ANGKOR TEMPLES IN CAMBODIA
  • Home
    • Welcome
    • Directory
    • Nepal Link
    • Privacy Policy
  • About
  • Cambodia
    • Geography
    • Khmer History
  • Travel Info
    • Visa and Customs
    • Climate
    • Food
    • Shopping
  • Destinations
    • Phnom Penh
    • Siem Reap
    • Battambang
    • Sihanoukville
    • Kep
    • Tonle Sap
  • Temples
    • Cambodia jungle temples
    • Preah Khan
    • Ta Som
    • Phnom Kulen
    • Bang Melea
    • Koh Ker
    • Banteay Chhmar
    • Preah Vihear
    • Bakan
    • Sambor Prei Kuk
    • Tonle Bati
    • Phnom Chisor
    • Phnom Da
    • Phnom Banan
    • Prasat Sneung
  • Angkor
    • Angkor Wat
    • Angkor Thom >
      • Bayon
      • South Gate
      • North Gate
      • Victory Gate
      • East Gate
      • Prasat Chrung
      • Elephant Terrace
      • Leper King Terrace
      • Tep Pranam
      • Prasat Suor Prat
      • Preah Palilay
      • Vihear Prampil Loveng
      • Wat Preah Ngok
    • Yashodharapura >
      • Bakheng
      • Baksei Chamkrong
      • Bei Prasat
      • Baphuon
      • Phimeanakas
      • Royal Palace
      • Preah Pithu
      • North Khleang
      • South Khleang
      • West Prasat Top
      • Mangalartha
      • Ta Prohm Kel
      • Siem Reap River
      • Kapilapura
    • Small Circuit >
      • Thommanon
      • Chau Say Tevoda
      • Spean Thma
      • Chapel of the Hospital
      • Ta Keo
      • Ta Nei
      • Jayendranagari
      • Ta Prohm
      • Banteay Kdei
      • Kutishvara
    • Grand Circuit >
      • Prasat Tonle Snguot
      • Krol Romeas
      • Preah Khan in Angkor
      • Prasat Prei
      • Banteay Prei
      • Neak Pean
      • Krol Ko
      • Ta Sohm
      • East Mebon
      • Pre Rup
      • Leak Neang
      • Prasat Top
      • Srah Srang
      • Bat Chum
      • Prasat Kravan
    • Angkor East >
      • Prasat Tor
      • Banteay Samray
      • Phnom Bok
      • Chau Say Vibol
    • Angkor West >
      • West Baray
      • West Mebon
      • Ak Yum
      • Spean Memay
      • Phnom Rung
      • Kok Po
      • Neam Rup
      • Prasat Char
      • Prasat Sralao
      • Prasat Sampeau
      • Banteay Thom
      • Prei Prasat
    • Siem Reap area >
      • Wat An Kau Sai
      • Wat Athvea
      • Phnom Krom
    • Roluos Group >
      • Bakong
      • Preah Ko
      • Lolei
      • Prei Monti
      • Trapeang Phong
      • Toteung Thngai
      • Prasat O Ka-aek
      • Trapeang Srangae
    • North of Angkor >
      • Banteay Srei
      • Kbal Spean
  • Tours
  • Hotel
  • Blog
    • Schönlein Blog
    • Schönlein Artikel
    • English Blog
  • Contact

Günter Schönlein
Blog

Nepal-Indien 2025 Teil 4

7/18/2026

0 Comments

 
Siebenter Tag: Nala, Banepa und Panauti

Der heutige Tag war einer Landpartie vorbehalten. Die kleinen Ortschaften Nala, Banepa und Panauti sind flächenmäßig kaum über die ehemaligen dörflichen Grenzen hinausgewachsen, die Menschen sind auf das wertvolle Nutzland in ihrem Umfeld angewiesen. Das tägliche Leben beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Arbeit auf den Feldern und Weiden, auch an und in den Tempeln begegnen sich die Menschen. Die Tempel als öffentliche Begegnungsstätten werden gepflegt und sauber gehalten. Einschränkend muss gesagt werden, dass manche Plätze und Wege in den Dörfern bei Touristen einen weniger positiven Eindruck hinterlassen. Zwei Tempel werten Nala als Zielort auf: der buddhistische Karunamaya Tempel und der hinduistische Bhagavati Tempel. Während der Wiederaufbau bzw. die Restaurierung am buddhistischen Tempel abgeschlossen ist, gibt es am hinduistischen Tempel noch viel zu tun. Hier müssen noch sämtliche Dachaufbauten erneuert werden, in wie weit die alten Dachstreben zur Wiederverwendung noch tauglich sind, müssen Fachleute entscheiden. 
Nala – Karunamaya Tempel
Nala – Karunamaya Tempel
Weitere konkrete Informationen zum Karunamaya Tempel sind nur über den QR-Code zu erfahren. Wohl dem, der ein Smartphone besitzt und eine passende Nepal-SIM Karte erworben hat. 
Nala – Karunamaya Tempel: Glockengerüst mit QR-Code – Lokeshwara (Bodhisattva)
Nala – Karunamaya Tempel: Glockengerüst mit QR-Code – Lokeshwara (Bodhisattva)
Der Bhagavati Tempel von Nala hat das Erdbeben von 2015 leider nur stark beschädigt überstanden, im November 2025 war der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen. Die wenig erfreuliche Tatsache der fehlenden Dächer, ermöglicht zumindest den turmartigen gemauerten Kern des Pagodentempels ungehindert betrachten zu können. Dieser vormals prachtvolle Tempel zählt zu den wenigen Tempeln mit vier Dächern, die sich im Kathmandu-Tal erhalten haben. Gewiss wird versucht, den Originalzustand wenigsten annähernd wiederherzustellen. – Bhagavati meint generell die Erhabene, und wird in Kathmandu häufig als Durga dargestellt. Leider konnten wir das Idol nicht sehen, der Tempel war verschlossen. Vielleicht ist die Statue oder das Relief während der Bauarbeiten in einem Depot sicher untergebracht worden.
Nala – Bhagavati Tempel
Nala – Bhagavati Tempel
Nala – Bhagavati Tempel: Eingangsbereich und aufbewahrtes hölzernes Dachmaterial
Nala – Bhagavati Tempel: Eingangsbereich und aufbewahrtes hölzernes Dachmaterial
Die ruhige Atmosphäre auf dem Platz vor dem Bhagavati Tempel empfanden wir als sehr angenehm, diese wohltuende, völlig entspannte Stimmung wurde nicht nur von der Morgensonne hervorgerufen. Auf dem Tempelvorplatz treffen sich die Menschen, tauschen sich aus, beten gemeinsam. Wir wurden mit aller Selbstverständlichkeit ins Gespräch gezogen, vor allem Frauen hatten keine Scheu, mit den fremden Besuchern zu reden. Dieser Platz, einem Anger vergleichbar, bietet sich tatsächlich als idealer Treffpunkt im Dorf an. Zum Hiti (Brunnen, Vordergrund links) kommen die Menschen, holen dort Trinkwasser, im Pati (kleine Versammlungshalle, Vordergrund rechts) können die Menschen im Schatten oder bei Regen sitzen und die neuesten Nachrichten auswerten. Wir haben anderenorts beobachtet, dass Frauen in einer solchen Halle saßen und gemeinsam mit Handarbeiten beschäftigt waren, wobei die Unterhaltungen nicht abrissen. Häufig treffen sich auch Männer im Pati, reden und rauchen dort, spielen Schach, Dame oder Karten.  Eine solche Halle ersetzt das Tee- oder Kaffeehaus. Kein Dorf, kein Stadtteil, in welchen nicht solche Hallen stehen und überall werden sie genutzt, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten bzw. neue zu knüpfen. Meist halten sogar die Busse und Taxis vor solchen Versammlungshallen. Was wir nicht gesehen haben: Männer und Frauen gemeinsam versammelt unter einem Dach. 
Nala – Bhagavati Tempel: Vorplatz mit Hiti und Pati
Nala – Bhagavati Tempel: Vorplatz mit Hiti und Pati
Zwei Pagodentempel, je eine Garuda-Statue, je ein Löwen-Paar, je ein Glockenbalken und zwei Nebenschreine zeichnen die Architektur vom Thanapati Narayan Mandir in Banepa aus.
Banepa – Thanapati Narayan Mandir
Banepa – Thanapati Narayan Mandir
Nicht nur die zwei Pagoden differieren im Erscheinungsbild des Mandir, auch die Garuda-Statuen unterscheiden sich in Größe und Ausdruckskraft, ebenso die bemerkenswerten Schnitzarbeiten, von denen nur wenige erneuert werden mussten, insgesamt hinterlässt der Thanapati Narayan Mandir einen gediegenen Eindruck von Originalität. 
Banepa – Narayan Mandir
Banepa – Narayan Mandir
Beachtenswert ist der Thorana über dem Eingang der größeren Pagode, der Holzschnitzer hielt keines der Details für nebensächlich. Über Vishnu-Narayana, der zentralen Götterfigur erhebt sich der bekrönte Garuda, der das Schlangenpaar (Naga & Nagini) mit seinen Klauen fest umkrallt. Links und rechts schweben jeweils zwei göttliche Wesen. Den unteren Außenbereich der halbkreisförmigen Thorana besetzen prachtvolle Makaras, Mischwesen, welche stets in göttlichen Sphären in Erscheinung treten, hier treten sie als völlig eigenständige Schimären auf: Krokodilmaul mit Elefantenrüssel und üppigen Federschweif. 
Banepa – Narayan Mandir, Thorana (Gesamt- und Detailaufnahmen)
Banepa – Narayan Mandir, Thorana (Gesamt- und Detailaufnahmen)
Banepa – Narayan Mandir, Thorana (Gesamt- und Detailaufnahmen)
Etwas eingerückt, nicht unmittelbar an der Straße steht ein großes dreigeschossiges tempelähnliches Ziegelgebäude, das Dach wird von einem Pagodenaufbau gekrönt. Der Bau trägt den Namen Dyo Chhen, der Begriff ist der Newari-Sprache entlehnt und bedeutet »Gottes Haus«.

KI bemerkt: »Zweck: Im Gegensatz zu einem traditionellen Tempel, in dem Gottheiten dauerhaft für die öffentliche Verehrung verehrt werden, ist ein Dyo Chhen als "Zuhause" für den Gott gestaltet. Dort befinden sich oft das Prozessionsbild der Gottheit, Sänften und rituelle Ornamente.
Architektur: Es ähnelt typischerweise einem traditionellen Newar-Wohnhaus, zeichnet sich jedoch durch religiöse Merkmale wie Toranas (Tympanone), ein Gajur (Spitze), und kunstvolle Holzschnitzereien an Fenstern und Streben aus.« (abgerufen am 27.02.2026)
Banepa – Dyo Chhen
Banepa – Dyo Chhen
Der Shree Chandeshwori Tempel gehört folgerichtig zum sakralem Ensemble des Dorfes Banepa, ist ein Chandeswori Tempel vorhanden, existiert meist auch ein Dyo Chhen (nähere Erklärungen führen ins Uferlose). Chandeshwori bezeichnet eine  spezielle Durga aus dem Reigen der Navadurgas. Über dem Eingang zum Tempel befindet sich ein modernes, bunt bemaltes Relief der Legende: Durga tötet den Dämon Chanda. Ein zweites motivgleiches Relief ist an der Innenseite vom Tor angebracht, beide Bilder meinen besagte Chandeshwori.
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel, Vorhof und Eingang zum Tempel mit Durga-Reliefs
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel, Vorhof und Eingang zum Tempel mit Durga-Reliefs
Obgleich die eingangs vorgestellten Durga-Reliefs in neuerer Zeit geschaffen wurden, zählt der Chandeshwori Tempel zu den ältesten Tempelanlagen im Kathmandu-Tal. Touristen tauchen hier selten auf, was wohl an der Entfernung nach Kathmandu liegen mag, immerhin 25km. 
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel, Pagode, Ziegeltempel und Steinsäulen
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel, Pagode, Ziegeltempel und Steinsäulen
Statuen der Malla-Königspaare sind häufiger vor den Tempeln im Kathmandu-Tal aufgestellt. Für die stilisierten Paarstatuen wurden langlebige Materialien gewählt, Stein oder Metalllegierungen. Offenbar war die Dauerhaftigkeit der Bildnisse bestimmend bei der Materialauswahl, in Holz geschnitten fanden wir keine Statuen der Malla. Das Nicht-Vergessen der Herrscher, sollte den Pilgern vor Augen bleiben, faszinierend die demutsvolle Haltung der Königspaare: Mahnung zur Andacht.
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Malla-Königspaar in zwei Ansichten
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Malla-Königspaar in zwei Ansichten
Wer die Dachstützen näher betrachtet, blickt auf die zyklische Gesamtheit der Ashtamatrikas und der Ashtabhairavas. Die acht Bhairava gelten als Wächter der acht Himmelsrichtungen, die acht Matrikas als deren weiblichen Gegenpole. In diesem Kontext muss auch an die Navagraha, die personifizierten Planeten und die jeweils zugeordneten Gottheiten gedacht werden, bemerkenswert ist die fundierte Verschränkung der göttlichen Erscheinungen und die Verbindungen zur astralen Realität. Jeder Himmelskörper entspricht einer Gottheit, nur ein Beispiel: Surya steht für die Sonne, das Licht, die Erhellung des Alls. Hinter Bhairava mit allen seinen Erscheinungsformen verbirgt sich immer SHIVA, die inneren Zusammenhänge sind mehr als nur komplex, für Außenstehende äußerst schwer fassbar.

In den eingemauerten Rahmenfeldern finden sich weitere geschnitzte Durga-Idole und Makaras. Auf den Tympana sind die göttlichen und halbgöttlichen Erscheinungen im Halbkreisformat komprimiert.
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Dachstützen
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Dachstützen
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Holzschnitzarbeiten an den Fassaden
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Holzschnitzarbeiten an den Fassaden
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Eingang mit Thorana
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Eingang mit Thorana
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Thorana
Banepa – Shree Chandeshwori Tempel: Thorana
Am Ortsrand, nur wenige Schritte vom Chandeshwori Tempel entfernt, bewunderten wir die ausladend große Skulptur Bhaila Narayanthan, Gott Vishnu auf der Weltenschlange Ananda-Shesha. Während sich am motivgleichen ähnlichen Vishnu-Relief Budhanilkantha die Pilger stauen und nur kurze Momente auf die Reliefplatte schauen können, hatten wir hier in Banepa Zeit und Ruhe für Narayana (sprich: Vishnu). Es mag sein, dass hier nur eine moderne Replik des vielfach gestalteten Mythos vorliegt, dennoch ist die Gesamtwirkung der Skulptur überzeugend, schon deshalb, weil Schlange und Vishnu von klarem Quellwasser umspült werden. Blüten und Farben stehen für die wenigen Pilger gratis bereit. 
Banepa – Bhaila Narayanthan
Banepa – Bhaila Narayanthan
Banepa – Bhaila Narayanthan
Bei Google Maps ist der Teich vom Waknu Ganesh Tempel als  Dyo Pukhu eingezeichnet, das Becken ist nicht zu verfehlen, es befindet sich im Zentrum von Banepa direkt nördlich an der Chandeshwori Marg. Außer Ganesha sind noch weitere Götterreliefs vor der Ziegelmauer installiert.
Banepa – Teich vom Waknu Ganesh Tempel und Ganesh-Idol
Banepa – Teich vom Waknu Ganesh Tempel und Ganesh-Idol
Banepa Waknu Ganesh Tempel: Vishnu – Vishnu Matsya – Statue (nicht identifizierbar)
Banepa Waknu Ganesh Tempel: Vishnu – Vishnu Matsya – Statue (nicht identifizierbar)
Unser nächstes Ziel: Panauti, eine Kleinstadt mit rund 28000 Einwohnern. Wir stoppten auf der Panauti-Namobuddha Rd, oberhalb vom Punyamata River, von dort sind der Brammayani Tempel und die Tempelgruppe am gegenüberliegenden Ufer gut zu sehen. Drei Brücken überspannen den Fluss, eine Kettenbrücke und zwei Steinbrücken. Ehe wir den Fluss überquerten, besichtigten wir am Nordufer den Brammayani Tempel. Die viergeschossige Pagode mit drei Dächern wurde 1617 erbaut und befindet sich baulich in einem soliden Zustand. Ein Kultbild der Brahmi hat sich nicht erhalten, weder ist ein markantes Relief noch eine Statue der Göttin vorhanden. Der Aufbau im Tempelinneren folgt einem ungewöhnlichen Konzept, zu sehen ist ein C-förmiger gemauerter Schrein, der Reste von älteren Reliefs und Statuen birgt. Brahmi oder Brahmini bzw. Brahmayani ist eine der acht Matrikas (Muttergöttinnen), insofern beansprucht der Tempel eine Sonderstellung , ist er doch dezidiert einer Göttin geweiht, eine Widmung, die auch an den weiblichen Dachstreben zum Ausdruck kommt. Tatsächlich sind die Holzschnitzarbeiten das Schönste, was an diesem Tempel zu bewundern ist.
Blick vom Nordufer auf Panauti & Brammayani Tempel
Blick vom Nordufer auf Panauti & Brammayani Tempel
Panauti Brammayani Tempel & Blick ins Sanctum
Panauti Brammayani Tempel & Blick ins Sanctum
Panauti Brammayani Tempel – Dachstreben
Panauti Brammayani Tempel – Dachstreben
Panauti Brammayani Tempel – Schnitzarbeiten
Panauti Brammayani Tempel – Schnitzarbeiten
Das befestigte Südufer vom Punyamata River ist als Ghat ausgebaut, sicher werden dort auch heute noch im Schatten der Krishna Tempelgruppe Verbrennungen durchgeführt, es ist auszuschließen, dass die Menschen wegen Trauerritualen bis nach Kathmandu oder an andere zentrale Verbrennungsorte im Tal reisen. Der Krishna Narayan Tempel, eine im 17. Jahrhundert erbaute viergeschossige Pagode mit drei Dächern, steht auf einem Stufensockel, durch den Sockel wirkt der Tempel trotz gleicher Architektur höher als der am anderen Ufer gegenüberstehende Brammayani Tempel. Das verschlossene Garbhagriha (Sanktum) vom Krishna Tempel ist von einer offenen Galerie umgeben. Kleinere Schreine umgeben den Krishna Tempel. Eine offene Halle und ein Überdach schützen bei längeren Wartezeiten vor Regen und bieten Schatten, Verbrennungen und Trauerprozessionen dauern mehrere Stunden. 
Panauti Südufer Punyamata River – Krishna Tempelgruppe und Ghat
Panauti Südufer Punyamata River – Krishna Tempelgruppe und Ghat
Panauti – Krishna Tempel und Schreine
Panauti – Krishna Tempel und Schreine
Abgesehen vom Krishna- und Brammayni Tempel, wird in Panauti vorrangig Shiva angebetet. Die meisten der großen Tempel und kleinen Schreine sind dem Großen Gott gewidmet. Klingen auch die Namen der Tempel für Außenstehende nicht unmittelbar nach Shiva, gleich ob Indreshwar, Maheshwori, Mahadev oder Bhairab als Tempelname angegeben wird, gemeint ist immer SHIVA. Eine Vielzahl Lingas, oft in gleicher Form, nur durch Größe unterschieden, sind bildhafter Ausdruck für das tiefe Vertrauen zu diesem Gott.   
Panauti – Schreine und Lingams
Panauti – Schreine und Lingams
Panauti – Indreshwor Mahadev Tempel & Thampam Bhairab Tempel/Maheshwori Mandir
Panauti – Indreshwor Mahadev Tempel & Thampam Bhairab Tempel/Maheshwori Mandir
Panauti – Unmatta Bhairav Tempel
Panauti – Unmatta Bhairav Tempel
Ein gemütlicher Spaziergang durch die Straßen und engen Gassen von Panauti lieferte ergänzend tiefe Einsichten ins Alltagsleben der Newar, vorwiegend Menschen dieser Volksgruppe leben in verschiedenen Regionen des Kathmandu-Tals. Leider fanden wir die gut gezeichnete, für Touristen bestens geeignete Karte erst am Ende unserer Exkursion, doch die historischen Brunnen und die traditionellen Wohnhäuser und Zweckbauten waren auch ohne Karte nicht zu übersehen. Das Gebäude mit Holzerker und offener Säulenhalle dient zur Aufbewahrung sakraler Gegenstände, die zu Festen benötigt werden. Ebenerdig lagert ein zerlegter Prozessionswagen, vier Räder, die Achsen und die Deichsel sind vor Regen geschützt aufbewahrt. 
Karte von Panauti
Panauti – Brunnen (Hiti)
Panauti – Brunnen (Hiti)
Panauti – traditionelle und moderne Bauten & zerlegter Prozessionswagen
Panauti – traditionelle und moderne Bauten & zerlegter Prozessionswagen
Die verantwortlichen Behörden beginnen sich auf die kulturhistorische Bedeutung ländlicher Kleinsiedlungen im Kathmandu-Tal endlich zu besinnen. Generelle Überlegungen werden angestellt, wie und durch welche Aktionen solchen Orten Wertschätzung zu verleihen wären. Werterhaltung von Kulturgütern würde nicht nur wirtschaftlichen Auftrieb mit sich bringen, sondern schlussendlich auch den Fremdenverkehr ankurbeln und langsam zunehmenden Wohlstand für alle Menschen im Tal bringen, de facto würde sich die allgemeine Lebensqualität steigern.

Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments

Nepal-Indien 2025 Teil 3

7/11/2026

0 Comments

 
Fünfter Tag: Pashupatinath, Bodnath und mehrere Tempelanlagen

Für den heutigen Tag hatten wir ein umfangreiches Programm erstellt. Frühmorgens fuhren wir zu den bevorzugten Verbrennungsplätzen am heiligen Bagmati-Fluss, das Ziel ist als Pashupatinath bekannt. Der 18.11.2026 muss für die Nepalesen ein besonderer Tag gewesen sein. Ein religiöses Fest stand an. Was gefeiert werden sollte, erschloss sich dem außenstehenden Beobachter nicht. Schon um 7Uhr waren viele Menschen auf beiden Seiten vom Fluss unterwegs. Die Kremation einer Frau wurde vorbereitet, das schien aber nicht der Anlass für die ungewöhnliche Massenansammlung zu sein. Alle hatten zu tun, jeder schien intensiv beschäftigt. Schaumstoffmatten und Kissen wurden ausgelegt, Planen und Sonnenschirme aufgespannt, Brot und Getränke feilgeboten, die Menschen stellten sich auf einen langen Tag ein. Es lag mehr in der noch kühlen, leicht rauchgeschwängerten Morgenluft als nur Palavern und Musik aus Lautsprechern. Die Atmosphäre war erwartungsvoll positiv geladen. Auch wir harrten mit gemessenem Abstand den Dingen die kommen würden. 
Pashupatinath – Ansichten vom Westufer
Pashupatinath – Ansichten vom Westufer
Pashupatinath – Tempelbauten und Verbrennungsplätze am Westufer
Pashupatinath – Tempelbauten und Verbrennungsplätze am Westufer
Pashupatinath – Terrassen am Ostufer der Bagmati
Pashupatinath – Terrassen am Ostufer der Bagmati
Die Vorbereitungen, zu welchem Fest auch immer, währten lange, entsprachen nicht unseren Plänen, weshalb wir die Besichtigung der heiligen Stätte fortsetzten. Den Haupttempel dürfen nur Hindus betreten und das Interesse an der Verbrennung der alten Frau hielt sich unsererseits in Grenzen, so dass wir unerwartet schnell die für Touristen zugänglichen Bauten und Kunstschätze gesehen hatten, alsbald erklommen wir den Hügel am Ostufer, begutachteten die vielfach baugleichen Gräber auf den Terrassen, weiter oben einen Friedhof, wendeten uns mehrfach um, blickten hinunter zum Fluss, doch keinerlei Anzeichen deuteten auf den Beginn des Festes hin. Uns mitten in den vermutlichen Trubel eines religiösen Festes zu mischen, war nicht beabsichtigt, wir hatten ohnehin genug gesehen: einen lebensgroßen Vishnu, einen wunderbar geschnittenen Buddha (leider mit Zebrastreifen) und das berühmte, schräg stehende riesige Lingam, außerdem alte und neuere Holzfenster, addieren wir noch die stille Atmosphäre auf dem bewaldeten Friedhof hinzu, so konnten wir zufrieden sein. Mehr war diesem Ort am frühen Morgen nicht abzugewinnen. 
Pashupatinath Westufer – Vishnu und Buddha
Pashupatinath Westufer – Vishnu und Buddha
Pashupatinath Westufer – Lingam und gesammelte Skulpturen
Pashupatinath Westufer – Lingam und gesammelte Skulpturen
Pashupatinath Westufer – geschnitzte Fenster
Pashupatinath Westufer – geschnitzte Fenster
Pashupatinath Ostufer – Tempel mit Ganesha & Garuda
Pashupatinath Ostufer – Tempel mit Ganesha & Garuda
Pashupatinath Ostufer – Grabmale auf dem terrassierten Hang & Friedhof auf dem Hangplateau
Pashupatinath Ostufer – Grabmale auf dem terrassierten Hang & Friedhof auf dem Hangplateau
Am riesigen Stupa von Bodnath waren viele Menschen zu erwarten. Buddhisten würden wie eh und je im Uhrzeigersinn den Stupa umrunden, die sogenannte Kora (Pradakhshina) vollziehen, was auch wir beabsichtigten. Mehrere tibetische Klöster und Schulen wurden im Laufe von Jahrzehnten an der Peripherie des Heiligtums erbaut, Wohn- und Geschäftshäuser ergänzen das Bauensemble um den heiligen Ort. Restaurants bieten tibetische Speisen an, Pilger und Gäste sollen sich heimisch fühlen. Das Areal von Bodnath hat sich seit 1959 zur tibetischen Enklave etabliert. Flüchtlinge aus Tibet siedeln bevorzugt in der Nähe der Stupa. In dem relativ kleinem Staat Nepal fanden tausende Tibeter Zuflucht und versuchen gemäß ihren Traditionen und Gewohnheiten zu leben. Das 36m hohe Bauwerk wurde im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung erbaut, verlor im Mittelalter an rituellen Wert, erst in neuerer Zeit wurde die sakrale Bedeutung der Stupa wieder erkannt. Ältere Fotos zeigen noch das ländliche Ambiente des vormaligen Dorfes Bodnath, welches heute als Stadtteil zu Kathmandu zählt. Jedes Jahr zum buddhistischen Neujahrsfest wird der Stupa mit weißer Farbe getüncht und die safrangelben Bögen auf dem Kubus erneuert. Vor dreißig Jahren war der Stupa noch nicht aufwendig mit Blumenschmuck dekoriert, ein chinesischer Sponsor wollte sich offenbar positives Karma verschaffen. Den Gläubigen genügen die Gebetsmühlen und die im Himmel flatternden Gebetsfahnen. Wir empfanden die Blumenpräsentationen übertrieben, sogar überflüssig, zu dieser heiligen Stätte pilgern die Menschen auch ohne leuchtende Blumenparade und Bäume in großen Töpfen. 
Stupa von Bodnath
Stupa von Bodnath
Stupa von Bodnath
In Kathmandu stehen hunderte Tempel, doch nur wenige sind für Touristen interessant. Nicht-Hindus schätzen nach flüchtiger Begutachtung die meisten Tempel als baugleiche Wiederholungen ein, wir hatten eine Vorauswahl getroffen, die unseren kulturhistorisch-religiösen Erwartungen gerecht werden könnte.

Der am Bagmati-Fluss erbaute Shiva geweihte Gokarneshwar Tempel zählt zu den ältesten Tempeln im Kathmandu-Tal. Die sehr gepflegte Tempelanlage hinterlässt auf Grund seiner vielgestaltigen Reliefsammlung auch bei Kunstliebhabern einen nachhaltigen Eindruck, keine der bekannten hinduistischen Gottheiten fehlt. Nicht minder kommen die Freunde hinduistischer Tempelarchitektur auf ihre Kosten. Der dreigeschossige Hauptschrein und die Nebenschreine ergeben ein harmonisches Gesamtbild. Der von einem uralten Baum vereinnahmte brüchige Ziegelschrein gibt ein lebendiges, sehr anschauliches Abbild der unwiderruflichen Tatsache vom Werden und Vergehen aller Dinge und allen Lebens, wer will, erkennt hier das göttlich-natürliche Schöpfungsprinzip. 
Gokarneshwar Mahadev in Gokarna
Gokarneshwar Mahadev in Gokarna
Die Auswahl von acht Reliefs dokumentiert die Vielfalt der im Gokarneshwar Tempel aufgestellten Götteridole, wobei einige der Reliefs auf Grund ihrer Volumina eher als Statuen zu bewerten sind. Leider finden westliche Besucher keine Hinweise zu den Götterbildern. Menschen, die betreffs hinduistischer Götterwelt über mangelnde oder ungenügende Vorkenntnisse verfügen, blicken auf rätselhafte Kunstwerke und werden bestenfalls die handwerkliche Ausführung rühmen. Ähnliches wäre zu den Schnitzarbeiten am Tempel auszuführen, auch hier machen sich grundlegende Kenntnisse bezahlt. Den Schnitzereien ist das Alter anzusehen, allerdings sind auch Verluststellen zu bedauern. 
Gokarneshwar Tempel: Vishnu – Naga – Krishna – Durga
Gokarneshwar Tempel: Vishnu – Naga – Krishna – Durga
Gokarneshwar Tempel: Narasimha – Indra – Shiva – Ganesha
Gokarneshwar Tempel: Narasimha – Indra – Shiva – Ganesha
Gokarneshwar Tempel Nordfassade, Holzschnitzarbeiten
Gokarneshwar Tempel Nordfassade, Holzschnitzarbeiten
In unmittelbarer Nachbarschaft einer Schule auf dem Pausenhof steht der Dhumrabarahi Tempel, dieser von einem Baum überwucherte unscheinbare Schrein wäre die Besichtigung kaum Wert, stünde nicht im Sanktum eine lebensgroße seltene Statue aus schwarzem Stein. Die Varaha Statue – Vishnu als Eber – sucht in Kathmandu seinesgleichen. Vishnu erscheint anthropomorph mit Eberkopf und Menschenkörper, Vishnu=Varaha hebt die Erde in der Gestalt der Bhudevi aus den Tiefen des Weltozeans. Über das Alter der Statue streiten sich die Sachkundigen, die meisten Expertisen nehmen die Liccavi-Periode als Entstehungszeit an. Die Wurzeln des Baumes sprengen die Mauern vom Schrein, bedrängen aber die Statue nicht, das wird als Wunder verstanden. In einem Vishnu geweihten Tempel darf sein Reittier Garuda nicht fehlen und warum sollte Ganesha, ein Sohn Shivas, nicht zugegen sein.

In unmittelbarer Nähe, nur wenige Meter abwärts am Hang zur Straße hin, steht noch ein Schrein, der Shree Chandreshvar Mahadev Mandir, dort trafen wir den schlüsselgewaltigen Menschen, der auf freundliche Nachfrage den Varahi Tempel öffnete. 
Dhumrabaraha Tempel (Varaha Tempel)
Dhumrabaraha Tempel (Varaha Tempel)
Dhumrabaraha Tempel: Varaha – Garuda – Ganesha
Dhumrabaraha Tempel: Varaha – Garuda – Ganesha
In Kathmandu ragen die Spitzen mehrerer älterer Stupas gen Himmel, diese wurden in gemessenem Abstand den Haupthimmelsrichtungen folgend um den Stupa von Bodnath, weshalb diese einzeln stehenden Bauten als Ashoka Stupa Nord, Ost, Süd und West kenntlich sind. Innerhalb buddhistischer Tempelanlagen versteht sich die Existenz zahlreicher Stupas und Votivstupas von selbst, zusätzlich wurden im Laufe der Jahrhunderte auf kleinen Plätzen, an Straßenkreuzungen, zwischen Wohnhäusern und in Höfen hunderte, im gesamten Kathmandu-Tal wahrscheinlich tausende kleinere namenlose Stupas gebaut, die alle ihre Berechtigung haben, denn jeder gläubige Nepalese wird seinen Stupa haben, den er täglich zum Gebet aufsucht. Öffentliche Wasserbrunnen oder Briefkästen sind jedenfalls nachweislich weitaus weniger in der Stadt vorhanden, lediglich Mopeds übertreffen die Stupas zahlenmäßig.

Morgens hatten wir den Bodnath Stupa umrundet, am Nachmittag liefen wir andächtig um den erheblich kleineren Charumati Stupa, der architektonisch dem großen Stupa entspricht, aber ohne monumentale Sockelplattform auskommt, sein Kubus lagert auf Bodenniveau, deshalb ist hier nur eine äußere Kora möglich. Mehrere kleine Votivstupas (durchaus älterer Herkunft) säumen den Kora-Weg. Den Stupa ließ Charumati, eine Tochter des Kaisers Ashoka, im 3. Jahrhundert v. Chr. erbauen, so behauptet es die Legende und auch WIKIPEDIA liefert diese Auskunft.
Charumati Stupa
Charumati Stupa
Stupa vor Konti Bahi, Patan			Ashok Stupa North, Patan
Stupa vor Konti Bahi, Patan ------------ Ashok Stupa North, Patan
Sechster Tag: Swayambunath, National Museum of Nepal und Ichangu Narayan Tempel

Morgens waren rund um den Hügel, welchen die Swayambunath Stupa krönt, viele Pilger auf den Straßen unterwegs, die sich aber auf geheimnisvolle Weise verliefen, so dass von anfänglichen Massenandrang weniger zu spüren war, der, je höher wir stiegen, stetig abnahm. Der berühmte Wallfahrtsort ist wahrscheinlich zu jeder Tageszeit gut besucht. Dreihundertfünfundsechzig Stufen müssen bewältigt werden, um das dicht bebaute Plateau zu betreten. Der Blickfang ist der bekannte rund 2500 Jahre alte Stupa. Diese Jahresangabe bezieht sich gewiss nur auf die ursprüngliche, eventuell mit groben Steinen umrahmte verfestigte Erdaufschüttung, eine Bauweise, die den frühesten Stupas im alten Indien und auf Sri Lanka entsprach. Ursprüngliche Grabhügel, die Reliquien verehrter Gurus enthielten, wuchsen im Laufe vieler Jahrhunderte zu von Menschenhand geschaffenen größeren, höheren und prachtvolleren Stupas. Auf dem Swayambunath-Plateau treffen buddhistische auf hinduistische Pilger, mitten drin Kleinhändler, die auf kauflustige Touristen hoffen, trotz der Vermischung verschiedener Interessen herrschte am Morgen eine entspannt friedliche Atmosphäre. Schlussendlich kommen die meisten Menschen herauf, um Buddha und der Göttin Hariti die gebührenden Referenzen zu erweisen. 
Swayambunath: Reliefs am Treppenaufgang Karttikeya – Göttin (?) – Ganesha
Swayambunath: Reliefs am Treppenaufgang Karttikeya – Göttin (?) – Ganesha
Swayambunath: Stupas und Buddha-Statuen am Treppenaufgang
Swayambunath: Stupas und Buddha-Statuen am Treppenaufgang
Swayambunath: Stupa und Vajra (Donnerkeil)
Swayambunath: Stupa und Vajra (Donnerkeil)
Nach dem Abstieg suchten wir mehrere unscheinbare Haus- und Hofheiligtümer auf, wir brauchten Abstand vom Trubel, benötigten eine Verschnaufpause, ehe wir das nahe gelegene National Museum of Nepal ansteuerten. Ohne Google Maps hätten wir die kleinen zwischen Häusern versteckten Familienschreine nicht gefunden, auf der Suche erschlossen sich nebenbei die Wohnverhältnisse der Menschen in Kathmandu. Der Schritt in die Moderne ist zu spüren. Alle Haushalte verfügen über Stromanschluss, doch die Wasserversorgung funktioniert noch nicht flächendeckend. Noch müssen die Menschen Wasser von öffentlichen Brunnen in die Häuser tragen, primitive Behelfslösungen mit Schläuchen oder frei verlegte Plastikrohre ersparen das Wassertragen. Trotz alltäglicher Schwierigkeiten scheint der Glaube der Menschen an die Götter und das Vertrauen auf deren Beistand ungebrochen. Jedem halbwegs alten Stein, jedem Relief wird Bedeutung beigemessen, nichts der historischen Hinterlassenschaften wird missachtet. Alles wird bewahrt, nichts ist wertlos, überall werden Blumen und Blüten als Opfergaben gebracht, das geschieht schon morgens, ehe das Tagwerk beginnt. 
Swayambunath
Swayambunath
Die Sammlungen vom National Museum of Nepal sind reichhaltig bestückt und sehr gut sortiert. Wir waren mehrere Stunden ernsthaft beschäftigt: anschauen, lesen, fotografieren, zwei Schritte weiter, anschauen, lesen, nochmals hinschauen, fotografieren, bloß nichts übersehen, hundertfache Wiederholungen der gleichen systematisierten Bewegungen, die Ausstellungsäle (leider nicht klimatisiert) und die Themen der Sammlungen wechseln. Erstaunlicherweise begegneten uns im Museum wenige ausländischen Touristen in den erstklassigen Kollektionen. 
Harati (1.Jh.) – A Royal Personage (3.-4.Jh.) – Padmahasta Lakshmi (8.Jh.) – Nagaraj (13.Jh.)
Harati (1.Jh.) – A Royal Personage (3.-4.Jh.) – Padmahasta Lakshmi (8.Jh.) – Nagaraj (13.Jh.)
Erfreulich und gleichzeitig seltsam komisch empfanden wir den Besuch dreier Schulklassen, die durch eine Sonderausstellung im Sinne des Wortes getrieben, regelrecht gejagt wurden. Die Schüler liefen nicht gemächlich, sondern eiligen Schrittes im Gänsemarsch an den Kunstwerken vorbei. Wir staunten, denn außer dem Rücken ihres Vordermannes haben die Schüler nichts gesehen und die Lehrer unternahmen nichts, um das Durchlauftempo zu verlangsamen. Dabei hätten die Lehrkräfte erklären können, hier werden erstmals Kunstwerke gezeigt, die unrechtmäßig außer Landes gebracht und endlich aus internationalen Sammlungen nach Nepal zurückgeführt wurden und hoffentlich in die vorhandenen Sammlungen integriert werden. – Die Sonderausstellung A TEMPORARY EXHIBITION OF THE REPATRIADED OBJECTS zeigt und dokumentiert außer sehenswerten Kunstwerken auch die unbedachte Sorglosigkeit mit der namhafte amerikanische und europäische Museen nepalesische Kunstschätze über Jahrzehnte hin präsentiert haben. Inzwischen wird weltweit Provenienzforschung betrieben. Bei berechtigten Ansprüchen werden die Kunstobjekte in die jeweiligen Länder oder an die privaten Eigentümer zurückgegeben, doch jede Rückführungsmaßnahme erfordert Bedacht. Es macht wenig Sinn, unwiederbringliche Schätze der Weltkultur in Länder zu geben, die sich permanent im Kriegszustand befinden. 
Buddha (14.-15.Jh) – Padhmapani Lokeshwor (16.-17.Jh.) – Museumsbesuch einer Schulklasse
Buddha (14.-15.Jh) – Padhmapani Lokeshwor (16.-17.Jh.) – Museumsbesuch einer Schulklasse
Am Nachmittag fuhren wir noch zum Ichangu Narayan Tempel und danach zum Ashoka Stupa West. Dieser Narayan Tempel ist einer von vier Vishnu-Tempeln, die an vier markanten Eckpunkten vom Tal gebaut wurden. Der in hügeliger Waldlandschaft errichtete Tempel hinterließ den Eindruck völliger Abgeschiedenheit. Trotz naher Wohnhäuser war kein Mensch zugegen. Kein Pilger, kein Tempeldiener, keine Aufsichtsperson trat auf den Plan. Wir genossen die Stille, die Sonnenwärme und blickten in Ruhe auf die wunderbare, unsere Meinnung nach seltene Vishnu-Statue, denn üblicherweise, zumindest in Nepal, wird Vishnu auf der Weltenschlange Ananta liegend als voluminöses Flachrelief dargestellt (als prominentes Beispiel: Budhanilkantha). Einen fast sitzenden Vishnu in diesem Format (annähernd lebensgroß) hatten wir zuvor noch nirgends in Kathmandu gesehen und bei dieser außergewöhnlichen Einzelentdeckung sollte es auch bei allen weiteren Exkursionen betreffs Vishnu bleiben. Den Ichangu Narayan Tempel suchen Kunstliebhaber auf, die den besonderen Vishnu sehen wollen. Wissenschaftler ordnen diese Statue der späten Malla-Periode zu, genaue Daten zur Entstehung sind nicht bekannt. Die vorbildlich restaurierte Tempelanlage bietet ansonsten wenig Sehenswertes, doch Pilgern einen stillen Ort zum Gebet.
Ichangu Narayan Tempel
Ichangu Narayan Tempel
Ashoka Stupa West, Patan
Ashoka Stupa West, Patan
Auf dem Weg zum Hotel in Lalitpur stießen wir am späten Nachmittag auf einen von Wohnhäusern umgebenen Stupa, der mit seiner kompakten Form völlig anders wirkt, als der Grashügel vom Ashoka Stupa West. Buddhas Augen sind in Kathmandu allgegenwärtig. 
Dhumbaha Stupa, Patan
Dhumbaha Stupa, Patan
Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments

Hitis in Kantipur und Bhaktapur

6/20/2026

0 Comments

 
Kantipur bedeutet Stadt des Lichts. Diesen Namen trug eines der drei Malla-Königreiche im Tal von Kathmandu. Jeder spricht mit Selbstverständlichkeit von Bhaktapur und Lalitpur, den zwei anderen kleinen Königreichen der Malla, doch die Benennung Kantipur für das dritte Königreich wird selten verwendet. Alle Touristen berichten allgemein von Kathmandu, ihrem Urlaubsziel, tatsächlich haben sie die historischen Hinterlassenschaften von Kantipur, Bhaktapur und Lalitpur besichtigt. Konkret: der moderne Name Kathmandu bezeichnet vorrangig die Hauptstadt Nepals und darin eingeschlossen die ehemaligen drei Malla-Reiche im Tal.

Diesem Artikel vorangegangen ist eine Betrachtung der Wasseranlagen in der Altstadt von Lalitpur, in diesem Beitrag liegt der Fokus auf Kantipur und Bhaktapur.

Einleitend einige allgemeine Betrachtungen zur Wasserversorgung in den ehemaligen Königsstädten. Generell ging es, gleich in welchem Stadtteil, bei allen Zapfmöglichkeiten um eines: möglichst problemlos an Wasser zu gelangen bzw. jederzeit genügend Wasser zur Verfügung zu haben, zu unterscheiden wäre lediglich zwischen Brauch - und Trinkwasser.

Mit Brauchwasser (auch Nutzwasser) konnte gewaschen oder darin gebadet werden. An das Trinkwasser wurden hygienische Ansprüche gestellt, es musste klar und sauber sein, denn mangelhaftes Trinkwasser verursacht ernsthafte Erkrankungen.

Nutzwasserbecken konnten sich nur die Oberschichten der Gesellschaft bauen lassen. Falls das Trinkwasser knapp würde, konnte man das Brauchwasser notfalls filtern und abkochen, eine Prozedur, die bis heute in vielen ländlichen Regionen Nepals noch immer praktiziert wird.

Touristen wird dringend empfohlen, nur abgekochtes Wasser zu trinken, also heiße Getränke (Tee, Kaffee) oder aber in Flaschen abgefülltes Mineralwasser. Die Ansprüche an die Reinheit des Trinkwassers sind gestiegen, Menschen aus der westlichen Hemisphäre sind weniger robust, als die Landbevölkerung Nepals.

Im Palast von Kantipur, genauer gesagt im Gartenbereich östlich hinter den Lohan Chowk befindet sich ein mittelgroßes, insgesamt recht tiefes Stufenbecken, aus dessen Zentrum eine senkrecht aufragende Säule gen Himmel ragt, der quadratische Pfeiler (genannt: Naagyu Statue) ist einer Naga (Schlange) nachempfunden. In einem der Innenhöfe vom Kantipur Palast existiert auch ein ähnliches Prachtbecken wie im Lalitpur-Palast. Im November 2025 waren jedoch einige Bereiche vom Palastgelände Kantipur wegen Wiederaufbauarbeiten nicht zugänglich, weshalb von diesem Becken kein Foto präsentiert werden kann. 
Kantipur – Gartenbereich mit Becken, Stufenzugang und Naagyu Statue
Kantipur – Gartenbereich mit Becken, Stufenzugang und Naagyu Statue
Keine 200m westlich vom Maju Dega Tempel (Palastbezirk Kantipur) hat sich das geräumige Maru Hiti erhalten. Großzügige Restaurierungsmaßnahmen vermitteln einen überzeugenden Eindruck einer prachtvollen Beckenanlage, die bis heute für die Bewohner des Stadtviertels Maru wichtig ist. Die Menschen nehmen das wahrscheinlich kostenlose Wasserangebot gern an. Die Betriebsamkeit in diesem Becken reißt nicht ab. Mütter waschen Kinder, Männer schrubben Wäsche, andere füllen Behälter mit Wasser für den Haushalt. Der Nutzungsbedarf und der Wert dieser Wasseranlage ist auch in der Jetztzeit offensichtlich vorhanden.
Kantipur – Maru Hiti, Gesamtaufnahme mit Wäsche- und Trinkwasserbecken
Kantipur – Maru Hiti, Gesamtaufnahme mit Wäsche- und Trinkwasserbecken
Kantipur – Maru Hiti, Trinkwasserrohr mit Muschelhornbläser-Relief
Kantipur – Maru Hiti, Trinkwasserrohr mit Muschelhornbläser-Relief
Picture
Kantipur – Maru Hiti, Trinkwasserbecken mit Makara-Steinausfluss (rechte Hiti-Seite)
Die Anordnung der Becken und der Ausflussrohre folgt erprobter Symmetrie. Das größte Becken in der Mitte (zwei Steinrohre) bleibt den verschiedenen Waschzwecken vorbehalten. Rechts und links sind die Trinkwasserrohre angeordnet. An der rechten Seite überwiegt die Verehrung der Götter, hier sind mehrere Götterbilder zur Anbetung präsent. Linksseitig ist nur eine Reliefnische über dem Makara-Rohr vorhanden. Unter dem Ausfluss fehlt ein Relief, kein Yaksha, kein Muschelhornbläser ist anwesend. 
Kantipur – Maru Hiti, Trinkwasserbecken mit Makara-Ausfluss (linke Hiti-Seite)
Kantipur – Maru Hiti, Trinkwasserbecken mit Makara-Ausfluss (linke Hiti-Seite)
Unmittelbar am Fahrweg mitten in Kantipur ist ein Objekt moderner Wasserversorgung zu sehen, ein Hydrant, welcher nach herkömmlicher Art durch eine Ummauerung geschützt wird. Wahrscheinlich fließt aus dem Stahlrohr nur nach Bedarf für Feuerlöschzwecke Wasser, für herkömmliche Nutzungszwecke ist das Ventil ungeeignet, das kleine Zapfrohr auf halber Höhe führt kein Wasser.
Kantipur – Hydrant (VJ)
Kantipur – Hydrant (VJ)
In Bhaktapur haben sich mehr Wasseranlagen als in Kantipur erhalten, das mag ein Fehlurteil sein, da viele Bereiche im Palastbereich von Kantipur nicht zugänglich, folglich weniger Entdeckungen möglich waren, während in Bhaktapur nur geringfügige Sperrungen wegen Bauarbeiten die Visite historischer Bausubstanz behinderten.

Neben dem Indrayani Tempel, gelegen am Treppenaufgang zum nördlichen Eingang zur Altstadt von Bhaktapur, befindet sich ein rechteckiges Stufenbecken, ein einfaches zweckgebundenes Hiti. 
Bhaktapur – Hiti neben Indrayani Tempel
Bhaktapur – Hiti neben Indrayani Tempel
Kurz hinter der Shree Padma Secondary School befindet sich ein sehenswertes mit Sandstein eingefasstes Tor zu einem Innenhof, dort haben die Malla ein Stufenbecken angelegt, das Bandhar Pokhari, dieses Becken gehörte zum Palastbereich und ist heute Teil des Museums. Die Ausbauphasen nachträglicher Restaurierungen sind unübersehbar. Der Pavillon am Beckenrand harrt noch seiner Fertigstellung.
Bhaktapur – Bhandar Pokhari (Stufenbecken)
Bhaktapur – Bhandar Pokhari (Stufenbecken)
Bhaktapur – Bhandar Pokhari (Stufenbecken)
Das prachtvolle, wenngleich heute funktionslose Layku Hiti blieb neben dem oktogonalen Pavillon Chyasilan Mandapa gegenüber vom königlichen Palast erhalten. Layku Hiti bedeutet: Wasserstrahl am königlichen Palast. Bhupatindra Malla soll diese Anlage 1691 erbaut haben, sie diente der Versorgung der umliegenden Tempel mit heiligem Wasser. Die Wasserleitung führte vom Palast nach draußen. 
Bhaktapur – Layku Hiti (auch: Layeku Hiti)
Bhaktapur – Layku Hiti (auch: Layeku Hiti)
Bhaktapur – Layku Hiti, Bhairava Statue
Bhaktapur – Layku Hiti, Bhairava Statue
Bhaktapur – Layku Hiti, Makara-Ausfluss in zwei Ansichten
Bhaktapur – Layku Hiti, Makara-Ausfluss in zwei Ansichten
Ein ziemlich vernachlässigtes, um nicht zu sagen verwahrlostes namenloses Hiti liegt am Weg, östlich gegenüber vom Shilu Mahadev Tempel. Noch ist zu ahnen, wie ansehnlich einst diese Brunnenanlage ausgeschaut haben muss. – Nördlich vom Shilu Mahadev Tempel an der Yalachhea Road steht eine Schwengelpumpe in einem steinernen Becken, dahinter mehrere Schreine, daneben ein Lingam, das ist ein Platz, der tiefste Volksfrömmigkeit im Verbund mit einer neuzeitlichen Wasservorrichtung dokumentiert.
Bhaktapur – namenloses Hiti
Bhaktapur – namenloses Hiti
Bhaktapur – Yalachhea Road, Wasserpumpe, Lingam, Schreine
Bhaktapur – Yalachhea Road, Wasserpumpe, Lingam, Schreine
Freistehende Steinwände mit Wasserhahn sorgten für die Trinkwasserversorgung der Menschen, diese sehr praktischen und sicher einst willkommenen Zapfstellen, sind meist deaktiviert, also funktionslos. Die ansehnlichen, meist mit Reliefverzierungen versehenen Wände sind wichtige Zeugnisse historischer Wasserbereitstellung.

Die hier mit zwei Bildern vorgestellte Steinwand=Tutedhara=Trinkwasserbrunnen an der Yalachhea Road weist sämtliche typischen Kennzeichen einer Wasserzapfstelle auf. Über dem nicht mehr vorhandenen, abgebrochenen Wasserhahn befindet sich ein Götterrelief, wir meinen Vishnu in seiner Inkarnation als Fisch (Vishnu Matsya) zu erkennen. Das Relief im unteren Bereich vom Trinkwasserbrunnen zeigt den fast schon obligatorischen Muschelhornbläser, mit dem im Regelfall Prinz Bhagiratha gemeint ist, welcher in mythologischer Beziehung zum Wasserfluss im Kathmandu-Tal steht. Beide Reliefs, sowohl Vishnu als auch Bhagiratha weisen durch das Muschelhorn auf die Verbindung zum Wasser hin. Das Muschelhorn (Shankha) ist eines der Attribute Vishnus, kann deshalb mit jeder Inkarnation Vishnus assoziiert werden. Es gilt als Objekt der Reinheit, welches Kraft vermitteln und den kosmischen Klang erzeugen kann, deshalb werden diese natürlichen Instrumente für religiöse Rituale verwendet. Bekannt ist das Muschelhorn auch als eines der buddhistischen Glückssymbole. Hinweis zur Identifizierung des Muschelbläsers als Prinz Bhagiratha → siehe weiter unten: Lun Hiti im Palastbereich.
Bhaktapur – Trinkwasserbrunnen
Bhaktapur – Trinkwasserbrunnen
Das Museum of Art in Bhaktapur wird gern besucht. Im Innenhof gleich hinter dem Kassenbereich befinden sich Toiletten, unmittelbar daneben existiert ein Hiti. Dieses tiefe, recht kleine Becken hat keinen Zugang, ein Zustand, der jegliche praktische Nutzung ausschließt. Es ist durchaus anzunehmen, dass es vormals auf diesem Hof einen Brunnen gab, doch was jetzt zu sehen ist, kann bestenfalls ein Nachbau, eine Rekonstruktion sein, sofern Wasser vorhanden wäre, könnte es ein Schöpfbrunnen sein.
Bhaktapur – rekonstruierter Brunnen im Innenhof vom Palast (direkt hinter dem Kassenbereich)
Bhaktapur – rekonstruierter Brunnen im Innenhof vom Palast (direkt hinter dem Kassenbereich)
Auf manchen stilisierten Plänen findet sich eine der schönsten Beckenanlagen in Bhaktapur als Golden Fountain eingetragen. Andere Karten nennen das Becken Naga Pokhari, weitere Autoren sprechen vom Lun Hiti bzw. vom Thantu Darbar Hiti. Die beiden letzten Begriffe kommen der architektonischen Sachlage am nächsten. Ein Hinweisschild für Touristen nennt  das Becken Sundhara Pond (siehe Foto). Welcher Begriff auch immer verwendet wird, die Rede ist allemal vom selben Wasserbecken.

Wir blicken in ein von liegenden Schlangen eingefasstes Stufenbassin mit integriertem Hiti, das Bassin wird vom Wasserstrahl aus dem Hiti-Rohr gespeist. Aus dem Zentrum des Bassins erhebt sich glorios eine Naga-Säule, der Schlangenkopf schaut in Richtung Hiti, über dem wiederum ein Schlangenkopf aufragt, der sich wiederum zur Naga-Säule wendet.

Das Wunder am Lun Hiti ist aber vor allem der einzigartige Makara-Ausfluss. Vergoldetes Messing umhüllt den selten schön geformten Makara-Körper, das ist eine unwiederbringliche Repoussé-Arbeit oder anders gesagt: nepalesisches Handwerk in höchster Qualität. Wer diesen Makara aus der Nähe gesehen hat, wird feststellen, dass keine Beschreibung diesem Kunstwerk gerecht wird. 
Bhaktapur Hinweisschild
Bhaktapur – Palastgelände Sundhara Pond mit Lun Hiti
Bhaktapur – Palastgelände Sundhara Pond mit Lun Hiti
v
Lun Hiti – Nagas
Nur durch Nahsicht erschließt sich das vielschichtige Bildwerk dieses Makaras. Der Makara verschlingt eine Ziege, aus dem zahnreichen Maul ragen nur noch die Vorderläufe und der gehörnte Kopf. Auf der Rückenplatte steht ein Krokodil. 
Makara in zwei Ansichten
Makara in zwei Ansichten
Geradezu ungewöhnlich sind die Flanken des Makara gestaltet. Auf jeder Körperseite tummeln sich verschiedene Lebewesen: Wassertiere und Landtiere, sogar menschenähnliche mythische Tiere sind anwesend, gemeint sind die Kinnaras/Kinnari, die männlich/weiblichen Mensch-Vogel-Wesen, welche in Nepal unter dem Begriff Jalamanusha bekannt sind. Muscheln, Frösche, Fische, Krebse, Schlangen, Vögel, Wildschweine, Pferde, Ziege, Schildkröte: ein Sammelsorium der Tierwelt gibt sich die Ehre.

Hinweis: die Aufzählung der Tiere und andere Hinweise verdankt der Autor 
der sehr ausführlichen Beschreibung von dem 1940 geborenen Sanskritgelehrten 
Gautama Vajra Vajracharya auf der Internetseite: RUBIN (Museum of Himalayan Art NYC) 
darin das Essay Golden Fountain of Bhaktapur | Project Himalayan Art 
Makara – rechte und linke Körperflanke
Makara – rechte und linke Körperflanke
Im erwähnten Essay von Gautama V. Vajracharya wird auch die lesenswerte Geschichte vom Prinz Bhagiratha erzählt, der auf dem Relief unter dem Makara-Wasserausfluss zu sehen ist. Das ist ein konkreter Hinweis auf die ominösen Muschelhornbläser, welche an anderen Hitis zu sehen sind. Allein der Vergleich der Muschelhornbläser, sprich: Bhagiratha, wäre selbst für abitionierte kunstinteressierte Laien nicht ohne Belang.
Relief unter dem Makara – Prinz Bhagiratha
Relief unter dem Makara – Prinz Bhagiratha
Auf dem Taumadi Square in Bhaktapur stehen zwei bedeutende Tempel, neben dem Bhairavnat Tempel befindet sich ein prachtvolles Jahru (Wasserzapfanlage). Im unteren Bereich ist wieder Bhagiratha mit seinem Muschelhorn zu sehen, ihn flankieren Makaras und Kinnaras. Im oberen Wandbereich unter den Lufteinlassluken sehen wir einen vom Naga geschützten Buddha und zwei halbgöttliche Wesen, es müssen Chowry Bearer sein, ganz außen wiederum die Kinnaras. 
Bhaktapur – Jahru neben Bhairavnath Tempel
Bhaktapur – Jahru neben Bhairavnath Tempel
Wenige Schritte rechts vom Bhairavnath Tempel und dem Bhairavnath-Jahru etwas unter Bodenniveau versenkt, befindet sich das Lü Hiti. Dieses Hiti ist insofern außergewöhnlich, weil es mit einem besonderen Brunnen kombiniert ist. Die Newar sprechen von Jaldroni = Jahru, also von einer Trinkwasserzapfstelle. Dieses Jahru zeigt ein Navagraha-Relief, also die Aufreihung der neun Planeten, das Relief wird auf das 13.-14. Jh. datiert, das Lü Hiti soll erst im 16. Jh. erbaut worden sein.
Bhaktapur – Navagraha-Relief des Lü Hiti Jahru
Bhaktapur – Navagraha-Relief des Lü Hiti Jahru
Abgesehen vom Navagraha-Relief, welches bei unseren Exkursionen an keinem anderen Jaldroni in den drei Königsstädten gefunden wurde, weist auch das Lü Hiti Besonderheiten auf. Über dem Makara-Ausfluss thronen Shiva und Parvati (Uma-Mahesvara), ein wunderbares Relief, welches sehr voluminös wirkt, man meint, auf eine kleine, nicht völlig freistehende Statue zu blicken. Unter dem Makara kniet Bhagiratha, eine etwas andere als die gewohnte Darstellung, hier ohne Muschelhorn. 
Bhaktapur Taumadi Square – Lü Hiti
Bhaktapur Taumadi Square – Lü Hiti
Mitten in Bhaktapur auf dem Dattatreya Square fällt rechts neben dem Dattatraya Tempel hinter einer Steinwand ein rundes Brunnenbecken auf, das Becken gehört zur schmucken Steinwand, es handelt sich um ein Jahru, einen Trinkwasserbrunnen. Vor der verzierten Wand mit den typischen Lüftungsöffnungen, an denen die Trinkbrunnen zu erkennen sind, steht noch ein Wasserauffangbecken. Dieses wenig schöne Jahru hat mindestens eine Zerstörung und einen Wiederaufbau hinter sich, der Unterschied zu dem prächtigen Bhairavnath-Jahru oder dem Jahru an der Yalachhea Road ist auffällig. Lediglich der Standort ist markant: vor einem Tempel. 
Bhaktapur: Dattatraya Square mit Dattatraya Tempel und Jahru (rechts außen im Bild)
Bhaktapur: Dattatraya Square mit Dattatraya Tempel und Jahru (rechts außen im Bild)
Bhaktapur Dattatraya Square – Jahru (VJ) und Wasserbecken vor Jahru
Bhaktapur Dattatraya Square – Jahru (VJ) und Wasserbecken vor Jahru
Auf dem Verbindungsweg zwischen dem Taumadhi- und dem Tachapal Square liegen zwei Hitis nah beieinander: das eine Hiti (ohne Name) wurde gegenüber vom Bishnu Mandir wiederaufgebaut, das andere authentisch wirkende formschöne Palikhel Iho Hiti ist keine 100m östlich an der gleichen Straße vor dem Jhaur Bahi zu finden.
Bhaktapur – Hiti am Bishnu Mandir
Bhaktapur – Hiti am Bishnu Mandir
Bhaktapur – Palikhel Iho Hiti vor Jhaur Bahi (Mangal Dharmadeep Mahavir)
Bhaktapur – Palikhel Iho Hiti vor Jhaur Bahi (Mangal Dharmadeep Mahavir)
Wer in Bhaktapur auf der Bhailagaal Tole Road wandelt, der schreitet auf historischen Pflaster, findet dort auch einige kleine Tempel und stößt auf der abwärts führenden Straße auf ein aus Naturstein schlicht gebautes Hiti, welches keinen sakralen Schmuck aufweist. Neben dem historischen Makara-Ausflussrohr ragt zusätzlich eine Wasserleitung aus der steinernen Wand. Das verzinkte Rohr mit Wasserhahn stört die harmonische Ästhetik des formschönen Beckens, die Montage der modernen Leitung muss aus praktischer Notwendigkeit erfolgt sein. 
Bhaktapur Bhailagaal Tole Road
Bhaktapur Bhailagaal Tole Road
Bhaktapur – Hiti an der Bhailagaal Tole Road
Bhaktapur – Hiti an der Bhailagaal Tole Road
Am nördlichen Flussufer unterhalb der Brücke steht der tagsüber wenig besuchte Shree Hanuman Tempel, dort findet sich etwas versteckt ein ansehnlich restauriertes halbrundes Hiti.
Bhaktapur – Shree Hanuman Hiti
Bhaktapur – Shree Hanuman Hiti
Der Siddhikali Tempel in Thimi (ein dem Bezirk Bhaktapurs zugehöriger Ortsteil von Kathmandu) ist ein ansehnlicher Tempelkomplex, auf dessen Areal außer dem Haupttempel noch mehrere Schreine gebaut wurden, so auch der kleine Basundhara Tempel. Zu beiden Tempeln gehört jeweils ein Hiti, die sich keineswegs gleichen. 
Kathmandu, Ortsteil Thimi – Hiti im Siddhikali Tempelkomplex
Kathmandu, Ortsteil Thimi – Hiti im Siddhikali Tempelkomplex
Hiti im Siddhikali Tempelkomplex – Makaraausfluss
Hiti im Siddhikali Tempelkomplex – Makaraausfluss
Hiti im Siddhikali Tempelkomplex – Buddharelief
Hiti im Siddhikali Tempelkomplex – Buddharelief
Auf dem Gelände vom Siddhikali Tempel befindet sich außerdem der kleine Basundhara Tempel, dort wiederum etwas im Abseits versteckt sich noch ein weiteres Becken, welches selbstredend die obligatorischen Architekturelemente eines Hiti vorweisen kann: einen altarähnlichen Schrein über dem Makara-Ausfluss, den Makara selbst, übrigens eine Variante, die zuvor nicht zu sehen war, selten ist das schneckenartig gerollte Schuppenbild vom Makarakörper, darunter das Bhagiratha-Relief, ebenfalls variiert. 
Hiti am Basundhara Tempel – Makara – Bhagiratha
Hiti am Basundhara Tempel – Makara – Bhagiratha
Einigen Lesern mag das Thema Wasserversorgung in Kathmandu zu weitläufig vorkommen, dabei nähern sich die Fotos und Erläuterungen der Thematik Hiti und Jahru nur an, ohne zu erschöpfenden Erkenntnissen gelangt zu sein. Hier sei versichert, dass keine der Wasserversorgungsstellen bewusst gesucht wurde, alle Orte, die mit Wasser zu tun haben, fanden sich zufällig auf Exkursionen durch die verschiedenen Stadtteile von Kathmandu. Dieses Thema genügte sogar für den Umfang einer Doktorarbeit, das belegt eine 2015 vorgelegte im Internet als Download abrufbare Dissertation von Satya Shila Kashajoo:
LÜN-HITIS (golden spouts) OF BHAKTAPUR 
with special focus on Lün-hiti of Bhaktapur Durbar Complex and Taumadhi

In partial fulfillment of the requirements for the degree of Master in Art (MA), Tribhuvan University, Institute of Humanities and Social Science, Central Department of Nepalese History, Culture and Archaeology Kirtipur, Kathmandu
Submitted by Satya Shila Kashajoo
Im Vergleich zu den umfassenden Erkenntnissen von Frau Kashajoo beleuchten dieser Artikel und der Artikel HITIS IN LALITPUR in aller Bescheidenheit das Thema Hiti eher peripher. Die hier vorgebrachten Ausführungen schildern anschaulich (siehe Hiti-Fotos) die Entdeckerfreuden während mehrerer Stadtrundgänge. Ambitionierte Besucher könnten einwenden, warum dieses oder jenes Hiti fehlt. Nochmals sei verkündet, wir hatten keinen konkreten Arbeitsplan, der auf die Erkundung möglichst vieler Wasserstellen fokussiert gewesen wäre, obgleich wir von der Existenz einiger markanter Hitis wussten. Der Zufall und unermüdlicher Einsatz haben uns zu den vorgestellten Hitis und Trinkwasserbrunnen gelenkt.

Mit (VJ) gekennzeichnete Fotos
stammen von Vanessa Jones
Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments

Votiv-Stupa

6/13/2026

0 Comments

 
In allen hinduistisch und buddhistisch geprägten Ländern Asiens finden sich Votiv-Stupas in verschiedenen Formen. Meist stehen die als Opfergaben dargebrachten Miniatur-Stupas in großer Zahl im Umfeld bedeutender Heiligtümer, doch auch als Einzelstücke werden sie an markanten Plätzen und auf Innenhöfen aufgestellt und werden dort zum Objekt der Anbetung. Speziell in kleineren Siedlungen ohne eigene Tempelanlage erfüllen Votiv-Stupas die Funktion eines Tempels. Bevorzugt eignen sich Plätze, an denen sich Menschen bei ihren täglichen Beschäftigungen häufig begegnen. Oft ersetzt schon kurzes Innehalten zum Gebet und das Niederlegen einer Opfergabe am Votiv-Stupa den Gang in den weiter entfernten Tempel.

Rund 85km nordwestlich von Siem Reap befindet sich die vormals von einem durchgängigen Wassergraben eingefasste rechteckig angelegte Klosteranlage Phnom Srok, die heutzutage ihr äußeres Erscheinungsbild als Wohnsiedlung mit Tempeln, Schulen, Kindergärten, Geschäften und kleinen Betrieben gewandelt hat. Von der historischen Bausubstanz hat sich nichts erhalten, die Bedürfnisse der Menschen erforderten die Neubebauung des Geländes. Mehrere moderne buddhistische Tempel stehen den dort lebenden Menschen als Andachtsorte zur Verfügung.

Der hier vorgestellte über 1000 Jahre alte, vierseitig gearbeitete Votiv-Stupa aus dem Pariser Musée Guimet ist nicht nur ein Beleg aus der Khleang-Periode, sondern auch ein beredtes Zeugnis religiöser Praxis dieser Zeit in der Provinz Banteay Meanchey.

Unentwegte Interessenten werden Kbal Sre Yeay Yin im Kartenwerk von Google Maps vergeblich suchen, doch die Nähe zu Phnom Srok scheint garantiert. Einheimische werden vielleicht wissen, in welcher Richtung zu suchen wäre.   
Musée Guimet Paris: Votiv-Stupa
Musée Guimet Paris: Votiv-Stupa
Die Route der deutschen Turfan Expedition von 1904/1905 nachzuvollziehen bzw. die damaligen Ausgrabungsstätten zu besichtigen, dürfte im China unserer Tage ernsthafte Probleme bereiten. Wahrscheinlich gelangen nur arivierte Archäologen in diese abgelegenen Regionen im nordwestlichen China. In dieser schwer zugänglichen Gegend kreuzten sich mehrere Seidenstraßen. Tausende Fragmente buddhistischer Wandmalereien konnten von den deutschern Forschern auf  vier Expeditionen gesichert und archiviert werden. Weiterhin wurden steinerne Objekte und Textilien gesichert und nach Berlin transferiert. Europäer sahen und betraten erstmals buddhistische Tempel und Höhlentempel im fernen China. Von der seinerzeit bedeutenden Oasenstadt am Rande der Taklamakan-Wüste existieren nur noch wenige Ruinen.

Ein ansehnlicher Votiv-Stupa aus Kocho (der ehemaligen Hauptstadt des Kocho-Reiches) wird in der Dauerausstellung im Humboldt Forum Berlin präsentiert. Neben vielen anderen Objekten in den Turfan-Ausstellungssälen ist dieser etwa 80cm hohe Stupa ein echter Blickfang, der von allen Seiten besichtigt werden kann. Vom 4. Jahrhundert an breitete sich von Indien kommend der Buddhismus in China aus. Heute beanspruchen die Uiguren erfolglos weite Gebiete dieser Region als ihren Lebensraum und ihr angestammtes Land. Die chinesische Regierung behält sich das Alleinbestimmungsrecht für diesen Landesteil vor. Von freier Religionsausübung kann längst keine Rede mehr sein. 
Humboldt Forum Berlin: Votiv-Stupa
Humboldt Forum Berlin: Votiv-Stupa
Der Miniaturstupa aus Bodhgaya (9. Jh. Schiefer) wird in der Dauerausstellung der indischen Abteilung vom Humboldt Forum Berlin gezeigt. Der Bildhauer hat sich bei diesem Stupa stilgetreu an klassischen Vorbildern orientiert. Ursprünglich wurden Stupas anikonisch gestaltet. Im Stupa erkannten und verehrten die Gläubigen die symbolhafte Darstellung des Buddha und seiner Lehre, worauf die Architekturelemente Bezug nehmen. Ein Stupa verkörpert den Sangha, den Dharma und den Buddha, also die Gemeinschaft der Gläubigen, die Lehre und den Religionsstifter selbst, aber auch die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft lassen sich den Stupa-Segmenten zuordnen, schlussendlich sehen viele in der Gesamtheit eines Stupas die Verkörperung Buddhas.

Folgende Bauteile machen einen Stupa aus: 
Krone - Spitze/Mast mit Ehrenschirm - Reliquienkammer - Kuppel - Sockel - Grundfläche. 

Leseempfehlung: Heino Kottkamp – Der Stupa als Repräsentation des buddhistischen Heilsweges. Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung architektonischer Symbolik. 
Harrassowitz, Wiesbaden 1992.
Humboldt Forum Berlin: Minaturstupa aus Bodhgaya
Humboldt Forum Berlin: Minaturstupa aus Bodhgaya
Schiefer findet sich als Vorkommen in vielen Ländern der Welt, so auch in Nordindien. Schiefer lässt sich gut bearbeiten und wird in der Neuzeit vorwiegend in der Bauindustrie geschätzt. Dieses gefügige Steinmaterial wurde aber schon in Gandhara (Pakistan) während der ersten vier Jahrhunderte unserer Zeitrechnung für die Herstellung buddhistischer Kunstwerke verwendet. Zahlreiche Statuen, Reliefs und Zierelemente aus längst zerstörten Tempeln geben Kunde einstiger religiöser Prachtentfaltung im ehemaligen Gandhara-Reich. Weltweit kommt kaum ein Museum, welches asiatische Kunst zeigt, an Objekten aus der Gandhara-Periode vorbei. Gandhara ist betreffs buddhistischer Kunst zum Begriff geworden. Die Rezeption der Reliefs und Statuen fallen westlichen Kunstliebhabern leicht, weil die Physiognomien der dargestellten Figuren europäisch, sprich: griechisch geprägt erscheinen, was wohl auf die Einflüsse der Hinterlassenschaften von Alexander dem Großen zurückzuführen ist, sein Feldzug gen Osten führten den Eroberer und sein Heer bis zum Himalaya und an den Indus. Griechen stießen auf Inder, umgekehrt Inder auf Griechen, eine Vermischung der Ethnien war Folge der Eroberungs- und Besiedlungsstrategie, folglich fand unvermeidbar kultureller Transfer statt.

Die ergänzenden Bildbeispiele anikonischer Stupas aus Sanchi und Gandhara belegen den Grundaufbau: Sockel-Kuppel-Reliquienkammer-Mast mit Ehrenschirmen. Die Anzahl der Schirme kann 3 oder 8 betragen: drei Schirme meinen Sangha, Dharma und Buddha, acht Schirme symbolisieren den achtfachen Pfad der buddhistischen Lehre. Bei den Gandhara-Stupas fällt das Ambiente auf. Ein Stupa ist umrahmt von vier Säulen mit Löwenkapitellen, das ist ein Verweis auf den König Ashoka, der den Buddhismus im damaligen Indien zur Staatsreligion erhob. Das zweite Gandhara-Relief zeigt einen Stupa, der in einem Tempelbau steht, zumindest vermittelt das bogenförmige Portal den Eindruck von einem Bauwerk. Beide Stupas unterscheiden sich in der äußeren Bauform, während der eine Stupa trotz seiner Lotos-Kuppel gedrungen wirkt, steht der andere von einer Vedika (Zaun) markierte Kubus turmartig schlank im Raum. Verschieden sind auch die Reliquienkammern geformt.

Jeder Buddhist wird einen Stupa resp. einen Votiv-Stupa andächtig umschreiten und sich vor den Buddha-Bildern verneigen. Die Stupa- und Buddha-Verehrung ist Teil der religiösen Praxis, welche auf den drei Reliefs eindrucksvoll dargestellt ist. Pilger kommen zum Heiligtum und beten dort, an diesen Riten hat sich bis heute nichts verändert. Einmal im Leben den Stupa von Sanchi gesehen zu haben oder in Bodhgaya, dem Ort von Buddhas Erleuchtung zu verweilen, danach sehnen sich wohl die meisten Buddhisten. 
Humboldt Forum Berlin: Verehrung anikonischer Stupas, Sanchi 1.Jh. & Gandhara 2-3.Jh.
Humboldt Forum Berlin: Verehrung anikonischer Stupas, Sanchi 1.Jh. & Gandhara 2-3.Jh.
Museum Rom: anikonischer Stupa, Gandhara
Museum Rom: anikonischer Stupa, Gandhara
Der im Londoner Victoria & Albert Museum präsentierte äußerst kunstvoll gearbeitete Stupa-Reliquiar aus Takht-i-Bahi (Gandhara), wird in die Jahre 200-500 datiert. Die Ruinen von Takht-i-Bahi, einer buddhistischen Klosteranlage aus dem 1. Jahrhundert auf dem Staatsgebiet von Pakistan, zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Von der Tatsache ausgehend, dass das Reliquiar im Kloster selbst oder in dessen Umgebung gefunden und geborgen wurde, scheint es unmöglich, das Jahr der Entstehung genauer zu bestimmen. Die Identifikation als Gandhara-Kunstwerk muss genügen.

Auf quadratischen, mit Buddha-Bildern verzierten Sockel ruht der von zweifacher Vedika umwundene Lotos-Kubus, darauf erhebt sich die Reliquienkammer mit dreifacher Schirmbekrönung. Eine solch prächtige, sehr gut erhaltene Klein-Antiquität fällt selbst im reich bestückten Victoria & Albert Museum als Solitär in den Blick und aus dem anspruchsvollen Rahmen der umfangreichen Kollektion.
Stupa Reliquiar, London Victoria & Albert Museum
Stupa Reliquiar, London Victoria & Albert Museum
Im Jahr 2017 zeigte das British Museum London in einer gesonderten Präsentation eine restaurierte Reliefplatte aus dem berühmten Schrein vom Amaravati. Die Platte bietet einen ganzflächig reliefierten Stupa zur Anschauung. An Hand dieser Reliefansicht auf die Bauweise vom Amaravati-Stupa zu schließen, entbehrt jeglicher Logik. Die Darstellung ist eine idealisierte Vorstellung des Bildhauers.

Seit 1880 lagern 120 steinerne Einzelstücke vom Amaravati-Stupa im British Museum. Erst 1992 wurde ein klimatisierter Ausstellungsraum für die wertvollen Objekte eröffnet, rund siebzig Fragmente vom Stupa werden dem Publikum vorgestellt.  
British Museum London – Amaravati Collection, Plakat & Original
British Museum London – Amaravati Collection, Plakat & Original
Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments

Chilancho Stupa in Kirtipur

5/30/2026

0 Comments

 
Nicht in allen Regionen im Kathmandu-Tal ist der Buddhismus derart deutlich präsent wie in Kirtipur. Wer in Kirtipur unterwegs ist, der kann die Stupas und buddhistischen Tempelbauten nicht übersehen. Den Chilancho Stupa nicht gesehen zu haben, hieße, nicht in der kleinen Stadt unterwegs gewesen zu sein oder nur einen sehr flüchtigen Stadtrundgang absolviert zu haben.

Oft ist zu hören und auch zu lesen, der Chilancho Stupa sei einer der ältesten in Kathmandu, dabei wurde bislang kein Baujahr ermittelt. Im Jahr 1533 n.Chr. wurde der Stupa renoviert, diese Angabe gilt als gesichert. Der Stupa im Chaitya-Stil gilt als eines der schönsten buddhistischen Bauwerke im Tal. Das gesamte Areal ist als Klosterkomplex zu verstehen. Tempelbauten und Wohnhäuser stehen in gebührenden Abstand um den quadratischen Sockel, auf dem die Haupt-Chaitya und die kleinen Chaityas ihren Platz haben.

Der Stupa ist nicht exakt den Hauptkoordinaten folgend ausgerichtet, eine ungefähre Verschiebung um 20⁰ in Richtung Südost wird auf der Kartenwiedergabe von Google Maps ersichtlich. Es empfiehlt sich, den Ost-Zugang (genau genommen: Südost) zu benutzen, das ist, vom religiösen Aspekt her betrachtet, der korrekte und gleichzeitig der bequemste Zutritt. Vorbei an zwei Löwen führen die ersten Stufen zu einer Zwischenebene, dort stehen mehrere kleine Stupas verschiedener Bauart. Rechterhand hat sich ein nicht mehr intakter Jahru (Brunnenwand mit Wasserhahn) erhalten. In einem kleinen Schrein links neben den Stufen ruht eine sehr anmutige Buddhastatue, der Vajrapani (?) fordert förmlich zu Andacht und Gebet. Diese Zwischenebene dient zur inneren Sammlung und zur Einstimmung vor dem Betreten der Stupa-Ebene. 
Südost-Zugang zum Chilancho Stupa
Südost-Zugang zum Chilancho Stupa
Votivstupas und Buddhastatue auf der Zwischenebene vom Südost-Zugang
Votivstupas und Buddhastatue auf der Zwischenebene vom Südost-Zugang
Von den oberen Stufen aus, zwischen Löwen verweilend, zeichnet sich der berückend schöne Anblick auf den Chilancho Stupa ab. Der von Archaik strotzende Löwe auf der linken Seite muss noch ein Originalexemplar sein, während sein Gegenüber auf der rechten Seite eindeutig als Replik zu erkennen ist.  Auf der Ost-West-Achse befinden sich eine relativ niedrige von einem Löwen besetzte Säule, desweiteren der obligatorische Vajra (Donnerkeil, ein Ritualobjekt) und die von berittenen Elefanten und Dharmapalas flankierten Stufen zum dreifach geteilten Ost-Schrein vom Stupa. Links neben dem Vajra stehen Gebetstrommeln und rechts ein Votivstupa. Rechts neben den Stufen der steinerne Glockenstuhl. Elefanten mit Reiter finden sich gewöhnlich an hinduistischen Tempeln in Kathmandu. Welche Bedeutung haben sie im buddhistischen Kontext? Ganz einfach: die Elefanten sind die sogenannten Diggajas, die Weltelefanten, die wiederum dienen den Lokapalas/Dikpalas (das sind die Hüter der Haupthimmelsrichtungen) als Reittiere. Tempelwächter an buddhistischen Bauwerken gelten als die Hüter der Lehre, sie heißen Dharmapalas, an hinduistischen Tempel wachen die Dvarapalas (Sanskrit: Türwächter). Diese sinnvolle, keineswegs überladene Anordung von religiösen anbetungswürdigen Ritualobjekten beeindruckt die Gläubigen.
Picture
Älteste Löwenstatue & Erster Blick auf den Chilancho Stupa
Das Umrunden der Stupa (Pradakshina) sollte unbedingt im Uhrzeigersinn vollzogen werden, das kann verschieden und mehrfach praktiziert werden. Empfohlen werden äußere und innere Rundgänge. Wer nur den Haupt-Stupa umschreitet, der beschränkt seine Andacht auf die vier Schreine Ost, Süd, West und Nord, der wird aber auch die vier Stupas an den Kardinalpunkten wahrnehmen. Im Fall vom Chilancho Stupa scheint die Anordnung der Bauten nach Himmelsrichtung ohne Überprüfung eindeutig plausibel. Die Menschen betreten ein raumgewordenes in den Himmel ragendes Mandala. Diese zweidimensionalen, auf vielen Rollbildern (Thangkas) verewigten Meditationsvorlagen, gelten als Vorstellungen buddhistischer Glaubens- und Himmelswelten. Kalachakra-Darstellungen entsprechen symbolisch Bauplänen für Stupas, das trifft im übertragenen Sinn auf den Chilancho Stupa zu.
Chilancho Stupa (Südostansicht)
Chilancho Stupa (Südostansicht)
Chilancho Stupa: Dharmapala – Vajra – Dharmapala
Chilancho Stupa: Dharmapala – Vajra – Dharmapala
Die vier äußeren Stupas gleichen architektonisch dem Haupt-Stupa, sind jedoch angemessen kleiner gehalten: quadratische Plattform, Sockel mit Schreinen, Kuppel, Reliquienkammer und Spitze. Einige noch kleinere Stupas (sogenannte Votiv-Stupas) auf der großen Plattform sind nicht zu übersehen. 
Chilancho Stupa: drei von vier gleichen, den Hauptstupa flankierenden Stupas
Chilancho Stupa: drei von vier gleichen, den Hauptstupa flankierenden Stupas
Chilancho Stupa – Buddhastatuen
Chilancho Stupa – Buddhastatuen
Chilancho Stupa – Teilansichten
Chilancho Stupa – Teilansichten
Berühmt in Kathmandu sind die Stupas von Bodhnath und Swayambunath, doch nicht minder sehenswert ist der Chilancho Stupa von Kirtipur. Es fällt leicht, mindestens eine Stunde auf dem Chilancho-Komplex zu verbringen und einen Tag in Kirtipur unterwegs zu sein.

Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones
0 Comments
<<Previous

    Autor Günter Schönlein

    Auf meinen bisher acht Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen.


    sortiert nach Themen:
    Artikel Verzeichnis
    Artikel Übersicht
    English Blog

    Kategorien

    All
    Angkor
    Architekturelemente
    Bauformen
    Bilderbogen
    Dachl
    Geschichte
    Götter
    Indien
    Indonesien
    Literaturhinweise
    Museen
    Museum
    Myanmar
    Nepal
    Personen
    Persönl
    Persönliches
    Reiseberichte
    Reliefs
    Richtung Osten
    Richtung Westen
    Sachliches
    Selten Besucht
    Siem Reap
    Skulpturen
    Spezialthemen
    Sri Lanka
    Tempel
    Vietnam


    Der Blog enthält sowohl Erlebnis-Reiseberichte als auch reine Orts- und Tempel-Beschreibungen,  siehe Kategorien "Persönliches" und "Sachliches" in der Liste von Tags oben, sowie eingestreute Beiträge zu anderen Reiseländern und Themen.

    Die Fotos in den Blog-Artikeln werden durch Anklicken vergrößert.


    sortiert nach Erscheinungsdatum:
    ARTIKEL
     
    Prasat Leak Neang
    Leak Neang bei Pre Rup
    Tempel bei Beng Mealea

    Prasat Banteay Ampil
    Prasat Chaw Srei Vibol
    Rong Damrei und Phnea Kol
    Tempelmauern in Kambodscha
    Namenlose Tempel Angkor Thoms
    Trapeang Roun Tempel
    Stupas in Kambodscha
    Spean Thma
    Prasat Sanlong

    Prasat To
    Stupas in Süd-Indien
    Inmitten von Göttern 1
    Inmitten von Göttern 2
    Inmitten von Göttern 3
    Inmitten von Göttern 4
    Inmitten von Göttern 5
    Inmitten von Göttern 6
    Inmitten von Göttern 7
    Inmitten von Göttern 8

    Inmitten von Göttern 9
    Inmitten von Göttern 10
    Inmitten von Göttern 11
    Inmitten von Göttern 12
    Jainismus
    Jali
    Gesinnungswandel zweier Könige
    Lintel - Spezial
    Prasat Kravan
    Unbekannte Tempel in Siem Reap
    Unbekannte Tempel in Roluos
    Tempel im Umfeld des Bakong
    Prasat Trapeang Kaek
    Daun Troung Tempel
    Gargoyle (Wasserspeier)
    Prasat Preah Pithu
    Wasserbecken in Angkor Thom
    Preah Khan
    Brücken der Khmer
    Prasat Ta Muon
    Dharmasala - Vahnigriha
    Angkor Wat - Spezial
    Prasat Ta Prohm
    Banteay Kdei Tempel
    Spurensuche in Angkor Thom
    Wat Chedei bei Siem Reap
    Klöster in Siem Reap
    Geisterhäuser
    Museen in Siem Reap
    Museen in Kambodscha
    Banteay Kbal Chen Tempel
    Prasat Chanseyma
    Tomnob Anlong Kravil Tempel
    Banteay Samre
    Banteay Toap Tempel
    Kasen Tempel
    Banteay Chhmar Satellitentempel
    Löwen in Kambodscha
    Löwen in Indien
    Löwen in Myanmar
    Löwen in Indonesien
    Löwen in Sri Lanka
    Khmer-Bronzen in Mandalay
    Seima-Steine
    Stufen
    Akroterion
    Empfehlenswerte Bücher
    Trav Tempel
    Phnom Kampot Tempel
    Reangsai & Chamreang Tempel
    Wat Banteay Srei Tempel
    Prasat Totung Thngai
    Rundweg um den Phnom Bakheng
    Berg-Tempel
    Rund um den West Baray
    Pram Tempel & Char Leu Tempel
    Scheintüren
    Scheinfenster
    Stupas in Myanmar
    Stuckaturen in Bagan 1
    Stuckaturen in Bagan 2
    Stuckaturen in Bagan 3
    Stuckaturen in Bagan 4
    Stuckaturen in Bagan 5
    Holzarchitektur in Myanmar 1
    Holzarchitektur in Myanmar 2
    Holzarchitektur in Myanmar 3
    Tempel in Sale (Saley)
    Thiri Muni Pagoda in Sale
    Fenster in Bagan
    Fenstersäulen in Angkor
    Wanddekorationen
    Stelenhäuser in Angkor
    Prasat Kok Pongro
    Prasat Ta Keo
    Fundstücke in Angkor Thom
    Beatocello
    Artikel Nr. 100
    Kala resp. Kirtimukha
    Buddha-Statuen in Angkor Thom
    Prasat Suor Prat & Khleangs
    Elefantenterrasse Spezial
    Tier-Reliefs am Baphuon Tempel
    Tier-Reliefs am Bayon Tempel
    Khmer zur See
    Bauabläufe
    Vidyadharis
    Apsara: Tänzerin oder Göttin
    Apsara Spezial
    Dvarapala Teil I
    Dvarapala Teil II
    Dvarapala Teil III
    Purnagatha Teil I
    Purnagatha Teil II
    Purnagatha Teil III
    Hamsa
    Vishnu in Angkor
    Sapta Matrika
    Trimurti in Angkor
    Wassertiere in Angkor
    Elefanten in Kambodscha
    Prasat Kouk Nokor
    Prasat Banteay Prei Nokor
    Prasat Banteay Khchorng
    Prasat Chrung
    Stuckaturen an Khmer-Tempeln
    Roluos Spezial
    Türsäulen 1
    Türsäulen 2

    Basen
    Kapitelle
    Boundary
    Bibliotheken
    Bayon Bibliotheken
    Bayon Spezial
    Unterwegs im Abseits 1
    Unterwegs im Abseits 2
    Unterwegs im Abseits 3
    Unterwegs im Abseits 4
    Unterwegs im Abseits 5
    Leben am Fluss
    Reamker-Epos
    Tuol Sleng und Wat Thmei
    War Memorial Siem Reap
    Jean Commaille
    Saptarishi - die Sieben Weisen
    Hiranyakashipu und Narasimha
    Krishna Govardhana
    Balaha und Uchchaihshravas
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 1
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 2
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 3
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 4
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 5
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 6
    Sri Lanka Reise 2019 Teil 7
    Mihintale
    Sri Pada - Buddhapada
    Ungewöhnliche Reliefs
    Seltene Götter-Reliefss
    Sugriva und Valin
    Prasat Kansaeng
    TK 2 bei Beng Mealea
    Prasat Chrei
    Prasat Kong Phluk
    Toab Chey Thom / Toan Chey Tauch
    Ta En Tempel
    Pram Tempel (Trapeang Chhun)
    Prasat Kuk Troap
    Pram Tempel
    Koh Ker
    Sambor Prei Kuk (Teil 1)
    Sambor Prei Kuk (Teil 2)
    Fliegende Paläste
    Kbal Spean
    Bauernhäuser
    Preah Phnom Tempel
    Kat Kdei Tempel und mehr
    Baset Tempel
    Prasat Cheang Thom
    Prasat Rorng Ramong
    Götterstatuen im Angkor Wat
    Spuren der Intoleranz
    Unbekannte Tempel in Siem Reap 2
    Yoni & Lingam
    Banteay Srei (Tempel ohne Namen)
    Kok Singh Tempel
    Prasat Ta Tnur
    Ergänzung: Baset Tempel
    Prasat Prei Prasat
    Bay Kaek Tempel

    Prasat Kongbong
    Alter Weg nach Roluos
    Neuentdeckungen in Roluos 1
    Neuentdeckungen in Roluos 2
    Neuentdeckungen in Roluos 3
    Neuentdeckungen in Roluos 4
    Neuentdeckungen in Roluos 5
    Bilderbogen 2 als 200ster Artikel
    Phnom Chisor
    Trotz Corona in Kambodscha 1
    Trotz Corona in Kambodscha 2
    Trotz Corona in Kambodscha 3
    Trotz Corona in Kambodscha 4
    Bayon Tempel Spezial 1
    Bayon Tempel Spezial 2
    Prasat Top West Spezial
    Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 1
    Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 2
    Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 3

    Hayagriva
    Indrajit
    Krishna & Kaliya

    Vishnu allgegenwartig
    Die verlorene Sammlung
    (The Lost Collection)
    Srah Srang
    Yeay Pow Tempel
    Ta Prohm (Tonle Bati) Tempel
    Prasat Neang Khmau
    Phnom Bayang Tempel
    Phnom Bayang Nebentempel
    Prei Tempel Spezial
    Banteay Prei Spezial
    Krol Ko Spezial
    Prasat Tonle Snguot
    Phnom Da
    Angkor Borei Museum
    Prei Khmeng Stil

    Kala
    Preah Norodom Sihanouk Museum
    Krol Romeas & Kral Romeas
    Preah Khan versus Banteay Kdei
    Frömmigkeit versus Glaube
    Khmer Halsschmuck
    Spean Toap & Prasat Prohm Kal

    Dachlandschaften in Angkor
    Eindrücke vom Tag
    Bilderbögen Zentral-Vietnam
    Da Nang

    Marmorberge Da Nang
    Da Nang Halbinsel Son Tra
    Da Nang Museum Cham Sculpture
    Cham-Skulpturen: Vishnu & Shiva
    Cham Tempel in Vietnam
    Thap Phu Dien
    Thap Bang An
    Thap Khuong My
    Thap Chien Dan
    Thap Chien Dan - Museum
    Thap Dong Duong
    My Son (Teil 1)
    My Son (Teil 2)
    My Son (Teil 3)
    My Son (Teil 4)
    My Son (Teil 5)
    Cham Phong Lee
    Makaras der Cham
    Kala in Vietnam
    Hue - Verbotene Stadt
    Incense Burner

    Sepulkralkultur in Vietnam I
    Sepulkralkultur in Vietnam II

    Sepulkralkultur in Vietnam III
    Sepulkralkultur in Vietnam IV
    Hoi An
    Cao Dai Tempel in Hoi An
    Glocken in Vietnam

    Museum of Da Nang
    Skulpturen in Da Nang
    Musik und Tanz der Cham

    Henri Parmentier
    West Mebon Tempel 2022
    Mebon Tempel Banteay Chhmar
    Phnom Sampov
    Garuda gegen Naga

    Naga-Chakra
    Mucalinda versus Naga
    Provincial Museum Battambang
    Tempel in der Region Damdek
    Preah Khan Spezial Teil 1
    Preah Khan Spezial Teil 2
    Preah Khan Spezial Teil 3
    Preah Khan Spezial Teil 4
    Preah Khan Spezial Teil 5
    Preah Khan Spezial Teil 6
    Kna Phtoul Tempel
    Phnom Komnop Pagoda
    Neak Buos Tempel
    Prasat Kuk Bros & Prasat Kuk Srei
    Phnom Chhngork Cave Tempel
    Preah Theat Kvav
    Region Beng Mealea

    Wat Kok Chan & 2 Tempel
    Wat Kesararam Siem Reap

    Siem Reap
    Generäle Royal Garden Siem Reap
    Theam’s Gallery Siem Reap
    Wandbilder im Wat Bo Siem Reap
    Bilderbogen Indien 2024
    Kanheri Caves
    Karla Caves
    Mahakali Caves
    Mandapeshwar Caves
    Elephanta Caves Teil 1
    Elephanta Caves Teil 2
    Ajanta Caves Teil 1
    Ajanta Caves Teil 2
    Ajanta Caves Teil 3
    Bedse Caves
    Bhaja Caves
    Yogeshwari Caves
    Pandava Caves - Teil 1
    Pandava Caves - Teil 2
    Khandoba Tempel Aurangabad
    Aurangabad Caves
    Daulatabad Fort
    Khuldabad
    Bhuikot Fort Solapur
    Bijapur (Teil 1)
    Bijapur (Teil 2)
    Tempel in Gadag
    Lakshmirasimha Tempel Jagaval
    Dodda Basappa & Someshwara
    Itagi Mahadeva Tempelkomplex
    Musafirkhana und Honda

    Kallesvara Tempel Bagali
    Archaeological Art Gallery Bagali
    Mondusale Tempel Somanathapura
    Panchalingeshwara Tempel
    Jain-Tempel in Halebidu
    Hoysalesvara Tempel in Halebidu 1
    Hoysalesvara Tempel Halebidu 2
    Bhimesvara Tempel in Nilagunda
    Harihareshvara Tempel Harihar
    Anantashayana Tempel Hospet
    Hampi (Teil 1)
    Hampi (Teil 2)
    Hampi (Teil 3)
    Hampi (Teil 4)
    Hampi (Teil 5)
    Hampi (Teil 6)
    Hampi (Teil7)
    Mysore Palace
    Die Museen in Hampi
    ​Government Museum Chennai
    ​Hindu-Tempel in Chennai
    Mamallapuram Teil 1
    Mamallapuram Teil 2
    Mamallapuram Teil 3
    Mamallapuram Teil 4
    Stufenbrunnen in Rajasthan
    Kenotaphe in Rajasthan
    Tempel in Osian - Teil 1
    Tempel in Osian - Teil 2
    Tempel in Osian - Teil 3
    Trommelmaschinen
    Jaisalmer
    Rundreise Rajasthan - Teil 1
    Rundreise Rajasthan - Teil 2
    Rundreise Rajasthan - Teil 3
    Rundreise Rajasthan - Teil 4
    Rundreise Rajasthan - Teil 5
    Rundreise Rajasthan - Teil 6
    Rundreise Rajasthan - Teil 7
    Rundreise Rajasthan - Teil 8
    Rundreise Rajasthan - Teil 9
    Rundreise Rajasthan - Teil 10
    Rundreise Rajasthan - Teil 11
    Rundreise Rajasthan - Teil 12
    Sas Bahu Tempel
    Jain-Tempel in Ranakpur
    Ambika Mata Tempel in Jagat
    Torana
    Keshava Tempel in Somanathapura
    Purnagatha in Indien
    Prambanan Tempel in Indonesien
    Museum Candi Prambanan
    Candi Mendut
    Candi Pawon
    Candi Sewu
    Reliefs am Borobudur - Teil 1
    Reliefs am Borobudur - Teil 2
    Reliefs am Borobudur - Teil 3

    Reliefs am Borobudur - Teil 4
    Candi Banduyinan

    weitere Artikel werden folgen ...
    alle Artikel alphabetisch sortiert:
    Click here to edit.

    Archive

    September 2026
    August 2026
    July 2026
    June 2026
    May 2026
    April 2026
    March 2026
    February 2026
    January 2026
    December 2025
    November 2025
    October 2025
    September 2025
    August 2025
    July 2025
    June 2025
    May 2025
    April 2025
    March 2025
    February 2025
    January 2025
    December 2024
    November 2024
    October 2024
    September 2024
    August 2024
    July 2024
    June 2024
    May 2024
    April 2024
    March 2024
    February 2024
    January 2024
    December 2023
    November 2023
    October 2023
    September 2023
    August 2023
    July 2023
    June 2023
    May 2023
    April 2023
    March 2023
    February 2023
    January 2023
    December 2022
    November 2022
    October 2022
    September 2022
    August 2022
    July 2022
    June 2022
    May 2022
    April 2022
    March 2022
    February 2022
    January 2022
    December 2021
    November 2021
    October 2021
    September 2021
    August 2021
    July 2021
    June 2021
    May 2021
    April 2021
    March 2021
    February 2021
    January 2021
    December 2020
    November 2020
    October 2020
    September 2020
    August 2020
    July 2020
    June 2020
    May 2020
    April 2020
    March 2020
    February 2020
    January 2020
    December 2019
    November 2019
    October 2019
    September 2019
    August 2019
    July 2019
    June 2019
    May 2019
    April 2019
    March 2019
    February 2019
    January 2019
    December 2018
    November 2018
    October 2018
    September 2018
    August 2018

    RSS Feed

Home

About

featured:
Preah Khan

Featured:
Ta Som

Contact


Angkor Temples A-Z - Directory

Picture
All rights reserved.

Copyright © 2015 Hor Sopheak & Unique Asia Travel and Tours, Siem Reap, Cambodia
Texts and Photos by Ando Sundermann and Hor Sopheak, unless otherwise stated
with special thanks to contributers Günter Schönlein and Jochen Fellmer
  • Home
    • Welcome
    • Directory
    • Nepal Link
    • Privacy Policy
  • About
  • Cambodia
    • Geography
    • Khmer History
  • Travel Info
    • Visa and Customs
    • Climate
    • Food
    • Shopping
  • Destinations
    • Phnom Penh
    • Siem Reap
    • Battambang
    • Sihanoukville
    • Kep
    • Tonle Sap
  • Temples
    • Cambodia jungle temples
    • Preah Khan
    • Ta Som
    • Phnom Kulen
    • Bang Melea
    • Koh Ker
    • Banteay Chhmar
    • Preah Vihear
    • Bakan
    • Sambor Prei Kuk
    • Tonle Bati
    • Phnom Chisor
    • Phnom Da
    • Phnom Banan
    • Prasat Sneung
  • Angkor
    • Angkor Wat
    • Angkor Thom >
      • Bayon
      • South Gate
      • North Gate
      • Victory Gate
      • East Gate
      • Prasat Chrung
      • Elephant Terrace
      • Leper King Terrace
      • Tep Pranam
      • Prasat Suor Prat
      • Preah Palilay
      • Vihear Prampil Loveng
      • Wat Preah Ngok
    • Yashodharapura >
      • Bakheng
      • Baksei Chamkrong
      • Bei Prasat
      • Baphuon
      • Phimeanakas
      • Royal Palace
      • Preah Pithu
      • North Khleang
      • South Khleang
      • West Prasat Top
      • Mangalartha
      • Ta Prohm Kel
      • Siem Reap River
      • Kapilapura
    • Small Circuit >
      • Thommanon
      • Chau Say Tevoda
      • Spean Thma
      • Chapel of the Hospital
      • Ta Keo
      • Ta Nei
      • Jayendranagari
      • Ta Prohm
      • Banteay Kdei
      • Kutishvara
    • Grand Circuit >
      • Prasat Tonle Snguot
      • Krol Romeas
      • Preah Khan in Angkor
      • Prasat Prei
      • Banteay Prei
      • Neak Pean
      • Krol Ko
      • Ta Sohm
      • East Mebon
      • Pre Rup
      • Leak Neang
      • Prasat Top
      • Srah Srang
      • Bat Chum
      • Prasat Kravan
    • Angkor East >
      • Prasat Tor
      • Banteay Samray
      • Phnom Bok
      • Chau Say Vibol
    • Angkor West >
      • West Baray
      • West Mebon
      • Ak Yum
      • Spean Memay
      • Phnom Rung
      • Kok Po
      • Neam Rup
      • Prasat Char
      • Prasat Sralao
      • Prasat Sampeau
      • Banteay Thom
      • Prei Prasat
    • Siem Reap area >
      • Wat An Kau Sai
      • Wat Athvea
      • Phnom Krom
    • Roluos Group >
      • Bakong
      • Preah Ko
      • Lolei
      • Prei Monti
      • Trapeang Phong
      • Toteung Thngai
      • Prasat O Ka-aek
      • Trapeang Srangae
    • North of Angkor >
      • Banteay Srei
      • Kbal Spean
  • Tours
  • Hotel
  • Blog
    • Schönlein Blog
    • Schönlein Artikel
    • English Blog
  • Contact