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In allen hinduistisch und buddhistisch geprägten Ländern Asiens finden sich Votiv-Stupas in verschiedenen Formen. Meist stehen die als Opfergaben dargebrachten Miniatur-Stupas in großer Zahl im Umfeld bedeutender Heiligtümer, doch auch als Einzelstücke werden sie an markanten Plätzen und auf Innenhöfen aufgestellt und werden dort zum Objekt der Anbetung. Speziell in kleineren Siedlungen ohne eigene Tempelanlage erfüllen Votiv-Stupas die Funktion eines Tempels. Bevorzugt eignen sich Plätze, an denen sich Menschen bei ihren täglichen Beschäftigungen häufig begegnen. Oft ersetzt schon kurzes Innehalten zum Gebet und das Niederlegen einer Opfergabe am Votiv-Stupa den Gang in den weiter entfernten Tempel. Rund 85km nordwestlich von Siem Reap befindet sich die vormals von einem durchgängigen Wassergraben eingefasste rechteckig angelegte Klosteranlage Phnom Srok, die heutzutage ihr äußeres Erscheinungsbild als Wohnsiedlung mit Tempeln, Schulen, Kindergärten, Geschäften und kleinen Betrieben gewandelt hat. Von der historischen Bausubstanz hat sich nichts erhalten, die Bedürfnisse der Menschen erforderten die Neubebauung des Geländes. Mehrere moderne buddhistische Tempel stehen den dort lebenden Menschen als Andachtsorte zur Verfügung. Der hier vorgestellte über 1000 Jahre alte, vierseitig gearbeitete Votiv-Stupa aus dem Pariser Musée Guimet ist nicht nur ein Beleg aus der Khleang-Periode, sondern auch ein beredtes Zeugnis religiöser Praxis dieser Zeit in der Provinz Banteay Meanchey. Unentwegte Interessenten werden Kbal Sre Yeay Yin im Kartenwerk von Google Maps vergeblich suchen, doch die Nähe zu Phnom Srok scheint garantiert. Einheimische werden vielleicht wissen, in welcher Richtung zu suchen wäre. Die Route der deutschen Turfan Expedition von 1904/1905 nachzuvollziehen bzw. die damaligen Ausgrabungsstätten zu besichtigen, dürfte im China unserer Tage ernsthafte Probleme bereiten. Wahrscheinlich gelangen nur arivierte Archäologen in diese abgelegenen Regionen im nordwestlichen China. In dieser schwer zugänglichen Gegend kreuzten sich mehrere Seidenstraßen. Tausende Fragmente buddhistischer Wandmalereien konnten von den deutschern Forschern auf vier Expeditionen gesichert und archiviert werden. Weiterhin wurden steinerne Objekte und Textilien gesichert und nach Berlin transferiert. Europäer sahen und betraten erstmals buddhistische Tempel und Höhlentempel im fernen China. Von der seinerzeit bedeutenden Oasenstadt am Rande der Taklamakan-Wüste existieren nur noch wenige Ruinen. Ein ansehnlicher Votiv-Stupa aus Kocho (der ehemaligen Hauptstadt des Kocho-Reiches) wird in der Dauerausstellung im Humboldt Forum Berlin präsentiert. Neben vielen anderen Objekten in den Turfan-Ausstellungssälen ist dieser etwa 80cm hohe Stupa ein echter Blickfang, der von allen Seiten besichtigt werden kann. Vom 4. Jahrhundert an breitete sich von Indien kommend der Buddhismus in China aus. Heute beanspruchen die Uiguren erfolglos weite Gebiete dieser Region als ihren Lebensraum und ihr angestammtes Land. Die chinesische Regierung behält sich das Alleinbestimmungsrecht für diesen Landesteil vor. Von freier Religionsausübung kann längst keine Rede mehr sein. Der Miniaturstupa aus Bodhgaya (9. Jh. Schiefer) wird in der Dauerausstellung der indischen Abteilung vom Humboldt Forum Berlin gezeigt. Der Bildhauer hat sich bei diesem Stupa stilgetreu an klassischen Vorbildern orientiert. Ursprünglich wurden Stupas anikonisch gestaltet. Im Stupa erkannten und verehrten die Gläubigen die symbolhafte Darstellung des Buddha und seiner Lehre, worauf die Architekturelemente Bezug nehmen. Ein Stupa verkörpert den Sangha, den Dharma und den Buddha, also die Gemeinschaft der Gläubigen, die Lehre und den Religionsstifter selbst, aber auch die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft lassen sich den Stupa-Segmenten zuordnen, schlussendlich sehen viele in der Gesamtheit eines Stupas die Verkörperung Buddhas. Folgende Bauteile machen einen Stupa aus: Krone - Spitze/Mast mit Ehrenschirm - Reliquienkammer - Kuppel - Sockel - Grundfläche. Leseempfehlung: Heino Kottkamp – Der Stupa als Repräsentation des buddhistischen Heilsweges. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung architektonischer Symbolik. Harrassowitz, Wiesbaden 1992. Schiefer findet sich als Vorkommen in vielen Ländern der Welt, so auch in Nordindien. Schiefer lässt sich gut bearbeiten und wird in der Neuzeit vorwiegend in der Bauindustrie geschätzt. Dieses gefügige Steinmaterial wurde aber schon in Gandhara (Pakistan) während der ersten vier Jahrhunderte unserer Zeitrechnung für die Herstellung buddhistischer Kunstwerke verwendet. Zahlreiche Statuen, Reliefs und Zierelemente aus längst zerstörten Tempeln geben Kunde einstiger religiöser Prachtentfaltung im ehemaligen Gandhara-Reich. Weltweit kommt kaum ein Museum, welches asiatische Kunst zeigt, an Objekten aus der Gandhara-Periode vorbei. Gandhara ist betreffs buddhistischer Kunst zum Begriff geworden. Die Rezeption der Reliefs und Statuen fallen westlichen Kunstliebhabern leicht, weil die Physiognomien der dargestellten Figuren europäisch, sprich: griechisch geprägt erscheinen, was wohl auf die Einflüsse der Hinterlassenschaften von Alexander dem Großen zurückzuführen ist, sein Feldzug gen Osten führten den Eroberer und sein Heer bis zum Himalaya und an den Indus. Griechen stießen auf Inder, umgekehrt Inder auf Griechen, eine Vermischung der Ethnien war Folge der Eroberungs- und Besiedlungsstrategie, folglich fand unvermeidbar kultureller Transfer statt. Die ergänzenden Bildbeispiele anikonischer Stupas aus Sanchi und Gandhara belegen den Grundaufbau: Sockel-Kuppel-Reliquienkammer-Mast mit Ehrenschirmen. Die Anzahl der Schirme kann 3 oder 8 betragen: drei Schirme meinen Sangha, Dharma und Buddha, acht Schirme symbolisieren den achtfachen Pfad der buddhistischen Lehre. Bei den Gandhara-Stupas fällt das Ambiente auf. Ein Stupa ist umrahmt von vier Säulen mit Löwenkapitellen, das ist ein Verweis auf den König Ashoka, der den Buddhismus im damaligen Indien zur Staatsreligion erhob. Das zweite Gandhara-Relief zeigt einen Stupa, der in einem Tempelbau steht, zumindest vermittelt das bogenförmige Portal den Eindruck von einem Bauwerk. Beide Stupas unterscheiden sich in der äußeren Bauform, während der eine Stupa trotz seiner Lotos-Kuppel gedrungen wirkt, steht der andere von einer Vedika (Zaun) markierte Kubus turmartig schlank im Raum. Verschieden sind auch die Reliquienkammern geformt. Jeder Buddhist wird einen Stupa resp. einen Votiv-Stupa andächtig umschreiten und sich vor den Buddha-Bildern verneigen. Die Stupa- und Buddha-Verehrung ist Teil der religiösen Praxis, welche auf den drei Reliefs eindrucksvoll dargestellt ist. Pilger kommen zum Heiligtum und beten dort, an diesen Riten hat sich bis heute nichts verändert. Einmal im Leben den Stupa von Sanchi gesehen zu haben oder in Bodhgaya, dem Ort von Buddhas Erleuchtung zu verweilen, danach sehnen sich wohl die meisten Buddhisten. Der im Londoner Victoria & Albert Museum präsentierte äußerst kunstvoll gearbeitete Stupa-Reliquiar aus Takht-i-Bahi (Gandhara), wird in die Jahre 200-500 datiert. Die Ruinen von Takht-i-Bahi, einer buddhistischen Klosteranlage aus dem 1. Jahrhundert auf dem Staatsgebiet von Pakistan, zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Von der Tatsache ausgehend, dass das Reliquiar im Kloster selbst oder in dessen Umgebung gefunden und geborgen wurde, scheint es unmöglich, das Jahr der Entstehung genauer zu bestimmen. Die Identifikation als Gandhara-Kunstwerk muss genügen. Auf quadratischen, mit Buddha-Bildern verzierten Sockel ruht der von zweifacher Vedika umwundene Lotos-Kubus, darauf erhebt sich die Reliquienkammer mit dreifacher Schirmbekrönung. Eine solch prächtige, sehr gut erhaltene Klein-Antiquität fällt selbst im reich bestückten Victoria & Albert Museum als Solitär in den Blick und aus dem anspruchsvollen Rahmen der umfangreichen Kollektion. Im Jahr 2017 zeigte das British Museum London in einer gesonderten Präsentation eine restaurierte Reliefplatte aus dem berühmten Schrein vom Amaravati. Die Platte bietet einen ganzflächig reliefierten Stupa zur Anschauung. An Hand dieser Reliefansicht auf die Bauweise vom Amaravati-Stupa zu schließen, entbehrt jeglicher Logik. Die Darstellung ist eine idealisierte Vorstellung des Bildhauers. Seit 1880 lagern 120 steinerne Einzelstücke vom Amaravati-Stupa im British Museum. Erst 1992 wurde ein klimatisierter Ausstellungsraum für die wertvollen Objekte eröffnet, rund siebzig Fragmente vom Stupa werden dem Publikum vorgestellt. Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
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Autor Günter SchönleinAuf meinen bisher acht Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen. sortiert nach Themen:
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Der Blog enthält sowohl Erlebnis-Reiseberichte als auch reine Orts- und Tempel-Beschreibungen, siehe Kategorien "Persönliches" und "Sachliches" in der Liste von Tags oben, sowie eingestreute Beiträge zu anderen Reiseländern und Themen.
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