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Siebenter Tag: Nala, Banepa und Panauti Der heutige Tag war einer Landpartie vorbehalten. Die kleinen Ortschaften Nala, Banepa und Panauti sind flächenmäßig kaum über die ehemaligen dörflichen Grenzen hinausgewachsen, die Menschen sind auf das wertvolle Nutzland in ihrem Umfeld angewiesen. Das tägliche Leben beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Arbeit auf den Feldern und Weiden, auch an und in den Tempeln begegnen sich die Menschen. Die Tempel als öffentliche Begegnungsstätten werden gepflegt und sauber gehalten. Einschränkend muss gesagt werden, dass manche Plätze und Wege in den Dörfern bei Touristen einen weniger positiven Eindruck hinterlassen. Zwei Tempel werten Nala als Zielort auf: der buddhistische Karunamaya Tempel und der hinduistische Bhagavati Tempel. Während der Wiederaufbau bzw. die Restaurierung am buddhistischen Tempel abgeschlossen ist, gibt es am hinduistischen Tempel noch viel zu tun. Hier müssen noch sämtliche Dachaufbauten erneuert werden, in wie weit die alten Dachstreben zur Wiederverwendung noch tauglich sind, müssen Fachleute entscheiden. Weitere konkrete Informationen zum Karunamaya Tempel sind nur über den QR-Code zu erfahren. Wohl dem, der ein Smartphone besitzt und eine passende Nepal-SIM Karte erworben hat. Der Bhagavati Tempel von Nala hat das Erdbeben von 2015 leider nur stark beschädigt überstanden, im November 2025 war der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen. Die wenig erfreuliche Tatsache der fehlenden Dächer, ermöglicht zumindest den turmartigen gemauerten Kern des Pagodentempels ungehindert betrachten zu können. Dieser vormals prachtvolle Tempel zählt zu den wenigen Tempeln mit vier Dächern, die sich im Kathmandu-Tal erhalten haben. Gewiss wird versucht, den Originalzustand wenigsten annähernd wiederherzustellen. – Bhagavati meint generell die Erhabene, und wird in Kathmandu häufig als Durga dargestellt. Leider konnten wir das Idol nicht sehen, der Tempel war verschlossen. Vielleicht ist die Statue oder das Relief während der Bauarbeiten in einem Depot sicher untergebracht worden. Die ruhige Atmosphäre auf dem Platz vor dem Bhagavati Tempel empfanden wir als sehr angenehm, diese wohltuende, völlig entspannte Stimmung wurde nicht nur von der Morgensonne hervorgerufen. Auf dem Tempelvorplatz treffen sich die Menschen, tauschen sich aus, beten gemeinsam. Wir wurden mit aller Selbstverständlichkeit ins Gespräch gezogen, vor allem Frauen hatten keine Scheu, mit den fremden Besuchern zu reden. Dieser Platz, einem Anger vergleichbar, bietet sich tatsächlich als idealer Treffpunkt im Dorf an. Zum Hiti (Brunnen, Vordergrund links) kommen die Menschen, holen dort Trinkwasser, im Pati (kleine Versammlungshalle, Vordergrund rechts) können die Menschen im Schatten oder bei Regen sitzen und die neuesten Nachrichten auswerten. Wir haben anderenorts beobachtet, dass Frauen in einer solchen Halle saßen und gemeinsam mit Handarbeiten beschäftigt waren, wobei die Unterhaltungen nicht abrissen. Häufig treffen sich auch Männer im Pati, reden und rauchen dort, spielen Schach, Dame oder Karten. Eine solche Halle ersetzt das Tee- oder Kaffeehaus. Kein Dorf, kein Stadtteil, in welchen nicht solche Hallen stehen und überall werden sie genutzt, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten bzw. neue zu knüpfen. Meist halten sogar die Busse und Taxis vor solchen Versammlungshallen. Was wir nicht gesehen haben: Männer und Frauen gemeinsam versammelt unter einem Dach. Zwei Pagodentempel, je eine Garuda-Statue, je ein Löwen-Paar, je ein Glockenbalken und zwei Nebenschreine zeichnen die Architektur vom Thanapati Narayan Mandir in Banepa aus. Nicht nur die zwei Pagoden differieren im Erscheinungsbild des Mandir, auch die Garuda-Statuen unterscheiden sich in Größe und Ausdruckskraft, ebenso die bemerkenswerten Schnitzarbeiten, von denen nur wenige erneuert werden mussten, insgesamt hinterlässt der Thanapati Narayan Mandir einen gediegenen Eindruck von Originalität. Beachtenswert ist der Thorana über dem Eingang der größeren Pagode, der Holzschnitzer hielt keines der Details für nebensächlich. Über Vishnu-Narayana, der zentralen Götterfigur erhebt sich der bekrönte Garuda, der das Schlangenpaar (Naga & Nagini) mit seinen Klauen fest umkrallt. Links und rechts schweben jeweils zwei göttliche Wesen. Den unteren Außenbereich der halbkreisförmigen Thorana besetzen prachtvolle Makaras, Mischwesen, welche stets in göttlichen Sphären in Erscheinung treten, hier treten sie als völlig eigenständige Schimären auf: Krokodilmaul mit Elefantenrüssel und üppigen Federschweif. Etwas eingerückt, nicht unmittelbar an der Straße steht ein großes dreigeschossiges tempelähnliches Ziegelgebäude, das Dach wird von einem Pagodenaufbau gekrönt. Der Bau trägt den Namen Dyo Chhen, der Begriff ist der Newari-Sprache entlehnt und bedeutet »Gottes Haus«. KI bemerkt: »Zweck: Im Gegensatz zu einem traditionellen Tempel, in dem Gottheiten dauerhaft für die öffentliche Verehrung verehrt werden, ist ein Dyo Chhen als "Zuhause" für den Gott gestaltet. Dort befinden sich oft das Prozessionsbild der Gottheit, Sänften und rituelle Ornamente. Architektur: Es ähnelt typischerweise einem traditionellen Newar-Wohnhaus, zeichnet sich jedoch durch religiöse Merkmale wie Toranas (Tympanone), ein Gajur (Spitze), und kunstvolle Holzschnitzereien an Fenstern und Streben aus.« (abgerufen am 27.02.2026) Der Shree Chandeshwori Tempel gehört folgerichtig zum sakralem Ensemble des Dorfes Banepa, ist ein Chandeswori Tempel vorhanden, existiert meist auch ein Dyo Chhen (nähere Erklärungen führen ins Uferlose). Chandeshwori bezeichnet eine spezielle Durga aus dem Reigen der Navadurgas. Über dem Eingang zum Tempel befindet sich ein modernes, bunt bemaltes Relief der Legende: Durga tötet den Dämon Chanda. Ein zweites motivgleiches Relief ist an der Innenseite vom Tor angebracht, beide Bilder meinen besagte Chandeshwori. Obgleich die eingangs vorgestellten Durga-Reliefs in neuerer Zeit geschaffen wurden, zählt der Chandeshwori Tempel zu den ältesten Tempelanlagen im Kathmandu-Tal. Touristen tauchen hier selten auf, was wohl an der Entfernung nach Kathmandu liegen mag, immerhin 25km. Statuen der Malla-Königspaare sind häufiger vor den Tempeln im Kathmandu-Tal aufgestellt. Für die stilisierten Paarstatuen wurden langlebige Materialien gewählt, Stein oder Metalllegierungen. Offenbar war die Dauerhaftigkeit der Bildnisse bestimmend bei der Materialauswahl, in Holz geschnitten fanden wir keine Statuen der Malla. Das Nicht-Vergessen der Herrscher, sollte den Pilgern vor Augen bleiben, faszinierend die demutsvolle Haltung der Königspaare: Mahnung zur Andacht. Wer die Dachstützen näher betrachtet, blickt auf die zyklische Gesamtheit der Ashtamatrikas und der Ashtabhairavas. Die acht Bhairava gelten als Wächter der acht Himmelsrichtungen, die acht Matrikas als deren weiblichen Gegenpole. In diesem Kontext muss auch an die Navagraha, die personifizierten Planeten und die jeweils zugeordneten Gottheiten gedacht werden, bemerkenswert ist die fundierte Verschränkung der göttlichen Erscheinungen und die Verbindungen zur astralen Realität. Jeder Himmelskörper entspricht einer Gottheit, nur ein Beispiel: Surya steht für die Sonne, das Licht, die Erhellung des Alls. Hinter Bhairava mit allen seinen Erscheinungsformen verbirgt sich immer SHIVA, die inneren Zusammenhänge sind mehr als nur komplex, für Außenstehende äußerst schwer fassbar. In den eingemauerten Rahmenfeldern finden sich weitere geschnitzte Durga-Idole und Makaras. Auf den Tympana sind die göttlichen und halbgöttlichen Erscheinungen im Halbkreisformat komprimiert. Am Ortsrand, nur wenige Schritte vom Chandeshwori Tempel entfernt, bewunderten wir die ausladend große Skulptur Bhaila Narayanthan, Gott Vishnu auf der Weltenschlange Ananda-Shesha. Während sich am motivgleichen ähnlichen Vishnu-Relief Budhanilkantha die Pilger stauen und nur kurze Momente auf die Reliefplatte schauen können, hatten wir hier in Banepa Zeit und Ruhe für Narayana (sprich: Vishnu). Es mag sein, dass hier nur eine moderne Replik des vielfach gestalteten Mythos vorliegt, dennoch ist die Gesamtwirkung der Skulptur überzeugend, schon deshalb, weil Schlange und Vishnu von klarem Quellwasser umspült werden. Blüten und Farben stehen für die wenigen Pilger gratis bereit. Bei Google Maps ist der Teich vom Waknu Ganesh Tempel als Dyo Pukhu eingezeichnet, das Becken ist nicht zu verfehlen, es befindet sich im Zentrum von Banepa direkt nördlich an der Chandeshwori Marg. Außer Ganesha sind noch weitere Götterreliefs vor der Ziegelmauer installiert. Unser nächstes Ziel: Panauti, eine Kleinstadt mit rund 28000 Einwohnern. Wir stoppten auf der Panauti-Namobuddha Rd, oberhalb vom Punyamata River, von dort sind der Brammayani Tempel und die Tempelgruppe am gegenüberliegenden Ufer gut zu sehen. Drei Brücken überspannen den Fluss, eine Kettenbrücke und zwei Steinbrücken. Ehe wir den Fluss überquerten, besichtigten wir am Nordufer den Brammayani Tempel. Die viergeschossige Pagode mit drei Dächern wurde 1617 erbaut und befindet sich baulich in einem soliden Zustand. Ein Kultbild der Brahmi hat sich nicht erhalten, weder ist ein markantes Relief noch eine Statue der Göttin vorhanden. Der Aufbau im Tempelinneren folgt einem ungewöhnlichen Konzept, zu sehen ist ein C-förmiger gemauerter Schrein, der Reste von älteren Reliefs und Statuen birgt. Brahmi oder Brahmini bzw. Brahmayani ist eine der acht Matrikas (Muttergöttinnen), insofern beansprucht der Tempel eine Sonderstellung , ist er doch dezidiert einer Göttin geweiht, eine Widmung, die auch an den weiblichen Dachstreben zum Ausdruck kommt. Tatsächlich sind die Holzschnitzarbeiten das Schönste, was an diesem Tempel zu bewundern ist. Das befestigte Südufer vom Punyamata River ist als Ghat ausgebaut, sicher werden dort auch heute noch im Schatten der Krishna Tempelgruppe Verbrennungen durchgeführt, es ist auszuschließen, dass die Menschen wegen Trauerritualen bis nach Kathmandu oder an andere zentrale Verbrennungsorte im Tal reisen. Der Krishna Narayan Tempel, eine im 17. Jahrhundert erbaute viergeschossige Pagode mit drei Dächern, steht auf einem Stufensockel, durch den Sockel wirkt der Tempel trotz gleicher Architektur höher als der am anderen Ufer gegenüberstehende Brammayani Tempel. Das verschlossene Garbhagriha (Sanktum) vom Krishna Tempel ist von einer offenen Galerie umgeben. Kleinere Schreine umgeben den Krishna Tempel. Eine offene Halle und ein Überdach schützen bei längeren Wartezeiten vor Regen und bieten Schatten, Verbrennungen und Trauerprozessionen dauern mehrere Stunden. Abgesehen vom Krishna- und Brammayni Tempel, wird in Panauti vorrangig Shiva angebetet. Die meisten der großen Tempel und kleinen Schreine sind dem Großen Gott gewidmet. Klingen auch die Namen der Tempel für Außenstehende nicht unmittelbar nach Shiva, gleich ob Indreshwar, Maheshwori, Mahadev oder Bhairab als Tempelname angegeben wird, gemeint ist immer SHIVA. Eine Vielzahl Lingas, oft in gleicher Form, nur durch Größe unterschieden, sind bildhafter Ausdruck für das tiefe Vertrauen zu diesem Gott. Ein gemütlicher Spaziergang durch die Straßen und engen Gassen von Panauti lieferte ergänzend tiefe Einsichten ins Alltagsleben der Newar, vorwiegend Menschen dieser Volksgruppe leben in verschiedenen Regionen des Kathmandu-Tals. Leider fanden wir die gut gezeichnete, für Touristen bestens geeignete Karte erst am Ende unserer Exkursion, doch die historischen Brunnen und die traditionellen Wohnhäuser und Zweckbauten waren auch ohne Karte nicht zu übersehen. Das Gebäude mit Holzerker und offener Säulenhalle dient zur Aufbewahrung sakraler Gegenstände, die zu Festen benötigt werden. Ebenerdig lagert ein zerlegter Prozessionswagen, vier Räder, die Achsen und die Deichsel sind vor Regen geschützt aufbewahrt. Die verantwortlichen Behörden beginnen sich auf die kulturhistorische Bedeutung ländlicher Kleinsiedlungen im Kathmandu-Tal endlich zu besinnen. Generelle Überlegungen werden angestellt, wie und durch welche Aktionen solchen Orten Wertschätzung zu verleihen wären. Werterhaltung von Kulturgütern würde nicht nur wirtschaftlichen Auftrieb mit sich bringen, sondern schlussendlich auch den Fremdenverkehr ankurbeln und langsam zunehmenden Wohlstand für alle Menschen im Tal bringen, de facto würde sich die allgemeine Lebensqualität steigern.
Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones
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Fünfter Tag: Pashupatinath, Bodnath und mehrere Tempelanlagen Für den heutigen Tag hatten wir ein umfangreiches Programm erstellt. Frühmorgens fuhren wir zu den bevorzugten Verbrennungsplätzen am heiligen Bagmati-Fluss, das Ziel ist als Pashupatinath bekannt. Der 18.11.2026 muss für die Nepalesen ein besonderer Tag gewesen sein. Ein religiöses Fest stand an. Was gefeiert werden sollte, erschloss sich dem außenstehenden Beobachter nicht. Schon um 7Uhr waren viele Menschen auf beiden Seiten vom Fluss unterwegs. Die Kremation einer Frau wurde vorbereitet, das schien aber nicht der Anlass für die ungewöhnliche Massenansammlung zu sein. Alle hatten zu tun, jeder schien intensiv beschäftigt. Schaumstoffmatten und Kissen wurden ausgelegt, Planen und Sonnenschirme aufgespannt, Brot und Getränke feilgeboten, die Menschen stellten sich auf einen langen Tag ein. Es lag mehr in der noch kühlen, leicht rauchgeschwängerten Morgenluft als nur Palavern und Musik aus Lautsprechern. Die Atmosphäre war erwartungsvoll positiv geladen. Auch wir harrten mit gemessenem Abstand den Dingen die kommen würden. Die Vorbereitungen, zu welchem Fest auch immer, währten lange, entsprachen nicht unseren Plänen, weshalb wir die Besichtigung der heiligen Stätte fortsetzten. Den Haupttempel dürfen nur Hindus betreten und das Interesse an der Verbrennung der alten Frau hielt sich unsererseits in Grenzen, so dass wir unerwartet schnell die für Touristen zugänglichen Bauten und Kunstschätze gesehen hatten, alsbald erklommen wir den Hügel am Ostufer, begutachteten die vielfach baugleichen Gräber auf den Terrassen, weiter oben einen Friedhof, wendeten uns mehrfach um, blickten hinunter zum Fluss, doch keinerlei Anzeichen deuteten auf den Beginn des Festes hin. Uns mitten in den vermutlichen Trubel eines religiösen Festes zu mischen, war nicht beabsichtigt, wir hatten ohnehin genug gesehen: einen lebensgroßen Vishnu, einen wunderbar geschnittenen Buddha (leider mit Zebrastreifen) und das berühmte, schräg stehende riesige Lingam, außerdem alte und neuere Holzfenster, addieren wir noch die stille Atmosphäre auf dem bewaldeten Friedhof hinzu, so konnten wir zufrieden sein. Mehr war diesem Ort am frühen Morgen nicht abzugewinnen. Am riesigen Stupa von Bodnath waren viele Menschen zu erwarten. Buddhisten würden wie eh und je im Uhrzeigersinn den Stupa umrunden, die sogenannte Kora (Pradakhshina) vollziehen, was auch wir beabsichtigten. Mehrere tibetische Klöster und Schulen wurden im Laufe von Jahrzehnten an der Peripherie des Heiligtums erbaut, Wohn- und Geschäftshäuser ergänzen das Bauensemble um den heiligen Ort. Restaurants bieten tibetische Speisen an, Pilger und Gäste sollen sich heimisch fühlen. Das Areal von Bodnath hat sich seit 1959 zur tibetischen Enklave etabliert. Flüchtlinge aus Tibet siedeln bevorzugt in der Nähe der Stupa. In dem relativ kleinem Staat Nepal fanden tausende Tibeter Zuflucht und versuchen gemäß ihren Traditionen und Gewohnheiten zu leben. Das 36m hohe Bauwerk wurde im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung erbaut, verlor im Mittelalter an rituellen Wert, erst in neuerer Zeit wurde die sakrale Bedeutung der Stupa wieder erkannt. Ältere Fotos zeigen noch das ländliche Ambiente des vormaligen Dorfes Bodnath, welches heute als Stadtteil zu Kathmandu zählt. Jedes Jahr zum buddhistischen Neujahrsfest wird der Stupa mit weißer Farbe getüncht und die safrangelben Bögen auf dem Kubus erneuert. Vor dreißig Jahren war der Stupa noch nicht aufwendig mit Blumenschmuck dekoriert, ein chinesischer Sponsor wollte sich offenbar positives Karma verschaffen. Den Gläubigen genügen die Gebetsmühlen und die im Himmel flatternden Gebetsfahnen. Wir empfanden die Blumenpräsentationen übertrieben, sogar überflüssig, zu dieser heiligen Stätte pilgern die Menschen auch ohne leuchtende Blumenparade und Bäume in großen Töpfen. In Kathmandu stehen hunderte Tempel, doch nur wenige sind für Touristen interessant. Nicht-Hindus schätzen nach flüchtiger Begutachtung die meisten Tempel als baugleiche Wiederholungen ein, wir hatten eine Vorauswahl getroffen, die unseren kulturhistorisch-religiösen Erwartungen gerecht werden könnte. Der am Bagmati-Fluss erbaute Shiva geweihte Gokarneshwar Tempel zählt zu den ältesten Tempeln im Kathmandu-Tal. Die sehr gepflegte Tempelanlage hinterlässt auf Grund seiner vielgestaltigen Reliefsammlung auch bei Kunstliebhabern einen nachhaltigen Eindruck, keine der bekannten hinduistischen Gottheiten fehlt. Nicht minder kommen die Freunde hinduistischer Tempelarchitektur auf ihre Kosten. Der dreigeschossige Hauptschrein und die Nebenschreine ergeben ein harmonisches Gesamtbild. Der von einem uralten Baum vereinnahmte brüchige Ziegelschrein gibt ein lebendiges, sehr anschauliches Abbild der unwiderruflichen Tatsache vom Werden und Vergehen aller Dinge und allen Lebens, wer will, erkennt hier das göttlich-natürliche Schöpfungsprinzip. Die Auswahl von acht Reliefs dokumentiert die Vielfalt der im Gokarneshwar Tempel aufgestellten Götteridole, wobei einige der Reliefs auf Grund ihrer Volumina eher als Statuen zu bewerten sind. Leider finden westliche Besucher keine Hinweise zu den Götterbildern. Menschen, die betreffs hinduistischer Götterwelt über mangelnde oder ungenügende Vorkenntnisse verfügen, blicken auf rätselhafte Kunstwerke und werden bestenfalls die handwerkliche Ausführung rühmen. Ähnliches wäre zu den Schnitzarbeiten am Tempel auszuführen, auch hier machen sich grundlegende Kenntnisse bezahlt. Den Schnitzereien ist das Alter anzusehen, allerdings sind auch Verluststellen zu bedauern. In unmittelbarer Nachbarschaft einer Schule auf dem Pausenhof steht der Dhumrabarahi Tempel, dieser von einem Baum überwucherte unscheinbare Schrein wäre die Besichtigung kaum Wert, stünde nicht im Sanktum eine lebensgroße seltene Statue aus schwarzem Stein. Die Varaha Statue – Vishnu als Eber – sucht in Kathmandu seinesgleichen. Vishnu erscheint anthropomorph mit Eberkopf und Menschenkörper, Vishnu=Varaha hebt die Erde in der Gestalt der Bhudevi aus den Tiefen des Weltozeans. Über das Alter der Statue streiten sich die Sachkundigen, die meisten Expertisen nehmen die Liccavi-Periode als Entstehungszeit an. Die Wurzeln des Baumes sprengen die Mauern vom Schrein, bedrängen aber die Statue nicht, das wird als Wunder verstanden. In einem Vishnu geweihten Tempel darf sein Reittier Garuda nicht fehlen und warum sollte Ganesha, ein Sohn Shivas, nicht zugegen sein. In unmittelbarer Nähe, nur wenige Meter abwärts am Hang zur Straße hin, steht noch ein Schrein, der Shree Chandreshvar Mahadev Mandir, dort trafen wir den schlüsselgewaltigen Menschen, der auf freundliche Nachfrage den Varahi Tempel öffnete. In Kathmandu ragen die Spitzen mehrerer älterer Stupas gen Himmel, diese wurden in gemessenem Abstand den Haupthimmelsrichtungen folgend um den Stupa von Bodnath, weshalb diese einzeln stehenden Bauten als Ashoka Stupa Nord, Ost, Süd und West kenntlich sind. Innerhalb buddhistischer Tempelanlagen versteht sich die Existenz zahlreicher Stupas und Votivstupas von selbst, zusätzlich wurden im Laufe der Jahrhunderte auf kleinen Plätzen, an Straßenkreuzungen, zwischen Wohnhäusern und in Höfen hunderte, im gesamten Kathmandu-Tal wahrscheinlich tausende kleinere namenlose Stupas gebaut, die alle ihre Berechtigung haben, denn jeder gläubige Nepalese wird seinen Stupa haben, den er täglich zum Gebet aufsucht. Öffentliche Wasserbrunnen oder Briefkästen sind jedenfalls nachweislich weitaus weniger in der Stadt vorhanden, lediglich Mopeds übertreffen die Stupas zahlenmäßig. Morgens hatten wir den Bodnath Stupa umrundet, am Nachmittag liefen wir andächtig um den erheblich kleineren Charumati Stupa, der architektonisch dem großen Stupa entspricht, aber ohne monumentale Sockelplattform auskommt, sein Kubus lagert auf Bodenniveau, deshalb ist hier nur eine äußere Kora möglich. Mehrere kleine Votivstupas (durchaus älterer Herkunft) säumen den Kora-Weg. Den Stupa ließ Charumati, eine Tochter des Kaisers Ashoka, im 3. Jahrhundert v. Chr. erbauen, so behauptet es die Legende und auch WIKIPEDIA liefert diese Auskunft. Sechster Tag: Swayambunath, National Museum of Nepal und Ichangu Narayan Tempel Morgens waren rund um den Hügel, welchen die Swayambunath Stupa krönt, viele Pilger auf den Straßen unterwegs, die sich aber auf geheimnisvolle Weise verliefen, so dass von anfänglichen Massenandrang weniger zu spüren war, der, je höher wir stiegen, stetig abnahm. Der berühmte Wallfahrtsort ist wahrscheinlich zu jeder Tageszeit gut besucht. Dreihundertfünfundsechzig Stufen müssen bewältigt werden, um das dicht bebaute Plateau zu betreten. Der Blickfang ist der bekannte rund 2500 Jahre alte Stupa. Diese Jahresangabe bezieht sich gewiss nur auf die ursprüngliche, eventuell mit groben Steinen umrahmte verfestigte Erdaufschüttung, eine Bauweise, die den frühesten Stupas im alten Indien und auf Sri Lanka entsprach. Ursprüngliche Grabhügel, die Reliquien verehrter Gurus enthielten, wuchsen im Laufe vieler Jahrhunderte zu von Menschenhand geschaffenen größeren, höheren und prachtvolleren Stupas. Auf dem Swayambunath-Plateau treffen buddhistische auf hinduistische Pilger, mitten drin Kleinhändler, die auf kauflustige Touristen hoffen, trotz der Vermischung verschiedener Interessen herrschte am Morgen eine entspannt friedliche Atmosphäre. Schlussendlich kommen die meisten Menschen herauf, um Buddha und der Göttin Hariti die gebührenden Referenzen zu erweisen. Nach dem Abstieg suchten wir mehrere unscheinbare Haus- und Hofheiligtümer auf, wir brauchten Abstand vom Trubel, benötigten eine Verschnaufpause, ehe wir das nahe gelegene National Museum of Nepal ansteuerten. Ohne Google Maps hätten wir die kleinen zwischen Häusern versteckten Familienschreine nicht gefunden, auf der Suche erschlossen sich nebenbei die Wohnverhältnisse der Menschen in Kathmandu. Der Schritt in die Moderne ist zu spüren. Alle Haushalte verfügen über Stromanschluss, doch die Wasserversorgung funktioniert noch nicht flächendeckend. Noch müssen die Menschen Wasser von öffentlichen Brunnen in die Häuser tragen, primitive Behelfslösungen mit Schläuchen oder frei verlegte Plastikrohre ersparen das Wassertragen. Trotz alltäglicher Schwierigkeiten scheint der Glaube der Menschen an die Götter und das Vertrauen auf deren Beistand ungebrochen. Jedem halbwegs alten Stein, jedem Relief wird Bedeutung beigemessen, nichts der historischen Hinterlassenschaften wird missachtet. Alles wird bewahrt, nichts ist wertlos, überall werden Blumen und Blüten als Opfergaben gebracht, das geschieht schon morgens, ehe das Tagwerk beginnt. Die Sammlungen vom National Museum of Nepal sind reichhaltig bestückt und sehr gut sortiert. Wir waren mehrere Stunden ernsthaft beschäftigt: anschauen, lesen, fotografieren, zwei Schritte weiter, anschauen, lesen, nochmals hinschauen, fotografieren, bloß nichts übersehen, hundertfache Wiederholungen der gleichen systematisierten Bewegungen, die Ausstellungsäle (leider nicht klimatisiert) und die Themen der Sammlungen wechseln. Erstaunlicherweise begegneten uns im Museum wenige ausländischen Touristen in den erstklassigen Kollektionen. Erfreulich und gleichzeitig seltsam komisch empfanden wir den Besuch dreier Schulklassen, die durch eine Sonderausstellung im Sinne des Wortes getrieben, regelrecht gejagt wurden. Die Schüler liefen nicht gemächlich, sondern eiligen Schrittes im Gänsemarsch an den Kunstwerken vorbei. Wir staunten, denn außer dem Rücken ihres Vordermannes haben die Schüler nichts gesehen und die Lehrer unternahmen nichts, um das Durchlauftempo zu verlangsamen. Dabei hätten die Lehrkräfte erklären können, hier werden erstmals Kunstwerke gezeigt, die unrechtmäßig außer Landes gebracht und endlich aus internationalen Sammlungen nach Nepal zurückgeführt wurden und hoffentlich in die vorhandenen Sammlungen integriert werden. – Die Sonderausstellung A TEMPORARY EXHIBITION OF THE REPATRIADED OBJECTS zeigt und dokumentiert außer sehenswerten Kunstwerken auch die unbedachte Sorglosigkeit mit der namhafte amerikanische und europäische Museen nepalesische Kunstschätze über Jahrzehnte hin präsentiert haben. Inzwischen wird weltweit Provenienzforschung betrieben. Bei berechtigten Ansprüchen werden die Kunstobjekte in die jeweiligen Länder oder an die privaten Eigentümer zurückgegeben, doch jede Rückführungsmaßnahme erfordert Bedacht. Es macht wenig Sinn, unwiederbringliche Schätze der Weltkultur in Länder zu geben, die sich permanent im Kriegszustand befinden. Am Nachmittag fuhren wir noch zum Ichangu Narayan Tempel und danach zum Ashoka Stupa West. Dieser Narayan Tempel ist einer von vier Vishnu-Tempeln, die an vier markanten Eckpunkten vom Tal gebaut wurden. Der in hügeliger Waldlandschaft errichtete Tempel hinterließ den Eindruck völliger Abgeschiedenheit. Trotz naher Wohnhäuser war kein Mensch zugegen. Kein Pilger, kein Tempeldiener, keine Aufsichtsperson trat auf den Plan. Wir genossen die Stille, die Sonnenwärme und blickten in Ruhe auf die wunderbare, unsere Meinnung nach seltene Vishnu-Statue, denn üblicherweise, zumindest in Nepal, wird Vishnu auf der Weltenschlange Ananta liegend als voluminöses Flachrelief dargestellt (als prominentes Beispiel: Budhanilkantha). Einen fast sitzenden Vishnu in diesem Format (annähernd lebensgroß) hatten wir zuvor noch nirgends in Kathmandu gesehen und bei dieser außergewöhnlichen Einzelentdeckung sollte es auch bei allen weiteren Exkursionen betreffs Vishnu bleiben. Den Ichangu Narayan Tempel suchen Kunstliebhaber auf, die den besonderen Vishnu sehen wollen. Wissenschaftler ordnen diese Statue der späten Malla-Periode zu, genaue Daten zur Entstehung sind nicht bekannt. Die vorbildlich restaurierte Tempelanlage bietet ansonsten wenig Sehenswertes, doch Pilgern einen stillen Ort zum Gebet. Auf dem Weg zum Hotel in Lalitpur stießen wir am späten Nachmittag auf einen von Wohnhäusern umgebenen Stupa, der mit seiner kompakten Form völlig anders wirkt, als der Grashügel vom Ashoka Stupa West. Buddhas Augen sind in Kathmandu allgegenwärtig. Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones Vierter Tag: Zu Fuß unterwegs in Bhaktapur Der Palastbereich von Bhaktapur gilt als der schönste Tempelkomplex von den drei ehemaligen Königsstädten, diesem Werturteil pflichten die meisten Besucher bei, obgleich viele Bauten durch mehrere Erdbeben verloren gingen bzw. nicht in alter Pracht wieder aufgebaut werden konnten. Offene Weitläufigkeit auf dem Durbar Square ist das deutlichste Kennzeichen für den Verlust vieler Gebäude. Stilbrüche sind unverkennbar. Der Palast muss riesige Ausmaße gehabt haben, allein 99 Innenhöfe gab es einst. Trotz mehrfacher Erdbebenschäden haben es die Nepalesen mit unermüdlichem Fleiß und internationaler Unterstützung verstanden, das Zentrum von Bhaktapur wieder in einen erfreulich ansehnlichen Zustand zu versetzen. Trotz aller Hochachtung vor dieser Leistung und Freude, die während der Besichtigung aufkommt, stellt sich auch Wehmut und Trauer ein, wie schön und wunderbar müssen die Palastbauten vor den Erdbeben von 1833, 1934 und 2015 geglänzt und geleuchtet haben. Die Tempel und der Palast sind den adäquaten Bauten in Lalitpur und Kantipur durchaus vergleichbar, jedoch gibt es in Bhaktapur entsprechend der Ausdehnung der Palastanlagen mehr zu sehen: nämlich Spezifika im Außenbereich, die in den anderen Königsstädten fehlen bzw. weniger dominant auffallen, gemeint sind wertvolle Reliefs und Statuen, welche diverse Palasteingänge flankieren. Das jetzige Eingangstor zur Shree Padma Secondary School, vormals Eingang zum nicht mehr existierenden, im 17. Jahrhundert erbauten Basantapura Palast, wird von zwei kolossalen Löwen und zwei wunderbaren Groß-Reliefs markiert. Zu sehen sind links die Göttin Ugrachandi Bhagavati, sprich: Chandika, eine Manifestation der Durga und rechts der Gott Ugrabhairava, eine Manifestation von Shiva, beide bewusst in furchterregenden Erscheinungen. Neben dem Palasteingang, heute Eingang zum National Art Museum, findet sich das vergleichbare Ensemble wie vor dem Schultor: zwei Löwen und zwei Reliefs. Hier bewachen links Hanuman Bhairava (eine Synthese aus Hanuman und Shiva) und rechts Vishnu Narasimha (4. Avatar von Vishnu als Mensch-Löwe) das vormalige Tor zum Palast. Die Doppelgottheit Hanuman Bhairava nutzt ein Reittier, welches entfernt an Garuda erinnert, dennoch seltsam unvertraut wirkt, dieses Faktum ist sehr speziell, denn üblicherweise kommt Bhairava auf einem schwarzen Hund daher und Hanuman nutzt kein Reittier, denn er kann durch die Lüfte fliegen. Bhairava ist eine Verkörperung von Shiva, für ihn wäre der Buckelstier Nandi als Vahana (Reittier) relevant. Nach der eingehenden Betrachtung der vier fast lebensgroßen Reliefs betraten wir um zehn Uhr das National Art Museum, wobei zur Relativierung eingestanden werden muss, dass der Palast und alle Tempel auf dem Durbar Square als einzigartiges Freiluftmuseum zu verstehen sind und also nicht nur im Museum, sondern auch im Außenbereich genügend Kunstwerke zu bewundern sind. Im Museum jedoch fokussiert sich der Blick auf einzelne Stücke oder geordnete Sammlungsbereiche, während draußen/open air der Gesamteindruck bestimmend wirkt. Zu den auserlesenen Kunstwerken, die ohne Entgelt im Außenbereich zu sehen sind, zählt auch das Goldene Tor, eine der berühmtesten Metallarbeiten in Nepal. Während jeder vor diesem Tor staunend verharrt, werden zwei Reliefs über dem Eingang zum Museum vernachlässigt bzw. übersehen. Das rechts über dem Museumseingang angebrachte Relief zeigt einen außergewöhnlichen achtarmigen Garuda, doch der Schein trügt, ein solcher Garuda lässt sich weder durch mythologische Überlieferungen, noch durch vergleichbare Bilder bestätigen. Welcher Gott ist auf dem einmaligen Relief dargestellt? Vermutlich blicken wir auf eine nepalesisch gefärbte Version eines Mahakala mit Krähenkopf in Stein gehauen. Tibetischen Buddhisten ist der krähengesichtige Kakamukha Mahakala vertraut, doch in Nepal sind solche Darstellungen selten und am Königspalast Bhaktapur ungewöhnlich. Hier hat sich ein Kunstwerk erhalten, welches nach unserem Ermessen einen würdigen Platz im Museum verdient hätte. Es wäre an der Zeit, den Wert dieses Reliefs angemessen zu feiern. Drei ausgewählte Reliefs aus der Sammlung vom National Art Museum Bhaktapur sollen die spezifische Ausrichtung der sehr gut sortierten Ausstellungsbereiche dokumentieren. In den Abteilungen sind vorrangig Objekte nepalesischer Herkunft zu sehen. Die hier vorgestellten drei Göttinnen sind als die weiblichen Aspekte ihrer männlichen Partner zu verstehen. Neben Brahma existiert Brahmi (Bhrahmhayani), an der Seite von Shiva (Maheshwara) lebt Maheswari (Parvati) und neben Indra residiert Indrayani. Die stilistische Ähnlichkeit der Reliefs lässt die Vermutung zu, dass die drei Kunstwerke in einer Werkstatt, wenn nicht gar von einem Künstler gefertigt wurden, zumal die zeitliche Zuordnung lt. Museumsbeschriftung jeweils ins 17. Jahrhundert weist. Vor den Füßen der Göttinnen liegen erstaunlicherweise die Reittiere im Doppel: Gänse (Hamsa), Buckelstiere (Nandi) und Elefanten (Airavata). Die Reittiere (Vahanas) sind untrügliche Merkmale zur Identitätsbestimmung der jeweiligen Gottheiten. Die Vorstellung der Tempel auf dem Durbar Square wird unterlassen, aber auf ein Hiti im Palastgelände muss hingewiesen werden. Den Taleju Tempel dürfen Touristen nicht betreten, doch den wenige Schritte nur durch eine Mauer getrennten Sundhara Pond kann (und sollte) jeder besichtigen, es ist vielleicht die schönste, gewiss die prächtigste Brunnenanlage in Bhaktapur. Der Brunnen ist auch bekannt als Thanthu Darbar Hiti, Thanthun Lu Hiti, Nag Pokhari oder als Duguhiti, der Name Sundhara Pond fand sich auf dem Hinweisschild im Palastgelände. Welcher Name ist verbindlich? Gemeint ist stets das gleiche Becken. Umfassende Informationen liefert der WIKIPEDIA-Artikel Thanthu Darbar Hiti. Wem es nach der Besichtigung von Palast und Durbar Square nach weiteren Tempeln gelüstet, der begebe sich zum Taumadhi Square, dieser schöne Platz wird von Tempeln und historischen Gebäuden eingefasst. In einer Seitengasse, der Jelan Galli, die kaum zu verfehlen ist, befindet sich das berühmte Pfauenfenster. Das Objekt fotografischer Begierden kann nicht verwechselt werden, Pfeile und Schilder weisen das richtige Fenster aus. Weshalb sich nur das eine betreffende Fenster besonderer Beliebtheit erfreut, mag begründen, wer will. Wir meinen, alle anderen Fenster vom Pujari Math (Priesterhaus) sind nicht minder sehenswert. In dem ehemals sakral genutzten Gebäude befindet sich verteilt auf mehreren Etagen das Museum für Schnitzkunst Wooden Art Museum. Im Nachbarhaus wird eine Ausstellung nepalesischer Metallskulpturen gezeigt Brass and Bronze Museum. Sich im Zentrum von Bhaktapur nicht nur an den bekannten Plätzen völlig ungezwungen umzutun, sondern sich auch in die Seitenstraßen zu begeben, weitet die Sicht auf das Alltagsleben der Menschen. Keinen Kilometer südlich vom Taumadhi Square stoßen unentwegte Touristen auf das Maheshwari Ghat und das Hanuman Ghat, beide Verbrennungsplätze liegen am Ufer des kurvig gewundenen Hanumante River. Wer hierher kommt, trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit nur auf wenige oder keine Touristen, taucht aber tief ins religiöse Leben der Nepalesen ein, lernt deren Verständnis und die Verehrung der hinduistischen Götter sozusagen hautnah und unverfälscht kennen, ganz abgesehen davon ist der zum Fluss hin abfallende Weg auf historischen Pflaster vorbei an vielen kleinen religiösen Stätten ein intensives und wer sich darauf einlässt ein spirituelles Erlebnis. Wochentags erhält die Besichtigung der Ghats durch reges Treiben und Lärmen in der Shree Bal Nevak Lower Secondary School zusätzlich eine akkustische Färbung, die manch einer als Belästigung empfinden wird, doch Kindergeschrei gehört zum alltäglichen Leben. Mit völligen Selbstverständnis nutzen die Schüler in den Pausen zwischen den Unterrichtsstunden den heiligen Ort als Ruheplatz, inbegriffen sind Toben und Schreien. In Bhaktapur, wie auch in den anderen Ortsteilen von Kathmandu, stehen hinduistische neben buddhistischen Götteridolen zwanglos nahe beieinander. Der Außenstehende spürt die gelebte Toleranz. Drei, besser vier Tage wären angemessen, um Bhaktapur in aller Vielfalt zu erleben und zu verstehen, wer aber nimmt sich diese Zeit . . .
Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones Im November starteten wir zu einer Zwei-Länder-Reise. In Nepal bin ich seit dreißig Jahren nicht mehr gewesen und im Nachbarland Indien werden uns die Ziele auch nach mehreren Reisen niemals ausgehen. Auf dem Subkontinent unterwegs zu sein, hat uns bislang immer gefallen. Die Flugroute Frankfurt-Delhi ist uns mittlerweile vertraut. Wir flogen zuverlässig mit EMIRATES. Nach einer Übernachtung in einem Hotel Nähe dem Airport Delhi starteten wir am Vormittag nach Kathmandu. Klares ruhiges Wetter und ein Fensterplatz auf der rechten Seite ermöglichten die Sicht auf die unvergleichlich majestätisch und endlos wirkende Himalaya-Bergkette, das war die ideale Einstimmung auf unsere Tage in Kathmandu und ausgewählte Ziele in der näheren Umgebung. Reisende berichten oft, sie seien in Kathmandu gewesen, lassen aber unerwähnt, ob sie damit die historische Hauptstadt meinen, die früher einmal Kantipur hieß und später in Kathmandu umbenannt wurde oder ob sie die moderne Großstadt Kathmandu meinen, zu der zwei weitere ehemalige Hauptstädte der Malla-Dynastien gehören. Auf Grund von Besiedelungsprozessen in moderner Zeit wuchsen die ursprünglich drei im Tal benachbarten unabhängigen Königreiche zur Großstadt zusammen. Wer heute in Lalitpur (Patan), in Bhaktapur und in Kantipur (Kathmandu) unterwegs ist, der überschreitet unmerklich und ahnungslos Grenzen, deren früheren Verlauf nur noch Archäologen oder Kartographen kennen. Mag sein, dass manche Stadtbezirke teilweise noch dem damaligen Grenzen entsprechen. Die Zentren damaliger Machtbereiche, nämlich die Paläste und Tempel der Herrscher, bilden heute den touristisch verwertbaren Schatz der Großstadt Kathmandu. Über die geschichtlichen Ursprünge und den Fortgang der Urbanisierung im Kathmandu-Tal wird hier nicht referiert. Die archäologische Forschung liefert über die verflossenen 1000 Jahre einen ziemlich geschlossenen Überblick, der von exakten Zahlen gestützt wird. Alle geschichtlichen Ereignisse kann jeder im Internet oder in Büchern nachlesen, jeder solide Reiseführer liefert diesbezüglich Daten und Fakten. Visum und Geldtausch waren schnell erledigt. Noch am späten Nachmittag fuhren wir zum ersten Tempel. Auf einem Bergrücken in der Nähe von Bhaktapur steht der Changu Narayan Tempel, diese Tempelanlage hatten wir bewusst als Auftakt gewählt, die Vishnu geweihte heilige Stätte gilt als einer der ältesten Tempel, die sich im Tal von Kathmandu erhalten haben. Selbstredend sind die Zerstörungen durch Erdbeben, der wetterbedingte Verschleiß und die Abnutzung durch tägliche religiöse Nutzung ins Kalkül aller Visiten zu ziehen, zu sehen sind Wiederaufbauten, zumeist sorgfältige, im Einzelfall auch mal unsachgemäße Restaurierungen, diese Feststellung gilt umfassend für alle religiösen Orte, die für das internationale touristische Publikum zugänglich sind. Den Garbhagriha (das Heiligtum) darf nur der Priester betreten, nur er kennt das Angesicht der Vishnu-Statue im Changu Narayan-Haupttempel, alle anderen Schreine sind für die Hindus und das übrige Publikum zugänglich. Am späten Abend bezogen wir in Patan, einem Ortsteil von Kathmandu, für zehn Nächte ein für unsere Vorhaben vorteilhaft gelegenes Quartier. Ein Fahrer mit Auto (übrigens Elektroantrieb Made in China) stand uns täglich von morgens bis abends bzw. nach spezieller Absprache zur Verfügung. Zweiter Tag: Ganztägig zu Fuß in Patan unterwegs Noch vor dem Frühstück besichtigten wir den Jagat Narayan Mandir. Außer zwei Nepalesen, die auf dem Weg zur Arbeit kurz zum Gebet innehielten, konnten wir den Tempel, der wahrscheinlich nur in wenigen Reiseführern empfohlen wird, allein besichtigen. Narayan meint Vishnu. Vom Narayan Tempel sahen wir außer den Klosterbauten, die in U-Form den Tempel rahmen, nicht viel, das Erdbeben 2015 hat den hohen Shikhara-Tempel vollständig dem Erdboden gleichgemacht, jedoch der Wiederaufbau vom östlich vorgelagerten Shiva Tempel war bereits abgeschlossen. Hier ließen sich alle diversen Materialien nachweisen, die einen hinduistischen Tempel auszeichnen: gebrannte Ziegel, Terrakotta, Sandstein, Holz und Metall, das sind die bevorzugten Baustoffe, welche für die Tempel im Kathmandu-Tal verwendet wurden und für neue Tempelbauten bis heute zum Einsatz kommen. Unser Morgenausflug zum Jagat Narayan Mandir war die ideale Vorstudie für alle weiteren Tempelanlagen, welche wir heute in Lalitpur besichtigen wollten. Vom Frühstück gestärkt brachen wir auf zu neuen Taten. Die Hauptziele des Tages: der Palastbereich und das Palast Museum Patan, die Tempel am Darbar Square und ausgewählte Straßenzüge in Patan, hier mit dem Fokus auf Hitis (Brunnen). Gegen 8Uhr30 herrschte vor dem Palastbereich am Darbar Square schon reges Treiben. Die meisten Tempel waren von betenden Menschen belagert, auch Touristen waren schon unterwegs, bezüglich Menschenströme war mit zunehmender Tendenz zu rechnen, eine Prognose, die eintraf. Noch konnten wir ohne dichtes Gedränge die einzelnen Tempel begutachten, wenn auch nicht alle betreten. Schilder mit dem konkreten Hinweis Visit only for Hindus oder No Visit schränken die Aktivitäten ambitionierter Touristen ein, gerechterweise muss gesagt werden, die meisten Hindu-Tempel sind auch für Nicht-Hindus zugänglich. Bei buddhistischen Tempelanlagen gibt es ohnehin keine Beeinträchtigungen, die darf jeder betreten. Hindus und Buddhisten leben in Nepal seit Jahrhunderten in friedlicher Koexistenz, diese erfreuliche Situation menschlicher Toleranz wird oft beschrieben und vermittelt sich auch unverfälscht den außenstehenden Fremden, alle sind willkommen. Schon der erste Augenschein von dem verdichteten Tempel-Ensemble auf dem Darbar Square beeindruckt. Tatsächlich stehen die Tempel nah beieinander, bedrängen sich, ohne an Eigenständigkeit zu verlieren. Sich jedem Tempel im Detail zu widmen erfordert viele Stunden, wenn nicht Tage, doch die stilistischen Unterschiede machen den Reiz der verschiedenen Tempelanlagen aus. Kurz gesagt: das Staunen nimmt kein Ende. Pünktlich 10Uhr betraten wir den Palast und gingen zuerst ins völlig neue, vorbildlich eingerichtete Museum. Es sollte Mittag werden, ehe wir erfüllt mit mannigfaltigen Eindrücken wieder im Menschengemenge untertauchten. Wer nepalesische Kunst sehen und einen Überblick über die sagenhaft unerschöpfliche Götterwelt erhalten möchte, der ist im Patan Museum richtig, das wiederum ist Bestandteil vom Palast, der mit deutscher Unterstützung saniert und umgebaut wurde. Kunstliebhaber werden bestätigen, dass die Sammlungen und deren museale Präsentation modernen Ansprüchen gerecht werden. Mehrere Innenhöfe (Chowk) gliedern das weitläufige Palastgelände. Einen dieser Höfe darf man keinesfalls auslassen: den Sundhari Chowk mit dem Tusha Hiti, das ist ein Hof mit einem schönen Brunnen. Im Stadtgebiet von Kathmandu findet sich kein Pendant zu diesem königlichen Brunnenbecken. In zwei Registern finden sich jeweils als Einzelrelief über fünfzig tantrische Gottheiten in Stein gehauen. Kein Laie hält sie auseinander, doch die Gesamtheit ihrer Vielzahl betört das Auge, ruft Staunen hervor, was durch das harmonische Oval des Beckens verstärkt wird. Im Mul Chowk sind zwei sehenswerte vergoldete Messingskulpturen zu sehen: die Flussgöttinnen Ganga auf dem Makara und Yamuna auf der Schildkröte agieren als Wächterinnen der vergoldeten zweiflügligen Tür. An ihren Reittieren (Vahana) sind die Flussgöttinnen eindeutig zu identifizieren. Beachtenswert sind auch die aufwendigen Holzarbeiten im Palast: Schnitzwerk in feinster Qualität. Der Fokus kann sowohl einzeln auf die Pfeiler, Säulen und Balken, auf die Fenster und auf die Dachstützen oder aber auf die Holzarchitektur in ihrer Gesamtheit gerichtet werden. Detailreiche Variationen der verschiedenen Bauelemente fallen ohne langes Suchen unmittelbar ins Blickfeld. Die Formen und Muster der geschnitzten Fenster sind an Vielfalt den mit vielarmigen Götteridolen besetzten Dachstützen ebenbürtig. Motivische Abwechslung ist garantiert. Figurale Erscheinungen und ornamentale Verschlingungen vereinigen sich zum harmonischen Wunder. Die Newar haben über Jahrhunderte hinweg von Generation zu Generation ihre Erfahrungen betreffs Holzschnitzerei bis in die heutige Zeit übermittelt, nicht umsonst und mit Stolz wird von der Newar-Kunst gesprochen. Ehrgeizige Fotografen könnten themenbezogene Sammelordner von Holzschnitzereien anlegen. Es wäre an der Zeit, dass eine umfassende wissenschaftliche Studie über die Götterbilder auf geschnitzten Dachstreben an nepalesichen Tempeln, Palästen und Wohnhäusern erstellt wird. Außerhalb vom Darbar Square wird das unverfälschte Alltagsleben augenfällig. Das undurchschaubare Gewirr von Straßen, Gassen und Höfen ist durchsetzt von Tempeln, Geschäften, Marktständen und Brunnen. Jene bunte Welt, die westliche Touristen als pittoreske Fotomotive erfassen, gilt den Nepalesen meist notgedrungen als selbstverständlicher Lebensraum. Je weiter westliche Besucher sich von touristischen Zielen entfernen und in entlegenere Stadtteile vordringen, desto radikaler scheinen die krassen Unterschiede zwischen Wohlstand und Armut, zwischen Vergangenheit und Fortschritt auf. Die Alltagseindrücke sind nicht immer bunt und der Himmel nicht durchgängig blau. Sorgen, Geldnot und Krankheit markieren das Stadtbild und zeichnen die Gesichter der Menschen. Dritter Tag: Ganztägig zu Fuß in Kathmandu (Kantipur) unterwegs Aufbruch noch vor sieben Uhr scheint früh, dennoch waren wir in der Morgenstunde nicht allein unterwegs auf dem Durbar Square. Die Nepalesen sind im Unterschied zu vielen Indern Frühaufsteher. Zum Morgengebet sammeln sich Hindus vor den Tempeln und kleineren Heiligtümern, ehe sie ihren Beschäftigungen nachgehen. Mächtig Andrang herrschte am Shree Kaal Bhairav Tempel, während der Swet Bhairav Tempel (Haathwon Dyo) weniger frequentiert wurde. Angebetet wird jeweils ein Avatar von Shiva. In gewohnter Form zeigt sich im Swet Bhairav Tempel der Verehrte mit grimmigen furchterregenden Gesicht, anders der angeblich aus einem Stein gefertigte Kaal Bhairav, die Gläubigen meinen hier ein freundliches, lächelndes Antlitz zu erkennen. In den drei Königsstädten ähneln sich die Paläste und die Tempelbauten, die Materialen für die typischen Pagoden sind die gleichen, verwendet wurden Backsteinziegel, Sandstein und Holz. Die meist quadratischen, seltener oktogonalen Bauten unterscheiden sich in der Anzahl der Dachaufbauten, ein bis drei Dächer sind die Regel, fünf Dächer fallen als Ausnahme auf. Nach intensiver Begutachtung fallen die Unterschiede der Tempelbauten selbst unvoreingenommenen Betrachtern auf. Für wenige Tempel wurden ausschließlich Sandstein bzw. Granitstein verwendet, diese Tempel bestätigen die Ausnahmen im homogen Erscheinungsbild vom Pagodenensemble. Auch in Kathmandu, gemeint ist das Zentrum der Königsstadt vom ehemaligen Malla-Reich, umschließen Tempel, moderne Wohnhäuser und Geschäftsbauten den Palastbezirk. Namenlose Heiligtümer wechseln mit bekannten in Reisehandbüchern empfohlenen Tempeln ab. Chaityas (Miniaturstupas) stehen an vielen Straßenecken, auf Hinterhöfen und innerhalb von Tempelanlagen. Ältere von Bäumen umschlossene, dem natürlichen Wachstum auf Gedeih und Verderben ausgelieferte Schreine haben sich nur noch wenige im Stadtzentrum erhalten. Die besten Kunstwerke älterer Provenienz werden in größeren Tempeln bewahrt, so befinden sich beispielsweise in buddhistischen Tempeln wertvolle Statuen aus der Licchavi-Periode (300-750 n. Chr.), ähnlich seltene Götteridole früherer Jahrhunderte werden in hinduistischen Tempeln hinter Verschluss gehalten oder in Museen präsentiert. Ein Gang durch die belebten Straßen strukturiert sich durch Zwischenhalte: ein Stopp vor einem Schrein, der Blick in einen Tempel, das Begutachten einer Votivstupa, der Blick in einen Brunnen (Hiti). Zufällige Stadtrundgänge bieten neben Staunen noch die Möglichkeit ungezwungener vergleichender Kunstbetrachtung, sofern man religiöse Stätten und Reliefs als Kunstobjekte schätzt. Fotos und Text: Günter Schönlein
Korrektur: Vanessa Jones Kantipur bedeutet Stadt des Lichts. Diesen Namen trug eines der drei Malla-Königreiche im Tal von Kathmandu. Jeder spricht mit Selbstverständlichkeit von Bhaktapur und Lalitpur, den zwei anderen kleinen Königreichen der Malla, doch die Benennung Kantipur für das dritte Königreich wird selten verwendet. Alle Touristen berichten allgemein von Kathmandu, ihrem Urlaubsziel, tatsächlich haben sie die historischen Hinterlassenschaften von Kantipur, Bhaktapur und Lalitpur besichtigt. Konkret: der moderne Name Kathmandu bezeichnet vorrangig die Hauptstadt Nepals und darin eingeschlossen die ehemaligen drei Malla-Reiche im Tal. Diesem Artikel vorangegangen ist eine Betrachtung der Wasseranlagen in der Altstadt von Lalitpur, in diesem Beitrag liegt der Fokus auf Kantipur und Bhaktapur. Einleitend einige allgemeine Betrachtungen zur Wasserversorgung in den ehemaligen Königsstädten. Generell ging es, gleich in welchem Stadtteil, bei allen Zapfmöglichkeiten um eines: möglichst problemlos an Wasser zu gelangen bzw. jederzeit genügend Wasser zur Verfügung zu haben, zu unterscheiden wäre lediglich zwischen Brauch - und Trinkwasser. Mit Brauchwasser (auch Nutzwasser) konnte gewaschen oder darin gebadet werden. An das Trinkwasser wurden hygienische Ansprüche gestellt, es musste klar und sauber sein, denn mangelhaftes Trinkwasser verursacht ernsthafte Erkrankungen. Nutzwasserbecken konnten sich nur die Oberschichten der Gesellschaft bauen lassen. Falls das Trinkwasser knapp würde, konnte man das Brauchwasser notfalls filtern und abkochen, eine Prozedur, die bis heute in vielen ländlichen Regionen Nepals noch immer praktiziert wird. Touristen wird dringend empfohlen, nur abgekochtes Wasser zu trinken, also heiße Getränke (Tee, Kaffee) oder aber in Flaschen abgefülltes Mineralwasser. Die Ansprüche an die Reinheit des Trinkwassers sind gestiegen, Menschen aus der westlichen Hemisphäre sind weniger robust, als die Landbevölkerung Nepals. Im Palast von Kantipur, genauer gesagt im Gartenbereich östlich hinter den Lohan Chowk befindet sich ein mittelgroßes, insgesamt recht tiefes Stufenbecken, aus dessen Zentrum eine senkrecht aufragende Säule gen Himmel ragt, der quadratische Pfeiler (genannt: Naagyu Statue) ist einer Naga (Schlange) nachempfunden. In einem der Innenhöfe vom Kantipur Palast existiert auch ein ähnliches Prachtbecken wie im Lalitpur-Palast. Im November 2025 waren jedoch einige Bereiche vom Palastgelände Kantipur wegen Wiederaufbauarbeiten nicht zugänglich, weshalb von diesem Becken kein Foto präsentiert werden kann. Keine 200m westlich vom Maju Dega Tempel (Palastbezirk Kantipur) hat sich das geräumige Maru Hiti erhalten. Großzügige Restaurierungsmaßnahmen vermitteln einen überzeugenden Eindruck einer prachtvollen Beckenanlage, die bis heute für die Bewohner des Stadtviertels Maru wichtig ist. Die Menschen nehmen das wahrscheinlich kostenlose Wasserangebot gern an. Die Betriebsamkeit in diesem Becken reißt nicht ab. Mütter waschen Kinder, Männer schrubben Wäsche, andere füllen Behälter mit Wasser für den Haushalt. Der Nutzungsbedarf und der Wert dieser Wasseranlage ist auch in der Jetztzeit offensichtlich vorhanden. Die Anordnung der Becken und der Ausflussrohre folgt erprobter Symmetrie. Das größte Becken in der Mitte (zwei Steinrohre) bleibt den verschiedenen Waschzwecken vorbehalten. Rechts und links sind die Trinkwasserrohre angeordnet. An der rechten Seite überwiegt die Verehrung der Götter, hier sind mehrere Götterbilder zur Anbetung präsent. Linksseitig ist nur eine Reliefnische über dem Makara-Rohr vorhanden. Unter dem Ausfluss fehlt ein Relief, kein Yaksha, kein Muschelhornbläser ist anwesend. Unmittelbar am Fahrweg mitten in Kantipur ist ein Objekt moderner Wasserversorgung zu sehen, ein Hydrant, welcher nach herkömmlicher Art durch eine Ummauerung geschützt wird. Wahrscheinlich fließt aus dem Stahlrohr nur nach Bedarf für Feuerlöschzwecke Wasser, für herkömmliche Nutzungszwecke ist das Ventil ungeeignet, das kleine Zapfrohr auf halber Höhe führt kein Wasser. In Bhaktapur haben sich mehr Wasseranlagen als in Kantipur erhalten, das mag ein Fehlurteil sein, da viele Bereiche im Palastbereich von Kantipur nicht zugänglich, folglich weniger Entdeckungen möglich waren, während in Bhaktapur nur geringfügige Sperrungen wegen Bauarbeiten die Visite historischer Bausubstanz behinderten. Neben dem Indrayani Tempel, gelegen am Treppenaufgang zum nördlichen Eingang zur Altstadt von Bhaktapur, befindet sich ein rechteckiges Stufenbecken, ein einfaches zweckgebundenes Hiti. Kurz hinter der Shree Padma Secondary School befindet sich ein sehenswertes mit Sandstein eingefasstes Tor zu einem Innenhof, dort haben die Malla ein Stufenbecken angelegt, das Bandhar Pokhari, dieses Becken gehörte zum Palastbereich und ist heute Teil des Museums. Die Ausbauphasen nachträglicher Restaurierungen sind unübersehbar. Der Pavillon am Beckenrand harrt noch seiner Fertigstellung. Das prachtvolle, wenngleich heute funktionslose Layku Hiti blieb neben dem oktogonalen Pavillon Chyasilan Mandapa gegenüber vom königlichen Palast erhalten. Layku Hiti bedeutet: Wasserstrahl am königlichen Palast. Bhupatindra Malla soll diese Anlage 1691 erbaut haben, sie diente der Versorgung der umliegenden Tempel mit heiligem Wasser. Die Wasserleitung führte vom Palast nach draußen. Ein ziemlich vernachlässigtes, um nicht zu sagen verwahrlostes namenloses Hiti liegt am Weg, östlich gegenüber vom Shilu Mahadev Tempel. Noch ist zu ahnen, wie ansehnlich einst diese Brunnenanlage ausgeschaut haben muss. – Nördlich vom Shilu Mahadev Tempel an der Yalachhea Road steht eine Schwengelpumpe in einem steinernen Becken, dahinter mehrere Schreine, daneben ein Lingam, das ist ein Platz, der tiefste Volksfrömmigkeit im Verbund mit einer neuzeitlichen Wasservorrichtung dokumentiert. Freistehende Steinwände mit Wasserhahn sorgten für die Trinkwasserversorgung der Menschen, diese sehr praktischen und sicher einst willkommenen Zapfstellen, sind meist deaktiviert, also funktionslos. Die ansehnlichen, meist mit Reliefverzierungen versehenen Wände sind wichtige Zeugnisse historischer Wasserbereitstellung. Die hier mit zwei Bildern vorgestellte Steinwand=Tutedhara=Trinkwasserbrunnen an der Yalachhea Road weist sämtliche typischen Kennzeichen einer Wasserzapfstelle auf. Über dem nicht mehr vorhandenen, abgebrochenen Wasserhahn befindet sich ein Götterrelief, wir meinen Vishnu in seiner Inkarnation als Fisch (Vishnu Matsya) zu erkennen. Das Relief im unteren Bereich vom Trinkwasserbrunnen zeigt den fast schon obligatorischen Muschelhornbläser, mit dem im Regelfall Prinz Bhagiratha gemeint ist, welcher in mythologischer Beziehung zum Wasserfluss im Kathmandu-Tal steht. Beide Reliefs, sowohl Vishnu als auch Bhagiratha weisen durch das Muschelhorn auf die Verbindung zum Wasser hin. Das Muschelhorn (Shankha) ist eines der Attribute Vishnus, kann deshalb mit jeder Inkarnation Vishnus assoziiert werden. Es gilt als Objekt der Reinheit, welches Kraft vermitteln und den kosmischen Klang erzeugen kann, deshalb werden diese natürlichen Instrumente für religiöse Rituale verwendet. Bekannt ist das Muschelhorn auch als eines der buddhistischen Glückssymbole. Hinweis zur Identifizierung des Muschelbläsers als Prinz Bhagiratha → siehe weiter unten: Lun Hiti im Palastbereich. Das Museum of Art in Bhaktapur wird gern besucht. Im Innenhof gleich hinter dem Kassenbereich befinden sich Toiletten, unmittelbar daneben existiert ein Hiti. Dieses tiefe, recht kleine Becken hat keinen Zugang, ein Zustand, der jegliche praktische Nutzung ausschließt. Es ist durchaus anzunehmen, dass es vormals auf diesem Hof einen Brunnen gab, doch was jetzt zu sehen ist, kann bestenfalls ein Nachbau, eine Rekonstruktion sein, sofern Wasser vorhanden wäre, könnte es ein Schöpfbrunnen sein. Auf manchen stilisierten Plänen findet sich eine der schönsten Beckenanlagen in Bhaktapur als Golden Fountain eingetragen. Andere Karten nennen das Becken Naga Pokhari, weitere Autoren sprechen vom Lun Hiti bzw. vom Thantu Darbar Hiti. Die beiden letzten Begriffe kommen der architektonischen Sachlage am nächsten. Ein Hinweisschild für Touristen nennt das Becken Sundhara Pond (siehe Foto). Welcher Begriff auch immer verwendet wird, die Rede ist allemal vom selben Wasserbecken. Wir blicken in ein von liegenden Schlangen eingefasstes Stufenbassin mit integriertem Hiti, das Bassin wird vom Wasserstrahl aus dem Hiti-Rohr gespeist. Aus dem Zentrum des Bassins erhebt sich glorios eine Naga-Säule, der Schlangenkopf schaut in Richtung Hiti, über dem wiederum ein Schlangenkopf aufragt, der sich wiederum zur Naga-Säule wendet. Das Wunder am Lun Hiti ist aber vor allem der einzigartige Makara-Ausfluss. Vergoldetes Messing umhüllt den selten schön geformten Makara-Körper, das ist eine unwiederbringliche Repoussé-Arbeit oder anders gesagt: nepalesisches Handwerk in höchster Qualität. Wer diesen Makara aus der Nähe gesehen hat, wird feststellen, dass keine Beschreibung diesem Kunstwerk gerecht wird. Nur durch Nahsicht erschließt sich das vielschichtige Bildwerk dieses Makaras. Der Makara verschlingt eine Ziege, aus dem zahnreichen Maul ragen nur noch die Vorderläufe und der gehörnte Kopf. Auf der Rückenplatte steht ein Krokodil. Geradezu ungewöhnlich sind die Flanken des Makara gestaltet. Auf jeder Körperseite tummeln sich verschiedene Lebewesen: Wassertiere und Landtiere, sogar menschenähnliche mythische Tiere sind anwesend, gemeint sind die Kinnaras/Kinnari, die männlich/weiblichen Mensch-Vogel-Wesen, welche in Nepal unter dem Begriff Jalamanusha bekannt sind. Muscheln, Frösche, Fische, Krebse, Schlangen, Vögel, Wildschweine, Pferde, Ziege, Schildkröte: ein Sammelsorium der Tierwelt gibt sich die Ehre. Hinweis: die Aufzählung der Tiere und andere Hinweise verdankt der Autor der sehr ausführlichen Beschreibung von dem 1940 geborenen Sanskritgelehrten Gautama Vajra Vajracharya auf der Internetseite: RUBIN (Museum of Himalayan Art NYC) darin das Essay Golden Fountain of Bhaktapur | Project Himalayan Art Im erwähnten Essay von Gautama V. Vajracharya wird auch die lesenswerte Geschichte vom Prinz Bhagiratha erzählt, der auf dem Relief unter dem Makara-Wasserausfluss zu sehen ist. Das ist ein konkreter Hinweis auf die ominösen Muschelhornbläser, welche an anderen Hitis zu sehen sind. Allein der Vergleich der Muschelhornbläser, sprich: Bhagiratha, wäre selbst für abitionierte kunstinteressierte Laien nicht ohne Belang. Auf dem Taumadi Square in Bhaktapur stehen zwei bedeutende Tempel, neben dem Bhairavnat Tempel befindet sich ein prachtvolles Jahru (Wasserzapfanlage). Im unteren Bereich ist wieder Bhagiratha mit seinem Muschelhorn zu sehen, ihn flankieren Makaras und Kinnaras. Im oberen Wandbereich unter den Lufteinlassluken sehen wir einen vom Naga geschützten Buddha und zwei halbgöttliche Wesen, es müssen Chowry Bearer sein, ganz außen wiederum die Kinnaras. Wenige Schritte rechts vom Bhairavnath Tempel und dem Bhairavnath-Jahru etwas unter Bodenniveau versenkt, befindet sich das Lü Hiti. Dieses Hiti ist insofern außergewöhnlich, weil es mit einem besonderen Brunnen kombiniert ist. Die Newar sprechen von Jaldroni = Jahru, also von einer Trinkwasserzapfstelle. Dieses Jahru zeigt ein Navagraha-Relief, also die Aufreihung der neun Planeten, das Relief wird auf das 13.-14. Jh. datiert, das Lü Hiti soll erst im 16. Jh. erbaut worden sein. Abgesehen vom Navagraha-Relief, welches bei unseren Exkursionen an keinem anderen Jaldroni in den drei Königsstädten gefunden wurde, weist auch das Lü Hiti Besonderheiten auf. Über dem Makara-Ausfluss thronen Shiva und Parvati (Uma-Mahesvara), ein wunderbares Relief, welches sehr voluminös wirkt, man meint, auf eine kleine, nicht völlig freistehende Statue zu blicken. Unter dem Makara kniet Bhagiratha, eine etwas andere als die gewohnte Darstellung, hier ohne Muschelhorn. Mitten in Bhaktapur auf dem Dattatreya Square fällt rechts neben dem Dattatraya Tempel hinter einer Steinwand ein rundes Brunnenbecken auf, das Becken gehört zur schmucken Steinwand, es handelt sich um ein Jahru, einen Trinkwasserbrunnen. Vor der verzierten Wand mit den typischen Lüftungsöffnungen, an denen die Trinkbrunnen zu erkennen sind, steht noch ein Wasserauffangbecken. Dieses wenig schöne Jahru hat mindestens eine Zerstörung und einen Wiederaufbau hinter sich, der Unterschied zu dem prächtigen Bhairavnath-Jahru oder dem Jahru an der Yalachhea Road ist auffällig. Lediglich der Standort ist markant: vor einem Tempel. Auf dem Verbindungsweg zwischen dem Taumadhi- und dem Tachapal Square liegen zwei Hitis nah beieinander: das eine Hiti (ohne Name) wurde gegenüber vom Bishnu Mandir wiederaufgebaut, das andere authentisch wirkende formschöne Palikhel Iho Hiti ist keine 100m östlich an der gleichen Straße vor dem Jhaur Bahi zu finden. Wer in Bhaktapur auf der Bhailagaal Tole Road wandelt, der schreitet auf historischen Pflaster, findet dort auch einige kleine Tempel und stößt auf der abwärts führenden Straße auf ein aus Naturstein schlicht gebautes Hiti, welches keinen sakralen Schmuck aufweist. Neben dem historischen Makara-Ausflussrohr ragt zusätzlich eine Wasserleitung aus der steinernen Wand. Das verzinkte Rohr mit Wasserhahn stört die harmonische Ästhetik des formschönen Beckens, die Montage der modernen Leitung muss aus praktischer Notwendigkeit erfolgt sein. Am nördlichen Flussufer unterhalb der Brücke steht der tagsüber wenig besuchte Shree Hanuman Tempel, dort findet sich etwas versteckt ein ansehnlich restauriertes halbrundes Hiti. Der Siddhikali Tempel in Thimi (ein dem Bezirk Bhaktapurs zugehöriger Ortsteil von Kathmandu) ist ein ansehnlicher Tempelkomplex, auf dessen Areal außer dem Haupttempel noch mehrere Schreine gebaut wurden, so auch der kleine Basundhara Tempel. Zu beiden Tempeln gehört jeweils ein Hiti, die sich keineswegs gleichen. Auf dem Gelände vom Siddhikali Tempel befindet sich außerdem der kleine Basundhara Tempel, dort wiederum etwas im Abseits versteckt sich noch ein weiteres Becken, welches selbstredend die obligatorischen Architekturelemente eines Hiti vorweisen kann: einen altarähnlichen Schrein über dem Makara-Ausfluss, den Makara selbst, übrigens eine Variante, die zuvor nicht zu sehen war, selten ist das schneckenartig gerollte Schuppenbild vom Makarakörper, darunter das Bhagiratha-Relief, ebenfalls variiert. Einigen Lesern mag das Thema Wasserversorgung in Kathmandu zu weitläufig vorkommen, dabei nähern sich die Fotos und Erläuterungen der Thematik Hiti und Jahru nur an, ohne zu erschöpfenden Erkenntnissen gelangt zu sein. Hier sei versichert, dass keine der Wasserversorgungsstellen bewusst gesucht wurde, alle Orte, die mit Wasser zu tun haben, fanden sich zufällig auf Exkursionen durch die verschiedenen Stadtteile von Kathmandu. Dieses Thema genügte sogar für den Umfang einer Doktorarbeit, das belegt eine 2015 vorgelegte im Internet als Download abrufbare Dissertation von Satya Shila Kashajoo: LÜN-HITIS (golden spouts) OF BHAKTAPUR with special focus on Lün-hiti of Bhaktapur Durbar Complex and Taumadhi In partial fulfillment of the requirements for the degree of Master in Art (MA), Tribhuvan University, Institute of Humanities and Social Science, Central Department of Nepalese History, Culture and Archaeology Kirtipur, Kathmandu Submitted by Satya Shila Kashajoo Im Vergleich zu den umfassenden Erkenntnissen von Frau Kashajoo beleuchten dieser Artikel und der Artikel HITIS IN LALITPUR in aller Bescheidenheit das Thema Hiti eher peripher. Die hier vorgebrachten Ausführungen schildern anschaulich (siehe Hiti-Fotos) die Entdeckerfreuden während mehrerer Stadtrundgänge. Ambitionierte Besucher könnten einwenden, warum dieses oder jenes Hiti fehlt. Nochmals sei verkündet, wir hatten keinen konkreten Arbeitsplan, der auf die Erkundung möglichst vieler Wasserstellen fokussiert gewesen wäre, obgleich wir von der Existenz einiger markanter Hitis wussten. Der Zufall und unermüdlicher Einsatz haben uns zu den vorgestellten Hitis und Trinkwasserbrunnen gelenkt.
Mit (VJ) gekennzeichnete Fotos stammen von Vanessa Jones Fotos und Text: Günter Schönlein Korrektur: Vanessa Jones |
Autor Günter SchönleinAuf meinen bisher acht Reisen nach Kambodscha habe ich viele Khmer-Tempel photographisch dokumentiert. Mit Pheaks Hilfe suchte ich auch viele schwer zu findende entlegene Tempel auf. In diesem Blog möchte ich meine dabei erworbenen Eindrücke und Kenntnisse gerne anderen Kambodscha-Liebhabern als Anregungen zur Vor- oder Nachbereitung ihrer Reise zur Verfügung stellen. sortiert nach Themen:
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Der Blog enthält sowohl Erlebnis-Reiseberichte als auch reine Orts- und Tempel-Beschreibungen, siehe Kategorien "Persönliches" und "Sachliches" in der Liste von Tags oben, sowie eingestreute Beiträge zu anderen Reiseländern und Themen.
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Teil 1 Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 2 Angkor Wat Spezial 2022 - Teil 3 Hayagriva Indrajit Krishna & Kaliya Vishnu allgegenwartig Die verlorene Sammlung (The Lost Collection) Srah Srang Yeay Pow Tempel Ta Prohm (Tonle Bati) Tempel Prasat Neang Khmau Phnom Bayang Tempel Phnom Bayang Nebentempel Prei Tempel Spezial Banteay Prei Spezial Krol Ko Spezial Prasat Tonle Snguot Phnom Da Angkor Borei Museum Prei Khmeng Stil Kala Preah Norodom Sihanouk Museum Krol Romeas & Kral Romeas Preah Khan versus Banteay Kdei Frömmigkeit versus Glaube Khmer Halsschmuck Spean Toap & Prasat Prohm Kal Dachlandschaften in Angkor Eindrücke vom Tag Bilderbögen Zentral-Vietnam Da Nang Marmorberge Da Nang Da Nang Halbinsel Son Tra Da Nang Museum Cham Sculpture Cham-Skulpturen: Vishnu & Shiva Cham Tempel in Vietnam Thap Phu Dien Thap Bang An Thap Khuong My Thap Chien Dan Thap Chien Dan - Museum Thap Dong Duong My Son (Teil 1) My Son (Teil 2) My Son (Teil 3) My Son (Teil 4) My Son (Teil 5) Cham Phong Lee Makaras der Cham Kala in Vietnam Hue - 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