, war hier in der verfallenen Eth Pagoda zu lernen. Lebe im Jetzt. Bleibe immer im Jetzt. Schweife nicht ab. Das sind buddhistische Grunderkenntnisse, die sich hier oben erneut bestätigten und verfestigten.
Stupa auf der Felsenkuppe der Eth Pagoda
Stupa auf der Felsenkuppe der Eth Pagoda
Blick hinab auf Kaludiya Pokuna (Teich des schwarzen Wassers)
Blick hinab auf Kaludiya Pokuna (Teich des schwarzen Wassers)
Um 6Uhr40 ahnte ich nicht, dass wir in der zwölften Mittagsstunde die historischen Bauwerke am Kaludiya Pond besichtigen würden. Ehe wir dort unten ankamen, hatten wir schon unglaublich viel auf dem Plateau des Mahinda gesehen. Wäre nicht der digital gesicherten Chronologie der Fotos zu trauen, würden sich wohl die im Kopf gespeicherten Bilder dieses Vormittages überlagern.
Stufen zur Stupa der Eth Pagoda und Image House
Stufen zur Stupa der Eth Pagoda und Image House
Naga Pokuna (Schlangenbad)
Naga Pokuna (Schlangenbad)
Das Schlangenbad, ein etwa 40m langes Becken mit natürlichem Zufluss muss als magischer Ort bezeichnet werden. Hier hat sich eines der frühen Felsenreliefs auf Sri Lanka erhalten, ein fünfköpfiger Naga. Das im Naga Pokuna (Schlangenbad) gestaute Wasser wurde ins tiefer liegende Sinha Pokuna (Löwenbad) geleitet. Wer an solch einem Ort nur wenige Minuten verharrt, gerät unweigerlich ins Nachdenken. Was haben wir den Menschen von damals voraus? Was nützt uns technischer Fortschritt? Mahinda und sein Gefolge konnten gut leben, auch mit qualitativ hohen kulturellem, hygienischen und spirituellem Anspruch. Ich bin nicht gewillt einen kulturgeschichtlichen Abriss über die Entwicklung von Sanitäreinrichtungen zu liefern, doch das nächste Foto und zwei weitere Fotos zum Kaludiya Pokuna belegen das Vorhandensein hygienischer Einrichtungen. Ohne jegliche Kritik und Wertung sei hier nur bemerkt, dass noch heute im 21. Jahrhundert Menschen zur Verrichtung ihrer Notdurft hinters Haus, auf den Acker, in den Wald oder sonst wo hin laufen müssen und das geschieht nicht nur in asiatischen Ländern.
Urinal (historische Toilette) – Klostergebäude (Bibliothek) – Opferstein (Altar)
Urinal (historische Toilette) – Klostergebäude (Bibliothek) – Opferstein (Altar)
Das Schlangenbad hatten wir gleich nach Tagesanbruch besichtigt, keine Stunde später standen wir am Löwenbad, auch das ein Bauwerk, welches der menschlichen Befindlichkeit gedient haben muss. Das frische Wasser floss in unterirdischen Kanälen vom Schlangenbad ins Löwenbad. Nichts anderes als die Gesetze der Schwerkraft wurden ausgenutzt. Weitere wasserführende Leitungen in die Küchentrakte des Klosters sind nachweisbar. Nichts war dem Zufall überlassen, alles war durchdacht und den jeweiligen Zwecken angepasst.
Sinha Pokuna (Löwenbad)
Sinha Pokuna (Löwenbad)
Seit 5 Uhr 15 waren wir auf Mahindas Plateau unterwegs. Was hatten wir nicht schon alles seit Tagesanbruch gesehen! Ehe uns Nuwan das keineswegs improvisierte Frühstück im Wald auf schattigen Steinstufen servierte (eine nette Idee übrigens), sollten wir herausragende Momente an der Kantaka Cetiya erleben. Das war ein Platz so recht nach unserem Geschmack. Auch hier hätten wir länger bleiben können. Wir konnten sehr gut nachvollziehen, wie an dieser Stupa und den herrlichen Vahalkadas einstmals meditiert wurde. Längst stand die Sonne hoch, wärmte uns und den Boden, heizte die Luft auf und noch immer waren wir allein – unglaublich das alles – das war ein besonderer Tag – das war unser Tag in Mihintale.
Kantaka Cheytya Dagoba mit Vahalkada Ost und Naga-Relief
Kantaka Cheytya Dagoba mit Vahalkada Ost und Naga-Relief
Der Name Kantaka wird auf das Pferd zurückgeführt, "mit dem Buddha den elterlichen Fürstenhof verlassen und dem verschwenderischen Leben entsagt haben soll" (Baedecker). Der Stupa wurde vermutlich im 2. vorchristlichen Jahrhundert errichtet. Die beachtenswerten, reich mit Reliefschmuck bestückten Vahalkadas (Altäre) sind wohl ins 1. nachchristliche Jahrhundert zu datieren. Diese Darstellungen in Relieftechnik unterschiedlicher Tiefe gelten als eine der frühesten Beispiele ausdrucksstarker singhalesischer Bildhauerkunst.
Reliefband mit Ganas  und Gott Ganesha (dritte Figur von links)
Reliefband mit Ganas und Gott Ganesha (dritte Figur von links)
Die Darstellung des Gottes Ganesha inmitten seiner Gana an einem buddhistischen Bauwerk sorgte bei den Wissenschaftlern für einige Verwirrung, wird doch der Elefanten-Gott sonst ausschließlich in hinduistischen Tempeln verehrt. Auch die Gana, Ganeshas Truppen, sind in Süd-Indien nur an Hindu-Tempeln (z.B. in Badami) zu sehen, übrigens dort vorwiegend auf Reliefbändern vereinigt.
Die vier folgenden Fotos im Hochformat zeigen Dekorationen von Säulen und Wandflächen der Vahalkadas. Besonders auffällig, anders als gewohnt und verbreitet, ist die Darstellung des Nagaraja (Bild links). Hier wird der Schlangenkörper nicht kunstvoll in verschlungenen Windungen dargestellt, sondern als gestreckter Körper. Einzigartig (und bisher nur hier entdeckt) ist die Krone auf dem fünfköpfigen Haupt der Schlange.

An dieser Stelle wäre wieder eine kleine Geschichte fällig. "Es heißt, dass vier Wochen, nachdem Gautama Buddha unter dem Bodhi-Baum zu meditieren begonnen hatte, der Himmel sieben Tage lang dunkel wurde und ein unglaublicher Regen nieder ging. Der mächtige König der Schlangen, Mucalinda, kam jedoch unter der Erde hervor und beschützte mit seiner Kapuze denjenigen, der die Quelle allen Schutzes ist. Als der große Sturm abgeklungen war, nahm der Schlangenkönig seine menschliche Gestalt an, verneigte sich vor dem Buddha und kehrte freudig in seinen Palast zurück."
Zitat Ende, Google generierte Übersetzung entnommen dem Mucalinda-Artikel der Wikipedia.
  
Original: "It is said that six weeks after Gautama Buddha began meditating under the Bodhi Tree, the heavens darkened for seven days, and a prodigious rain descended. However, the mighty King of Serpents, Mucalinda, came from beneath the earth and protected with his hood the one who is the source of all protection. When the great storm had cleared, the serpent king assumed his human form, bowed before the Buddha, and returned in joy to his palace."
Kantaka Stupa – Reliefs der Vahalkadas
Kantaka Stupa – Reliefs der Vahalkadas
Unterhalb der Kantaka Stupa lagern gigantische Felsbrocken. Das Bild dieser Landschaft wird von Steinmassen geprägt, die, so scheint es, von Titanen und Zyklopen geschichtet wurden. Für Geologen muss diese Gegend noch heute ein äußerst spannendes Einsatzgebiet sein. Die ersten Buddhisten auf Sri Lanka  (Mahinda und seine Gefolgschaft) fanden hier Unterschlupf. Zurückgezogener konnten die buddhistischen Mönche damals wohl nirgends leben. Zeichen und Spuren einstiger Nutzung haben sich bis heute erhalten.
Mihintale: Felsen, Höhlen, Felsüberhänge in der Nähe der Kantaka Stupa
Mihintale: Felsen, Höhlen, Felsüberhänge in der Nähe der Kantaka Stupa
Zu einem Kloster gehören nicht nur die Tempelanlagen, die Schulungs- und Versammlungsräume, der Küchentrakt, das Refektorium, sondern auch die sozialen Einrichtungen, wie etwa eine Krankenstation und eine Alms Hall. Erst die Übersetzung ergab für uns den Sinn dieser Gebäude, die wir in verschiedenen Klöstern schon besichtigt hatten: The Alms Hall = Almosenhalle. In den riesigen langen Granit-Trögen, den "Reisbooten", wurde die frische Nahrung gesammelt, vermutlich jene täglichen Gaben, die wohlgesonnene Leute aus dem Dorf heraufbrachten, und – was zu hoffen ist – gerecht verteilt wurden. Auch in die Almosenhalle führte eine zentrale Wasserleitung, die von oben (vom Schlangenbad) eingespeist wurde.
Mihintale: Dana Salawa (The Alms Hall = Almosenhalle) und Reisboot im Dana Salawa
Mihintale: Dana Salawa (The Alms Hall = Almosenhalle) und Reisboot im Dana Salawa
Nuwans Schwager war hoch erfreut, dass wir auf die Besichtigung der Giribandhu Cetiya bestanden. Hier sei er schon lange nicht mehr gewesen. Er meinte, nur wenige Besucher wollen auch diesen Stupa aufsuchen. Die Wege zu allen Zielen in Mihintale sind kurz, doch schlussendlich ist man dann doch einen Vormittag nur auf Mahindas Plateau unterwegs. Der Giribanda Stupa ist weniger spektakulär als der Kantaka Stupa, doch seine spezielle Lage zeichnet ihn aus. Ein traumhaft schöner Weg steigt sanft an, führt an einem Wasserbecken vorbei, ehe die Stufen zum kleinen Plateau, auf dem der Giribanda Stupa ruht, erreicht werden. Die Vahalkadas sind sehr schlicht gehalten, auf jeglichen Schmuck wurde verzichtet. 
Mihintale: Giribanda Cetiya
Mihintale: Giribanda Cetiya
Mihintale: Ambasthala Dagoba (im Hintergrund Maha Seya Dagoba)
Mihintale: Ambasthala Dagoba (im Hintergrund Maha Seya Dagoba)
Der Ambasthala Dagoba (Dagoba=Stupa) muss, betrachtet man die Bauweise, der Kategorie Watadage zugeordnet werden, also den Stupas, die auf Rundsockeln ruhen und von mindestens zwei in konzentrischen Kreisen stehenden Säulen umgeben sind, die früher hölzerne Dächer trugen. Diese Überdachungen warfen Schatten auf die Steinplatten des Umlaufs und spendeten den Gläubigen, die den Stupa umrundeten, ebenfalls Schatten. (Eigene Erfahrungen lehrten uns, wie sich Steinplatten, die ganztägig der Sonne ausgesetzt sind, aufheizen können. Selbst einheimische Buddhisten, denen das Barfußgehen selbstverständlich ist, verfielen mancherorts in den Eilschritt. Meditation langsamen Schrittes ausgeschlossen.) Der Ambasthala Stupa wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut. In der innenliegenden Reliquienkammer befinden sich die sterblichen Überreste des Mönches Mahinda. Der Stupa muss erst kurz vor unserem Besuch in den weißen/reinen Zustand gebracht worden sein. Es gab ein Fest, deshalb hängen noch die Blumengirlanden herab. Im Internet frei zugängliche Fotos vom Mai 2018 zeigen den Stupa noch im "Rohzustand", also unverputzt. Wie oft ein zweitausend Jahre alter Stupa verputzt und baulich verändert wurde, lässt sich nur schwerlich ermessen. Im Falle der Bauteile aus Granit, gemeint sind Stufen, Bodenplatten, Säulen & Kapitelle hat sich der Originalzustand überliefert. Mehr oder weniger gut haben sich die Dekorationen der Kapitelle erhalten.
Mihintale: Ambasthala Dagoba, oktogonale Kelchkapitelle mit Gana und Löwen
Mihintale: Ambasthala Dagoba, oktogonale Kelchkapitelle mit Gana und Löwen
Mihintale: Blick vom Sila-Felsen auf Buddha-Statue und Maha Seya Dagoba
Mihintale: Blick vom Sila-Felsen auf Buddha-Statue und Maha Seya Dagoba
Vom Sila-Felsen, der bei Google Aradhana Gala genannt wird, schaut man auf eine makellos weiße moderne Buddha Statue und auf die 21m hohe Maha Seya Dagoba aus dem 10. Jahrhundert, hinter der sich der Felsen erhebt, auf der wir morgens das Tagen erleben durften. Ehe wir den Sila-Felsen bestiegen, der sicher für die Gläubigen eine besondere Bedeutung hat, waren wir im Wald unterwegs, um Mahindas Bett zu sehen, nichts als eine natürlich geglättete Felsenplatte unter einem Felsvorsprung, der Ort, an dem sich der Mönch Mahinda aufgehalten haben soll. Kaum ein Pilger lässt diesen kleinen Nebenweg zu dieser weihevollen Stätte aus. Wir trafen dort sogar burmesische Buddhisten. So nah die einzelnen Ziele auch beieinander liegen, strengten uns die kurzen Wege dennoch an, weil über weite Strecken barfuß gegangen werden muss. Welcher Europäer geht schon öfters nackten Fußes auf Waldboden oder felsigen Grund? Barfuß auf den Aradhana Gala zu klettern war schon eine echte Herausforderung. Der Tag hatte sich inzwischen gen Mittag geneigt. Wir hatten in Mihintale alle historischen Stätten besichtigt, zumindest die auf Bergeshöhen gelegenen. Nur die wichtigsten Plätze konnten in dieser Beschreibung erwähnt und mit Fotos dokumentiert werden. Nuwan glaubte, mittags im First House (seinem hübschen kleinen Hotel) uns einen gediegenen Lunch servieren zu müssen, weil wir einer Pause bedürften. Seine Sorge um uns war sicher wohlgemeint, doch wir entschieden anders. Nach langwieriger Entscheidungsfindung blieben wir in Mihintale. Wusste ich doch (sozusagen ebenerdig) noch eine Handvoll wichtiger archäologischer Stätten, die wir unbedingt noch sehen wollten. Wann wir je wieder nach Mihintale gelangen würden, steht für uns unlesbar in den Sternen geschrieben. Wir mussten heute Nägel mit Köpfen machen. Nach einer Tee-Pause in einem Marktstand, wo Nuwan Menschen traf, die er seit Kinderzeiten kannte, setzten wir das Besichtigungsprogramm fort. Östlich der Kandy Road zweigt der kurze Fußweg zum malerischen Kaludiya Pond ab. Um den See herum wurden die Klostergebäude errichtet. Wie ein Schiffsbug ragt eine künstlich angelegte Halbinsel in den See, darauf sind die Ruinen eines Tempels als Reste einstiger Pracht verblieben. Kaludiya ist ein außerordentlicher Platz. Ohne uns die Ablehnung des Mittagessens ernsthaft zu verübeln, blieb Nuwan guter Dinge und führte uns zu den markanten Punkten der Kaludiya Klosteranlage. Nuwan eröffnete uns nicht ohne Stolz, nur hier hätte sich ein überdachter Torbau erhalten, wie eben auch ein vollständig aus Granitblöcken errichtetes Gebäude stehen geblieben ist. Die saubere exakte Verarbeitung der Granitbauelemente überzeugt bis heute. Auch in Kaludiya haben sich die sanitären Anlagen erhalten. Wie auf den Fotos zu sehen ist, wurde nach großem und kleinem "Geschäft" unterschieden, man nahm es nicht nur bei Granitblöcken, sondern auch bei den menschlichsten aller Bedürfnisse sehr genau. Auf die Gefahr hin endloser Wiederholungen bezichtigt zu werden, muss ich es dennoch betonen, auch hier waren wir, klammere ich den einen lonesome tourist aus, der uns nicht behinderte, allein unterwegs. Alle Stätten, die wir von morgens bis mittags gesehen hatten, ließen sich zu einer attraktiven Wandertour kombinieren. Wer aber ist willens in der gnadenlosen Hitze zu wandern? Wir hatten, ohne es vorher zu ahnen, einige Kilometer hinter uns gebracht. Das Ende der Tour war noch nicht abzusehen. Einige wichtige Stätten konnten auf der heutigen Programmliste noch nicht abgehakt werden.
Kaludiya Pokuna
Kaludiya Pokuna
Kaludiya Pokuna: Torbau  und Gebäude
Kaludiya Pokuna: Torbau und Gebäude
Kaludiya Pokuna: historische Toilettenanlagen
Kaludiya Pokuna: historische Toilettenanlagen
Kaludiya Pokuna: Ruine in Schiffsform und Stupa
Kaludiya Pokuna: Ruine in Schiffsform und Stupa
Die von Google genannte Klosteranlage Maninaga Mandir, deren offizielle Bezeichnung Monastic Building at the Foot of the Mountain lautet, der Katu Seya (Stupa), der Indikatu Seya (Stupa), ein Ancient Hospital zuzüglich unbenannter Nebengebäude, ein sehr beachtlicher Pond und das Archäologische Museum Mihintale standen noch auf der Liste. Heute wollten wir ganze Arbeit leisten. Nuwan wusste zu allen Anlagen seine sachkundigen Ausführungen zu geben. So wurde, was ja unverächtlich eine bedeutende soziale Leistung darstellt, die Klosteranlage zu Füßen des Berges als Alterssitz für die Mönche eingerichtet. – Zu den Füßen der Statue erübrigt sich jeglicher Kommentar. Sauber abgeschnitten, würden Handwerker sagen. Mildtätigkeit und Gier nah beieinander.
Mihintale: Klosteranlage (Maninaga Mandir)
Mihintale: Klosteranlage (Maninaga Mandir)
Die beiden Stupas Katu Seya und Idikatu Seya sind Bestandteile größerer Klosteranlagen, die sich direkt westlich neben der Kandy Road erheben. Der Idikatu Stupa wurde während der Regierungszeit des Königs Kalakanni Tissa (40 - 20 v. Chr.) erbaut, somit ist der Idikatu Seya mehr als zweitausend Jahre alt und wesentlich jünger wird der benachbarte Katu Seya auch nicht sein.
Mihintale: Katu Seya und Idikatu Seya
Mihintale: Katu Seya und Idikatu Seya
Wo man hinschaut, überall sind historische Hinterlassenschaften aus der Anuradhapura Periode und früheren Zeiten erhalten. Die Fülle der Bauwerke beeindruckt die Besucher und überfordert die Archäologen. Etliche Bauten sind freigelegt, andere noch eingewachsen und viele sind noch längst nicht identifiziert.
Mihintale: namenloses Tempelgebäude
Mihintale: namenloses Tempelgebäude
Mihintale: Panorama-Ansicht vom Ancient Hospital (Krankenhaus)
Mihintale: Panorama-Ansicht vom Ancient Hospital (Krankenhaus)
Mihintala: Kräutersudbecken und Behandlungsbecken
Mihintala: Kräutersudbecken und Behandlungsbecken
Es kann kein Zufall sein, dass das große, immerhin recht tiefe mit Stufen eingefasste Becken unmittelbar neben dem Krankenhausareal erbaut wurde. Die Wasserversorgung beider Einrichtungen wurde von einer Quelle gespeist. Die Leitungen führen vom Krankenhaus zum Becken. Nicht erst hier, auch schon zuvor an der großen Treppe, die nach Mihintale hinauf führt,  konnten wir ermessen, wie souverän die singhalesischen Steinmetze den harten Granit zu beherrschen wussten. Exakter wird auch heute nicht gearbeitet, der einzige Unterschied zu damals, heute übernehmen computergestützte Maschinen die Arbeit und garantieren Maßhaltigkeit. Der Transport und der jeweils ortsgebundene Einsatz der schweren Granitbauteile sind gleichermaßen bewundernswert. Nur Handwerker, die noch nicht den Einsatz von Seilen, Winden, Flaschenzügen und Brechstangen verlernt haben, können den Wert dieser Arbeiten einschätzen und würdigen. Gewiss wird auch elefantische Kraft manchen Stein bewegt haben.
Mihintale: Wasserbecken, zum Hospital gehörend
Mihintale: Wasserbecken, zum Hospital gehörend
Mihintale:  Piyagatapela = Große Treppe zur Ambasthalaya
Mihintale: Piyagatapela = Große Treppe zur Ambasthalaya
Noch immer hatten wir nicht genug. Nach einer Tee-Pause im FIRST HOUSE (Nuwan brauchte seinen Lunch) machten wir uns am Nachmittag erneut auf den Weg. Zwei Ziele empfahl Nuwan, Vorschläge, die wir gern annahmen. Uns war nicht alles gleich, aber neu, was immer auch käme. Zunächst kämpften wir uns durch dichtes Gestrüpp und tiefen Schlamm zum Wassamale Hill empor, Nuwan zielsicher voran, er kannte den Weg zu diesem Felsen.
Mihintale: Wassamale Cave Paintings
Mihintale: Wassamale Cave Paintings
Der Wassamale Hill ist im Vergleich zu anderen Felsformationen in Mihintale ein sehr bescheidener Felsrücken, wo unter einem Felsüberhang Malereien (laut Wegweiser: Wassamale Cave Paintings) zu sehen wären. Wenn auch die Qualität und die Bildinhalte (angeblich im Kandy-Stil) für unsere Augen wenig hergaben, nicht mit den Felsenmalereien von Sigiriya vergleichbar sind, bot die Landschaft schöne Bilder und Ausblicke. Einen letzten Blick konnten wir auf unser Einsatzgebiet vom Vormittag blicken. So schloss sich der Kreis, ehe an einer Brücke der Schlusspunkt des Tages gesetzt wurde.

Im Zeitalter von Stahl und Beton kann die aus Steinblöcken gefügte Brücke nur Bewunderung hervorrufen. Die Brücke misst 23,8m in der Länge und 2,6m in der Breite und wurde zwischen 276 und 303 unserer Zeitrechnung erbaut, das ist die verbriefte Regierungszeit des Königs Mahesen, der auch den Bau des Mahakanadarawa Tank veranlasste. Nuwan versicherte, dies sei die längste Steinbrücke in Südostasien. Wir glaubten ihm. Ich habe seine Aussage nicht überprüft. Die Brücke ist jedenfalls im Großraum Anuradhapura und wahrscheinlich auf Sri Lanka einmalig.
Mihintale: Mahakanadarawa Steinbrücke
Mihintale: Mahakanadarawa Steinbrücke
Mihintale: Mahakanadarawa Stone Bridge
Mihintale: Mahakanadarawa Stone Bridge
Nuwan hängte noch einen kleinen Umweg an, dieser Schlenker führte direkt am Tank vorbei, so konnten wir auch noch den Mahakanadaraw Tank und die ansässige Vogelwelt sehen.
Mihintale: Mahakanadarawa Tank
Mihintale: Mahakanadarawa Tank
Zum Fünf-Uhr-Tee erreichten wir das FIRST HOUSE. Zwölf Stunden hatten wir nicht nur hart gearbeitet, sondern auch extrem unter der Hitze gelitten. Der Lohn für die selbst gewählten "Qualen" sind unsere Bilder auf den digitalen Datenspeichern und die noch wertvolleren Bilder im Kopf. Nichts gibt es zu bereuen. Alles war gut, alles war richtig. Das war ein Urlaubstag nach unserem Maß. Einer, den wir am Morgen schon sahen, begegnete uns im Museum Mihintale wieder: der Gott Ganesha.
Ganesha (nicht näher bezeichnet, gefunden im Gebiet von Kandy)
Ganesha (nicht näher bezeichnet, gefunden im Gebiet von Kandy)
Fazit: Anuradhapura und Polonnaruwa muss man unbedingt besuchen, aber Mihintale darf man in keinen Fall auslassen. Mihintale, Nuwans Heimat, wird sehr zu Unrecht unterschätzt. In Mihintale hat man auf Schritt und Tritt historischen Boden unter den Füßen. Wo aber auf Sri Lanka würde man keinen historischen Boden betreten? Betreffs Archäologie ist in Sri Lanka und speziell in Mihintale noch längst nicht das letzte Wort gesprochen.

Joerg Dreckmann & Rainer Krack: SRI LANKA Reiseführer
REISE KNOW HOW  ISBN 978-3-8317-3122-0

Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
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SRI LANKA – Oktober 2019  Teil 1

7/10/2021

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Grundsätzliches: Wem in London, Paris oder Madrid die Knie nicht schlottern, der wird sich auch in Sri Lanka nicht fürchten. Diesem Statement von Herrn Ando Sundermann, dem wir maßgebliche Anregungen, viele Hinweise und Ratschläge für diese Reise zu danken haben, kann nur eine zweite nicht minder konkrete Aussage nachgestellt werden. Dank verstärkter Polizeipräsenz auf Straßen und vor bzw. in allen öffentlichen Einrichtungen haben Touristen derzeit in Sri Lanka nichts zu befürchten.

04.10.2019
München-Doha-Colombo ist eine schlüssige Verbindung, die von Qatar Airways geflogen wird. Wir erreichten Colombo am Vormittag und stürzten uns mitten hinein in unser dicht gestricktes Programm. Schnell waren wir dem Verkehrsgetümmel Colombos entronnen. Schon gegen 12 Uhr parkten wir vor der ersten Klosterpforte. Im Waldkloster Pilikuttuwa und seinen vielen Höhlen erlebten wir die erste Überraschung. Wir waren allein unterwegs. Weit und breit von Touristen keine Spur. Auch die Mönche schienen sich in ihre Klausen zurück gezogen zu haben. Ruhe herrschte wie im Märchenland. Kein Autolärm war zu hören. Nur leises Vogelgezwitscher und verhaltene Affenrufe unterbrachen die fast schon unglaubliche Mittagsstille, dabei hatten wir uns keine 30km von der tosenden Hauptstadt Colombo entfernt. Und hier in Pilikuttuwa erlebten wir, was sich zwei Wochen lang wieder und wieder bestätigen sollte: die Klöster sind umgeben von üppiger Landschaft bzw. in selbige eingebettet. Die Waldgebiete sind selten eben. Monolithische Felsblöcke liegen umher, oft übereinander. Natürliche Unterstände und steinerne Überhänge wurden zu Höhlen umfunktioniert. Überall boten sich Rückzugsorte. Retreat unter Felsen, umgeben von dichtem Wald, vorzüglichere Gegebenheiten, sich auf Buddha und seine Lehren zu konzentrieren, lassen sich kaum ausmalen. Um das Regenwasser von den Felsen abzuleiten, schlugen die Mönche (oder doch schon ausgebildete Steinmetze?) an den Felsblöcken hoch oben, quer verlaufende, lange Abtropfkanten ein. Dieses simple, aber sehr wirksame Verfahren garantiert bis heute einen trockenen Platz in den offenen Höhlen. Stufen und Wege führen durch den Wald und von Höhle zu Höhle. In Pilikuttuwa musste die Landschaft kaum verändert werden, ausgenutzt wurden die vorhandenen geophysikalischen Strukturen. Etwa einhundert Höhlen sind im Wald von Pilikuttuwa entdeckt worden. Auf einigen Flächen großer Blöcke sind für uns unlesbare Inschriften zu erkennen, diese belegen, dass hier schon vor über 2000 Jahren Mönche saßen und meditierten und ihr Heil in Buddha suchten.
Waldkloster Pilikuttuwa – Stufen und Abtropfkante
Waldkloster Pilikuttuwa – Stufen und Abtropfkante
Die jetzigen Klostergebäude von Pilikuttuwa sind in jüngerer Zeit entstanden. Die Klostergebäude schmiegen sich an die Felsen. Durch die Gebäude gelangen die Menschen in ein oder mehrere Höhlengewölbe. Decken und Wände sind bemalt. Den Raum bzw. die Räume schmücken Buddha Statuen. An prädestinierter Stelle wird ein Stupa errichtet. Auf einen Bodhi-Baum, der gemauert eingefasst, geschützt wächst und verehrungswürdige Ausmaße annimmt, kann kein Kloster verzichten. Lebenswichtig ist das Wasser. Jedes Kloster verfügt über einen Pond, der entweder von Quellen, meist jedoch vom Regenwasser gespeist wird. Nach diesem Muster sind viele andere Klöster auf Sri Lanka gebaut worden. An einem wirklich stillen Ort hatten wir unseren Sri Lanka – Exkurs gestartet.
Waldkloster Pilikuttuwa – Tempel, Stupa und Bodhi-Baum in steinerner Einfassung
Waldkloster Pilikuttuwa – Tempel, Stupa und Bodhi-Baum in steinerner Einfassung
Waldkloster Pilikuttowa – Versammlungshalle und Pond (Wasserspeicher)
Waldkloster Pilikuttowa – Versammlungshalle und Pond (Wasserspeicher)
Im Gegensatz zu Pilikuttuwa waren auf dem Gelände des Kelaniya Raja Maha Viharaya etliche Menschen anzutreffen, die jedoch unsere Neugier kaum behinderten. Singhalesen verrichteten ihre Gebete, brachten Blumen zum Bodhi-Baum und suchten die Übereinkunft mit Buddha. In jeder Religion ist der Weg zum Heil ein langer. Wir aber staunten und fanden in variierten Formen was uns längst vertraut ist: Götter, Halbgötter und mythische Wesen. Neu und irritierend war zunächst nur das unvermittelte Nebeneinander von Buddha, Bodhisattvas und hinduistischen Göttern. An diesem Tempel in seinem jetzigen Zustand, der weitestgehend im 19. Jahrhundert erstellt wurde, hätten wir länger verweilen können. Dreimal habe ich den Stupa, das wohl älteste Bauwerk der Tempelanlage, dankbar umrundet und wünschte uns einen reibungslosen Verlauf der Reise.
Kelaniya Raja Maha Viharaya – Tempel und Stupa
Kelaniya Raja Maha Viharaya – Tempel und Stupa
Auf einer geschätzt 100x100m erhöhten Ebene ruhen Tempel und Stupa. Der Bodhi-Baum fällt unwillkürlich in den Blick. Die Umfassung dieser quadratischen Fläche ist lt. Nuwan Gajanayaka – unserem fachkundigen Reiseleiter – nur hier zu sehen. Dutzende und aber Dutzende oben halbrund geformte Steine, die den Naga zeigen, fassen das Areal ein. Auf den Naga, den Schlangengott, oft auch als Schlangenkönig bezeichnet, also auf den Schutz des Nagaraja wird in Sri Lanka gesetzt. An allen Tempeln halten eingangs der oder die Naga die Wacht. Oft wird von der Kobra gesprochen, was den Sachverhalt nicht korrekt trifft, wenn auch die Stilisierung des Naga durchaus an eine Kobra erinnert. Ebenso präsent sind Ganas (Zwerge), die Truppen Ganapatis (Ganesha), so wie Elefanten und die heiligen Gänse (Hamsa).
Kelaniya Raja Maha Viharaya – Naga-Einfassung und Reliefregister am Tempel
Kelaniya Raja Maha Viharaya – Naga-Einfassung und Reliefregister am Tempel
Im Tempel sind die Wände mit prachtvollen neoklassischen Fresken von Walimuni Solias Mendis, einem singhalesischen Maler, dekoriert. Sofern man einem Bodenstein mit eingravierter Jahreszahl vertraut, wurde der Tempel im Jahr 1888 fertiggestellt.
Kelaniya Raja Maha Viharaya – Wandbilder von Solias Mendis (1897-1975)
Kelaniya Raja Maha Viharaya – Wandbilder von Solias Mendis (1897-1975)
Idealer konnte der Einstieg in die singhalesische Kultur nicht verlaufen. Sehr zufrieden sanken wir abends ins Bett. Was sich fast als Regel erweisen sollte, kündigte sich schon im Asia Grand Hotel in Negombo an. Meist waren wir in den für uns im Voraus gebuchten Hotels die einzigen Gäste. Glücklich waren die Belegschaften uns zu Diensten sein zu dürfen. Die uns entgegen gebrachten Freundlichkeiten waren oftmals kaum zu ertragen, fast schon peinlich. Häufig wurden extra für uns Wunschgerichte gekocht, die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen. Trinkgelder waren jederzeit und überall willkommen. Es ist wirklich ein bedauernswerter Zustand, dass seit den furchtbaren terroristischen Anschlägen vom Frühjahr 2019 nur wenige Touristen nach Sri Lanka kommen.

05.10.2019
Außer uns, einigen Fischern und wilden Hunden war niemand morgens um 6Uhr am Strand von Negombo unterwegs. Während die Fischer in altmodischen Auslegerbooten ihr Tagwerk begannen, mühsam ins offene Meer paddelten, unterdessen die Hunde nach Nahrung stöberten, suchten wir Muscheln. Die Ausbeute an sehenswerten Muscheln war gering, die Fischausbeute in den von Hand ausgelegten und eingezogenen Netzen wird ähnlich karg ausgefallen sein. Man muss es gesehen haben, um es zu glauben. Hier wird gearbeitet wie in grauer Vorzeit. Diese vermeintliche Rückständigkeit sichert aber den Fischbestand des Indischen Ozeans, zumindest der Teile, die Sri Lanka umspülen.
Auslegerboote am Strand von Negombo
Auslegerboote am Strand von Negombo
Um 7Uhr gab es Frühstück und 9Uhr15 begannen wir die Besichtigung von Dambadeniya, genaugenommen den Klosterkomplex und eine Felsenfestung. Im 13. Jahrhundert fungierte Dambadeniya den Singhalesen zeitweilig als Hauptstadt. Sehenswert im Sri Wijaya Sundarama Raja Maha Vihara ist der im Zentrum stehende Tempel. Erwähnenswert, weil ungewöhnlich, sind die Wächtersteine links und rechts der hölzernen Vorhalle. Jeweils drei Jataka-Szenen, also Szenen aus Buddhas Vorleben werden ins Bild gerückt. Außerdem wurde in diesem zweigeschossigen Tempel (Dalada Maligawa) kurzfristig die Zahn-Reliquie (jetzt in Kandy) verwahrt.
Dambadeniya Sri Wijaya Sundarama Raja Maha Vihara – Dalada Maligawa
Dambadeniya Sri Wijaya Sundarama Raja Maha Vihara – Dalada Maligawa
Baedeker meldet auf Seite 309: "Gegenüber dem Eingang führt ein Pfad durch Reisfelder zu einem Felsen, auf dem einst eine Zitadelle stand" (Zitat Ende). Wir schauten uns diese Zitadelle näher an. Auf dem Felsplateau sind die historischen Fundamente mehrerer Gebäude freigelegt. Nuwan hatte einen Mitarbeiter des Archäologischen Institutes engagiert. Dieser Mann führte uns zu allen Bauwerken auf dem Felsen, erklärte und verwies auf Besonderheiten. Beispielsweise wiesen die sehr steilen, teilweise engen zur Anlage führenden Stufen bauliche Raffinessen auf, wodurch unliebsame Eindringlinge besser überwältigt und in den Abgrund gestoßen werden konnten. Dank der sachkundigen Führung verstanden wir das durchdachte Prinzip einer solchen Wehranlage.
Dambadeniya Felsenfestung – Treppenaufgang und Grundmauern der Festungsanlagen
Dambadeniya Felsenfestung – Treppenaufgang und Grundmauern der Festungsanlagen
Es muss eigentlich nicht besonders erwähnt werden, dass wir auch das kleine Museum in Dambadeniya besichtigt haben. Im Regelfall lassen wir nichts aus und an Museen gehen wir höchst ungern unverrichteter Dinge vorbei. Die wenigen Exponate waren leider nur auf Singhalesisch beschrieben. Die Bodhisattva-Statue (Bild links) kann nicht näher bezeichnet werden. Der Mondstein (Bild Mitte), einer von vielen, die wir noch sehen sollten, ist jüngeren Datums. Das Türfragment (Bild rechts) erschien uns zu diesem Zeitpunkt sehenswert, ist es auch, doch konnten wir am zweiten Tag unserer Rundreise nicht ahnen, dass die Ganas uns noch zu Hunderten begegnen würden.
Dambadeniya Kloster Museum: Gott – Mondstein – Gana-Postament eines Türrahmens
Dambadeniya Kloster Museum: Gott – Mondstein – Gana-Postament eines Türrahmens
Wie ein Ambalama aussehen kann, sollten wir um die Mittagszeit erfahren. Der Ambalama ist ein Gebäude, in dem Pilger, Händler und Reisende Schutz suchen und sich ausruhen können. Auf unserem Programm stand der Panavitiya Ambalama, ein Holzpavillon mit verzierten Säulen. Ein Ambalama kann auch ein fester Steinbau sein. Nur wenige dieser Bauten haben sich erhalten und der Panavitiya Ambalama soll ein besonders schöner Bau dieser Art sein.
Panavitiya Ambalama
Panavitiya Ambalama
Panavitiya Ambalama
Panavitiya Ambalama
Jede der Säulen schmücken vier verschiedene Dekors weltlicher, jedoch auch vereinzelt religiöser Provenienz. Im Jahr 1961 fanden Mitarbeiter des Department of Archaeology den Ambalama in einem Zustand der völligen Verwahrlosung. Der aktuell vorbildliche Erhaltungszustand spricht dafür, dass erst vor wenigen Jahren die Restaurierung stattgefunden haben muss.

Die Stunden des Nachmittages benötigten wir zur Besichtigung der Überreste der alten Königsstadt Panduwasnuwara (auch Panduwas Nuwara geschrieben). Die Gründung dieser Stadt wird ins 4. bis 5. Jahrhundert vor Christi datiert und dem König Panduwasa zugeschrieben. Ehe Polonnaruwa im 12. Jahrhundert zur Hauptstadt aufstieg, wurden in Panduwasnuwara etliche Bauten errichtet. Die von dicken Mauern umschlossene Palastanlage ist sehenswert, wie auch die umliegenden Klöster noch immer zu faszinieren vermögen.
Panduwasnuwara Palastanlage – Außenmauern Ost-Tor
Panduwasnuwara Palastanlage – Außenmauern Ost-Tor
Panduwasnuwara zählt zu den größeren archäologisch erschlossenen historischen Komplexen in Sri Lanka. Wir hatten an diesem Ort mit Publikum gerechnet, welches jedoch fernblieb. Allein und ungestört besichtigten wir die weitläufigen Anlagen. Wir fanden den Bodhigara, die geschlossene Einfassung des Bodhi-Baumes, auch das Image House, also ein Gebäude in denen Buddha-Statuen präsentiert wurden. In einem zweiten Image House erkannten wir einen liegenden Buddha, dessen steinerne Überreste nur aufmerksame Betrachter zum Gesamtbild fügen können, außerdem entdeckten wir neben anderen weltlichen Gebäuden, den Thron-Saal und sogar eine historische Toilettenanlage.
Panduwasnuwara Palastanlage – Gesamtansicht von Ost
Panduwasnuwara Palastanlage – Gesamtansicht von Ost
Panduwasnuwara Palastanlage – Ansicht von Ost
Panduwasnuwara Palastanlage – Ansicht von Ost
Den verschiedenen Stupas in den Klosteranlagen widmeten wir unsere besondere Aufmerksamkeit. Üblicherweise wurden Stupas auf quadratischen Sockeln (Bild rechts) errichtet. In Panduwasnuwara finden sich Sonderformen: Stupas auf runden Sockel oder ohne Sockel zu ebener Erde gebaut (Bild links). Die kleineren Stupas ohne Sockel könnten als Grabhügel für weltliche Personen definiert werden. In den größeren Stupas wurden bestimmt Reliquien bedeutender Mönche bestattet.
Panduwasnuwara Stupas
Panduwasnuwara Stupas
Panduwasnuwara Stupas
Panduwasnuwara Stupas
06.10.2019
Unsere Rundreise war durchgehend logisch konzipiert. Müssten wir die Route näher beschreiben, so ließe sich sagen, dass wir im Westen (bei 9Uhr) gestartet sind und im Uhrzeigersinn mehr oder weniger exakt einer elliptischen Route folgend, nach und nach, also Tag für Tag die jeweils avisierten Ziele ansteuerten. Drei Programmpunkte standen heute auf der Tagesordnung: die Felsenfestung Yapahuwa, der Klosterkomplex Haththikuchchi und das Waldkloster Vessagiriya.

Yapahuwa muss unbestritten als einer der Höhepunkte der Rundreise eingestuft werden. Ein knapp 100m hoher Felsen erhebt sich mitten aus der flachen Umgebung. Diese landschaftliche Struktur ist den Gegebenheiten von Sigiriya vergleichbar. Der monolithische Block eignete sich ideal zum Festungsbau. Der Felsen ist von zwei Wällen und einem Wassergraben umgeben. Zum Felsen hinauf führen viele Stufen, die in Richtung Palast führen, der sich übrigens im Verhältnis zum Treppenaufgang sehr bescheiden ausnimmt. Der obere Abschnitt des Zugangs weitet sich aus zu einer opulent dekorierten Treppe, die in einem Torbau mündet. Auf den Treppenwangen sind Löwenstatuen zu sehen, die in ihrer Einzigartigkeit durchaus stilprägend und kennzeichnend für Yapahuwa sind. (Auf den 10 Rupie-Banknoten Sri Lankas wird der berühmte Löwe von Yapahuwa präsentiert.) Außer den Löwen am Treppenaufgang fallen viele kunstreich gestaltete Reliefs in den Blick. Hier geben sich die mittlerweile schon bekannten Ganas die Ehre, auch die Makara sind anwesend und nicht zu übersehen sind die Gajasinghe, seltsame mythische Mischwesen, schwer zu definierende Modifikationen aus Löwe und Elefant. Über allen wacht Kala, ein Dämon. Ganz oben aber thront die Göttin Gajalakshmi. Alle Reliefs an der Treppe und den Fenstern und Säulen vom Torbau sind in feinster Qualität gearbeitet. Jedes Detail erfreut das Auge. Kunstliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.
Yapahuwa – Treppenaufgang und Torbau
Yapahuwa – Treppenaufgang und Torbau
Yapahuwa – Löwen und Gayasingha
Yapahuwa – Löwen und Gayasingha
Yapahuwa – Torbau linker Flügel
Yapahuwa – Torbau linker Flügel
Auf dem Felsplateau, welches ohne größere Schwierigkeiten erreichbar ist, weil natürliche Stufen eingeschlagen sind und moderne Geländer den Aufstieg erleichtern, befinden sich zwei Stupas, ein natürlicher Pond und Reste ehemaliger Bebauung. Die Bauweise der Stupas unterscheidet sich insofern von den Stupas an anderen Orten in Sri Lanka, weil hier außer Ziegelsteinen auch Natursteine, also am Ort befindliches Material zum Einsatz kam, außerdem, so scheint es, wurden die auf ihre archaischen Grundformen reduzierten Stupas (Sockel und Tumulus) dem kargen Erscheinungsbild der Landschaft angepasst, wodurch eine fast himmlische Harmonie zwischen Bauwerk und Natur hervorgerufen wird, deren Reiz sich Gipfelstürmer nur schwerlich entziehen können. An diesem wunderbaren Ort, so unglaublich es anmutet, waren wir allein.
Yapahuwa – Stupa auf Felsplateau
Yapahuwa – Stupa auf Felsplateau
Yapahuwa – unvollendeter oder zerstörter Stupa und felsige Bodenstruktur
Yapahuwa – unvollendeter oder zerstörter Stupa und felsige Bodenstruktur
Die malerisch zu Füßen eines Felsens und auf dem Felsen selbst gelegene Haththikuchchi Klosteranlage kann nur wärmstens zur Besichtigung empfohlen werden. In einem Talboden landschaftlich besonders reizvoll eingebunden finden sich alle Bauten, die ein buddhistisches Kloster ehemals auszeichneten. In der Ebene wurden alle großflächigen Gebäude erstellt. Am und auf dem Felsen wurden Rückzugsorte geschaffen. Inschriften bestätigen die Nutzung der Klosteranlage seit dem 1. vorchristlichen Jahrhundert.
Haththikuchchi Viharaya – Uposataghara (Chapter House = Kapitelsaal)
Haththikuchchi Viharaya – Uposataghara (Chapter House = Kapitelsaal)
Haththikuchchi Viharaya – Stupa (Vatadage)
Haththikuchchi Viharaya – Stupa (Vatadage)
Vessagiriya oder Issarasamanarama (welch ein Wort, welch ein Name, welch ein Klang!) steht für ein Waldkloster und gilt als Teil der historischen Stadt Anuradhapura. Das Waldkloster liegt nur eine halbe Meile südlich von Issurumuniya. Alle diese Ortsnamen klingen wie Musik und waren nach wenigen Tagen der Zunge geläufig. Wer die harmonische Verbindung von Natur und Religion erleben möchte, der ist in Vessagiriya richtig. Hier lebten seit dem dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung Mönche in schlichten Felsunterständen. Erst im vierten nachchristlichen Jahrhundert wurde die Anlage erweitert. In der Blütezeit des Klosters waren in Vessagiriya fünfhundert Mönche in Amt und Würden.
Vessagiriya – Felsunterstände
Vessagiriya – Felsunterstände
Vessagiriya – Ruinen von neueren Klostergebäuden
Vessagiriya – Ruinen von neueren Klostergebäuden
Die Atmosphäre in Vessagiriya imponierte uns. Recht schnell wurde die einstige Abgeschiedenheit des Waldklosters vorstellbar. Ohne jegliche Ablenkung konnten sich die Mönche der Meditation hingeben und nach innerer Erkenntnis suchen. Inzwischen führt eine moderne Asphaltstraße an Vessagiriya vorbei und direkt nach Anuradhapura, unserem Einsatzgebiet für den nächsten Tag. Wir hatten in nur drei Tagen schon so viel Neues gesehen und waren an jedem Ort ins Staunen geraten. Die historische Stadt Anuradhapura wurde 1982 zum Weltkulturerbe erklärt. Was würde uns erwarten? Viele Bilder jüngster Eindrücke hielten uns wach, schwer fiel das Einschlafen.

07.10.2019
Acht Uhr hielten wir, die Kameras schussbereit, an der Jetowanarama Dagoba, fuhren zum Museum, welches leider wegen Renovierung geschlossen hatte. Ehe wir zu den Besichtigungen durchstarteten, mussten wir noch aufrecht und stramm stehend die Nationalhymne hören. Das Aufsichtspersonal des Anuradhapura-Geländes hatte per Morgenappell Instruktionen empfangen, worauf abschließend die Nationalhymne über Lautsprecher erklang. Kein Auto fuhr, kein Hund bellte, kein Gärtner fegte Laub an die Seite, alle standen, verhielten sich bewegungslos und hörten zu, vielleicht sang mancher tonlos, vielleicht auch leise mit. Auch Nuwan stieg aus, gebot uns ebenfalls auszusteigen, nichts zu tun und still zu sein. So andächtig hören wir ja niemals der eigenen Hymne zu, wie wir den Strophen der singhalesischen Nationalhymne lauschten. Nicht nur sonnig, auch rituell-patriotisch können Tage in Sri Lanka beginnen . . . und das in ANURADHAPURA . . . welch ein Tag!
ANURADHAPURA – JETAWANARAMA DAGOBA
ANURADHAPURA – JETAWANARAMA DAGOBA
Im Zuge unserer Vorbereitungen war diesem Tag besondere Wertigkeit zugesprochen. Wir wollten möglichst die ganze Ruinenstadt sehen, was schier unmöglich sein würde, jedoch ein Optimum strebten wir an. Die wichtigsten Bauwerke wollten wir, was auch immer käme, besichtigen. Nuwan, unser zuverlässiger Führer, Berater und Fahrer, hatte unseren Wünschen folgend, einen Schlachtplan entworfen. Wie sich am Abend herausstellte, hatten wir dank seiner Ortskenntnisse alle wichtigen Bauwerke in Anuradhapura gesehen.

Die Masse der Bauwerke und die Fülle der Eindrücke sind schier überwältigend. Die Bildtitel sind mit Absicht in Großbuchstaben geschrieben. Ein chronologischer Abriss unserer Wegstrecke würde den Leser erstens langweilen und zweitens verwirren. Sinnvoller scheint eine Systematisierung. Da wären zunächst die auffällig großen Stupas, weiterhin die kaum zu zählenden Klosteranlagen, die sich jeweils im Umfeld der Stupas befinden, dazu kommen weltliche Gebäude, wie etwa Bad-Anlagen oder die königlichen Gärten, außerdem viele wunderschöne Details, also Ausstattungsstücke und Dekorationen an den jeweiligen Ruinen. Es fällt fürwahr nicht leicht, einen Anfang zu finden. Widmen wir uns zuerst den Stupas. Allein die genaue Besichtigung aller Groß-Stupas in Anuradhapura würde einen Tag in Anspruch nehmen. Jede der Stupas hat seine Geschichte und immer lassen uns die Jahreszahlen in Ehrfurcht erstarren. Die meisten der Stupas sind mehr als oder wenigstens zweitausend Jahre alt. An den ehrwürdigen Stupas versammeln sich die Singhalesen, an diesen Plätzen ihre Gebete zu verrichten ist ihnen Herzensbedürfnis.

Ich als Laie und Neuling in Anuradhapura mute mir keine detaillierten Beschreibungen der Stupas zu, deshalb empfehle ich Nuwans Webseite lanka-excursions-holidays. Der Artikel Giant Stupas in Sri Lanka  von Herrn Ando Sundermann liefert alle Fakten und exakte Auskünfte zu den Stupas.

Die wenigen Fotos sollen einerseits die verschiedenen Grundtypen der Stupas belegen und andererseits die Einmaligkeit dieser Bauwerke bestätigen. Der Jetawanarama Dagoba und der Abhayagiri Dagoba sind in der Form typische Stupas der Frühzeit, die mit Vahalkadas (rechteckigen Vorbauten) an den vier Koordinaten (Kardinalspunkten) ausgestattet sind. Die im Vergleich zur Abhayagiri Dagoba verschwindend kleinen Personen rechts vor der Vahalkada geben eine umfassende Vorstellung von der Größe dieser Stupa.
ABHAYAGIRI DAGOBA (mit Vahalkada in der Bildmitte)
ABHAYAGIRI DAGOBA (mit Vahalkada in der Bildmitte)
LANKARAMA DAGOBA
LANKARAMA DAGOBA
Die Lankarama Dagoba, die Thuparama Dagoba und die Ruwanweli Dagoba stehen für den Typus der Vatadage (Rundbau), will heißen: sie verfügten einstmals über einen hölzern überdachten Umgang, von dem sich die steinernen Säulen teilweise erhalten haben. Außerdem hat sich die äußere Form verändert. Die Assoziation an die Erdaufschüttung (flach und breit) ist der Tropfenform (schmal und hoch) gewichen. Die Vahalkadas müssen nicht unbedingt mit dem Stupa verbunden sein. Oft stehen sie, wahrscheinlich nachträglich dazu gebaut, separat vor dem Stupa und gleichen einem Altar, in dem Buddha-Statuen präsentiert werden. Der Unterbau (Sockel der Stupa) kann rund sein (Thuparama Stupa).
THUPARAMA DAGOBA
THUPARAMA DAGOBA
KLEINER STUPA IM UMFELD DER THUPARAMA DAGOBA
KLEINER STUPA IM UMFELD DER THUPARAMA DAGOBA
Der im Vergleich zu den großen hier vorgestellten Stupas fast unscheinbare Stupa im Umfeld der Thuparama Dagoba ist in seiner Form nicht ungewöhnlich, er zeigt einen runden Sockel, den flachen Tumulus und den Zugang von Osten. Auffällig ist hier jedoch der Stufenzugang, der gewiss aus Bauteilen verfallener Klosterbauten erstellt wurde. Hier wurde wertvolles Material nicht verworfen, sondern mit gutem Willen einem Sakralbau hinzugefügt. Steinwangen mit stilisierten Makaras und den typischen Wächtersteinen sind an kleinen Stupas dieser Art sonst nicht zu finden.

Um die großen Stupas herum wurden im Laufe der Jahrhunderte meist Klöster gebaut. Die Plätze gelten als heilig. Als Mönch in der Nähe eines berühmten Stupas zu leben, galt und gilt zweifellos als besondere Auszeichnung.
RUWANWELI DAGOBA
RUWANWELI DAGOBA
Die verschieden großen Klosteranlagen, von denen viele in Anuradhapura besichtigt werden können, reihen sich für den außenstehenden Betrachter oft scheinbar übergangslos aneinander. Innerhalb einer Außenmauer wurden die Tempel- Wirtschafts- und Wohngebäude stets nach einem bestimmten Muster erbaut.
Chapter House (Diyasen Paya)
Chapter House (Diyasen Paya)
Von den meisten Gebäuden haben sich vorwiegend nur Grundmauern und Säulen erhalten. Der Besucher blickt im Grund genommen auf sehr anschauliche, dreidimensionale Grundrisse. In Variationen sind immer und immer wieder Kapitell-Säle, Statuen-Häuser, Bodhi-Baum-Einfassungen und Wohngebäude zu finden. Weil sich die Baustrukturen meist nur im Ausmaß unterscheiden, ist die Konzentration auf das Detail zu empfehlen. Die Zugänge zu den Tempeln sind allenfalls mehr als nur einen Blick wert. Allein die fein gearbeiteten Stufen, Stufenwangen, Wächtersteine und Mondsteine, die üblicherweise ein geschlossenes Ensemble bildeten, lohnen den Vergleich.

Die nachstehenden neun Fotos von nur einem, nicht näher bezeichneten, zufällig gefundenen Tempelzugang in Anuradhapura geben eine Vorstellung bildhauerischer Möglichkeiten, die sich jedoch an einen festgeschriebenen Figuren-Kanon zu orientieren hatten. Auf den Wächtersteinen wird vorwiegend der Nagaraja, der Schlangenkönig abgebildet, der meist von einem oder von zwei Ganas unterstützt wird. Die dekorierten Stufen sind von Dämonen besetzt, es wird sich wohl um eine bestimmte Sorte der Yaksha (Erdgeister) handeln. Über die vielfältig gestalteten Mondsteine müsste eine spezielle Abhandlung geschrieben werden.
Dekorierte Stufen mit Stufenwangen, Wächtersteinen und Mondstein
Dekorierte Stufen mit Stufenwangen, Wächtersteinen und Mondstein
Wächtersteine – Detailaufnahmen der Ganas
Wächtersteine – Detailaufnahmen der Ganas
Dekorierten Stufen – Detailaufnahmen
Dekorierten Stufen – Detailaufnahmen
Stufenaufgang und Mondstein
Stufenaufgang und Mondstein
Die folgenden Fotos zeigen, wie lohnenswert die Beschränkung aufs Detail sein kann. Kunstliebhaber kommen an der Jetawanarama Dagoba auf ihre Kosten, verweilen beglückt vor den Vahalkadas. Egal ob der Naga als vermenschlichte Königsgestalt oder in der älteren Darstellung als Schlange (Kobra) in Erscheinung tritt, fünf, sieben oder neun Schlangenhäupter sind zu zählen. – Die schönen Kalashas (Vasen) mit Blumen sind als Dekorationsmuster aus Indien übernommen. – Die weibliche Gestalt (Bild rechts) kann als Flussgöttin gedeutet werden, ihr zur Seite gestellt eine Yakshini (weiblicher Erdgeist). Der gestalterischen Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt, was die Auslegung und Deutung der Bildinhalte erschwert. Spannend sind solche Exkurse in jedem Fall.
     Reliefs (Wächtersteine) an den Vahalkadas der Jetawanarama Dagoba
Reliefs (Wächtersteine) an den Vahalkadas der Jetawanarama Dagoba
Iusurumuni Rajamaha Viharaya – Soldat mit Pferd und Liebespaar
Iusurumuni Rajamaha Viharaya – Soldat mit Pferd und Liebespaar
Zwei der berühmtesten Kunstwerke von Anuradhapura befinden sich in der Isurumuni Rajamaha Viharaya. Der Soldat mit Pferd befindet sich ortsunveränderlich als Felsenrelief neben einem Tempeleingang. Das Relief vom Liebespaar wird im Museum ausgestellt.

Wer Isurumuniya ansteuert sollte sich unbedingt Zeit für die Königlichen Gartenanlagen nehmen. Noch viele Empfehlungen könnten für Anaradhapura aufgelistet werden. Anuradhapura an einem Tag zu besichtigen, ist ein unvergessliches Erlebnis, jedoch auch eine physische Herausforderung, der sich nur routinierte und gut trainierte Tempelstürmer stellen sollten. Die anhaltende Hitze und sehr intensive Sonneneinstrahlung sind nicht zu unterschätzen. Genügend Wasser sollte an Bord oder im Rucksack sein und auf Sonnenschutzmittel kann in Sri Lanka nicht verzichtet werden. Die Strahlung der Sonne muss schlichtweg als gnadenlos apostrophiert werden.

Nuwan Gajanayaka und seinen Ortskenntnissen, verbunden mit seinem Organisationstalent, haben wir es zu danken, alle wichtigen Bauten in Anuradhapura an einem Tag gesehen zu haben. Link zu Nuwans Webseite: https://www.lanka-excursions-holidays.com/

Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
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Balaha und Uchchaihshravas

7/3/2021

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Balaha? Uchchaihshravas? Beide Begriffe sind in der Angkor-Literatur selten zu lesen. Am ehesten ist noch in der Beschreibung zum Neak Pean Tempel von Balaha zu lesen. Tatsächlich ist Balaha dort nur zu sehen, wenn das Wasser in dem Becken vom Prasat Neak Pean niedrig steht, dann nämlich taucht östlich im großen Hauptbecken ein steinernes Pferd auf. Diese übergroße Pferde-Statue hat in Angkor nirgends eine Entsprechung, wie auch der Prasat Neak Pean kein Pendant hat.
Prasat Neak Pean
Prasat Neak Pean
Marilia Albanese klärt die Interessenten auf: "Östlich des Prasat erhebt sich das Pferd Balaha, eine Manifestation von Lokeshvara, aus dem Wasser. An seinen Flanken halten sich der Kaufmann Simhala und seine Gefährten fest. Sie wurden aus den von Menschenfressern bewohnten Gewässern von Sri Lanka errettet, nachdem ihr Schiff untergegangen ist. Die Szene soll symbolisieren, dass man den Ozean der Wiedergeburten mithilfe der Bodhisattvas überqueren und ins Nirvana gelangen kann." (Zitat S. 195/196, auf S. 197 sind Fotos vom Prasat und von Balaha zu sehen, der Fotograf nutzte die Gelegenheit, den Tempel im Trockenzustand zu dokumentieren.) Die vom Autor im Jahr 2019 erstellten Fotos zeigen die Tempelanlage bei Niedrigwasser. Kalkablagerungen belegen den ansonsten üblich hohen Wasserstand. In der überwiegenden Zeit des Jahres sieht man zumeist den Kopf und bestenfalls die Rückenpartie des Pferdes, wodurch nur eine ungenügende Vorstellung der Statue entsteht.
Prasat Neak Pean – Balaha
Prasat Neak Pean – Balaha
Die beidseitigen Großaufnahmen von Balaha belegen den stark angegriffenen und teils mangelhaft ergänzten Zustand der Statue. Das Pferd muss mit Holzgerüsten abgestützt werden. Der Lateritsockel auf dem Beckengrund wird sich geneigt haben. Der Sandstein ist insgesamt brüchig geworden.
Prasat Neak Pean: Balaha (Nord – und Südansicht)
Prasat Neak Pean: Balaha (Nord – und Südansicht)
Trotz in jüngster Zeit unternommener Rekonstruktionsarbeiten französischer Archäologen am Tempel und am Pferd, ist Balaha wohl kaum noch zu retten. Wasser und Wettereinflüsse setzen der Originalstatue arg zu. Im Eingangsbereich zum Depot der Angkor Conservation in Siem Reap steht eine gelungene Nachbildung der Balaha-Statue. Ein weiteres Balaha-Replikat ist in der Zufahrt zum Siem Reap Airport zu sehen.
Angkor Conservation Siem Reap: Balaha (Replikat)
Angkor Conservation Siem Reap: Balaha (Replikat)
Der König Jayavarman VII. ließ Neak Pean erbauen. Der Tempel ist dem Bodhisattva des Mitgefühls Lokeshvara geweiht. Jayavarman VII. lebte und regierte im Sinne dieses Gottes. Lokeshvara ist in Angkor allgegenwärtig. Wenn ein Khmer-König in den Herzen der heutigen Kambodschaner in Erinnerung geblieben ist, dann ist es der siebente Jayavarman, womit die doppelte Präsenz Balahas in Siem Reap bestätigt ist. Die Bedeutung Balahas muss den kambodschanischen Buddhisten nicht erläutert werden. Zur Geschichte des Kaufmanns Simhala liefert das Internet keine Auskünfte, doch existiert eine Buchausgabe einer nepalesischen Bilderrolle, welche die illustrierten Abenteuer des Kaufmanns Simhala wiedergibt.

In Marilia Albaneses Beschreibung der Elefanten-Terrasse wird auf Seite 232 ohne nähere Erklärung "ein majestätisches, fünfköpfiges Pferd" erwähnt. De facto sind an diesem Platz drei fünfköpfige Pferde nachweisbar (siehe folgende Fotos).
Angkor Thom: Elefanten-Terrasse – drei fünfköpfige Pferde
Angkor Thom: Elefanten-Terrasse – drei fünfköpfige Pferde
Die alten indischen Schriften geben keine Kunde von einem Pferd mit fünf Köpfen. Mythologisch überliefert ist ein außergewöhnliches Pferd mit sieben Köpfen. Dieses Pferd entstand als Nebenprodukt beim Quirlen des Milchozeans. Das Begehren der Götter und Dämonen richtete sich auf Amrita (den Unsterblichkeitstrank). Ehe Amrita floss, wurden mehrere kostbare Schätze gewonnen, darunter Uchchaihshravas, ein weißes Pferd mit sieben Köpfen, dessen sich zunächst der Dämonenkönig bemächtigte, der es jedoch später an Indra abgeben musste. Farbige Illustrationen aus der Mogul-Epoche geben Uchchaihshravas in der Gestalt mit sieben Köpfen wieder. Bezüge zu dem Schöpfungsmythos vom Milchozean lassen sich in allen wichtigen klassischen Schriften Indiens nachweisen. Inhaltlich differieren die erzählten Versionen in der Mahabharata, in der Ramayana und in den Puranas. Mythen leben unsterblich weiter durch das Erzählen. Bevor eine Geschichte unveränderlich aufgeschrieben wurde, ist sie in ungezählten Varianten mündlich überliefert worden. Sämtliche Veränderungen und Ausschmückungen sind dem Erfindungsreichtum der Erzähler anzulasten. Kein Mensch, kein Bildhauer hat je das Pferd Uchchaihshravas gesehen, doch allen ist klar, das Pferd ist einmalig, es gilt schlechthin als das Pferd aller Pferde, sogar die Kunst des Fliegens wird dem außerordentlichen Pferd nachgesagt. Gut möglich also, dass irgendwo Erzählvarianten existieren, die Uchchaihshravas gar neunköpfig oder auch nur dreiköpfig beschreiben. Ob fünf oder sieben Köpfe, die Pferde-Reliefs der Elefanten-Terrasse können nur Uchchaihshravas meinen. Eine Parallele dazu sind die vielköpfigen Naga-Darstellungen. Der Schlangenkönig Mucalinda wurde mit drei, fünf, sieben, sogar mit neun Köpfen auf Angkor-Reliefs verewigt und immer handelt es sich um den gleichen Naga. Einige der erwähnten Naga-Varianten sind übrigens in unmittelbarer Nähe der Uchchaihshravas-Reliefs zu finden.

Die vielfältigen göttlichen und halbgöttlichen Gestalten, die im Umfeld der Pferdereliefs in Erscheinung treten, können hier nicht erläutert werden. Nur so viel: die Rahmenwerke der Pferdereliefs gleichen sich nicht, doch treten Wesen auf, die aus anderen Reliefs vertraut sind. Etliche der Himmelswesen finden sich auch auf den Reliefwänden der Lepra-König-Terrasse wieder. Wer auch immer steinern verewigt wurde, alle Figuren sind unbedingt im großen Zusammenhang zu erfassen. Die mythologischen Überlieferungen verbinden die vielgestaltigen Reliefs in Angkor Thom.

Nördlich der Lepra-König-Terrasse haben die Archäologen den möglichen Verlauf, also die Fortsetzung einer Reliefmauer rekonstruiert. Separat aufgestellt findet sich ein großformatiges (leider fragmentarisches) Uchchaihshravas-Relief. Dieses Pferd mit sieben Köpfen ist von sitzenden, stehenden und tanzenden himmlischen Wesen umgeben. Vom oberen Reliefbereich hat sich leider nichts erhalten. Wer mag, kann sich einen Gott (Indra) reitend auf Uchchaihshravas vorstellen. Indra auf dem dreiköpfigen Elefanten Airavata ist dem Publikum vertraut. Airavata ist in Angkor Thom allgegenwärtig, nicht zuletzt an der Elefanten-Terrasse.
Angkor Thom: Uchchaihshravas (nördlich der Lepra-König-Terrasse)
Angkor Thom: Uchchaihshravas (nördlich der Lepra-König-Terrasse)
Im 10. Gesang der BHAGAVADGITA im Vers 27 verkündet Krishna (der Erhabene=Vishnu) dem Helden Arjuna: "Wisse, ich bin Uccâihçravas unter den Rossen, meerentstammt, Als Elephant Airavata (…)" – oder ähnlich bestimmt in der Übertragung von Klaus Mylius: "Kenne mich als Uccaihsravas unter den Rossen, aus Ambrosia stammend, als Airavata unter den mächtigen Elefanten (…)" Aufgrund dieses Selbstbekenntnisses lassen sich die mehrköpfigen Pferde als Inkarnationen Vishnus deuten. Solche mythologischen Zusammenhänge erschließen sich den Besuchern nicht unmittelbar, doch mit Grundkenntnissen der Überlieferung versehen, fallen die Betrachtungen und Auswertungen der sagenhaften Geschehnisse auf den Reliefs weniger schwer.
Hinweise: Die Schreibweisen variieren: Uchchaihshravas, Ucchaissravas, Uchaishrava, Uccâihçravas.

Die Abenteuer des Kaufmanns Simhala: Eine nepalesische Bilderrolle aus der Sammlung des Museums für Indische Kunst Berlin (Veröffentlichungen des Museums für Indische Kunst Berlin) Gebundene Ausgabe – 1. Januar 1985 von Siegfried Lienhard ISBN: 3886090043

Claude Jacques registriert in seinem Buch ANCIENT ANGKOR eine weitere Abbildung des Pferdes Ucchaissravas. Zitat aus der Beschreibung zum Milchozean-Relief im Angkor Wat: ". . . a flying Indra helps to steady the top of the mountain, while close to Vishnu’s discus are tiny images of the elephant Airavata and the horse Ucchaissravas, both created by the churning, like the apsaras. Notice that the area surrounding Vishnu is incompletely carved." (Zitat S. 63/64)
Viel Fantasie ist nötig, um die von Claude Jacques erwähnten Details zu erkennen.

Im Artikel Inmitten von Göttern 2 in diesem Blog können sich Interessenten Bilder zum Milchozean-Mythos anschauen und eine Erzählvariante des Mythos nachlesen:
https://www.angkor-temples-in-cambodia.com/schoumlnlein-blog/inmitten-von-gottern-teil-2#
Eine von vielen Internetseiten gibt weiterführende Information zum Quirlen des Milchozeans:
https://de.wikipedia.org/wiki/Milchozean

Verwendete Bücher:
BHAGAVADGITA DES ERHABENEN SANG Eugen Diederichs Verlag Düsseldorf/Köln (1922) 1959
     Übertragung: Leopold von Schroeder
Die Bhagavadgita Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1980
     Übersetzung: Klaus Mylius
Marilia Albanese ANGKOR NATIONAL GEOGRAPHIC Hamburg 2014     ISBN 978-3-95559-032-1
Michael Freeman & Claude Jacques ANCIENT ANGKOR Books Guides 1999  ISBN 974 8225 27 5

Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
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    Autor Günter Schönlein

    Auf meinen bisher sieben Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen.


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