|
Rund 10km nordöstlich vom Durbar Square in Kathmandu ist ein gemauertes Becken das Ziel vieler Pilger. Das wenig schöne Wasserbecken steht symbolisch für den Urozean, darin schwimmt das fünf Meter lange Kultbild Jalashayana Narayan, einfacher Vishnu auf der Weltenschlange Ananta, bekannt als Budhanilkantha. Dieses Bildwerk des entspannt liegend-schlafenden Vishnu, erstmals erwähnt im Jahr 642 unserer Zeitrechnung, wurde aus einem riesigen Basaltblock geschaffen, eine Steinsorte, die im Kathmandu-Tal nicht verfügbar ist. Dieses Gottesbild ist einmalig, jeder will es gesehen haben, entsprechend ist der Andrang: für viele Nepal-Touristen ein Pflichtprogrammpunkt, für zahllose Hindus, ein Schritt zum Seelenheil, wohl auch eine Herzensangelegenheit. Geduldig stehen die Gläubigen an, um kurze Augenblicke vor dem Gottesbild zu verweilen und in seinem Angesicht gesegnet zu werden. Touristen tun gut daran, den schwarzen Vishnu durch die Sichtluken der Beckenummauerung von allen vier Seiten zu begutachten. Angeblich dürfen nur Hindus sich dem Gott nähern. Der beste Blick auf den Gott lässt sich westseitig erhaschen, durch ein großes Fenster kann man dem Schlafenden direkt ins Gesicht schauen. Die Sicht auf das bildhauerische Meisterwerk ist allerdings durch Blumenketten, drapierte Stoffe und Silberschmuck erheblich eingeschränkt. Um das Kunstwerk undekoriert zu sehen, müsste man sehr früh morgens kommen, ehe der Gott von den Priestern für die rituellen Tagesabläufe präpariert wird, dann allerdings wird die Morgendämmerung das Blickfeld trüben, auch fraglich ist, ob Zuschauer bei den Säuberungen, Waschungen, Ölungen und Ausstaffierung der Statue willkommen bzw. zugelassen sind. Westseitig vom Heiligtum schließt sich ein weiterer Kultplatz an, dort erfreut sich ein Lingam großer Beliebtheit. Der Andrang ist durchaus dem Zulauf am Vishnu vergleichbar. Hier werden Shiva Brandopfer erbracht, Kerzen, kleine Öllämpchen und Weihrauchstäbchen sind probate Dinge, um die Gunst der Götter zu erflehen. Unmittelbar neben diesem Opfertisch steht ein kleiner Schrein, dort können Hindus Ganesha, den sehr prominenten Sohn Shivas anbeten. Wer es ruhiger mag, wer beschaulichere Atmosphäre bevorzugt, der kann in das rund 35km entfernte kleine Städtchen Banepa fahren, dort befindet sich am östlichen Ortsrand der fast gleiche Anantashayana, zwar weniger berühmt, aber annähernd gleich groß und ebenfalls aus schwarzem Stein gehauen, auch dieser Vishnu schwimmt in einem Wasserbecken. Blumenschmuck und sakrale Verzierungen kommen dort eher zaghaft zur Anwendung, was wohl auf den geringen Publikumszulauf, den Bekanntheitsgrad und die Abgelegenheit dieser Beckenanlage zurück zu führen ist. Für die wenigen Pilger stehen Farbpräparate und Blumen bereit. Um die Mittagszeit hatten wir das seltene Vergnügen mit Vishnu allein zu sein. Hier wird keine haltlose Behauptung in den Raum gestellt, auch kein Geheimnis verraten: es gibt im Kathmandu-Tal mehrere Anantashayana-Statuen, die unterscheiden sich durch Material, Größe und künstlerischer Ausführungsqualität, sie befinden sich in den jeweiligen Tempelanlagen, Einzelstücke auch in Museen. Die folgende Bilderauswahl zeigt Vishnu-Reliefs und Vischnu-Statuen, zusammenfassend als Vishnu-Shayana-Bildwerke bezeichnet. Während die meisten der Werke als Vollreliefs zu klassifizieren sind, muss der Vishnu vom Ichangu Narayan Tempel als Skulptur bewertet werden, dieser Vishnu bildet folglich eine Ausnahme betreffs der Darstellung des thematischen Inhalts. Verdienst und Leistung des unbekannten Bildhauers bestehen darin, sich aus der tradierten im weitesten Sinne flächigen Vollreliefperspektive ins räumlich-skulpturale Darstellungssystem gewagt und damit das tradierte Grundmuster durchbrochen zu haben, denn alle bekannten Nachahmungen berufen sich jeweils auf den allseits bekannten und hochverehrten Budhanilkantha. Ein seltener Glücksfall auch, dass ein Vishnu-Relief aus dem 7. Jahrhundert erhalten blieb und im Nationalmuseum Nepal ausgestellt wird. Vielleicht ist dieses Relief das tatsächlich älteste Vishnu-Bild im Kathmandu-Tal und war die Vorlage für das großartige Budhanilkantha-Relief? Dies ist lediglich eine zaghafte Überlegung des Autors. Alle gezeigten Vishnu-Bildwerke erheben keineswegs den Anspruch der Vollständigkeit, sicher existieren im Kathmandu-Tal weitere Vishnu-Anantashayana-Reliefs. Die hier vorgestellten Götterbilder konnten binnen einer Woche problemlos aufgesucht und begutachtet werden. Leider ist es nicht möglich, die Entstehungszeiten und die Herkunft der einzelnen Werke auch nur ansatzweise zu eruieren, den Menschen sind diese Bildwerke wichtig und heilig, doch wann sie entstanden sind, wer sie schuf, ist für sie von keinerlei Bedeutung. Für die Gläubigen stehen diese Idole zur Anbetung in den Tempeln an den vertrauten Plätzen, Kunstfreunden bleibt die vergleichende Betrachtung der verschiedenen Darstellungen.
Fotos und Text: Günter Schönlein Foto vom Gokarneshwar Mahadev: Vanessa Jones Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments
Das Linga (auch: das Lingam) gilt immer als die anikonische Darstellung Shivas, deshalb wird häufig vom Shiva-Linga gesprochen, was sprachlich einer Verdopplung gleichkommt: wer Linga sagt, meint SHIVA. Ein Linga ist im Regelfall aus einer Steinsorte gefertigt und dreigeteilt. Der untere viereckige Teil wird als Brahma, der mittlere meist achteckige Teil als Vishnu, der obere sichtbare runde Teil als Shiva angesehen, wobei sehr häufig nur der Shiva zugeordnete Teil vom Schaft sichtbar ist, der mittlere und untere Schaftbereich verschwinden in der Yoni. Konkret erkennen die Hindus im Schaft den Phallus, also das männliche Geschlecht und in der Yoni das weibliche Geschlecht, somit sind mit Linga und Yoni die gegensätzlichen Schöpfungsprinzipien vereint. Zusätzlich symbolisiert (wie oben erklärt) das Linga als anikonische Darstellung der Dreiheit die Götter BRAHMA-VISHNU-SHIVA, bekannt als Trimurti. Auf dem Opfertisch in der Kultstätte Budhanilkantha sind die Grundtypen der am meisten verbreiteten Lingas aufgestellt. In der Mitte vom Altartisch steht der gebräuchlichste Typ: das Linga in der Yoni. Zwei Lingas fallen als andere Darstellungen auf: rechts vorn und links hinten sind Lingas mit Gesichtern zu sehen, das heißt am sichtbaren Teil vom Linga sind vier oder mehr Gesichter angebracht. Dargestellt sind immer Verkörperungen von Shiva, sind vier Gesichter zu sehen heißt das Linga Chaturmukha. Berühmt und vermutlich einzig in Indien ist das Linga mit acht Gesichtern in Mandasor (Madhya Pradesh), in diesem ungewöhnlichen Kultbild verehren die Hindus Pashupatinath=Shiva, sprich: den Herrn allen Lebens. Im Pashupatinath-Tempel (Kathmandu) steht ein 1,80m hoher Chaturmukha Linga. Nicht-Hindus dürfen den Tempel nicht betreten, schon die Annäherung wird untersagt. Schauen wir etwas aufmerksamer die Lingas auf dem ständig von Pilgern umlagerten Opfertisch an, fällt ein Linga besonders auf, um nicht zu sagen aus dem üblichen Schema, das Linga links vorn wartet mit fünf Shiva-Gesichtern auf (siehe Detailaufnahme Bild 1.1). Vier Gesichter sind regelgemäß am Schaft angeordnet, das fünfte Gesicht, im Grunde eine Kopfskulptur, steht auf dem ansonsten flachen Oberteil vom Schaft. Nirgends in Kathmandu fand sich ein ähnliches Linga mit fünf Gesichtern. Hat hier ein Bildhauer sein persönliches Shiva-Ideal in Stein gehauen, einen Pancha-Mukhalinga geschaffen? Existieren weitere Lingas mit fünf Gesichtern? Tatsächlich wird das leicht abgeflachte runde Oberteil vom Linga als imaginäres Gesicht Shivas verstanden, das ist allerdings schon eine etwas ätherische Vorstellung der Gottheit. Dieser Artikel wird sich fortan ausschließlich mit Chaturmukha Lingas befassen. Zunächst werden drei museale Exponate näher begutachtet, ehe als Fortsetzung des Themas weitere Fotos von Vier-Gesicht-Lingas zu sehen sind, hier werden sich die Erklärungen nicht auf Details, sondern lediglich auf die Ortsangaben beschränken. Das Linga aus dem Patan Museum ist bestens geeignet, die bislang notierten Erläuterungen in Bildform zu verifizieren. Dem Linga fehlt die Yoni, deshalb sind die drei Schaftbereiche sichtbar: Viereck=Brahma, Achteck=Vishnu und Zylinder=Shiva. Deutlich zu erkennen sind die unterschiedlichen Längen der Schaftsegmente. Nicht zu übersehen ist die konische Verdickung des Lingas, was dem ganzen oberen Schaftelement unbestreitbar eine elegante Form verleiht. Shiva wird der längste Bereich vom Schaft zugewiesen, die Länge ist nötig für die Darstellung der Gesichter. Die Shiva-Gesichter sind den Hauptkoordinaten zugeordnet, so ist im Süden Bhairava (der Furchteinflößende), im Norden Adhanarishvara (halb Mann-halb Frau), im Osten Mahadeva (Großer Gott) und im Westen Nandin (der Freude bringt) dargestellt. Ins Bild gesetzt finden sich vier grundlegende Zustandsaspekte Shivas, die allen Hindus vertraut sind. Die blank gegriffene Oberfläche vom Schaft (Phallus) wird als nicht sichtbares Gesicht (invisible face) Shivas bewertet und verstanden, weshalb derartige Lingas ebenfalls als Pancha-Mukhalingas bezeichnet werden (Bild 3.1 – 3.3). Der Chaturmukha Linga vom Bhaktapur Museum wirkt in sich etwas gedrungener, scheinbar kürzer als der Linga vom Patan Museum, weil der untere Brahma-Schaft in der Yoni versenkt ist, die oktogonale Vishnu-Form wurde zugunsten der runden Shiva-Form weggelassen (Bild 4). Der Chaturmukha Linga aus dem 17. Jahrhundert, der im National Museum of Nepal zur Ansicht steht, ist von rechts wegen eine Messingkappe, welche auf steinerne Lingams aus Anlass bestimmter Rituale aufgesetzt wird, wodurch ein normaler Linga in einen Vier-Gesicht-Linga verwandelt wird. Die Hände, welche spezielle Insignien halten, sind an der Messingvariante besonders ausgeprägt, wenngleich an den steinernen Lingas ebenfalls vorhanden, aber nicht so klar erkennbar. Die Anordnung der Gesichter wiederholt die tradierte Reihenfolge. Hinweis: die fotografische Wiedergabe des Messing-Lingas fiel schwer, die Mängel zweier Aufnahmen sind den Spiegelungen der Glashaube anzulasten. Die folgenden Lingas wurden in situ aufgespürt, was keine sonderliche Leistung ist, denn Lingas gibt es in der Stadt Kathmandu und im Umland in großer Menge. Ein besonders schönes, wenn auch sicher modernes, aber sehr gepflegtes Exemplar befindet sich in Kathmandu im Kotilingeshwar Mahadev Tempel, Linga und Yoni sind aus Messingblech geformt. Der aufgehängte kupferne Trichter wird vom Tempeldiener täglich mit Öl befüllt, durch ein sehr kleines Loch tropft in Abständen gleichmäßig Öl auf das Linga. Das Öl sammelt sich in der Yoni und wird über den Abflusskanal in einem Gefäß gesammelt, regulär aber über das Somasutra und den Gargoyle nach draußen ins Erdreich geleitet (Bild 6.1 – 6.3). Zwei archaisch anmutende Chaturmukhas fanden sich ebenerdig im historischen Stadtkern von Kathmandu, diesen Lingas ist tägliche Benutzung vieler Jahre anzusehen. Benutzung zeitigt Abnutzung. Zwei in Bhaktapur gefundene Chaturmukha Lingas zeigen verschiedene Darstellungsvarianten. Das Ensemble Linga/Yoni und Nandi, aufgestellt in einer Beckenanlage, scheint neueren Ursprungs zu sein (Bild 9.1 & 9.2). Das in einem Schrein befindliche Linga (Bild 10) weist dagegen starke Gebrauchsspuren auf. Die rotgetünchte gemauerte Nische in Pashupatinath ruft den Eindruck von Resteverwertung hervor, zwei Reliefs und ein Linga waren offenbar zu wertvoll, um diese Schätze in irgend einem Schuppen achtlos abzustellen. Das neuere Relief Uma-Mahesvara passt zum Chaturmukha Linga, doch das Relief rechts, ein Buddha, steht in keiner Beziehung zum Shivaismus. Von den drei Objekten in der Nische muss das Linga das älteste Teil sein (Bild 11). Banepa, ein Dorf im Kathmandu-Tal, hat einige Sakraldenkmäler aufzuweisen, doch es fand sich nur ein Chaturmukha Linga im Areal vom Thanapati Narayan Tempel, aufgestellt leicht unter Bodenniveau, scheinbar in einer ehemaligen Beckenanlage. Dieser Tempel wurde zu Ehren Vishnus erbaut, dennoch ist das Vorhandensein von Linga und Nandi legitim. Das Nebeneinander der Götter ist auch ein Zeichen von Toleranz, dabei folgen die Vishnuiten und die Shivaiten nicht unbedingt den gleichen Glaubenswegen, die Praxis der Rituale richtet sich auf den jeweils favorisierten Gott. Kein Vishnu-Verehrer wird sich mit Verachtung vor einem Shiva-Idol abwenden, auch die Umkehrung ist schwerlich vorstellbar. Schlussendlich vereint das Linga drei Götter, die allesamt und jederzeit am anikonischen oder ikonischen Linga präsent sind und stets ehrfürchtig und mit großer Andacht als Trimurti von allen Hindus angebetet werden. Die Stadt Kathmandu mit ihren weitläufigen Stadtteilen und kaum überschaubaren Straßenzügen bietet genügend Raum für eigenständige Entdeckungen, es macht wenig Sinn, nach den hier vorgestellten Chaturmukhas zu suchen. Wer mit ein wenig Mut und offenen Augen sich zu Fuß abseits der touristischen Hauptwege begibt, wird in namenlosen Gassen und Hinterhöfen auf unbekannte Tempel und Schreine stoßen und dort andere Chaturmukha Lingas finden.
Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones Kaum eine mythologische Erscheinung neben den Göttern ist derart präsent wie GARUDA, mit ihm können nur noch Ganesha und Nandi konkurrieren. Gleich in welchen Stadtteilen von Kathmandu, Lalitpur oder Bhaktapur Menschen unterwegs zu ihren Tempeln sind, sie stoßen unweigerlich auf das Reittier Vishnus. Der Mittler zwischen Himmel und Erde genießt in Nepal, wohlbemerkt als Einzelwesen, besonderes Ansehen. Meist findet sich Garuda als Vogel dargestellt, kaum weniger häufig ist Garuda als Betender zu sehen, diese anthropomorphe Erscheinung erfreut sich vor vielen Tempeln und anderen Bauten großer Beliebtheit. Heinrich Zimmer (1890-1943) schrieb: „Der Vogel wird als »Schlangentöter« oder »Nagatöter« (nagantaka, bhujagantaka) oder »Schlangenverzehrer« (pannagasana, nagasana) angerufen. Sein eigentlicher Name ist Garuda, von der Wurzel gri, »herunterschlingen«. Als unbarmherziger Vernichter der Schlangen ist er mit mystischer Macht über die Wirkungen des Giftes erhaben.“ An etlichen Grabkapellen oberhalb der Verbrennungsstätte Pashupatinath am heiligen Fluss Bagmati ist Garuda sowohl in animalischer als auch in anthropomorpher Darstellung zu sehen. Tritt Garuda auf, zeigt er sich entweder als Reittier seines Herrn Vishnu oder als Feind der Nagas, die er vernichtet. Die zwei Garuda-Fotos der Pashupatinath-Grabkapellen zeigen den Unterschied seiner beiden Erscheinungsformen. Berühmt sind die Garuda-Statue und die Reliefs im Changu Narayan Tempel (Bhaktapur). In welchem Jahrhundert die wunderbare Statue gefertigt wurde, lässt sich schwer bestimmen. Viele Autoren zeigen die Statue, manche behaupten sie stamme aus dem 5. Jahrhundert, dann wäre diese gleich alt, wie der Tempel, der laut einer Inschrift im Jahre 464 erbaut wurde. Selbst wenn die Statue erst in jüngerer Zeit gefertigt wurde, wäre das kein Makel. Der knieende, im Gebet versunkene Mensch-Vogel (Vogel-Mensch) ist so wunderbar, dass die Frage nach seinem Alter auf den Lippen erstirbt. Wir blicken auf die vielleicht schönste Statue Garudas im Kathmandu-Tal. Die Menschen lieben und verehren diesen Garuda, täglich werden ihm frische Blumen gebracht. Die Vishnu-Reliefs mit seinem Reittier Garuda stammen aus dem 7. Jahrhundert, das wird verallgemeinernd behauptet, wobei sich diese Aussage sicher nur auf Relief I & II bezieht, bei den Reliefs III & IV wird es sich um später geschaffene Varianten handeln, wobei Relief III auch wieder das ältere und Relief IV die jüngere Tafel zu sein scheint. Auf Vishnu III hat Garuda vier Arme, auf Vishnu IV sogar sechs Arme, auf den anderen Reliefs hat Garuda zwei Arme=zwei Flügel, das ist vermutlich die tradierte Darstellungsvariante, die der Anatomie eines Vogels entspricht. Garuda ist im Changu Narayan Tempel mehrfach präsent, sogar in Holz geschnitten taucht der Vogel auf, hier als nagantaka bzw. nagasana (um nochmals den berühmten Indologen Heinrich Zimmer zu zitieren). Das Motiv ist sehr anschaulich auf den vier Thoranas über den Eingängen geschildert. Es fiele leicht, noch Dutzende anderer Garuda-Reliefs zu zeigen, doch weitere Garuda-Statuen fanden sich nicht, zumindest keine, die sich grundlegend von den hier vorgestellten Darstellungen unterschieden hätten. Das vorrangige Anliegen, einige markante Garuda-Typen in diesen Artikel vorzustellen, scheint mit dem gegebenen Bildmaterial erfüllt.
Fotos und Text: Günter Schönlein Mit (VJ) gekennzeichnete Fotos fertigte Vanessa Jones Zitat zu Garuda aus Heinrich Zimmer – Indische Mythen und Symbole Eugen Diederichs Verlag 2. Auflage 1984 (Seite 86) Korrektur: Vanessa Jones Häufig stehen an den Eingängen zu Tempeln Tierstatuen, sie haben eine Wächterfunktion, sie behüten die Tempel und verhindern das Eindringen böser Kräfte. Welches Geschöpf auch immer die Tempel bewacht, diese Wesen erfüllen den apotropäischen Schutz der Heiligtümer. An Kraft und Wirkung der Wächtertiere wird fest geglaubt, deshalb sind diese Schutzwesen an großen und kleinen Tempeln nicht zu übersehen. In allen Stadtteilen von Kathmandu, so auch in Lalitpur (Patan), stehen zahlreiche Tempel. Der Vergleich der Tempel drängt sich auf, zwangsläufig öffnet sich auch der Blick auf die vielfältigen Tempelwächter, meist sind es Löwen, die allerdings in Varianten auftreten. Der Fokus dieser Betrachtung wird vorrangig auf Löwen gerichtet sein. Kein Tourist, auch kein Langzeitbesucher wird je alle Tempel und Schreine in Kathmandu aufsuchen, dennoch werden interessierte Touristen genügend Tempellöwen entdecken, um einen Eindruck von ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit zu gewinnen. Der Löwe gilt in allen Kulturen als Symbol für Kraft, Stärke, Tapferkeit, Macht und Würde. In der Tierwelt zählt der Löwe als Dominator. Weder in China, Kambodscha, Thailand, Burma, Japan, Indien und Nepal haben jemals Löwen in freier Wildbahn gelebt. Die Bildhauer haben niemals lebende Löwen gesehen, das erklärt teilweise die oftmals unrealistischen Darstellungen vieler Wächterlöwen. Weshalb ausgerechnet Löwen als Schutzwesen vor den Eingängen asiatischer Tempel platziert wurden, kann hier nicht erklärt werden, derlei Ausführungen sprengen den Rahmen dieser Betrachtung. Östlich der in Lalitpur von Nord nach Süd führenden Shankhamul Marg steht der stattliche Kobaha Krishna Mandir. Den steinernen Hindu-Tempel auf dreifachen Sockel bewachen vier Wächtertiere. Neben den Stufen sitzen zwei grimmige Löwen mit aufgerissenem Maul, eine Sockelebene höher sitzen zwei weitere Löwen, denen ist allerdings ein seltsamer Kopf gewachsen, anstelle des zahnreichen Mauls haben sie einen Schnabel, der sehr an einen Greifvogel erinnert, (vielleicht ein entfernter Verwandter von Garuda?). Diese Anordnung von vier Wächtertieren ist ein in Nepal/Kathmandu/Lalitpur häufig wiederkehrendes Wächterensemble, zusätzlich finden sich unter den Basen der Säulen noch kleine Löwen, die aber nicht freistehen, sondern als Halbrelief herausgearbeitet sind. Hinweis: Säulen-Löwen und Eck-Löwen an Sockeln werden im Verlauf des Artikels gesondert vorgestellt. Einhundert Meter westlich vom Bhimsen Mandira hat sich vor einem Tempel in gedrängterem Beieinander ein ähnliches Löwenquartett wie vor dem Kobaha Krishna Mandir versammelt, jeweils ein Löwen-Paar und ein Schnabel-Löwen-Paar halten die Wacht. Die Sitzhaltung der Löwen gleicht sich, die aufrechte Kopfhaltung, die gelockte Mähne, die Krone, der Schmuck und nicht zu vergessen, die Fußkrallen und der auf den Rücken abgelegte Schwanz. Jede Statue ist aus einem Block gehauen. Mag es auch unwissenschaftlich sein und völlig unbeholfen klingen, es ist wohl nicht allzu vermessen, die Schnabellöwen als Garuda-Löwen zu klassifizieren. Der Name dieses kleinen Schreins wird flanierenden Touristen nicht vermittelt, kein Schild verrät, welchem Gott gehuldigt wird. Sind solche unbenannten Tempel und Schreine verschlossen und keine Einsicht möglich, endet an solchen Plätzen die korrekte Buchführung. In diesem Fall konnte der Name Harisankar Mandir ermittelt werden, wenn auch für diese Betrachtung die Kennzeichnung der Schreine keine erstrangige Rolle spielt, sondern vorrangig die Erfassung der verschiedenen Löwen und ihre Typisierung. Die mannshohen Löwen am Eingang vom Rudravarna Mahavira sitzen aufrechter als die Löwen der beiden bislang vorgestellten Typen: die Köpfe sind markanter ausgeprägt, Ohren, Augenbrauen, Nasen- und Barthaare treten stärker hervor. Der Schmuck um Hals und Brust variiert, der Prunk ist etwas zurückgenommen, sie tragen keine Krone. Wichtig: hier halten ein männliches (links) und ein weibliches Tier (rechts) Wache, das deutliche Unterscheidungsmerkmal sind die Brustpartien der Löwen. Diese Löwen scheinen aus mehreren Steinschichten gefertigt zu sein. Das innere Tor vom Rudravarna Mahaviha flankieren zwei ganz andere Löwen. Diese Wächtertiere tragen auf dem Rücken ein Relief mit der Darstellung einer Gottheit. Weiter als bisher gesehen, reißen die Löwen ihr Maul auf, sie brüllen und zeigen starke Eckzähne, die Zunge ist andeutungsweise zu sehen. Man betrachte auch die feinen Übergänge von der Schulterpartie über die Mähne bis hin zum Reliefschild, das ist meisterhaft. Die handwerkliche Gestaltung dieser Löwen ist weitaus kunstvoller, als die anderen bislang gezeigten Löwen, die häufig zu finden sind und allesamt einem Grundmuster entsprechen, offenbar hatten die Werkstätten Musterstatuen zur Ansicht und nur die Größe musste den Bauten (den Sockeln) angepasst werden. – Wissenschaftler könnten ihren Blick auf die Inschriften an den Rändern der Löwensockel fokussieren. Vielleicht sind das Herstellungsjahr, die Werkstatt und eine Widmung zu lesen. Touristen muss der Rudarvarna Mahavihar empfohlen werden, er ist einer der schönsten Tempel in Lalitput. Im Innenhof stehen mehrere sehenswerte Metallskulpturen, unter ihnen auch eine europäische Löwenstatue. In Nebenstraßen und Innenhöfen gibt es ungezählte namenlose kleine Heiligtümer zu entdecken. Der Mut, Schritte ins Abseits zu wagen, wird belohnt, weder beißen die Löwen, noch die Menschen, sofern anwesend. Die gedrungenen Körper, die kürzeren Vorderläufe und die tiefere Sitzhaltung vermitteln ein anderes Erscheinungsbild als die bisher vorgestellten aufrecht sitzenden Löwen. Wer den Rato Machindranath Tempel besichtigt, wird einerseits enttäuscht und andererseits begeistert sein. Der für das Kathmandu-Tal typische Pagodenstil zeichnet diesen wunderbar restaurierten, leider nicht zugänglichen Tempel aus. Ein blauer Gitterkäfig verhindert die Besichtigung, immerhin sind die Gitterstäbe so weit auseinander, dass die visuelle Begutachtung aus der Distanz ohne Schwierigkeiten rundum möglich ist. Zwei bemalte Löwen (männlich und weiblich) bewachen die Stufen zum Eingang. Es muss vorgegeben sein, dass die Löwinnen immer rechts ihren Platz haben. Bemalte Löwen wirken völlig anders, als Löwen in ausschließlich steinern farbloser Erscheinung. Sind dann auch noch die Köpfe/das Gesicht sonderlich geformt und die Kronen extrem stilisiert, muss hier ein völlig eigenständiger Löwen-Typ registriert werden. Unabhängig vom Typ sind also bemalte und nicht bemalte Wächterlöwen zu unterscheiden, siehe auch die bemalten Löwen vom Kutusingha Vihar. Zum Machindranath Tempel, der auf Fundamenten einer früheren Tempelanlage 1673 erbaut wurde, kommen Hindus und Buddhisten. Vielleicht wird der Tempel für Feiern bestimmter Rituale zeitweise geöffnet. Auf dem Darbar Square (Palastbezirk Lalitpur) gibt es viel zu sehen. Ohne weiteres kann man dort einen Tag unterwegs sein. Es ist nicht nur der Gesamteindruck der Staunen hervorruft, besonders die Vielfalt der Tempel und deren Einzelbegutachtung fasziniert. Dort stehen auch zwei Krishna Tempel, sie sind leicht auseinander zu halten, sofern man die Namen richtig auswertet: Chyasym Deval Krishna Tempel und Krishna Mandir. Baustilistisch unterscheiden sich die erwähnten Krishna Tempel. Der Chyasym Deval Krishna Tempel ist ein oktogonaler Bau und hat nur zwei Wächterlöwen, der Krishna Mandir präsentiert sich in quadratischer Bauform und vier Löwen halten Wache, zwei von ihnen sind Garuda-Löwen, sofern die Klassifizierung erlaubt ist, auch sie treten als Paar in Erscheinung. Die Löwengruppe am Krishna Mandir (Darbar Square) unterscheidet sich von den eingangs gezeigten Löwen vom Kobaha Krishna Mandir und vom Harishankar Mandir nur unwesentlich, selbst die Kronen gleichen sich, nur der Hals- und Brustschmuck differiert. Die kleinen Löwen am Sockel, jeweils unter den Säulen, müssen als obligatorisches Accessoire vorgeschrieben sein, sie sind an beiden genannten Krishna Tempeln vorhanden. Auch die monumentalen Palastlöwen (Darbar Square) treten als Paar in Erscheinung, deutlich ist die Löwin kenntlich. Beachtenswert sind die verschieden geschmückten Fußfesseln an drei Beinen. Reste einer ehemaligen Fassung (Bemalung) sind zu ahnen, falls die Tönungen nicht der natürlichen Verwitterung anzulasten sind. Dieses Löwenpaar erinnert an die Löwen am Eingang zum Rudravarna Mahavira. Die Palastlöwen hinterlassen den Eindruck, als seien sie aus mehreren Steinschichten gefügt und nicht aus einem Steinblock gehauen. Anmerkung: in Myanmar wurden und werden Löwenstatuen gemauert, verputzt, in Form gebracht und schlussendlich bemalt. Welche Fertigungsverfahren in Nepal bevorzugt oder ausschließlich angewendet wurden, vermag der kunstinteressierte Laie nicht verbindlich behaupten, hierzu müssten wissenschaftliche Spezialbetrachtungen zu Rate gezogen werden. Die folgenden sechs unbenannten Bildbeispiele repräsentieren stellvertretend die Vielfalt der Sockel-Löwen und Pfeiler-Löwen, die an fast allen Tempeln zu finden sind. Diese speziellen Löwen ragen aus den jeweiligen Wandpartien deutlich heraus, sind nicht mehr als Reliefs einzuordnen, folglich muss von Statuen gesprochen und diese als Kleinplastiken betrachtet werden. Auch diese im Maßstab und in der Form veränderten Löwen existieren in männlichen (Bild I & III) und weiblichen Varianten (Bild IV, V & VI), sogar als Garuda-Löwe (Bild II). Zu erwähnen sind noch Löwenkopfvarianten an Holzeinfassungen über Tempeleingängen, an holzgeschnitzen Umrahmungen unter den Dächern und an den Enden von Dachbalken. Diese katzenartig wirkenden Löwenköpfe wurden und werden in mehreren Grundvarianten gefertigt. Nicht zu übersehen sind Elefanten als Wächtertiere neben den Stufen und Eingängen, das aber ist schon wieder ein gesondertes Thema, welches hier nur informativ als Randnotiz angeschlagen wird. Jeder aufmerksame Besucher wird in Lalitpur noch weiteren Wächterlöwen begegnen, was bei der Vielzahl der Tempel einer leichten Übung entspricht. Die hier vorgestellten Löwen erheben nicht den Anspruch, die schönsten Exemplare in Lalitpur zu sein, sie sind lediglich maßgebliche Beispiele, welche das Thema genügend repräsentieren.
Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones Nur wenige Meter nördlich vom Swotha Square (Lalitpur) stehen zwischen modernen Wohnhäusern östlich der Shankhamul Marg zwei kleine Pagoden, es sind unscheinbare Tempel, von denen in Kathmandu (resp. im Kathmandu-Tal) nicht hunderte, sondern tausende gezählt wurden. Solche Schreine entsprechen dem Bedarf der Bevölkerung, sie spiegeln gleichzeitig das religiöse Empfinden der Menschen. Mopeds und Motorräder haben in Kathmandu das Fahrrad und die Riksha als Beförderungsmittel abgelöst. Motorisierte Zweiräder beziffern einen gewissen Grad von Wohlstand. Fußgänger und gleich viele Fahrzeuge bewegen sich nicht immer gefahrlos durch die Straßen und besetzen jeden freien Platz. Eine Parkordnung scheint weder geschrieben noch beschlossen zu sein. Tempel ohne rundherum abgestellte Fahrzeuge gibt es nicht. Fotografen geraten in Nöte. Zweiräder geraten zwangsläufig in jedes Bild. Die moderne Zeit hat in den letzten drei Jahrzehnten das Stadtbild von Kathmandu extrem verändert, diese Aussage trifft auf alle Stadtteile zu. Noch in den frühen neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts existierten tausende Rikshas, heute fährt jeder zweite Mensch ein Moped. Das vormals dörfliche Milieu wich dem Fortschritt, nicht zum Vorteil für die Bewohner und das Klima. Jede Zeitepoche bejubelt oder beklagt ihre Errungenschaften. Nichts bleibt gleich, alles verändert sich. Noch geben die zwei kleinen annähernd baugleichen Tempel im Hof trotz der geordnet aufgestellten Blecharmada ein malerisches, fast noch pittoreskes Bild ab. Der hintere, etwas niedrigere Schrein muss der ältere von beiden sein, der muss das Erdbeben von 2015 schadlos überstanden haben, während der vordere Tempel ein Wiederaufbau, wenn nicht gar ein Neubau sein muss. Die Namen beider Tempel waren nicht zu erfahren, allerdings lassen sich an den Reliefs im Sanktum und den Dekorationen an den Außenwänden unverbindliche Schlüsse ziehen, welchem Gott, welcher Göttin die Schreine geweiht sind. Trotz der verschwommenen Sachlage ordnen sich die Sakralbauten, so unscheinbar und unwesentlich sie auch sein mögen, als Architekturzeugnisse der Stadt Kathmandu in die wahrscheinlich ungeschriebene Auflistung der namenlosen Pagodentempel ein. In beiden Tempeln werden hinduistische Götter verehrt. Im hinteren Tempel steht ein Relief der Heiligen Familie zur Anbetung: Uma-Maheshvara, also Parvati-Shiva, dazu die Kinder Ganesha und Kumara und natürlich der Buckelstier Nandi, Shivas Reittier, der gehört zur Familie. Die Ziegeldächer und die Holzkonstruktionen der Dachgeschosse lassen sich an niedrigen Tempeln leicht erkennen. Zwanzig Streben stützen das untere, zwölf Streben das obere Dach. Inwieweit die Dachetagen begehbar sind und welchen Zweck sie gerecht werden, ist nicht bekannt. Die Frontseiten kleiner Pagodentempel sind oftmals gleichartig gestaltet. Über dem Eingang steht leicht nach vorn gekippt der Thorana, üblicherweise halbrund geschnitten, meist wird auf diesem Giebelfeld die Gottheit, dem der Tempel gewidmet ist, abgebildet. Falls die Tür nicht gerade verschlossen ist, fällt Tageslicht auf das Relief bzw. die Statue im Innern. Neben dem Türrahmen befinden sich beidseitig weitere Götterreliefs, hier am Shiva Tempel sind es Göttinnen, genauer gesagt, Erscheinungen der Durga, nämlich als Mahisasuramardini: Durga tötet den Büffeldämon. Durga gilt als kriegerische Verkörperung der Parvati. Der hintere Tempel ist Shiva geweiht, im vorderen Tempel wird Vishnu angebetet. Die Klassifizierung der Götter ist richtig, die von den Einheimischen verwendeten Tempelnamen lauten wahrscheinlich anders. Die Namen Shiva- und Vishnu Tempel wurden zur besseren Unterscheidung willkürlich gewählt. Der Vishnu Tempel wird an den vorderen Dachstützen als solcher kenntlich, außerdem ist das Relief im Sanktum eindeutig als Vishnu zu identifizieren. Die von Ziegelsteinen eingefasste hölzerne Fassade macht durch die Verbindung von geraden, Viertelkreisen und sehr geschwungenen kurvigen Formelementen durchaus großen Eindruck, obwohl der Tempel von gerade mal rund 4x4m Grundfläche klein zu nennen ist. Der wunderbar geschnittene, mit Rosettenmuster besetzte Türrahmen, die vorstehenden Pfeiler mit den ausladenden Kapitellen, die fast über die gesamte Fassade ausgeweitete Querverlängerung wiederum mit Rosetten versehen, das Gottesbild über dem Eingang, (Thorana nicht vorhanden), die schräg verlaufenden, die Viertelkreis rahmenden Makara-Bilder beidseitig der Tür, das alles ist ein Zeugnis bewundernswerter nepalesischer Schnitzkunst. Das etwas verkleinerte Schnitzensemble wiederholt sich an der Frontseite vom Dachgeschoss, als gäbe es dort in der Höhe einen zweiten Zugang zum Tempel. Die Götterreliefs an der Eingangsseite sind mit Ausnahme von einem Viertelkreis nur schwer oder nicht zu deuten. Im linken Viertelkreis ist der vierarmige Vishnu dargestellt, traut man den Attributen ist rechts im Viertelkreis Shiva zu sehen. Beide Götter sitzen auf einem Lotos-Thron. Die Nahsicht auf das Schnitzwerk zeigt unübersehbar die Vergänglichkeit des sensiblen Materials, andererseits erstaunt die Belastbarkeit, denen die Streben und Balken ausgesetzt sind. Wer einen Tag lang in Lalitpur (Patan) nicht nur am Darbar Square zu Fuß unterwegs ist, der wird auf etliche solcher Pagodentempel stoßen. Diese nicht zu benennenden Eindrücke fügen sich ins Gesamtbild, sie ergänzen die in Reisehandbüchern oder von Agenturen empfohlenen Besichtigungsrundgänge. Es lohnt sich, mit offenen Augen zwanglos und ohne bestimmtes Ziel durch Lalitpur zu flanieren.
Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones |
Autor Günter SchönleinAuf meinen bisher acht Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen. sortiert nach Themen:
Kategorien
All
Der Blog enthält sowohl Erlebnis-Reiseberichte als auch reine Orts- und Tempel-Beschreibungen, siehe Kategorien "Persönliches" und "Sachliches" in der Liste von Tags oben, sowie eingestreute Beiträge zu anderen Reiseländern und Themen.
Die Fotos in den Blog-Artikeln werden durch Anklicken vergrößert. sortiert nach Erscheinungsdatum:
ARTIKEL
Prasat Leak Neang Leak Neang bei Pre Rup Tempel bei Beng Mealea Prasat Banteay Ampil Prasat Chaw Srei Vibol Rong Damrei und Phnea Kol Tempelmauern in Kambodscha Namenlose Tempel Angkor Thoms Trapeang Roun Tempel Stupas in Kambodscha Spean Thma Prasat Sanlong Prasat To Stupas in Süd-Indien Inmitten von Göttern 1 Inmitten von Göttern 2 Inmitten von Göttern 3 Inmitten von Göttern 4 Inmitten von Göttern 5 Inmitten von Göttern 6 Inmitten von Göttern 7 Inmitten von Göttern 8 Inmitten von Göttern 9 Inmitten von Göttern 10 Inmitten von Göttern 11 Inmitten von Göttern 12 Jainismus Jali Gesinnungswandel zweier Könige Lintel - Spezial Prasat Kravan Unbekannte Tempel in Siem Reap Unbekannte Tempel in Roluos Tempel im Umfeld des Bakong Prasat Trapeang Kaek Daun Troung Tempel Gargoyle (Wasserspeier) Prasat Preah Pithu Wasserbecken in Angkor Thom Preah Khan Brücken der Khmer Prasat Ta Muon Dharmasala - Vahnigriha Angkor Wat - Spezial Prasat Ta Prohm Banteay Kdei Tempel Spurensuche in Angkor Thom Wat Chedei bei Siem Reap Klöster in Siem Reap Geisterhäuser Museen in Siem Reap Museen in Kambodscha Banteay Kbal Chen Tempel Prasat Chanseyma Tomnob Anlong Kravil Tempel Banteay Samre Banteay Toap Tempel Kasen Tempel Banteay Chhmar Satellitentempel Löwen in Kambodscha Löwen in Indien Löwen in Myanmar Löwen in Indonesien Löwen in Sri Lanka Khmer-Bronzen in Mandalay Seima-Steine Stufen Akroterion Empfehlenswerte Bücher Trav Tempel Phnom Kampot Tempel Reangsai & Chamreang Tempel Wat Banteay Srei Tempel Prasat Totung Thngai Rundweg um den Phnom Bakheng Berg-Tempel Rund um den West Baray Pram Tempel & Char Leu Tempel Scheintüren Scheinfenster Stupas in Myanmar Stuckaturen in Bagan 1 Stuckaturen in Bagan 2 Stuckaturen in Bagan 3 Stuckaturen in Bagan 4 Stuckaturen in Bagan 5 Holzarchitektur in Myanmar 1 Holzarchitektur in Myanmar 2 Holzarchitektur in Myanmar 3 Tempel in Sale (Saley) Thiri Muni Pagoda in Sale Fenster in Bagan Fenstersäulen in Angkor Wanddekorationen Stelenhäuser in Angkor Prasat Kok Pongro Prasat Ta Keo Fundstücke in Angkor Thom Beatocello Artikel Nr. 100 Kala resp. Kirtimukha Buddha-Statuen in Angkor Thom Prasat Suor Prat & Khleangs Elefantenterrasse Spezial Tier-Reliefs am Baphuon Tempel Tier-Reliefs am Bayon Tempel Khmer zur See Bauabläufe Vidyadharis Apsara: Tänzerin oder Göttin Apsara Spezial Dvarapala Teil I Dvarapala Teil II Dvarapala Teil III Purnagatha Teil I Purnagatha Teil II Purnagatha Teil III Hamsa Vishnu in Angkor Sapta Matrika Trimurti in Angkor Wassertiere in Angkor Elefanten in Kambodscha Prasat Kouk Nokor Prasat Banteay Prei Nokor Prasat Banteay Khchorng Prasat Chrung Stuckaturen an Khmer-Tempeln Roluos Spezial Türsäulen 1 Türsäulen 2 Basen Kapitelle Boundary Bibliotheken Bayon Bibliotheken Bayon Spezial Unterwegs im Abseits 1 Unterwegs im Abseits 2 Unterwegs im Abseits 3 Unterwegs im Abseits 4 Unterwegs im Abseits 5 Leben am Fluss Reamker-Epos Tuol Sleng und Wat Thmei War Memorial Siem Reap Jean Commaille Saptarishi - die Sieben Weisen Hiranyakashipu und Narasimha Krishna Govardhana Balaha und Uchchaihshravas Sri Lanka Reise 2019 Teil 1 Sri Lanka Reise 2019 Teil 2 Sri Lanka Reise 2019 Teil 3 Sri Lanka Reise 2019 Teil 4 Sri Lanka Reise 2019 Teil 5 Sri Lanka Reise 2019 Teil 6 Sri Lanka Reise 2019 Teil 7 Mihintale Sri Pada - Buddhapada Ungewöhnliche Reliefs Seltene Götter-Reliefss Sugriva und Valin Prasat Kansaeng TK 2 bei Beng Mealea Prasat Chrei Prasat Kong Phluk Toab Chey Thom / Toan Chey Tauch Ta En Tempel Pram Tempel (Trapeang Chhun) Prasat Kuk Troap Pram Tempel Koh Ker Sambor Prei Kuk (Teil 1) Sambor Prei Kuk (Teil 2) Fliegende Paläste Kbal Spean Bauernhäuser Preah Phnom Tempel Kat Kdei Tempel und mehr Baset Tempel Prasat Cheang Thom Prasat Rorng Ramong Götterstatuen im Angkor Wat Spuren der Intoleranz Unbekannte Tempel in Siem Reap 2 Yoni & Lingam Banteay Srei (Tempel ohne Namen) Kok Singh Tempel Prasat Ta Tnur Ergänzung: Baset Tempel Prasat Prei Prasat Bay Kaek Tempel Prasat Kongbong Alter Weg nach Roluos Neuentdeckungen in Roluos 1 Neuentdeckungen in Roluos 2 Neuentdeckungen in Roluos 3 Neuentdeckungen in Roluos 4 Neuentdeckungen in Roluos 5 Bilderbogen 2 als 200ster Artikel Phnom Chisor Trotz Corona in Kambodscha 1 Trotz Corona in Kambodscha 2 Trotz Corona in Kambodscha 3 Trotz Corona in Kambodscha 4 Bayon Tempel Spezial 1 Bayon Tempel Spezial 2 Prasat Top West Spezial Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 1 Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 2 Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 3 Hayagriva Indrajit Krishna & Kaliya Vishnu allgegenwartig Die verlorene Sammlung (The Lost Collection) Srah Srang Yeay Pow Tempel Ta Prohm (Tonle Bati) Tempel Prasat Neang Khmau Phnom Bayang Tempel Phnom Bayang Nebentempel Prei Tempel Spezial Banteay Prei Spezial Krol Ko Spezial Prasat Tonle Snguot Phnom Da Angkor Borei Museum Prei Khmeng Stil Kala Preah Norodom Sihanouk Museum Krol Romeas & Kral Romeas Preah Khan versus Banteay Kdei Frömmigkeit versus Glaube Khmer Halsschmuck Spean Toap & Prasat Prohm Kal Dachlandschaften in Angkor Eindrücke vom Tag Bilderbögen Zentral-Vietnam Da Nang Marmorberge Da Nang Da Nang Halbinsel Son Tra Da Nang Museum Cham Sculpture Cham-Skulpturen: Vishnu & Shiva Cham Tempel in Vietnam Thap Phu Dien Thap Bang An Thap Khuong My Thap Chien Dan Thap Chien Dan - Museum Thap Dong Duong My Son (Teil 1) My Son (Teil 2) My Son (Teil 3) My Son (Teil 4) My Son (Teil 5) Cham Phong Lee Makaras der Cham Kala in Vietnam Hue - Verbotene Stadt Incense Burner Sepulkralkultur in Vietnam I Sepulkralkultur in Vietnam II Sepulkralkultur in Vietnam III Sepulkralkultur in Vietnam IV Hoi An Cao Dai Tempel in Hoi An Glocken in Vietnam Museum of Da Nang Skulpturen in Da Nang Musik und Tanz der Cham Henri Parmentier West Mebon Tempel 2022 Mebon Tempel Banteay Chhmar Phnom Sampov Garuda gegen Naga Naga-Chakra Mucalinda versus Naga Provincial Museum Battambang Tempel in der Region Damdek Preah Khan Spezial Teil 1 Preah Khan Spezial Teil 2 Preah Khan Spezial Teil 3 Preah Khan Spezial Teil 4 Preah Khan Spezial Teil 5 Preah Khan Spezial Teil 6 Kna Phtoul Tempel Phnom Komnop Pagoda Neak Buos Tempel Prasat Kuk Bros & Prasat Kuk Srei Phnom Chhngork Cave Tempel Preah Theat Kvav Region Beng Mealea Wat Kok Chan & 2 Tempel Wat Kesararam Siem Reap Siem Reap Generäle Royal Garden Siem Reap Theam’s Gallery Siem Reap Wandbilder im Wat Bo Siem Reap Bilderbogen Indien 2024 Kanheri Caves Karla Caves Mahakali Caves Mandapeshwar Caves Elephanta Caves Teil 1 Elephanta Caves Teil 2 Ajanta Caves Teil 1 Ajanta Caves Teil 2 Ajanta Caves Teil 3 Bedse Caves Bhaja Caves Yogeshwari Caves Pandava Caves - Teil 1 Pandava Caves - Teil 2 Khandoba Tempel Aurangabad Aurangabad Caves Daulatabad Fort Khuldabad Bhuikot Fort Solapur Bijapur (Teil 1) Bijapur (Teil 2) Tempel in Gadag Lakshmirasimha Tempel Jagaval Dodda Basappa & Someshwara Itagi Mahadeva Tempelkomplex Musafirkhana und Honda Kallesvara Tempel Bagali Archaeological Art Gallery Bagali Mondusale Tempel Somanathapura Panchalingeshwara Tempel Jain-Tempel in Halebidu Hoysalesvara Tempel in Halebidu 1 Hoysalesvara Tempel Halebidu 2 Bhimesvara Tempel in Nilagunda Harihareshvara Tempel Harihar Anantashayana Tempel Hospet Hampi (Teil 1) Hampi (Teil 2) Hampi (Teil 3) Hampi (Teil 4) Hampi (Teil 5) Hampi (Teil 6) Hampi (Teil7) Mysore Palace Die Museen in Hampi Government Museum Chennai Hindu-Tempel in Chennai Mamallapuram Teil 1 Mamallapuram Teil 2 Mamallapuram Teil 3 Mamallapuram Teil 4 Stufenbrunnen in Rajasthan Kenotaphe in Rajasthan Tempel in Osian - Teil 1 Tempel in Osian - Teil 2 Tempel in Osian - Teil 3 Trommelmaschinen Jaisalmer Rundreise Rajasthan - Teil 1 Rundreise Rajasthan - Teil 2 Rundreise Rajasthan - Teil 3 Rundreise Rajasthan - Teil 4 Rundreise Rajasthan - Teil 5 Rundreise Rajasthan - Teil 6 Rundreise Rajasthan - Teil 7 Rundreise Rajasthan - Teil 8 Rundreise Rajasthan - Teil 9 Rundreise Rajasthan - Teil 10 Rundreise Rajasthan - Teil 11 Rundreise Rajasthan - Teil 12 Sas Bahu Tempel Jain-Tempel in Ranakpur Ambika Mata Tempel in Jagat Torana Keshava Tempel in Somanathapura Purnagatha in Indien Prambanan Tempel in Indonesien Museum Candi Prambanan Candi Mendut Candi Pawon Candi Sewu Reliefs am Borobudur - Teil 1 Reliefs am Borobudur - Teil 2 Reliefs am Borobudur - Teil 3 Reliefs am Borobudur - Teil 4 Candi Banduyinan weitere Artikel werden folgen ... alle Artikel alphabetisch sortiert:
Click here to edit.
Archive
July 2026
|
RSS Feed